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Veröffentlicht am 02.03.2026

Sternenfeuer und Menschlichkeit

Terra Nova
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Mit Terra Nova schließt Nick Palmer seine Sci-Fi-Dilogie Terra ab. Eine Weltraumoper, die auf dem lebensfeindlichen Planeten Terra Perdita und im All die Zukunft der Menschheit verhandelt. Während im ersten ...

Mit Terra Nova schließt Nick Palmer seine Sci-Fi-Dilogie Terra ab. Eine Weltraumoper, die auf dem lebensfeindlichen Planeten Terra Perdita und im All die Zukunft der Menschheit verhandelt. Während im ersten Band Terra Perdita die Grundlagen der Welt, Konflikte und Figuren legte, bringt Terra Nova all diese Elemente zu einem epischen Finale zusammen, das sowohl actionreich als auch emotional mitreißend ist.

Der zweite Band bietet ein echtes Space-Opera-Finale. Auf Terra Perdita kämpfen Überlebende, überwacht von einer tyrannischen künstlichen Intelligenz, ums nackte Überleben. Gleichzeitig braut sich im All, auf dem Raumschiff Roter Morgen, ein weiterer gewaltiger Konflikt zusammen, diesmal gegen die parasitären Kyll. Die scheinbar weit auseinanderliegenden Handlungsstränge der Runnerin Chukah und der zerstrittenen Sternencrew verbinden sich zu einem Kampf um das Schicksal der Menschheit, der sowohl mit Sci-Fi-Thrill als auch mit emotionalen Momenten aufwartet.

Spannung und Action stehen im zweiten Band klar im Vordergrund. Die zugespitzte Lage auf dem harschen Eisplaneten, die Entdeckung eines Geheimnisses, das alles verändern könnte, und die drängenden Fragen nach Freiheit, Loyalität und Überleben geben dem Buch ein hohes Erzähltempo. Dazu kommt Palmer’s klare Weltlogik, die trotz vieler Details nie den Blick fürs große Ganze verliert. Dem Autor gelingt es, originelle Facetten einzubringen, etwa durch die Kontraste zwischen den Figuren - von Chukah als harte, pragmatische Kämpferin bis hin zu zerstrittenen Alltagsmenschen einer Crew, die lernen muss, wieder zusammenzufinden. Der Vorteil dieses Finales gegenüber dem Auftakt ist die klare Handlung. Während der erste Band oft Ideen ausprobierte und eher fragmentarisch wirkte, schließt Terra Nova die erzählten Fäden zusammen und sorgt für klare, nachvollziehbare Entwicklungen. Dadurch fühlt sich das Gesamtwerk als Dilogie deutlich runder an und bietet ein zufriedenstellendes Ende.

Ein würdiges und stärkeres Finale einer ambitionierten Sci-Fi-Dilogie. Die Mischung aus knallharter Weltraumaction, existenziellen Bedrohungen und menschlichen Konflikten macht den Roman zu einem unterhaltsamen, mitreißenden Abschluss, der besser strukturiert und emotional greifbarer als der erste Band ist.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Fragen, die bleiben und Antworten, die zu spät kommen

Pepper
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In Pepper erzählt Nils Mohl eine leise, zugleich intensive Coming-of-Age-Geschichte über Identität, Familie und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Pepper, die ihren Vater ...

In Pepper erzählt Nils Mohl eine leise, zugleich intensive Coming-of-Age-Geschichte über Identität, Familie und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Pepper, die ihren Vater nie kennengelernt hat und beschließt, diese Lücke endlich zu füllen. Mit einem roten Notizbuch voller Fragen macht sie sich auf die Suche nach einem Mann, der ihr fremd ist und ihr doch fehlen könnte.

Ruhig, poetisch und manchmal fast nachdenklich tastend begleitet der Roman Pepper auf ihrem emotionalen Weg. Durch eine direkte Ansprache an den Vater vermittelt die Erzählung eine zudem eine große Nähe und macht die innere Zerrissenheit der Protagonistin gut spürbar. Zwischen Hoffnung, Unsicherheit und vorsichtiger Neugier entsteht dadurch ein feinfühliges Porträt einer jungen Frau, die verstehen möchte, wo sie hingehört. Pepper selbst wirkt authentisch und vielschichtig. Ihre Entscheidungen sind nicht immer rational, aber nachvollziehbar. Sie werden getragen von ihren tiefen Sehnsucht nach Antworten. Gerade diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit macht sie greifbar. Auch Kimme, der Vater, bleibt bewusst kantig und unperfekt. Die Annäherung zwischen beiden verläuft dabei leise und manchmal unbeholfen, aber ist genau dadurch glaubwürdig. Besonders stark ist zudem die ungewöhnliche Figurenkonstellation rund um die Altherren-WG und das Altersheim. Die Begegnungen zwischen Generationen bringen Wärme, Humor und nachdenkliche Momente in die Handlung und geben der Geschichte eine eigene Farbe. Gleichzeitig bleiben einzelne Nebenfiguren sowie familiäre Konflikte stellenweise etwas im Hintergrund, wodurch manche emotionale Entwicklung schneller abgeschlossen wirkt, als erwartet. Tagebucheinträge und musikalische Elemente strukturieren den Roman zusätzlich und unterstreichen die melancholische Grundstimmung. Dadurch entsteht ein sehr stimmungsvolles Leseerlebnis, das weniger von der Handlung selbst und eher von innerer Entwicklung getragen wird.

Ein sensibler, nachhallender Jugendroman über das Erwachsenwerden und die Frage, ob Herkunft das eigene Leben bestimmt. Mit poetischer Sprache, authentischen Figuren und einer bittersüßen Atmosphäre erzählt Nils Mohl eine Geschichte, die eher leise berührt als laut überrascht.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Zwischen Ehrgeiz und Herzklopfen

Doppeltreffer
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Mit Doppeltreffer bringt Sibi M. Siber frischen Wind in das Genre der Sports Romance. Statt Profifußball oder Highschool-Drama steht hier der Hochschulsport im Mittelpunkt, genauer gesagt das Florettfechten. ...

Mit Doppeltreffer bringt Sibi M. Siber frischen Wind in das Genre der Sports Romance. Statt Profifußball oder Highschool-Drama steht hier der Hochschulsport im Mittelpunkt, genauer gesagt das Florettfechten. Im Zentrum der Geschichte stehen Kate, ehrgeizig und zielstrebig mit klarer Olympia-Vision, und Amelie, ihr ehemaliges Idol, das dem Leistungssport längst den Rücken gekehrt hat. Zwei Frauen, zwei Lebensentwürfe und und eine Begegnung, die alles ins Wanken bringt.

Vor allem die große Leidenschaft für den Fechtsport ist spürbar im Roman. Trainingsabläufe, Turniere und taktische Details werden mit viel Fachwissen und Hingabe geschildert. Das verleiht der Geschichte Authentizität und hebt sie angenehm von oberflächlichen Sportkulissen ab. Gleichzeitig kann diese Detailtiefe stellenweise aber auch etwas herausfordernd sein, gerade ohne Vorkenntnisse. Manchmal fehlt ein kleiner Anker, um jede Bewegung oder jeden Fachbegriff sofort einordnen zu können. Abseits der sportlichen Ebene entfaltet sich jedoch eine feinfühlige, glaubwürdige Liebesgeschichte. Das erste Aufeinandertreffen von Kate und Amelie verläuft alles andere als harmonisch. Stolz, Enttäuschung und unterschiedliche Weltanschauungen sorgen für Reibung, doch genau daraus entsteht eine intensive Dynamik. Dies wird auch schön deutlich in den klar unterschiedlichen Erzählstimmen der beiden Protagonistinnen und beide bekommen dadurch eine schöne Charaktertiefe. Die Annäherung beider geschieht langsam, fast vorsichtig, und wirkt dadurch umso echter. Kate überzeugt mit ihrem Ehrgeiz und ihrer klaren Zielstrebigkeit, während Amelie mit ihrer inneren Zerrissenheit und dem Versuch, sich außerhalb des Sports neu zu definieren, besonders berühren kann. Beide Figuren besitzen Ecken, Kanten und eigene Konflikte. Manche Spannungen werden am Ende zwar etwas schnell aufgelöst, doch insgesamt bleibt die emotionale Entwicklung nachvollziehbar. Ein weiteres Highlight ist zudem das Setting. Erfurt als Hochschulstandort bringt eine angenehme Abwechslung ins Genre, fernab der üblichen Großstadtklischees. Die Liebe zur Stadt und kleine Details wie kulinarische Vorlieben verleihen der Geschichte zusätzliche Authentizität.

Eine leidenschaftliche, nerdige und zugleich gefühlvolle Sapphic Sports Romance, die den Hochschulsport ins Rampenlicht stellt. Mit viel Herz für das Fechten, zwei starken Persönlichkeiten und einer langsam wachsenden Liebesgeschichte trifft der Roman emotional ins Ziel, auch wenn die sportliche Details teilweise etwas zu ausführlich sind.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Loyalität und Leidenschaft

Kings of Retribution MC: Everest (Louisiana Chapter)
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Mit Everest führt das Autorinnenduo Crystal Daniels und Sandy Alvarez die Louisiana-Chapter-Reihe ihres MC-Universums fort. Im Mittelpunkt steht diesmal Kallum „Everest“ Mercer, ein eher wortkarges, loyales ...

Mit Everest führt das Autorinnenduo Crystal Daniels und Sandy Alvarez die Louisiana-Chapter-Reihe ihres MC-Universums fort. Im Mittelpunkt steht diesmal Kallum „Everest“ Mercer, ein eher wortkarges, loyales Mitglied des Kings of Retribution MC in New Orleans. Schon seit geraumer Zeit knistert es gewaltig zwischen ihm und der selbstbewussten Anwältin London Monroe, doch keiner von beiden wagt den entscheidenden Schritt. Bis eine gefährliche Situation alles verändert.

Dieser Band lebt von seiner intensiven Slow-Burn-Dynamik. Everest und London umkreisen sich lange, die Funken sprühen bei jeder Begegnung, während Stolz, Geheimnisse und Unsicherheiten sie voneinander fernhalten. Gerade dieses Spiel sorgt für eine spürbare Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht. London überzeugt dabei als starke, unabhängige Frau mit eigenem Kopf. Als erfolgreiche Familienanwältin steht sie fest im Leben und lässt sich nicht einfach vereinnahmen, auch nicht von einem dominanten Biker. Diese Konstellation sorgt für hitzige Wortgefechte und eine elektrisierende Chemie. Everest hingegen verkörpert den typischen MC Beschützer, ist loyal, beschützend und mit einer schwierigen Vergangenheit im Gepäck. Hinter seiner rauen Schale verbirgt sich jedoch ein Mann mit klaren Gefühlen und dem Wunsch nach mehr als nur Clubleben. Spannung erhält die Handlung zudem durch Londons Geheimnis und eine bedrohliche Zuspitzung, die schließlich in einer Entführung mündet. Action, Gefahr und das starke Band der Bruderschaft verleihen dem Roman dabei Tempo und Intensität. Gleichzeitig kommen Emotionen nicht zu kurz, denn besonders die familiären Momente und verletzlichen Seiten der Figuren geben der Geschichte Herz. Wie gewohnt mischt das Autorinnenduo Spice, Drama, Humor und Clubloyalität zu einem stimmigen Gesamtpaket. Bekannte Protagonisten aus den vorherigen Bänden verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen und verstärken das familäte Gefühl.

Eine mitreißende MC-Romance voller knisternder Spannung, Loyalität und leidenschaftlicher Momente, die mit ihrer Kombination aus Slow Burn, Action und emotionaler Entwicklung auch den neuesten Band zu einer gelungenen Fortsetzung Kings of Retribution Universums macht.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Endzone und Herzentscheidung

Football Royalty
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Mit Football Royalty, dem sechsten Band der Franklin-University-Reihe, kehren wir erneut an den Campus zurück, an dem Football, Freundschaft und große Gefühle eng miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt ...

Mit Football Royalty, dem sechsten Band der Franklin-University-Reihe, kehren wir erneut an den Campus zurück, an dem Football, Freundschaft und große Gefühle eng miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht Peyton Miller, Star-Quarterback und Sohn zweier berühmter Ex-NFL-Spieler. Der bevorstehende Draft setzt ihn dabei enorm unter Druck - sportlich wie privat. Als Levi Vanderbilt wieder in sein Leben tritt, wird aus einer nie vergessenen Nacht plötzlich eine emotionale Zerreißprobe zwischen Karriere, Erwartungen und Herz.

Hinter dem sportlichen Glamour und dem College-Setting verbirgt sich in diesem Band erneut eine feinfühlige Auseinandersetzung mit Identität, Leistungsdruck und Selbstbestimmung. Peyton steht im Schatten seiner legendären Väter und versucht, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Levi hingegen kämpft mit einer konservativen Familie, die seinen Lebensweg bereits festgeschrieben hat. Beide tragen ihr eigenes Päckchen und genau das macht ihre Verbindung glaubwürdig und berührend. Gut gelungen ist zudem die spurbare Anziehung zwischen den beiden Protagonisten. Die unausgesprochenen Gefühle, die Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit und die Angst vor öffentlichen Konsequenzen erzeugen eine konstante emotionale Spannung. Dass die Geschichte nicht abrupt mit dem Zusammenkommen endet, sondern dem Paar noch Raum zur Entwicklung gibt, verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe. Der Schreibstil ist dabei locker, humorvoll und flüssig. Dialoge sind schlagfertig und lebendig, manchmal bewusst etwas flapsig, dass verleiht dem College-Setting eine schöne authentische Note. Neben den Hauptfiguren überzeugen auch die Nebencharaktere, insbesondere Peytons Väter, die mit Charme, Neckereien und überraschend viel Herz für besondere Momente sorgen. Ihre Präsenz lockert die dramatischeren Passagen gekonnt auf. Auch das Sport-Setting ist anschaulich ausgearbeitet. Der Druck rund um den Draft und die weiterhin bestehende Skepsis gegenüber queeren Beziehungen im Profisport verleihen der Handlung realistische Konflikte. Spicy Szenen fügen sich gut ein, ohne die emotionale Entwicklung zu überlagern.

Eine gefühlvolle MM-Sportsromance über zweite Chance und mit College-Vibes und einer gelungenen Mischung aus Humor, Spice und Herz, die zudem durch ihre authentischen Charaktere, dem emotionalen Wachstum und der spürbaren Chemie zwischen den Protagonisten überzeugt.