Zwischen Spiegeln und Schattenwelten
Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight SpyLetty lebt ein Doppelleben, demm tagsüber ist sie eine ganz normale Schülerin in England, nachts jedoch bewegt sie sich als Spionin im geheimnisvollen Nachtreich Annwn. Dort arbeitet sie im Auftrag des ...
Letty lebt ein Doppelleben, demm tagsüber ist sie eine ganz normale Schülerin in England, nachts jedoch bewegt sie sich als Spionin im geheimnisvollen Nachtreich Annwn. Dort arbeitet sie im Auftrag des Erlkönigs und steht an der Seite von Will, dem Prinzen des Reiches. Beide kennen sich seit Kindheitstagen und sind eng miteinander verbunden. Doch ihre Zeit ist begrenzt, denn Lettys Verbindung zur magischen Welt droht zu zerbrechen, besonders, wenn Gefühle ins Spiel kommen. Gleichzeitig stoßen sie auf eine Verschwörung, die sowohl das Nachtreich als auch die Menschenwelt in Gefahr bringt.
Der Auftakt der neuen Reihe von Sandra Regnier punktet vor allem mit seiner spannenden Grundidee, denn man bekommt zwei Welten, verbunden durch Spiegel, und eine Protagonistin, die zwischen Alltag und düsterer Fantasywelt balanciert. Vor allem das Nachtreich Annwn ist dabei schön atmosphärisch dicht beschrieben, ist voller unheimlicher Kreaturen und geprägt von einer faszinierenden, teils düsteren Stimmung. Die Mischung aus moderner Welt und märchenhaften Elementen sorgt dabei für Abwechslung und macht den Reiz der Geschichte aus. Der Schreibstil ist dabei insgesamt flüssig und bildhaft, wodurch sich die Schauplätze gut vorstellen lassen. Auch die Figuren sind grundsätzlich sympathisch angelegt. Letty überzeugt als mutige, wenn auch manchmal etwas naive Protagonistin, während Will als geheimnisvoller und loyaler Begleiter punktet. Allerdings zeigt sich im Verlauf auch, dass die Geschichte nicht durchgehend rund wirkt. Viele Handlungsstränge werden angerissen, ohne wirklich ausgearbeitet zu werden, wodurch einige Fragen offen bleiben. Die Handlung selbst wirkt stellenweise etwas sprunghaft und manche Entwicklungen erscheinen nicht ganz nachvollziehbar. Auch die emotionale Entwicklung zwischen Letty und Will bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück, das angedeutete Knistern will sich nicht immer richtig einstellen und entwickelt sich eher langsam. Das Ende lässt viele Aspekte bewusst offen, was jedoch neugierig auf die Fortsetzung macht.
Ein atmosphärisch dichter Romantasy-Auftakt mit einer starken Grundidee und spannender Welt, der jedoch in der Umsetzung noch Luft nach oben lässt und auf die Beantwortung viele Antworten in der Fortsetzung hoffen lässt.