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Veröffentlicht am 09.02.2024

Hausbrand

Verborgen
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In Akranes brennt es, Nachbarn rufen Rettung und Feuerwehr, aber für den jungen Mann, der allein im Haus geschlafen hat, kommt jede Hilfe zu spät. Wenig später scheint klar zu sein, dass es sich um Brandstiftung ...

In Akranes brennt es, Nachbarn rufen Rettung und Feuerwehr, aber für den jungen Mann, der allein im Haus geschlafen hat, kommt jede Hilfe zu spät. Wenig später scheint klar zu sein, dass es sich um Brandstiftung handelt, aber wer hat ein Motiv? Hat etwa das holländische Au-pair-Mädchen etwas damit zu tun und warum ist dieses Hals über Kopf abgereist? Was wissen die Freunde, die tags zuvor gemeinsam gefeiert haben? Ein interessanter Krimi stellt Elma und Sævar vor Rätsel.

Eine Leiche im Prolog, die verschwinden muss, das Begräbnis von Gígja, die so mancher Leser vielleicht von früher kennt, und dann geht es auch schon mitten hinein ins Geschehen, das einen wendungsreichen Verlauf nimmt. Die Autorin präsentiert einen chronologischen Handlungsbogen, der jedoch immer wieder unterbrochen wird, um vom Au-pair-Mädchen Lise zu erzählen. Zusammen mit den vielen fremd klingenden Namen ist es für Neulinge dieser Krimi-Serie möglicherweise nicht ganz leicht, in Island anzukommen. Dennoch dürfte man aufgrund der kurzen Informationen zu den Ermittlern Elma und Sævar bald einen guten Überblick haben, wie es um deren private Situation bestellt ist. Diese knappen persönlichen Episoden fügen sich sehr gut in die Ermittlungstätigkeit und lassen alles recht lebendig und authentisch wirken. Der freundliche Umgangston in Island, wo man einander ganz selbstverständlich duzt, eine kleine Ortschaft, in der man einander kennt – die Atmosphäre dieses Landes ist gekonnt eingefangen. Durch gut charakterisierte Figuren, sowohl unter den Inspektoren, als auch unter Zeugen und Verdächtigen, entsteht eine Geschichte mit nicht allzu hoher, aber doch stetiger Spannung. Eher schleppend fördern die beiden Kriminalisten Neuigkeiten zutage, diese allerdings sorgen dann für Überraschungsmomente. Am Ende gibt es eine Lösung des Falls und offene Fragen, welche wohl in einem vierten Band behandelt werden?

Obwohl ich die beiden vorigen Bände etwas besser gefunden habe, so kann ich doch auch „Verborgen“ weiterempfehlen, neben dem ungewöhnlichen Kriminalfall hat mir die persönliche Entwicklung von Elma wirklich gut gefallen.

Veröffentlicht am 06.02.2024

Die Königin der Literatur

Selma Lagerlöf - Die Liebe und der Traum vom Fliegen
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Einer der wohl bekanntesten Schriftstellerinnen Schwedens widmet Maria Regina Kaiser diese romanhafte Biografie: Selma Lagerlöf, welche von 1858 bis 1940 gelebt hat und als „Mutter“ von Nils Holgersson ...

Einer der wohl bekanntesten Schriftstellerinnen Schwedens widmet Maria Regina Kaiser diese romanhafte Biografie: Selma Lagerlöf, welche von 1858 bis 1940 gelebt hat und als „Mutter“ von Nils Holgersson gilt. Als Leser darf man auf einer übersichtlich gestalteten und spannenden Reise die erste Nobelpreisträgerin für Literatur begleiten.

In Kapiteln mit angenehmer Länge greift Kaiser einzelne Szenen aus Lagerlöfs Leben heraus und erzählt ruhig, aber doch eindrücklich, wie sich alles zugetragen hat. Chronologisch beginnend in einer Kindheit in Marbacka, welche von der Literaturbegeisterung des Vaters geprägt ist, geht es über Lähmungserscheinungen und Physiotherapie in Stockholm weiter in die Ausbildungsanstalt für Lehrerinnen. Die wissbegierige junge Frau zieht es alsbald auf Reisen, welche bis hin nach Jerusalem oder zum Nil führen. Auch Russland mit der Familie Nobel wird besucht. Als treue (Reise)Begleiterin gilt Lagerlöfs Freundin Sophie Elkan, ebenfalls Schriftstellerin, eine zweite liebevolle Beziehung unterhält sie zu Valborg Olander, ihrer Sekretärin im Värmland. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, welche ihr schon als Kind als Berufung gegolten hat, engagiert sich Lagerlöf politisch für das Frauenwahlrecht, unterstützt wohltätige Unternehmungen und unterstützt jüdische Flüchtlinge. Ihre größte Auszeichnung, die Verleihung des Nobelpreises für Literatur, erhält sie im Jahre 1909.

Wesentliche Informationen, welche im Hauptteil dieser Biografie keinen Platz gefunden haben und persönliche Anmerkungen von Maria Regina Kaiser finden sich im interessanten Nachwort, welches noch durch einen sehr ausführlichen Anhang mit Zeittafeln, Personen- und Ortsverzeichnis, sowie den Werken Selma Lagerlöfs ergänzt wird.

Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen – eine gelungene Zusammenschau über das Leben einer hervorragenden Schriftstellerin, welche auch im politischen und sozialen Bereich sehr engagiert war und sich stets selbst treu geblieben ist.

Veröffentlicht am 06.02.2024

Testphase

Die Burg
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Der gewitzte Milliardär Nevio lädt ein zur Testphase in seiner zum Escape-Room umgebauten Burg Greiffenau. Modernste Technologien und riesige LED-Bildschirme lassen die unterschiedlichsten Welten – Vampirschloss, ...

Der gewitzte Milliardär Nevio lädt ein zur Testphase in seiner zum Escape-Room umgebauten Burg Greiffenau. Modernste Technologien und riesige LED-Bildschirme lassen die unterschiedlichsten Welten – Vampirschloss, Ritterburgen oder wilde Gebirge - entstehen, Lautsprecher sorgen für akustische Untermalung, Luftdüsen für Gänsehaut oder Schweißperlen am ganzen Körper. Koordiniert wird all das von einer genauestens trainierten Künstlichen Intelligenz, welche aber diesmal außer Rand und Band gerät und selbst über das Schicksal der Expertengruppe bestimmt – oder setzt sie tatsächlich nur wortwörtlich jene Wünsche um, welche anfangs geäußert worden sind? Ein unvorhersehbares Abenteuer kann beginnen.

Mit eindrucksvollen Bildern und ihrer gewohnt fesselnden Schreibweise punktet Poznanski auch diesmal vom Beginn weg. Der Leser trifft auf Burg Greiffenau ein, ebenso wie ein anderer Escape-Room-Betreiber, eine Influencerin, ein Hochleistungssportler, eine Gewinnerin eines Rätselspiels und ein Historiker. Das Kennenlernen bleibt oberflächlich, ebenso wie die Charakteristik der meisten Figuren während der Handlung. Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den Effekten in den einzelnen Kammern, welche am darauffolgenden Tag ausgekostet werden sollen. Bis etwa zur Hälfte des Buches wird Spannung aufgebaut und Neugierde geweckt, dann aber dreht sich das Verwirrspiel eher langatmig im Kreise und lässt den Leser immer öfter abschweifen mit seinen Gedanken. Der Sog, der über die ersten Kapitel sehr gut aufgebaut worden ist, geht langsam verloren, erst zum Ende hin wird es wieder spannend mit der Auflösung des Rätsels.

Als treue Poznanski-Leserin war „Die Burg“ zum Thema Künstliche Intelligenz, gemeinsam mit einem abenteuerlichen Escape Game, selbstverständlich sofort auf meiner Wunschliste und darf – abgesehen von einigen Längen im Mittelteil – durchaus als lesenswert empfohlen werden.

Veröffentlicht am 05.02.2024

Hürden im schottischen Hochland

Dich hatte ich nicht auf dem Wunschzettel
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Maya Bashir kehrt heim ins schottische Dorf Glenavie, nachdem die kleine Steuerberatungsfirma, in der sie angestellt gewesen ist, zugesperrt und sie sich obendrein von ihrem Freund getrennt hat. Vorübergehend ...

Maya Bashir kehrt heim ins schottische Dorf Glenavie, nachdem die kleine Steuerberatungsfirma, in der sie angestellt gewesen ist, zugesperrt und sie sich obendrein von ihrem Freund getrennt hat. Vorübergehend bezieht sie wieder ihr Kinderzimmer und sieht sich dem Ehrgeiz des Vaters ausgesetzt, da Omar sie schnell in einer großen Kanzlei unterbringen möchte, während Maya jedoch voller Freude in der örtlichen Schischule einspringt. Aber sogar dort lauern Hürden auf die Mittzwanzigerin, denn im Sportzentrum arbeitet auch Sam, der Zwillingsbruder ihrer besten Freundin, in den sie vor einigen Jahren ziemlich verliebt war.

Herzlich und humorvoll ist Zoe Allisons Schreibstil, der uns in den stürmischen Winter des schottischen Hochlands entführt und gleichzeitig in eine kuschelige Decke hüllt, die wohlig wärmt. Berufliche und persönliche Rückschläge im Klappentext lassen erstmals auf eine durchschnittliche Liebesgeschichte schließen, aber weit gefehlt – dieses Buch kann sehr viel mehr! Liebenswerte Figuren und ein, zwei schwierigere Zeitgenossen bringen Schwung ins Ganze, Missverständnisse und falsche Zurückhaltung führen schon einmal auf unglückliche Irrwege. Einige Szenen regen zum Nachdenken an, andere wiederum haben mich herzhaft lachen lassen, Mayas und Livs Vorliebe für Jane Austen-Romane ist gekonnt ins Geschehen eingebaut und sorgt ebenfalls für so manches Schmunzeln. Das Hin und Her zwischen Maya und Sam ist perfekt gelungen, stets kurzweilig und gut nachvollziehbar, Mayas Zwiespalt zwischen Karriere im trockenen Finanzwesen und vergnüglichem Unterricht im Schnee genauso. Man kann das Knistern zwischen den Zeilen spüren, einmal bläst kräftiger Wind durch die Seiten, dann wieder sprühen klopfende Herzen vor prickelnder Hitze.

Zoe Allison hat mit diesem gefühlvollen Roman eine wunderbare, bezaubernde Geschichte zu Papier gebracht, welche mich rundum überzeugt und mir eine ganz besondere Lesezeit geschenkt hat. Ich empfehle dieses Buch – nicht nur in der Vorweihnachtszeit – sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 03.02.2024

Im Kampf gegen die Kinderlähmung

Kinderklinik Weißensee – Geteilte Träume (Die Kinderärztin 4)
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Im geteilten Berlin der Nachkriegsjahre spielt sich dieser vierte Band der Reihe Kinderklinik Weißensee ab. Während Marlene 1948 in den Westen flüchten muss, bleibt ihre Schwester Emma in der Sowjetzone, ...

Im geteilten Berlin der Nachkriegsjahre spielt sich dieser vierte Band der Reihe Kinderklinik Weißensee ab. Während Marlene 1948 in den Westen flüchten muss, bleibt ihre Schwester Emma in der Sowjetzone, in welcher Weißensee mit der im Jahre 1911 eröffneten Klinik liegt. Diesmal stehen weniger die beiden Schwestern, sondern vielmehr Emmas Tochter Lissi als eifrige Assistenzärztin im Mittelpunkt, welche gegen die stark steigende Zahl an Fällen von Kinderlähmung ankämpfen muss. Allerdings scheint ihr, die selbst aufgrund einer überstandenen Polioinfektion an einer leichten Gehbehinderung leidet, der Klinikdirektor nicht freundlich gewogen, insbesondere die Therapie mit Tieren lehnt der gestrenge Direktor Nowikow strikt ab.

Wunderbar fügt sich dieser Teil an seine Vorgänger an, das Wiedersehen mit alten Bekannten bereitet wohl jedem Leser der Serie große Freude. Auch diesmal gibt es wieder schwierige Zeiten zu überstehen, insbesondere zwischen Marlene und Emma kriselt es gewaltig, sodass der gewohnte Zusammenhalt nach dem frühen Tod von Mutter Elisabeth ernsthaft gefährdet ist. Dazu kommen genauestens recherchierte Details aus dem Klinikalltag mit konkreten Operationstechniken und dem Kampf gegen die sich ausbreitende Kinderlähmung. Therapien mit Sauerstoffbombe und Eiserner Lunge werden ebenso lebendig ins Geschehen eingefügt wie die wöchentliche Musikstunde, welche zur raschen Genesung der kleinen Patienten beitragen soll. Missverständnisse, Gerüchte und stolzer Eigensinn sorgen für Spannung, durch überraschende Wendungen bleibt das Buch bis zum Ende hin fesselnd und aufregend.

Mit der Kinderklinik Weißensee spannt Antonia Blum einen großen Bogen von Marlenes und Emmas entbehrungsreicher Kindheit im Heim bis hin zu deren erfolgreichen Karrieren als Kinderärztin bzw. Pflegeleiterin. Vor stürmischem politischem Hintergrund erlebt das kleine Krankenhaus Höhen und Tiefen, für Marlene und Emma beginnt und endet die bewegende Geschichte mit dem besten Streuselkuchen Berlins. Das heißt, auch jeder, der nun neugierig geworden ist, sollte ganz von vorne beginnen und die gesamte Reihe in vollen Zügen auskosten. Ich empfehle „Kinderklinik Weißensee“ jedenfalls sehr gerne weiter und vergebe überzeugt fünf verdiente Sterne.

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