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Veröffentlicht am 16.10.2024

Die Geschichte eines Abschieds und einer inneren Heilung

Mutig und stark - Meine Schwester Elli
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Schön und leicht kommt „Mutig & stark“ daher, auch wenn man ahnt, dass hinter dem Coverbild einer strahlenden jungen Frau eine tragische Geschichte steht – eine Geschichte, die erst nach ihrem Tod erzählt ...

Schön und leicht kommt „Mutig & stark“ daher, auch wenn man ahnt, dass hinter dem Coverbild einer strahlenden jungen Frau eine tragische Geschichte steht – eine Geschichte, die erst nach ihrem Tod erzählt wurde.

Mirjam Löwens Schwester Elvia, kurz „Elli“, erkrankt mit 14 Jahren an einer Hirnhautentzündung, die für ihre Familie alles auf den Kopf stellt. Achtzehn Jahre lang leben sie mit einer Tochter und Schwester, die Probleme mit ihrem Kurzzeitgedächtnis, mit epileptischen Anfällen und Psychosen hat. Dies prägt ihren Alltag, ihre Entscheidungen, ihre eigene Geschichte. Sie halten als Familie zusammen und fühlen sich doch oft hilflos und überfordert.

Das Buch ist nicht linear-chronologisch geschrieben, sondern thematisch geordnet nach Dingen, die das Zusammenleben mit Elli geprägt haben. Dabei kommt es immer wieder zu Rückblenden und Zeitsprüngen. Eingeflochten sind viele Bibelzitate und Liedtexte, die das Buch zu etwas Besonderem machen und zum Innehalten einladen.

„Mutig & stark“ ist unterteilt in zwei Hauptteile: „Ellis Reise“ und „Meine Reise“ (in dem Mirjam erzählt, wie es nach Ellis Tod weiterging). Und das passt gut, denn letztlich bleibt es die Geschichte eines Abschieds (von Elli) und die Geschichte einer inneren Heilung (von Mirjam). Warum Elli „mutig & stark“ war, was das Zusammenleben mit ihr so wertvoll gemacht hat – das scheint zwar immer wieder durch, aber es ist unterm Strich nicht das Hauptthema das Buches. Im Zentrum stehen eigentlich die Familie und ihr Erleben und Verarbeiten.

Es ist kein leichtes Buch, auch wenn es gut geschrieben ist und sich schnell lesen lässt. Mich hat es sehr gepackt, sodass ich es innerhalb von 2 Tagen durch hatte. Dabei hat es eine große emotionale Wucht und man braucht auch als Leser einige Zeit, um es zu verarbeiten. Besonders die Beschreibungen der Psychosen sind beängstigend.

Ich empfehle das Buch weiter, weil es so ehrlich ist und nichts beschönigt, aber am Ende doch zeigt, wie sehr der Glaube trägt und wie sehr auch ein chronisch schwerkranker Mensch das Leben seiner Mitmenschen bereichern kann. Auch die Podcastfolge zum Buch kann ich sehr empfehlen. Was mir fehlte, war ein Bildteil. Ich hätte gern mehr Fotos von Elli gesehen, nicht nur das sympathische Coverbild.

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Veröffentlicht am 04.10.2024

Kunst, die tiefer geht

Hoffnung für alle. Die Bibel: The Gospels
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Wow!
Was für ein schönes Gesamtkunstwerk! – so lautet mein Fazit nach dem Lesen von „The Gospels“.

Der Untertitel verspricht „vier Evangelien in Szene gesetzt“ und genau das wird hier gemacht: Die Berichte ...

Wow!
Was für ein schönes Gesamtkunstwerk! – so lautet mein Fazit nach dem Lesen von „The Gospels“.

Der Untertitel verspricht „vier Evangelien in Szene gesetzt“ und genau das wird hier gemacht: Die Berichte von Matthäus, Lukas, Johannes und Markus über Jesus werden durch das Zusammenspiel von Wort, Bild und grafischen Kunstgriffen neu interpretiert. Wobei „interpretiert“ eigentlich zu viel gesagt ist, denn es sind und bleiben dieselben Bibeltexte, die man in jeder anderen „Hoffnung für alle“-Bibelausgabe findet. Doch durch die gekonnt eingesetzten Bilder aus dem Heute wird die Wirkung des Textes an vielen Stellen verstärkt. Ohne Worte werden hier neue Assoziationen geweckt – man kann sich dem als Leser nur schwer entziehen.

Jedem der Evangelien ist eine erklärende Einleitung vorangestellt, mit einem Überblick zu Schwerpunkten und dem roten Faden. Die Bilder zu den einzelnen Bibelbüchern wurden in vier verschiedenen Städten gemacht: London, New York, Sydney und Bogota. Dadurch wirkt jedes Evangelium noch einmal anders. Außerdem enthält „The Gospels“ 7 erklärende Texte zu wichtigen Themen des christlichen Glaubens. Es ist also eine Bibel(teil-)Ausgabe sowohl für „alte Hasen“ als auch für völlig kirchenferne Menschen. Besonders durch den künstlerischen Aspekt wird sie zum perfekten Geschenk für jeden, der kreativ unterwegs ist (und das zu einem wirklich günstigen Preis!).

Ich bin schon lange gläubig und habe „The Gospels“ als sehr bereichernd für meine persönliche Bibellese erlebt. Ja, dieses Kunstwerk hat mir den uralten Text neu lebendig gemacht und ich empfehle es wärmstens!

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Ich bin nur so durch die Seiten geflogen

Mit dem Leben spielt man nicht
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Ich habe bereits einige Bücher von Uwe Heimowski gelesen und fand ihn als Mensch schon immer interessant, ohne ihn persönlich zu kennen. Durch seine Autobiografie „Mit dem Leben spielt man nicht“ habe ...

Ich habe bereits einige Bücher von Uwe Heimowski gelesen und fand ihn als Mensch schon immer interessant, ohne ihn persönlich zu kennen. Durch seine Autobiografie „Mit dem Leben spielt man nicht“ habe ich viel Neues und Spannendes über ihn erfahren. Ein bewegtes Leben liegt hinter ihm – und sicher auch noch vor ihm, der aktuell als Vorstand einer NGO fungiert. Dass er einmal solch eine Position innehat, hätten sicher viele nicht gedacht, da er lange Zeit alkohol- und spielsüchtig war – noch bevor letzteres eine anerkannte Krankheit war.

Ehrlich erzählt er von seiner Kindheit und den Schwierigkeiten, von seiner Lebenswende, von seinem sozialen Engagement auf der Reeperbahn, seinem Wirken als Pastor und in der Politik. Durch die kurzen Kapitel liest sich das Buch flott und wird nicht langweilig. Ich bin durch die Seiten nur so geflogen. Spannend fand ich besonders die Einblicke in seine Zeit als Referent für Menschenrechte im Bundestag. Uwe Heimowski ist und bleibt ein Brückenbauer, der gern über den Tellerrand guckt und Menschen verbindet.

Dieses Buch ist für jeden, der lesen möchte, wie Gott ein Leben umkrempeln kann, wie es gelingt, sich im Großen und Kleinen für die zu kurz Gekommenen zu engagieren – und nicht zuletzt für jeden, der einfach eine gut geschriebene Biografie zu schätzen weiß.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Hinter die Haustür geguckt

Verstoßen für die Freiheit
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In „Verstoßen für die Freiheit“ erzählt Zada Wagner (ein Pseudonym) die erschütternde Geschichte ihres Lebens in einer Parallelgesellschaft, mitten in Deutschland.

Zada wächst in einer arabischstämmigen, ...

In „Verstoßen für die Freiheit“ erzählt Zada Wagner (ein Pseudonym) die erschütternde Geschichte ihres Lebens in einer Parallelgesellschaft, mitten in Deutschland.

Zada wächst in einer arabischstämmigen, muslimischen Familie auf, in der die Tradition und die Meinung anderer wichtiger sind als das persönliche Glück. Als sie sich in einen deutschen Mann verliebt, geht sie ein großes Risiko ein und folgt ihren Gefühlen. Was sie erlebt, als dies bekannt wird, ist im Titel beschrieben – sie wird verstoßen und es beginnt ein steiniger Weg zu einer äußerlichen und später auch innerlichen Freiheit von dem, was sie als Kind erlebt hat.

Die Autorin hat dieses Buch in erster Linie für Frauen und junge Mädchen geschrieben, die heute in einer ähnlichen Situation leben. Es ist aber empfehlenswert für alle, die muslimische Traditionen – die nicht automatisch mit dem islamischen Glauben gleichzusetzen sind – verstehen und seltene, persönliche Einblicke in das Leben hinter der Haustür erhalten möchten. Denn Zada erzählt zwar in erster Linie ihre Geschichte, aber auch die Geschichte ihrer Cousinen, Freundinnen und vieler anderer Frauen. Ihr Schicksal ist kein Einzelschicksal.

Der Mut, den sie an den Tag legt, ist bewundernswert, auch die reflektierte Art, mit der sie über das Erlebte schreibt. Ein Highlight des Buches ist sicher, wie sie eines Tages, mitten in einer Depression, den trifft, der sie wirklich frei macht: Jesus Christus.

Insgesamt fand ich das Buch etwas zu langsam erzählt; der Fokus liegt sehr auf dem inneren Gefühlsleben der Autorin, viele Szenen werden sehr detailliert geschildert. Manche Entscheidungen in ihrem späteren Leben fand ich als Leserin schwer nachvollziehbar. Dennoch empfehle ich das Buch weiter – zeigt es nicht zuletzt, wie existierende Grundrechte Hunger nach Freiheit machen und durch gelebte Freundschaft Heilung geschehen kann.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Auch Schwarz auf Weiß sehr empfehlenswert!

Lebensliturgien
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Ich kannte den „Lebensliturgien“-Podcast, bevor ich mich in das neu erschienene, dazugehörige Buch vertieft habe, und war entsprechend gespannt auf die gedruckte Umsetzung. Der Untertitel verspricht „Heilsame ...

Ich kannte den „Lebensliturgien“-Podcast, bevor ich mich in das neu erschienene, dazugehörige Buch vertieft habe, und war entsprechend gespannt auf die gedruckte Umsetzung. Der Untertitel verspricht „Heilsame Ruhepausen im Alltag“ – und genau das erhält man auch.

Das Buch ist gegliedert in 5 Teile – oder auch „Staffeln“, wie sie parallel zum Podcast heißen. Es geht um „Beten“, „anders leben“, „KlosterPsalmen“, „Teresa erzählt“ und im letzten Teil sind Tageszeitengebete enthalten. Da ich ein eher visueller Mensch bin, haben mich die gedruckten Texte, die grafische Gestaltung und zugeordneten Fotos sehr abgeholt. Ich konnte dort verweilen, wo ich noch einem Gedanken nachspüren wollte oder direkt eine weitere „Folge“ lesen, wenn mich die vorherige nicht so angesprochen hatte.

Was ich an den „Lebensliturgien“ besonders mag, ist die gelungene Kombination aus Relevanz für das Heute und einem tiefen Verwurzeltsein in der christlichen Tradition. In der Staffel „Teresa erzählt“, in der es um Teresa von Avila geht, wird das besonders deutlich: Häppchenweise wird man mit hineingenommen in das Leben und Denken dieser großen Gottesfrau – und gleichzeitig herausgefordert, ihren Gedanken und Spuren im Heute nachzuspüren.

Für eine „Lebensliturgie“-Folge benötigt man ca. 10-15 Minuten – perfekt für die Auszeit am Morgen oder Abend. Auch die Tageszeitengebete im letzten Teil fand ich sehr ansprechend. Das Buch ist zudem gespickt mit QR-Codes, die zu den einzelnen Hör-Folgen und weiteren Folgen der einzelnen Staffeln führen, die es nicht ins Buch geschafft haben.

Ich empfehle dieses toll gestaltete Buch jedem, der sich nach Ruhe beim Beten und in der Gottesbegegnung sehnt. Es passt für alle Konfessionen und erinnert stellenweise an die Lectio365-App der 24/7-Prayer-Gebetsbewegung. Ich hoffe, dass es bald einen Folgeband gibt und werde es demnächst einer Freundin zum Geburtstag kaufen – ein super Geschenk für jeden, der (neu) mit Gott unterwegs ist.

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