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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2022

Was für deprimierende Charaktere

Ab heute heiße ich Margo
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Der Klappentext von diesem Roman klang enorm vielversprechend: Zwei Frauen treffen sich in den Dreißigerjahren, lieben denselben Mann, erleben den Krieg und bleiben ein ganzes Leben lang verbunden. Genauer ...

Der Klappentext von diesem Roman klang enorm vielversprechend: Zwei Frauen treffen sich in den Dreißigerjahren, lieben denselben Mann, erleben den Krieg und bleiben ein ganzes Leben lang verbunden. Genauer gesagt geht es um Margo und Helene, beide noch keine 20 Jahre alt, als sie sich im Fotogeschäft in Stendal kennenlernen. Margo macht die Buchhaltung dort, Helene ist als Fotografin tätig. Da taucht Alard auf, der beide Frauen vollkommen fasziniert und sie in seinen Bann zieht. Sein Herz schlägt jedoch nur für Helene, was Margo enorm trifft. Doch dann geschieht etwas, das Margo und Helene ein Leben lang verbindet…
Mein Eindruck vom Buch:
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn allein schon aufgrund der ganzen Jahrzehnte, die das Buch erfasst, erwartete ich eine besondere Tiefe der Geschichte. Und anfangs war ich auch wirklich begeistert. Ich war gespannt, welchen Weg Margo einschlägt und welche Bedeutung Helene für sie bekommt. Doch meine Euphorie hielt leider nicht lange, denn ich habe Margo im Grunde nur als egoistische Person kennengelernt, ohne jegliche Empathie. Das fand ich sehr schade, doch es schreckte mich nicht ab, da ich Helene als interessanten Charakter empfand. Aber auch dies hielt nicht lange vor, denn ihre Selbstgerechtigkeit fing an, mir immer mehr auf die Nerven zu gehen. Andere Figuren, deren nähere Betrachtung vielleicht mehr Wert gebracht hätten, wie Alard oder Henri, blieben leider komplett auf der Strecke. Da hätte ich mir viel mehr Infos gewünscht. Auch die Darstellungen von Margos Eltern, ihrer Schwester und selbst die von Henri fand ich nicht gelungen. Es fehlte Gefühl und die Hauptprotagonisten wurden mir immer unsympathischer, allen voran Margo! Fremdgehen war da ja an der Tagesordnung, ohne Gewissen, ohne Reue. Henri tat mir richtig leid und ich konnte absolut nicht nachvollziehen, warum er sein Leben an sie verschenkt hat. Denn er hat definitiv etwas Besseres verdient. Ich bin ebenfalls in der Buchhaltung tätig und glaubt mir, ich hoffe extrem, dass ich nichts mit dieser Figur gemeinsam habe! Ich frage mich, ob ich irgendetwas nicht verstanden habe… ob die Autorin etwas bestimmtes vermitteln wollte, was mich nicht erreicht hat. Denn ich fand die Ansammlung von unsympathischen und selbstgerechten Charakteren mit Fortschreiten der Geschichte immer anstrengender. Im Grunde hat man während der Lektüre 80 Jahre Gejammer verfolgt.
Fazit:
Leider wurde ich weder mit den Figuren, noch mit der eigentlichen Story warm. Mir fehlte das gewisse Etwas, das eine Erzählung lebhaft macht. Ich habe schon einige Bücher gelesen, die das wahre Grauen des Krieges intensiv darstellt, das fehlte mir hier aber leider total. Deshalb gibt es von mir leider keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Was für ein Wiedersehen mit Hunter und Garcia!

Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)
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Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich hörte, dass es einen neuen Band der Hunter-Garcia-Reihe gibt! Chris Carter ist für mich der absolute Meister der Thriller-Autoren und ich war sehr gespannt auf sein ...

Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich hörte, dass es einen neuen Band der Hunter-Garcia-Reihe gibt! Chris Carter ist für mich der absolute Meister der Thriller-Autoren und ich war sehr gespannt auf sein neuestes Werk! Bei mehrbändigen Geschichten ist es ja immer die Frage, ob das Level gehalten werden kann und dieser Autor legte die Messlatte mit seinen bisherigen Werken extrem hoch. Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, ob mich „Blutige Stufen“ genauso fesseln wird wie die bisherigen Teile. Doch um was geht es denn nun in dieser Neuerscheinung?
Eine Frau wird bestialisch ermordet! Ihre Schwester findet sie und als wäre dies nicht schon genug, bekommt sie ein Video zugeschickt, in dem der Todeskampf einer ihrer liebsten Menschen festgehalten wurde. Nicht lange danach schlägt der Killer wieder zu. Auch diesmal wird ein Mensch auf grausame Weise getötet und auch hier wird wieder ein Video der Folterung dem nächsten Angehörigen geschickt. Was steckt hier nur dahinter? Wieso tötet ein Mensch derart brutal und tut alles, um die Hinterbliebenen komplett zu vernichten? Steckt ein persönliches Motiv dahinter oder geht es um etwas ganz anderes? Hunter und Garcia begeben sich wieder mal auf die Jagd nach einem Killer, der alles bisher Dagewesene übertrifft…
Mein Eindruck vom Buch!
Ich liebe diese Reihe! Chris Carter ist für mich ein Garant für absolut fesselnde Lesestunden! Der Autor mit brasilianischen Wurzeln hat es wirklich drauf, immer wieder Thriller zu Papier zu bringen, die alles bisher Dagewesene übertreffen. War ich schon vom ersten Band „Der Kruzifix-Killer“ hoch auf begeistert, wird das nun mit 12 multipliziert. Viele, die bereits einige Thriller gelesen haben, kennen vielleicht das Gefühl, dass man irgendwann den Eindruck bekommt, man hätte ähnliches schon gelesen. Nicht so bei Chris Carter. Es ist unglaublich, woher er seine Ideen nimmt! Und nicht nur das, auch was die psychologische Komponente angeht, zaubert er immer wieder komplett neues hervor. Wer die ersten Teile kennt, weiß, wie tief Hunter in die Gedankenwelt der Killer eintaucht. Hier ist wahrscheinlich die berufliche Erfahrung von Chris Carter von Vorteil, der selbst in Michigan forensische Psychologie studierte und viele Jahre die Staatsanwaltschaft beriet. „Blutige Stufen“ ist aber nicht nur ein unheimlich fesselnder Thriller, nein, er regt auch sehr zum Nachdenken an. Der Schriftsteller greift in seinem neuesten Werk sehr sensible Themen auf, die dazu anregen, auch sich selbst und sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Was man selbst für banal hält, kann für andere zerstörend sein. Chris Carter hat es auch bei „Blutige Stufen“ wieder geschafft, mich vollkommen auf die falsche Fährte zu locken. Und als ich dachte, JETZT weiß ich aber, wer dahintersteckt, ging alles wieder komplett in eine andere Richtung. Genauso muss ein absoluter Turnpager für mich sein!
Fazit:
Für mich ist dieses Buch wieder ein Meisterwerk! Möge Chris Carter noch viele viele viele viele VIELE Werke schreiben, in denen wir Hunter und Garcia begleiten dürfen. Für mich die beste Reihe in der Welt der Thriller! Bleibt mir nur noch zu sagen: lest selbst und taucht ein in die Welt der UV-Einheit des LAPD!

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Veröffentlicht am 05.10.2022

Es war schön Gretchen wieder zu treffen...

Was ich nie gesagt habe
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Nachdem ich „Stay away from Gretchen“ gelesen hatte, musste ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es hauptsächlich wieder um Gretchen geht, doch weit gefehlt: In ...

Nachdem ich „Stay away from Gretchen“ gelesen hatte, musste ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es hauptsächlich wieder um Gretchen geht, doch weit gefehlt: In diesem Werk erfährt der Leser alles über Toms Vater Konrad, genannt Conny. Auch wenn ich in der Zwischenzeit einige Bücher gelesen habe, wurde ich sofort wieder in die Geschichte hineingezogen und konnte mich selbst an kleine Begebenheiten erinnern, die im Vorgänger geschahen. Der Schreibstil von Susanne Abel ist wieder schön flüssig und man fliegt nur so über die Seiten. Die Kapitel, die Conny in seiner Kindheit bis ins Erwachsenenleben begleiten, habe ich geliebt! Natürlich weiß wohl jeder Deutsche, welche grauenhafte Geschehnisse im zweiten Weltkrieg passierten, dennoch ist es immer wieder schockierend, mit den Einzelheiten konfrontiert zu werden und manch Begebenheiten waren mir noch gar nicht bewusst! Mit der Erzählung der Gegenwart hatte ich so meine Probleme, da mir Tom so überhaupt nicht sympathisch war. Natürlich hätte einiges in der Story gefehlt, wäre die heutige Zeit nicht beleuchtet worden. Dennoch gibt es ein Sternchen Abzug, weil ich seine Figur nicht gelungen fand und meiner Meinung nach Potenzial nach oben gewesen wäre.
Fazit:
Absolute Leseempfehlung von meiner Seite. Ich gehe sogar noch weiter: ich würde mir wünschen, dass beide Bücher über Gretchen und ihre Familie in Schulen gelesen würden um neben dem Geschichtsunterricht noch mehr zu verdeutlichen, wie schrecklich diese Zeit gewesen ist!

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Die Zwergen-Saga geht weiter

Das Schicksal der Zwerge (Die Zwerge 4)
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Nachdem ich schon von den ersten drei Teilen begeistert war, musste ich natürlich auch den vierten Band „Das Schicksal der Zwerge“ hören. Wieder genial gelesen von Johannes Steck, der mittlerweile zu einem ...

Nachdem ich schon von den ersten drei Teilen begeistert war, musste ich natürlich auch den vierten Band „Das Schicksal der Zwerge“ hören. Wieder genial gelesen von Johannes Steck, der mittlerweile zu einem meiner absoluten Lieblingssprechern geworden ist. Diesmal ist einige Zeit vergangen, bis wir unsere Freunde wiedertreffen. Ganze 250 Zyklen sind durch’s Land gezogen, seit Tungdil in der Schwarzen Schlucht verschwand. Und wieder treibt das Geborgene Land dem Untergang entgegen. Da taucht plötzlich ein Zwerg in einer Rüstung auf, der sich Tungdil Goldhand nennt. Doch ist er es wirklich? Erste Zweifel kommen auf. Will der „Wiedergekehrte“ das Geborgende Land wirklich retten? Oder verfolgt er einen ganz anderen Plan?

Mein Eindruck vom (Hör-)Buch
Wie schon erwähnt, liest Johannes Steck fantastisch! Ich liebe es, wie er den Charakteren Leben einhaucht. Jedoch bin ich in diesem Teil der Geschichte nicht mit Tungdil warm geworden und er wirkte die ganze Zeit sehr kühl auf mich. Wahrscheinlich war genau dies von Markus Heitz beabsichtigt, jedoch fand ich es schade, da ich Tundil in den vorherigen Büchern einfach nur herzerwärmend fand. Deshalb ist diesmal Boindil mein Lieblingszwerg geworden und ich habe jede Zeile, in der es um ihn ging, extrem genossen. Leider muss ich zugeben, dass ich anfangs daran zu knabbern hatte, dass so viel Zeit vergangen war und manche Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind, plötzlich einfach weg waren. Bestes Beispiel: Der unglaubliche Rodario. Zwar lernt der Leser/Hörer seine Nachkommen kennen, doch ich hätte mir hier viel mehr Informationen gewünscht, wie es Rodario erging, nachdem Tungdil in der Schwarzen Schlucht verschwand. Wie hat er gelebt? Wo? Und mit wem? Da war mir ein zu extremer Cut. Der Schluss war meiner Meinung nach nicht vorhersehbar und hätte eigentlich wohl schon den finalen Abschluss geben können. Umso mehr bin ich jetzt gespannt auf den fünften Teil der Zwergen-Saga, der da „Der Triumph der Zwerge“ heißt. Ein Sternchen Abzug gibt es wegen der aufgegriffenen Kritik. Dennoch kann ich auch diesen Teil nur jedem ans Herz legen, da die Story an sich mega spannend ist und der Autor wirklich eine ganz außergewöhnliche Welt erschaffen hat, die einen in den Bann zieht.

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Veröffentlicht am 06.09.2022

Hin- und hergerissen! Achtung Spoiler!

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Ich hatte schon sehr viel über die beiden Autoinnen Bianca Iosivoni und Laura Kneidl gehört und war schon allein deshalb unheimlich neugierig auf den Auftakt der Midnight Chronicles gespannt. In diesem ...

Ich hatte schon sehr viel über die beiden Autoinnen Bianca Iosivoni und Laura Kneidl gehört und war schon allein deshalb unheimlich neugierig auf den Auftakt der Midnight Chronicles gespannt. In diesem ersten Band geht es hauptsächlich um Roxy und Shaw (beide im Roman abwechselnd in der Ich-Perspektive). Roxy hat unbeabsichtigt 449 Seelen aus der Unterwelt befreit und es bleiben ihr nun 449 Tage, um alle Seelen wieder einzufangen und zurück zu bringen. Da trifft sie auf den geheimnisvollen Shaw, den sie rettet und dazu verdonnert wird, sich um ihn zu kümmern. Plötzlich taucht eine Gegnerin auf, mit der Roxy niemals gerechnet hätte…
Hmmm… dieses Buch hat mich wirklich ratlos zurückgelassen. Den Grundgedanken der Geschichte fand ich klasse, an der Umsetzung habe ich jedoch leider zu knabbern. Denn es gab einiges, was mich komplett aus dem Lesefluss gerissen und mir klar gemacht hat, dass es sich dann doch nur um fiktive Charaktere handelt. Zum einen begannen mich die endlosen Wiederholungen der Gedankengänge von Roxy und Shaw zu nerven, zudem konnte ich bei ein paar Formulierungen nur den Kopf schütteln. Zwei Beschreibungen sind hierbei besonders hängengeblieben: „Er/sie schluckte hart“, was mehrfach vorkam und „Er wackelte mit den Augenbrauen“. Es tut mir echt leid, aber mit diesen Darstellungen kann ich die Figuren nicht mehr wirklich ernst nehmen. Zudem kamen absolut unrealistische Szenen vor. Hier möchte ich besonders eine Situation hervorheben: Roxy kümmert sich um den sterbenden Maxwell, Finn und Shaw rappeln sich langsam wieder auf und ihre Feindin Amelia steht einfach nur da und sieht allen zu? Echt jetzt? Genau da, als sie die größte Möglichkeit hatte, die Hunter anzugreifen, macht sie… nichts? Das führte dann bei mir auch dazu, dass ich die Kampfszenen nicht mehr genießen konnte. Ah, und beinahe hätte ich noch einen Kritikpunkt vergessen: Ich hatte ständig das Gefühl, dass mir Hintergrundinfos fehlen. Deshalb habe ich tatsächlich ein paarmal nachgesehen, ob es sich bei „Schattenblick“ tatsächlich um den Auftakt der Fantasy-Reihe handelt.
Fazit:
Für mich leider eine Enttäuschung. Nachdem ich den zweiten Band der Midnight Chronicles mit dem Titel „Blutmagie“ schon zuhause habe, werde ich dem Duo aber nochmal eine Chance geben.

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