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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2022

Eine ganz besondere Freundschaft

Die hundert Jahre von Lenni und Margot
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Dieses Buch wurde mir wärmstens empfohlen und nachdem sich der Klappentext einfach zauberhaft anhörte, musste ich es natürlich lesen. In diesem Roman geht es um die Freundschaft von der 17jährigen Lenni ...

Dieses Buch wurde mir wärmstens empfohlen und nachdem sich der Klappentext einfach zauberhaft anhörte, musste ich es natürlich lesen. In diesem Roman geht es um die Freundschaft von der 17jährigen Lenni und der 83jährigen Margot, die sich im Krankenhaus im Malkurs kennenlernen. Lenni ist unheilbar krank und als sie entdecken, dass sie zusammen exakt 100 Jahre gelebt haben, beschließen sie, für jedes gelebte Jahr ein Bild zu malen. Während der Malstunden entsteht eine tiefe Verbundenheit und sie erzählen einander ihre so kostbaren Erinnerungen…

Mein Eindruck vom Buch:
Dieses Werk ist wirklich etwas ganz Besonderes! Es ist unbeschreiblich schön, Lenni und Margot zu begleiten und ihre Erinnerungen wurden perfekt in ihre Gegenwart eingeflochten. Manchmal habe ich komplett vergessen, dass die beiden „nur“ fiktive Personen sind, so intensiv hat die Schriftstellerin Marianne Cronin den beiden Leben eingehaucht. Ich musste oft schmunzeln, vorallem bei den Gesprächen zwischen Lenni und Pater Arthur. Aber auch Margot wurde unglaublich liebevoll und authentisch gezeichnet. Die Kapitel sind kurzgehalten, so dass man auch gut zwischendurch mal reinlesen kann. Jedoch fällt es jedes Mal sehr schwer, das Buch auch mal wegzulegen, denn eigentlich möchte man die Protagonisten am Liebsten die ganze Zeit um sich haben. Ich muss gestehen, ich war auch auf den Schluss sehr gespannt, da es sich hier doch um ein sehr sensibles Thema handelt, aber auch hier war alles stimmig und liebevoll erzählt.

Fazit:
Ich habe dieses Buch empfohlen bekommen und werde es auch definitiv weiterempfehlen und so verschenken. Denn Lenni und Margot sollten in keinem Bücherregal fehlen.

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Veröffentlicht am 02.06.2022

Die Grundidee ist fantastisch, die Umsetzung allerdings enttäuschend

In fünf Jahren
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Ich liebe alles, was mit Zeitreisen und Zeitsprüngen zu tun hat! Von daher ist es selbstverständlich, dass mich dieses Werk magisch anzog. Doch um was geht es denn eigentlich genau in der Geschichte der ...

Ich liebe alles, was mit Zeitreisen und Zeitsprüngen zu tun hat! Von daher ist es selbstverständlich, dass mich dieses Werk magisch anzog. Doch um was geht es denn eigentlich genau in der Geschichte der Autorin Rebecca Serle?

Der Leser trifft auf Dannie, eine ehrgeizige junge Anwältin aus New York. Sie hat im Grunde alles, was sie schon immer wollte: einen Verlobten, Erfolg im Job und das Leben in New York. Doch plötzlich findet sie sich in einer anderen Zeit: In 5 Jahren. Und dort war alles anders. Sie wohnte in einem anderen Stadtteil, an ihrem Finger war ein anderer Verlobungsring und würde das nicht schon reichen: Im Bett lag ein ganz anderer Mann. Vollkommen verwirrt kehrt sie in ihre Gegenwart zurück. Was ist da gerade passiert? Und wer war dieser Mann in der Zukunft, mit dem sie anscheinend zusammenlebte?

Mein Eindruck vom Buch:
Achtung: Hier befinden sich kleine Spoiler!

Der Klappentext war einfach toll und ich freute mich wahnsinnig auf die Story. Doch leider hielt meine Euphorie nicht sehr lange an. Dannie wird in der Ich-Form beschrieben, was ja eigentlich dazu führt, dass man mit dem Protagonisten viel besser eine Verbindung aufbauen kann. Dies gelang mir hier leider so gar nicht. Dannie war für mich sehr unsympathisch. Gut, wie kann mir auch jemand sympathisch sein, die sich ab dem 29. Lebensjahr Botox spritzen lässt?! Alles wirkt so extrem oberflächlich und Dannie und Bella absolut farblos. Unehrlichkeit waren scheinbar an der Tagesordnung, vorallem, was die Beziehung zwischen Dannie und David anbelangte. Zudem drängte sich immer mehr das Gefühl auf, dass die Schriftstellerin versucht, Werbung zu betreiben. Es wird enorm viel Wert auf Markenklamotten gelegt, die namentlich genannt und auch wiederholt wurden. Bei den Restaurants habe ich nicht nachrecherchiert, es würde mich allerdings nicht wundern, wenn es auch diese in New York gäbe. Und natürlich gab es immer nur das Beste vom Besten: die besten Restaurants, die teuerste Kleidung und klar, da schenkt Bella Dannie eine komplette Wohnung! Geld spielt in diesem Roman eine große Rolle und als es hart auf hart kommt, werden natürlich nur die besten Ärzte konsultiert. Es gab zwar auch ein paar berührende Momente, nur leider kann ich diese an einer Hand abzählen. Es fehlte an Emotionen, an Tiefe.

Fazit:
Diese Story ist für mich ziemlich weltfremd, da Otto-Normal-Verbrauchen wohl nicht die Möglichkeiten hat, mit Geld um sich zu schmeißen. Einen kleinen Pluspunkt gibt es aber dennoch: „In fünf Jahren“ beweist mal wieder, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann. Diese Botschaft kam meiner Meinung nach aber erst viel zu spät. Schade, denn man hätte mit dem Grundgedanken so viel mehr daraus machen können!

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Wem kannst du noch vertrauen?

DIE LÜGEN
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Es wurde wirklich mal wieder Zeit für einen guten Thriller und da fiel mir das Werk „Die Lügen“ von Lesley Kara ins Auge. Der Klappentext verspricht spannende Lesestunden und verrät, dass es in dem Thriller ...

Es wurde wirklich mal wieder Zeit für einen guten Thriller und da fiel mir das Werk „Die Lügen“ von Lesley Kara ins Auge. Der Klappentext verspricht spannende Lesestunden und verrät, dass es in dem Thriller um zwei unzertrennliche Freundinnen geht. Lizzie und Alice verbringen soviel Zeit wie möglich miteinander, doch dann passiert das Grauen: Bei einem Zugunglück kam Alice mit nur mal 13 Jahren ums Leben. Lizzie weiß nicht, was genau passiert ist, denn sie hatte genau zu diesem Zeitpunkt einen epileptischen Anfall. Jahre vergehen, Lizzie ist verlobt, hat ihre Epilepsie gut im Griff, doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Es scheint, jemand wüsste ganz genau, was damals bei den Zuggleisen passiert ist…
Mein Eindruck vom Buch:
Bei diesem Thriller hat der Klappentext nicht zu viel versprochen. Mich hat das Werk schon auf den ersten Seiten komplett gefesselt und ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man auch gut „zwischendurch“ in die Story eintauchen kann, genauso wie ich es liebe. Das Buch teilt sich in drei Erzählstränge: Die Vergangenheit und die Gegenwart Lizzies sowie eine Art Tagebucheinträge. Der Leser begleitet Lizzie in der Ich-Form, was dazu führt, dass man alles noch intensiver empfindet und mit Lizzie mitfühlen kann. Ich konnte zwar trotzdem keine richtige Sympathie für Lizzie empfinden, jedoch tat dies der Spannung überhaupt keinen Abbruch. Zahlreiche Cliffhanger an den Kapitelenden und unvorhersehbare Wendungen ließen diesen Thriller für mich zum absoluten Pageturner werden. Thema Vertrauen wird hier ganz großgeschrieben und dieses Buch ließ klarwerden, wie wenig man wirklich andere Menschen kennt. Selbst jene, die einem am nächsten stehen, haben manchmal große Geheimnisse…
Fazit:
Hier sind richtig spannende Lesestunden garantiert! Ich kannte diese Autorin vorher noch nicht, werde mir aber definitiv weitere Werke von ihr zulegen.

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Veröffentlicht am 23.05.2022

Ein Küchenjunge verfolgt seinen Traum

Ein Hauch Muskat
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Nachdem mir das Buch wärmstens empfohlen wurde und ich schon lange nichts im Bereich Historik gelesen hatte, war „Ein Hauch Muskat“ von Christine Ambrosius auf meiner Leseliste. Der Klappentext klingt ...

Nachdem mir das Buch wärmstens empfohlen wurde und ich schon lange nichts im Bereich Historik gelesen hatte, war „Ein Hauch Muskat“ von Christine Ambrosius auf meiner Leseliste. Der Klappentext klingt vielversprechend: Der Küchenjunge Jakob arbeitet im 16. Jahrhundert am Hof des Herzogs Johann in den Rheinlanden und nachdem seine Großmutter starb, macht er sich mit dem Küchenmeister Lorenzo auf den Weg nach Italien. Große Abenteuer stehen ihm bevor und sein Weg verläuft nicht ohne den einen oder anderen Umweg. Dennoch trifft er immer wieder auf seine beiden großen Lieben: auf die schöne Bianca und auf Kochstätten, in der er seine Leidenschaft für das Kochen befriedigen kann.

Mein Eindruck vom Buch:
Ich muss gestehen, dass ich ein wenig hin- und hergerissen bin, was dieses Werk angeht. Jakobs Liebe für das Kochen und für Nahrungsmittel ist deutlich spürbar und es war sehr interessant zu lesen, wie er bestimmte Gerichte zubereitet. Und auch die geschichtlichen Hintergründe waren lebendig dargestellt und enorm informativ. Seine Freundschaften zu Margot und Kerim und auch zu Martin beschrieb die Autorin mit Tiefe und der Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Dennoch hatte ich mit zwei Dingen zu kämpfen: Zum einen die Länge der Kapitel. Klingt vielleicht für manche etwas seltsam, aber ich bin eine Kapitelleserin und mag es so ganz und gar nicht, wenn ich ein Kapitel unterbrechen muss. Deshalb liebe ich kurze Kapitel, denn ich lese oft während des Tages zwischendurch, wenn ich mal ein Fünkchen Zeit habe. Sobald ich allerdings sehe, dass mein Kindle für das nächste Kapitel über eine Stunde Lesezeit aufzeigt, vergeht mir die Freude daran. Dadurch habe ich sehr lange für das Buch gebraucht, da ich immer erst abwarten musste, bis ich wirklich Gelegenheit hatte, ein komplettes Kapitel zu lesen. Vielleicht ist das jetzt Jammern auf hohem Niveau, aber mir fehlte durch die langen Kapitel oftmals die Motivation der Geschichte weiter zu folgen. Der zweite Punkt, der mich störte: Es gab keine Zeitangaben. Aus der Story geht zwar sehr deutlich hervor, dass der Leser einige Jahre Jakob begleiten darf, aber es ist nicht deutlich sichtbar, in welchem Jahr was geschah und wie lange er jeweils unterwegs war. Sein Alter konnte man dadurch nur immer ganz grob schätzen und da hätte ich gerne besser Bescheid gewusst. Ein Charakter war für mich persönlich auch etwas fragwürdig, nämlich der von Bianca. Um ehrlich zu sein, habe ich mich ständig gefragt, was Jakob eigentlich an ihr findet. Wahrscheinlich nur Verblendung durch ihre Schönheit, denn ihre Art konnte man kaum als anziehend bezeichnen.

Fazit:
Wer historische Romane mag und kein Problem mit langen Kapiteln mag, wird dieses Werk mit Sicherheit verschlingen. Ich werde allerdings aus genannten Gründen kein weiteres von dieser Autorin lesen. Nichtsdestotrotz vergebe ich 4 Sterne, da die Geschichte wirklich authentisch geschrieben wurde und soviel Leidenschaft spürbar war.

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Veröffentlicht am 11.05.2022

Ein Blick hinter die Kulissen

Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Eines vorweg: Ich habe das große Glück, nicht an Depressionen zu leiden. Weder jetzt noch irgendwann in der Vergangenheit und hoffe sehr, auch in Zukunft verschont zu werden. Jedoch interessiere ich mich ...

Eines vorweg: Ich habe das große Glück, nicht an Depressionen zu leiden. Weder jetzt noch irgendwann in der Vergangenheit und hoffe sehr, auch in Zukunft verschont zu werden. Jedoch interessiere ich mich sehr für Menschen und ihre Geschichten, deshalb habe ich mich für dieses Hörbuch entschieden, das da auch noch selbst vom Autor gelesen wird. Bisher kannte ich Kurt Krömer nur von LOL und ich war sehr gespannt auf sein Werk, in dem er von seinen eigenen Depressionen berichtet. Es gelingt ihm auf erfrischende und selbstkritische Weise, den Leser/Hörer zu fesseln und ich habe ihm wirklich sehr gerne zugehört. Er erzählt von seiner Alkoholsucht, seiner jahrelangen Depression und erläutert, wie schwierig für ihn die Rolle als alleinerziehender Vater war und vielleicht auch noch ist. In 4 Stunden und 21 Minuten begleitet man Kurt Krömer durch verschiedene Phasen seines Lebens. Ganz wichtig ist aber, dass es sich hierbei um keinen Ratgeber handelt. Kurt Krömer erzählt von seiner Depression. Punkt. Sollte also jemand hoffen, hier die ultimative Lösung all seiner Probleme serviert zu bekommen, wird das Scheitern. Ich denke aber, für Betroffene gibt Kurt Krömer dennoch eine Hilfe: Nämlich das Gefühl, nicht allein mit der Krankheit zu sein und vielleicht entwickelt man dadurch die Motivation, sich professionelle Unterstützung zu holen. Eine einzige Sache hat mich jedoch irritiert: Im Buch wird Kurt Krömer als das behandelt, was er ist: eine Kunstfigur, die nicht wirklich existiert. Der Leser/Hörer erfährt, dass der Autor als Alexander Bojcan in die Klinik ist, nicht als Kurt Krömer. Aber weshalb steht dann „Kurt Krömer“ als Autor auf dem Werk? Sollte da nicht viel eher Alexander Bojcan stehen? Da fragt man sich (zumindest ich frage mich das ), ob dies nicht reine Marketingstrategie ist, aus Angst, mit dem echten Namen nicht so viel Profit zu erzielen. Aber wie gesagt, das war einfach eine Frage, die sich mir die ganze Zeit über gestellt hat. Fazit: Wer einmal hinter die Fassade des Comedians blicken möchte, ist mit der Lektüre / dem Hören dieses Buches goldrichtig. Ich habe jedenfalls jede Sekunde genossen.

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