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Veröffentlicht am 04.05.2026

Magie mit Herz und Geheimnissen

Wycherleys - Die Debütantin
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Im London des 19. Jahrhunderts steht die junge Hexe Aurelia Wycherley kurz vor ihrem Debüt in der magischen Gesellschaft, doch ein uralter Familienfluch stellt ihr Leben auf den Kopf. Dieser verbietet ...

Im London des 19. Jahrhunderts steht die junge Hexe Aurelia Wycherley kurz vor ihrem Debüt in der magischen Gesellschaft, doch ein uralter Familienfluch stellt ihr Leben auf den Kopf. Dieser verbietet ihr, eine magische Bindung einzugehen, wodurch sie langfristig ihre Kräfte verlieren würde. Auf der Suche nach einer Lösung verbündet sie sich ausgerechnet mit Jules Nightly, dessen Familie für den Fluch verantwortlich ist. Während sie gemeinsam nach Antworten suchen, kommen sie nicht nur dunklen Geheimnissen auf die Spur, sondern auch einer Reihe mysteriöser Mordfälle. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen ihnen eine zarte, zunächst widersprüchliche Beziehung.

Der Roman kombiniert auf gelungene Weise ein historisch angehauchtes Setting mit einer magischen Welt. Die Mischung aus Debütbällen, gesellschaftlichen Erwartungen und Hexenmagie erinnert stellenweise an eine Art Bridgerton mit Zauberstäben und sorgt so für eine besondere Atmosphäre. Aurelia selbst kann als starke, aber auch verletzliche Protagonistin überzeugen, die mit Ausgrenzung und inneren Konflikten zu kämpfen hat. Gerade diese Zerrissenheit macht sie greifbar. Auch Jules ergänzt sie gut und die Enemies-to-Lovers-Dynamik entwickelt sich angenehm langsam und wirkt dadurch glaubwürdig. Der Schreibstil ist überwiegend flüssig und anschaulich, auch wenn die an die Epoche angelehnte Sprache nicht immer ganz stimmig wirkt. Die Handlung selbst bietet jedoch neben der Liebesgeschichte auch Spannung durch Geheimnisse, Intrigen und die eingebundenen Mordfälle. Besonders positiv fällt zudem das lebendige Worldbuilding auf, denn die Magie ist verständlich dargestellt, und die Welt wirkt detailreich und atmosphärisch. Gleichzeitig werden Themen wie Ausgrenzung und gesellschaftlicher Druck sinnvoll eingebunden.

Ein gelungener Auftakt mit viel Atmosphäre, einer stimmigen Liebesgeschichte und einer interessanten Mischung aus Romantik, Magie und Spannung. Trotz kleiner Längen und vorhersehbarer Elemente überzeugt der Auftaktband der Wycherleys und wird besonders Fans von historischen Settings und Slowburn-Romance überzeugen können.

Veröffentlicht am 04.05.2026

Chaos, Charme und ein bisschen Größenwahn

Annie Knows Everything
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Im Mittelpunkt des Romans steht Annie. die schlagfertig und voller Energie ist und mit der festen Überzeugung, genau zu wissen, was für alle das Beste ist. Gerade das macht sie so unterhaltsam, aber auch ...

Im Mittelpunkt des Romans steht Annie. die schlagfertig und voller Energie ist und mit der festen Überzeugung, genau zu wissen, was für alle das Beste ist. Gerade das macht sie so unterhaltsam, aber auch überraschend vielschichtig. Denn je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass hinter ihrer selbstbewussten Fassade auch Unsicherheiten und blinde Flecken stecken.

Der Beginn der Geschichte kann auch direkt fesseln, denn der Jobverlust, ein ziemlich fragwürdiger Neustart in einer Abteilung, von der sie keinerlei Ahnung hat und jede Menge Chaos sind der perfekte Nährboden für witzige, oft herrlich überdrehte Situationen. Besonders die Dynamik im Job und dieses Fake it till you make it-Gefühl sorgen immer wieder für Humor, aber auch für Momente, in denen es unangenehm echt wird. Ein echtes Highlight sind zudem die Dialoge. Sie sind schnell, pointiert und oft ziemlich bissig und tragen so die Geschichte fast mühelos. Auch die Wortgefechte zwischen Annie und Connor machen großen Spaß, denn sie bieten viel Chemie, viel Reibung und genau die richtige Mischung aus Leichtigkeit und Spannung. Gleichzeitig bringt die Geschichte mehr Tiefe mit, als man anfangs erwartet. Themen wie Selbstbild und Fremdwahrnehmung, familiäre Konflikte oder der Druck, Erwartungen zu erfüllen, schwingen immer wieder mit. Besonders auch Annies Hang, sich in das Leben anderer einzumischen, sorgt nicht nur für Chaos, sondern auch für Entwicklung, auch wenn diese manchmal etwas schnell kommt. Das Tempo ist dabei hoch, der Ton locker und humorvoll, stellenweise jedoch etwas überladen durch viele parallele Handlungsstränge oder die sehr präsente Arbeitswelt. Aber genau dieses leicht chaotische Gefühl passt letztlich ziemlich gut zur Hauptfigur.

Unterm Strich ist es eine moderne, witzige und überraschend kluge RomCom mit einer Protagonistin, die genauso anstrengend wie liebenswert ist und gerade deshalb im Kopf bleibt.

Veröffentlicht am 30.04.2026

Zwischen Seeluft und Geheimnissen

Mord in der Pension Möwennest
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Mord in der Pension Möwennest erzählt von Nora Breen, die nach Jahrzehnten im Kloster plötzlich wieder in der Welt steht. Auf der Suche nach einer verschwundenen Freundin landet sie dabei in einer etwas ...

Mord in der Pension Möwennest erzählt von Nora Breen, die nach Jahrzehnten im Kloster plötzlich wieder in der Welt steht. Auf der Suche nach einer verschwundenen Freundin landet sie dabei in einer etwas heruntergekommenen Pension an der Küste, wo sie auf eine Reihe eigenwilliger Bewohner trifft. Als ein Todesfall die Pension erschüttert, beginnt Nora, genauer hinzusehen und je mehr sie beobachtet, desto deutlicher wird: Hinter der ruhigen Fassade steckt mehr, als es zunächst scheint.

Gleich zu Beginn fällt sofort die Atmosphäre des Romans auf, die Mischung aus Küstenidylle, leicht schrägen Figuren und einer unterschwelligen Unruhe funktioniert richtig gut. Es wirkt gemütlich, aber nie völlig sicher und genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Nora ist dabei ganz klar das Herz der Geschichte. Eine ungewöhnliche Ermittlerin, die ruhig, aufmerksam, ein bisschen eigensinnig ist. Sie ist keine Person, die laut auftritt, aber die alles sieht. Gerade das macht sie so interessant und hebt sie von vielen typischen Krimi-Hauptfiguren ab. Die Pension und ihre Bewohner steckt zudem voller kleiner Eigenheiten, Geheimnisse und Geschichten. Der Stil ist teilweise sehr ausführlich, fast ein bisschen ausschweifend und die Spannung tritt dadurch stellenweise in den Hintergrund. Trotzdem bleibt ein Eindruck, der hängen bleibt, vor allem wegen der Figuren und dieser leicht melancholischen Grundstimmung.

Ein Cozy Crime mit Ecken und Kanten, der von seiner besonderen Atmosphäre und seiner ungewöhnlichen Hauptfigur lebt, aber ein Tempo hat, das man mögen muss.

Veröffentlicht am 24.04.2026

Mehr Gefühl als Klischee

The Scent of Glass (The Wrong Scents: Roman 1)
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The Scent of Glass, der Auftaktband der The Wrong Scents Reihe begleitet Murano, einen Beta, der in einer Welt lebt, in der Alpha, Beta und Omega klare Rollen einnehmen. Statt klassischer Machtspiele geht ...

The Scent of Glass, der Auftaktband der The Wrong Scents Reihe begleitet Murano, einen Beta, der in einer Welt lebt, in der Alpha, Beta und Omega klare Rollen einnehmen. Statt klassischer Machtspiele geht es hier stärker um Selbstbestimmung und den eigenen Platz im System. Im Mittelpunkt steht dabei seine Begegnung mit Amos, einem Alpha, der zunächst stereotyp wirkt, dieses Bild jedoch schnell aufbricht. Zwischen beiden entwickelt sich so eine Beziehung, die von Respekt, vorsichtiger Annäherung und emotionaler Entwicklung geprägt ist. Ergänzt wird die Geschichte durch Nebenfiguren, insbesondere Amos’ Brüder, die zusätzliche Dynamik und Spannung einbringen.

Der Auftakt hebt sich angenehm von typischen Genrevertretern ab und eignet sich auch gut für Neueinsteiger. Die Grundlagen des Omegaverse werden dabei verständlich erklärt, ohne zu überladen. Gut ist auch die Wahl eines Betas als Hauptfigur, denn Murano überzeugt durch seine ruhige, innere Stärke und hebt sich damit deutlich von klassischen Rollenbildern ab. Auch Amos wirkt überraschend vielschichtig, da seine Stärke nicht über Dominanz, sondern über Reflexion und Respekt definiert wird. Der Schreibstil ist zudem flüssig und gut zugänglich und die Dialoge wirken natürlich. Die Handlung selbst entwickelt sich in einem ruhigen, aber stimmigen Tempo und bietet neben emotionaler Tiefe auch Spannung und einzelne überraschende Wendungen. Das Setting wird sinnvoll eingebunden und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Eine dezente Portion Humor und passend eingesetzter Spice runden das Gesamtbild ab.

Ein überzeugender Reihenauftakt, der das Omegaverse frisch und zugänglich interpretiert und mit starken Figuren, einer glaubwürdigen Entwicklung und einer guten Balance aus Emotion und Spannung überzeugt. Das Buch ist sowohl für Fans des Genre als auch für Neueinsteiger gut geeignet und zu empfehlen.

Veröffentlicht am 21.04.2026

Zwischen Chaos, Schatten und Herzklopfen

The Lovely Side of Death
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Deandrea Dee Moth erwacht im zweiten Band der Reihe in der Unterwelt, ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben. Während sie versucht, sich in dieser fremden, gefährlichen Welt zurechtzufinden, stößt sie ...

Deandrea Dee Moth erwacht im zweiten Band der Reihe in der Unterwelt, ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben. Während sie versucht, sich in dieser fremden, gefährlichen Welt zurechtzufinden, stößt sie auf Fragmente ihrer Vergangenheit, geheimnisvolle Beobachter und immer größere Herausforderungen. An ihrer Seite und doch gleichzeitig auf Distanz steht Ydril, der durch einen Schwur und auch durch eigene Pläne an sie gebunden ist. Während Dee Stück für Stück ihre Erinnerungen zurückerlangt und beginnt, ihre eigene Stärke zu erkennen, nimmt das Schicksal jedoch eine bittere Wendung. Ydril verliert genau diese gemeinsamen Erinnerungen. Plötzlich liegt es an Dee, nicht nur für sich selbst zu kämpfen, sondern auch für ihre Verbindung. Zwischen Prüfungen, Gefahren und emotionalen Entscheidungen muss sie herausfinden, welchen Weg sie gehen will und welchen Preis sie bereit ist zu zahlen.

Dieser zweite Band geht anders weiter wie der erste Band und bietet dennoch erneut, was den ersten Band ausgezeichnet hat und verbindet wieder Fantasy, Romantik und Humor zu einer unterhaltsamen Mischung. Die Dynamik zwischen Dee und Ydril trägt dabei wieder die Geschichte und vor allem die schlagfertigen Dialoge, die spürbare Anziehung und die emotionalen Momente sorgen für viele unterhaltsame und auch berührende Szenen. Dee überzeugt dabei erneut als chaotische, lebendige Protagonistin, die im Verlauf der Geschichte eine klare Entwicklung durchmacht. Ihr Wachstum und ihre zunehmende Stärke gehören zu den großen Pluspunkten des zweiten Bandes. Aber auch die Nebenfiguren und insbesondere die oft humorvollen Sidekicks wie die Schattenwesen lockern die Handlung immer wieder gelungen auf. Der Schreibstil ist dabei leicht, flüssig und Perspektivwechsel und stilistische Elemente wie ein Countdown erzeugen zusätzliche Spannung und geben Einblicke in verschiedene Facetten der Geschichte. Während die erste Hälfte fällt etwas gemütlicher aufgebaut ist und nicht alles ganz ausgereift wirkt, gewinnt vor allem das letzte Drittel deutlich an Spannung und Emotionalität.

Ein unterhaltsamer, emotionaler Abschluss mit viel Humor, Charme und starken Figuren, der vor allem durch die Beziehung zwischen Dee und Ydril lebt und wieder eine gelungene Mischung aus Fantasy und RomCom bietet.