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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2022

Der Scheint trügt

Eileens Ende
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Das Cover zeigt Irlands eindrucksvolle Westküste. So malerisch geht es im Buch selbst jedoch nicht zu, denn Johns Mutter ist verstorben, angeblich auf natürliche Weise. Obwohl er über zehn Jahre keinen ...

Das Cover zeigt Irlands eindrucksvolle Westküste. So malerisch geht es im Buch selbst jedoch nicht zu, denn Johns Mutter ist verstorben, angeblich auf natürliche Weise. Obwohl er über zehn Jahre keinen Kontakt zu ihr hatte, zweifelt er daran und macht sich mit seiner Freundin Ines auf die Suche nach der Wahrheit. Diese führt sie vorwiegend durch Galway und Umgebung, die man in Teilen im Buch vorgestellt bekommt, ohne jedoch zu sehr in Detail zu gehen. Gleiches gilt auch für die weitere Handlung, die sich in viele kleine Stückchen teilt, und in der die Dialoge überwiegen. Da bleibt nicht viel Zeit für Tiefgang, weshalb sich das Buch zügig lesen lässt. Obwohl es durch die vielen Gespräche zahlreiche Verdächtige gibt, kann mich das Buch nicht derart packen, dass ich zwecks Auflösung unbedingt weiterlesen will. Für einen Krimi ist es zu wenig spannend.

Veröffentlicht am 17.05.2022

Schade um die Hörstunden

Mit dem Rücken zur Wand
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Häusliche Gewalt ist definitiv ein ernstes Thema. Dennoch schafft es die Geschichte nicht, mich zu erschüttern oder das Schicksal Saras nicht, mich zu berühren.
Warum? Wäre es eine fiktionale Story, würde ...

Häusliche Gewalt ist definitiv ein ernstes Thema. Dennoch schafft es die Geschichte nicht, mich zu erschüttern oder das Schicksal Saras nicht, mich zu berühren.
Warum? Wäre es eine fiktionale Story, würde ich den Plot und die Charaktere wegen Unglaubwürdigkeit in der Luft zerreißen. Umso schlimmer ist es, dass es sich um einen Tatsachenroman handelt.
Wie kann man nur direkt in das Haus neben seinem jahrelangen Peiniger ziehen und auf Besserung hoffen? Wie wenig Menschenkenntnis kann man haben, wenn man sich im Besitz von Freunden wähnt, die einen in der größten Not aber nur hängen lassen? Wie kann man sich für stark und mutig halten, wenn man andere die "Dreckarbeit" machen lässt?
Die Protagonistin jammert jedenfalls nur über ihre Situation, tut aber nichts aktiv dagegen. Nicht mal einer Arbeit scheint sie nachzugehen.
Neben dieser ganzen Charakterschwäche leidet das Buch unter seiner langweiligen Erzählweise, die zudem noch äußerst emotionslos durch die Sprecherin dargeboten wird. Die Beschreibung der Taten zieht sich, und ich habe mehr als einmal überlegt, mit dem Hören abzubrechen.
Hätte ich es mal besser getan, denn die im Nachwort geäußerte Hoffnung, dass man mit diesem Werk den Betroffenen habe helfen können, ist dann nur noch zum Kopfschütteln. Wie soll dieses Buch denn helfen? Indem es dazu aufruft, Selbstjustiz zu verüben und Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Ein Unding.

Veröffentlicht am 27.04.2022

Trocken

Dry
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Das Buch widmet sich einem beängstigend realitätsnahen Szenario. Doch nicht nur mit Wasser könnte sich ein Mangel einstellen, denn es ließen sich durchaus auch Parallelen zu den jüngsten Krisen und entstandenen ...

Das Buch widmet sich einem beängstigend realitätsnahen Szenario. Doch nicht nur mit Wasser könnte sich ein Mangel einstellen, denn es ließen sich durchaus auch Parallelen zu den jüngsten Krisen und entstandenen Warenknappheiten ziehen.
Die Geschichte umfasst nur wenige Tage im Juni eines Jahres und beginnt im Haus von Alyssa und ihrer Familie, in dem plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. In diesen paar Tagen begeben sie, ihr Bruder und weitere Charaktere sich auf die Suche nach Wasser, das im hitzige Südkalifornien lebensnotwendig ist.
Eigentlich eine spannende Story, die Potential für einen Pageturner hätte. Doch leider wird dieses nicht genutzt. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch in Anbetracht der jugendlichen Protagonisten eher ein Jugendbuch statt Thriller ist, weshalb Vieles nicht genug in die Tiefe geht, zu glimpflich abläuft oder gar nicht aus- bzw. zu Ende geführt wird. Vielleicht will man dem jungen Publikum eine (geschriebene) Eskalation nicht zumuten oder traut sie ihr nicht zu. Denn, dass der Umgang der Menschen in einer derartigen Krisensituation sich nicht zuspitzt, dass es für Missmanagement und Fehlverhalten seitens Regierung oder Hilfsorganisationen keine Konsequenzen gibt, und das das Leben nach einem solchen Vorfall weitergeht wie zuvor, scheint unwahrscheinlich.
So schaffen es auch die aus der Ich-Sicht der einzelnen Protagonisten geschriebenen Kapitel nicht, dass ich mit ihnen leide und bange; liegt mitunter auch an ihrem dem Alter nicht angemessenen Verhalten. Auch die eingeschobenen Snapshots, die kurze Situationen anderer Betroffener einwerfen, aber über deren Ausgang man ebenfalls nichts erfährt, ändern nichts daran, sich nur als neutraler Betrachter zu fühlen und zu denken "ach schön, und jetzt?"
Dieses Buch könnte aufgrund seiner Brisanz und Aktualität wachrütteln über Umgang mit Ressourcen oder miteinander, doch es ist weder spannend noch packend; es liest sich einfach so weg. Das Thema allein verdiente 5, doch infolge der schwachen Umsetzung kann ich nur 2,5 vergeben.

Veröffentlicht am 21.04.2022

Als Print vermutlich die bessere Wahl

Königspatience
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Ich habe zwei Anläufe für dieses Hörbuch benötigt und bin weiterhin der Meinung, dass hier die gedruckte Ausgabe für mich die bessere Wahl gewesen wäre.
Obwohl der Klappentext so spannend klingt - die ...

Ich habe zwei Anläufe für dieses Hörbuch benötigt und bin weiterhin der Meinung, dass hier die gedruckte Ausgabe für mich die bessere Wahl gewesen wäre.
Obwohl der Klappentext so spannend klingt - die Intrige sich aber im Nachgang für einen Thriller als nicht so immens herausstellt -, fiel es mir schwer, der Handlung im gesprochenen Wort zu folgen. Viele Personen/dänische Namen aus Politik und Medien tauchen auf - wobei es sich um einen reinen Männerzirkel handelt - und jonglieren bzw. taktieren im Sinne ihrer eigenen Interessen. Das macht es schwierig, die Verstrickungen und die Intentionen direkt im ersten oder wiederholten Anlauf zu verstehen. Man braucht schon einiges an Konzentration, um den Überblick zu bekommen und nicht zu verlieren.
Der Sprecher liest ruhig und recht nüchtern. Das soll vermutlich der Thematik angemessen sein, trägt aber auch nicht dazu bei, besonders zu fesseln. Auch entsteht keine Bindung zu einer der handelnden Personen, die vielleicht etwas zu leichterem Hörvergnügen beigetragen hätte.

Veröffentlicht am 21.04.2022

Nervig

City of Girls
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Diese Buch soll eine "Hymne auf die Freuden des Lebens" sein? Dann habe ich es offensichtlich falsch verstanden. Denn die Seiten, die ich gelesen habe, beschränken sich auf oberflächliches Geplänkel eines ...

Diese Buch soll eine "Hymne auf die Freuden des Lebens" sein? Dann habe ich es offensichtlich falsch verstanden. Denn die Seiten, die ich gelesen habe, beschränken sich auf oberflächliches Geplänkel eines verwöhnten Görs, das sich mit Partys, Alkohol und Drogen oder Männern und Sex im Überfluss die Tage und Nächte füllt.
Das ist weder spannend noch interessant. Obwohl die Themen und die Zeit im New York der 1940er durchaus Potenzial für eine facettenreiche Story gehabt hätten, wird dies durch klischeehafte Darstellungen und ein selbst für damalige Zeit antiquiertes Frauenbild zunichte gemacht.
Die Leichtigkeit, die das Cover versprüht und die der Klappentext suggeriert, übertragen sich jedenfalls nicht auf die Kapitel. Ich habe mich durch ein Drittel des Buches gequält, in der Hoffnung, es passiert noch irgendetwas von Bedeutung. Doch Fehlanzeige, weshalb ich es dann abgebrochen habe. Wieder ein Buch, das m. E. zu Unrecht so hoch gelobt wird und die Lesezeit nicht wert ist.