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Veröffentlicht am 23.09.2019

Auf der Suche nach sich selbst - ein Roman, der nachdenklich macht!

Gestern ist ein ferner Ort
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Mir hat "Gestern ist ein ferner Ort" von Joaquin Bergesunheimlich gut gefallen!
Celia, nach ihrem Schlaganfall auf der Suche nach sich selbst und ihren Erinnerungen, scheint vorher ein paar Probleme mit ...

Mir hat "Gestern ist ein ferner Ort" von Joaquin Bergesunheimlich gut gefallen!
Celia, nach ihrem Schlaganfall auf der Suche nach sich selbst und ihren Erinnerungen, scheint vorher ein paar Probleme mit Alkohol und Medikamenten gehabt zu haben.
Ihre Tochter Paula, die in der ersten Zeit nach der Entlassung auss dem Krankenhaus an ihrer Seite ist, verheimlicht Celia offensichtlich etwas. Was passierte bisher in Celias Leben? Was hat es mit ihrem Sohn Emilio auf sich, der bisher nur telefonisch in Erscheinung trat und warum spricht er mit ausländischem Akzent?
Baut Celias Agent Tobias zu viel Druck auf oder geht etwas Business vor Gesundheit?!

Insgesamt regt das Buch sehr zum Nachdenken an - was würde man selbst tun und wie sich selbst auf der Spur sein, wenn man in eine solche Situation geriete?
Wie verändert es den Menschen selbst, wenn er fast ohne Erinnerungen an vorher aufwacht und sich selbst und seine Vergangenheit neu entdecken muss? Wie wirkt es auf die Familie? Inwieweit ist es Schutz, wenn die Familie der erkrankten Person nicht alles zuvor Erlebte erzählt, und inwieweit Bevormundung?
Ein Farmspiel, das Celia zusammen mit ihrer Enkelin Alba online betreibt, hilft ihr, wieder etwas Struktur in ihr Leben zu bekommen, da ja momentan ein einziges Gewirr aus losen Fäden in ihrem Gehirn vorhanden ist.
Celia kommt im Verlauf der Geschichte ihrer Familie sehr nahe, gewinnt neue Freunde und findet alte wieder...
Die Charaktere hat der Autor sehr gut ausgearbeitet und die zwischenmenschlichen Aspekte werden intensiv beschrieben.


Ichfinde das Buch wunderschön und ich muss sagen, es hat mich durchaus einige Male nachdenklich gemacht !
Es gab nicht wirklich Überraschungen, aber das Ende ist trotzdem etwas anders, als man es erwartet hätte.
Und vor allem zeigt das Buch, das auf mich durchaus real und authentisch gewirkt hat, dass Schicksalsschläge nicht immer nur negative Konsequenzen haben müssen...Celias Schlaganfall hat sie dazu gebracht, sich unabgelenkt wieder auf das Wesentliche zu besinnen- sie sagt selbst, dass ihre Welt durch den Schlaganfall kleiner geworden ist.
Celia findet wieder zu sich selbst, reist zurück bis in ihre Kindheit und hat sehr schöne Erlebnisse, die ihr weiterhelfen.
Die Verbindung zu Ihrer Familie wird wieder wichtiger und enger.
Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 05.08.2019

Das letzte Klageweib - Alikis Leben in Griechenland während des 2ten Weltkriegs

Ein Lied von Liebe und Verrat
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"Ein Lied von Liebe und Verrat" hat mich persönlich sehr berührt, ich fand die Schilderungen und Erlebnisse äußerst emotional und auch spannend.
Aliki ist das letzte Klageweib und wird von einer Journalistin ...

"Ein Lied von Liebe und Verrat" hat mich persönlich sehr berührt, ich fand die Schilderungen und Erlebnisse äußerst emotional und auch spannend.
Aliki ist das letzte Klageweib und wird von einer Journalistin aus "dem Land der großen Radios" besucht, die Aliki bittet, etwas über ihre Klagegesänge zu erzählen. Sie bekommt einen Kassettenrekorder und nimmt ihr Schilderungen auf Kassetten auf - und daraus wird eine Erzählung ihrer Lebensgeschichte.
Der Leser erfährt, wie es Aliki und die anderen Kinder ihres Dorfes empfunden haben, als die deutschen Soldaten bei ihnen einmarschierten. Alikis Vater wurde von den Soldaten erschossen, seither spricht das Mädchen nicht mehr. Sie wird von Chrysoula aufgenommen und lebt fortan bei ihr und ihrem Sohn Takis. Außerdem hat Chrysoula noch 2 Flüchtlinge aus Athen in ihrem Keller versteckt, Sophia und ihren Sohn Stelios, die ihr Zuhause verlassen mussten, da sie Juden sind.
Die Menschen hungern.
Stelios spielt Schattentheater und führt im Keller seine Kunst den anderen vor. Dabei geht es um Improvisation und Einfallsreichtum, mit seinen Ideen gibt Stelios Gleichnisse aus der griechischen Geschichte zum Besten, kann aber mit viel Einfühlungsvermögen durch eigene Stücke auch auf die Menschen in seinem Umfeld einwirken. So gewinnt er allmählich Alikis Vertrauen, was widerum Takis eifersüchtig macht, woraufhin er Aliki ständig verspottet etc.
Durch einen Verrat kommt es im Haus von Chrysoula zur Eskalation und Chrysoula und Sophia werden erschossen.
Aliki, Takis und Stelios schlagen sich nach Athen durch, wo sie in Stelios´ Elternhaus unterkommen, wo nur noch die ehemalige Haushälterin / Kinderfrau lebt.
Zu Viert versuchen sie nun, sich ihr Essen mit dem Schattenspiel zu verdienen.
Takis hat schwere psychische Schäden davongetragen durch die Ermordung seiner Mutter, so wird das Zusammenleben mit ihm problematisch.
Aliki hat auch nach Kriegsende sehr harte Zeiten durchzustehen und erlebt viele Tiefen und auch einige Höhen mit ihren Begleitern.
Es sind viele erschütternde Situationen dabei, ich habe Aliki oft die Daumen gedrückt und gehofft, dass alles ein gutes Ende nimmt...Es passiert unheimlich viel und die Lektüre ist abwechslungsreich, Sympathien für einige Charaktere recht ausgeprägt.
Das Einzige, was mich an dem Buch gestört hat war, daß man erst sehr spät erfahren hat, wie alt Aliki, Takis und Stelios wirklich waren, das fragte ich mich des Öfteren...
Vor dem Lesen wusste ich so gut wie nichts über die griechische Geschichte des 2ten Weltkriegs, nichts über das Schattenspiel und die Klageweiber und ich habe beim Lesen viel gelernt. Und auch des Öfteren geschmunzelt, denn es wurden einige skurrile, liebenswerte Sitten und Gebräuche zum Besten gegeben.
Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.07.2019

Gut angefangen und dann ganz stark nachgelassen...

Tiefes Grab
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...hat Nathan Ripley leider bei seinem Roman "Tiefes Grab"! Die Grundidee ist spannend, anders und ungewöhnlich. Martin Reese , ehemaliger Chef einer High Tech - Firma ist in seiner Freizeit "Hobby-Leichengräber" ...

...hat Nathan Ripley leider bei seinem Roman "Tiefes Grab"! Die Grundidee ist spannend, anders und ungewöhnlich. Martin Reese , ehemaliger Chef einer High Tech - Firma ist in seiner Freizeit "Hobby-Leichengräber" und seine Familie (Frau Ellen und Tochter Kylie) ahnt nichts von seinem Doppelleben. Martin hat einen Verbindungsmann bei der Polizei, Keith, der ihm Informationen zu nicht gefundenen Entführungsopfern verkauft...diese spürt Martin dann auf, gräbt sie aus und meldet den Leichenfund anonym der Polizei. Das ist ein spannendes und extrem gefährliches Hobby, denn Martin könnte ja auch sehr schnell selbst unter Verdacht geraten. Leider lässt die Spannung sehr schnell nach und ich habe mich beim Lesen unbewusst durch jede Kleinigkeit ablenken lassen, es war für mich wirklich mühsam, das Buch bis zum Ende zu lesen... Die Ehe von Martin und Ellen ist kein Miteinander, sondern ein klares Nebeneinander, Tochter Kylie ist zwar sympathisch, aber für ihre 14 Jahre sehr reif und wird von ihren Eltern regelmässig als "Geheimnisträger" mißbraucht. Auch die weiteren Charaktere sind unsympathisch, die Handlung ist oft verworren und an vielen Stellen nicht schlüssig und auch das Ende ist unbefriedigend...der eigentliche Knackpunkt (ich habe das ganze Thema hier wegen Spoilerns komplett weggelassen) ist immer wieder mal Teil der Handlung, bleibt aber am Ende offen... Mein Fazit: ich kann "Tiefes Grab" leider nicht weiterempfehlen! weniger

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Veröffentlicht am 06.05.2019

Ein wunderbares Buch, still aber sehr ausdrucksstark und tiefgründig

Alte Sorten
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"Alte Sorten" von Ewald Arenz hat mir ausgesprochen gut gefallen!
Auf einem Berg mitten auf dem Land treffen sich zufällig Sally (Sarah), 17 Jahre jung, zornig und rebellisch, aus einer Klinik für Essstörungen ...

"Alte Sorten" von Ewald Arenz hat mir ausgesprochen gut gefallen!
Auf einem Berg mitten auf dem Land treffen sich zufällig Sally (Sarah), 17 Jahre jung, zornig und rebellisch, aus einer Klinik für Essstörungen abgehauen und Liss (Elisabeth), Ende Vierzig, Landwirtin, still und ruhig, vom Leben gezeichnet mit vor allem inneren Narben.
Zwei auf den ersten Blick absolut unterschiedliche Frauen, die sich sehr viel ähnlicher sind, als anfangs zu vermuten ist.
Liss gibt Sally ohne viele Worte eine Schlafgelegenheit, Sally fühlt sich in Ruhe gelassen aber verstanden und geborgen, das erste Mal im Leben frei, so dass Liss´Hof ein Zuhause für sie wird - und die beiden Frauen nach Höhen und Tiefen Freundinnen.
Ewald Arenz verwendet so schöne Worte, so treffende Beschreibungen, dass die Landschaft und die Protagonistinnen fast lebendig werden. Ich habe beim Lesen förmlich die Bienen summen geghört, den Zaubergarten mit den Birnen gerochen und die Farbenpracht vor mir gesehen. Auch Liss und Sally konnte ich mir bestens vorstellen, obwohl ihr Äußeres eigentlich gar nicht vom Autor beschrieben wird.

In "Alte Sorten" geht es um Akzeptanz, Rebellion, Vorurteile und Freundschaft.
Ein nicht dramatisches, sondern stilles Buch, dafür wunderschön und tiefgründig. Und vom Inhalt her durchaus teilweise dramatisch bzw. tragisch!
Es strahlt Ruhe aus, hat mich aber zugleich sehr aufgewühlt.
Das Cover ist auch toll gemacht, schlicht und einfach, aber mit schöner Haptik.
Ich bin meist im Krimigenre unterwegs, aber glücklicherweise wurde ich auf dieses Buch aufmerksam und es wird einen besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommen...unbedingt lesen!



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Veröffentlicht am 28.03.2019

Wow, Ackerman in Höchstform :)

Ich bin die Rache
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"Ich bin die Rache" ist der erste Band der Reihe um Francis Ackerman jr., welches ich gehört habe, die anderen hatte ich alle gelesen.
Und ich muss sagen, es war mega spannend wie gewohnt, und durch den ...

"Ich bin die Rache" ist der erste Band der Reihe um Francis Ackerman jr., welches ich gehört habe, die anderen hatte ich alle gelesen.
Und ich muss sagen, es war mega spannend wie gewohnt, und durch den tollen Sprecher fand ich es als Hörbuch sogar noch besser. Thomas Balou Martin hat seinen Job ganz hervorragend gemacht! Er liest einprägsam, nimmt den Hörer total mit und man kann die einzelnen Protagonisten bestens voneinander unterscheiden. Meiner Meinung nach passt die Stimme auch bestens zum Charakter vom Francis Ackerman jr., genau so hatte ich mir die vorgestellt ;)
Maggie, Agentin der Shepard-Organisation und Lebensgefährtin von Marcus, begibt sich in Gefahr, indem sie auf eigene Faust Nachforschungen zum Verbleib ihres Bruders anstellt, der 20 Jahre zuvor entführt wurde. Hierbei gerät sie in die Fänge des Takers, eines bekannten Serienkillers, und Francis Ackerman jr. und Marcus Williams, Maggies Lebensgefährte und Francis´Stiefbruder, verfolgen die Spuren und setzen alles daran, Maggie wiederzubekommen...und das nicht nur mit gesetzeskonformen Methoden.
Das Buch ist sehr sehr spannend, es gibt einige actionreiche Schlachten und dramatische Wendungen, man möchte es am Liebsten in einem Stück durchhören. Teilweise war mir persönlich die Action schon ein wenig zu viel, typisch amerikanisch eben, aber doch nicht so dass es nervte.
Das Ende des Romans soll zugleich das Ende der Reihe um Francis Ackerman jr. darstellen, aber irgendwie sind zum Schluß die Fäden noch lose und mehrere Möglichkeiten offen, so dass es möglicherweise doch weitergehen könnte.
Ich gebe eine klare Hör- oder Leseempfehlung, zum Inhalt möchte ich allerdings nicht mehr verraten, um nichts vorwegzunehmen.

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