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Veröffentlicht am 13.02.2026

Juwelenraub, dunkle Bunker und ein neuer Fall

CLUE 2. Jagd auf die Juwelendiebe
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Im zweiten Abenteuer der CLUE-Reihe von Jørn Lier Horst wartet direkt der nächste spannende Fall, denn es wird Oslos bekanntestes Schmuckgeschäft ausgeraubt. Zwar werden die Täter zunächst gefasst, doch ...

Im zweiten Abenteuer der CLUE-Reihe von Jørn Lier Horst wartet direkt der nächste spannende Fall, denn es wird Oslos bekanntestes Schmuckgeschäft ausgeraubt. Zwar werden die Täter zunächst gefasst, doch schon bald tauchen neue Hinweise auf und plötzlich steht ein Verdächtiger in der Skutebucht im Mittelpunkt der Ermittlungen. Auf der Suche nach der Beute, darunter die wertvolle Malteseruhr, folgen Cecilia, Leo, Une und Hund Egon einer Spur, die sie bis in stillgelegte, düstere Bunkeranlagen führt. Dort beginnt eine nervenaufreibende Jagd, bei der Mut, Teamarbeit und ein kluger Kopf gefragt sind.

Während im ersten Band vor allem das Kennenlernen der Figuren und das große Auftaktabenteuer im Vordergrund standen, wirkt das Team hier bereits gefestigt. Die Zusammenarbeit läuft natürlicher, und genau das macht das Miträtseln besonders spannend. Der Fall rund um den Schmuckdiebstahl bringt eine etwas größere Kriminalgeschichte mit, bleibt aber jederzeit kindgerecht und gut verständlich. Es gibt genug Hinweise, sodass junge Leser selbst Vermutungen anstellen können, ohne dass die Handlung zu komplex wird. Gut gelungen ist auch wieder wieder die Atmosphäre, der nordische Küsten-Schauplatz sorgt für echtes Abenteuergefühl, und die Bunkeranlagen bringen zusätzlich Spannung und leicht gruselige Detektivstimmung ins Buch.

Ein starker zweiter Band, der die Reihe konsequent weiterführt mit mehr Spannung, ein größerer Fall und ein Detektivteam, das noch enger zusammengewachsen ist. Ein spannender Kinderkrimi voller Rätsel, Teamgeist und Abenteuer und somit perfekt für junge Spürnasen.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Zwischen Alpenluxus und verbotenen Gefühlen

Mont Lacroix (Band 1) - Longing for Lelibeth
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In Longing for Lelibeth, dem Auftakt zur Mont Lacroix Reihe von Alexandra Flint, prallen zwei Welten aufeinander. Lelibeth ist die Tochter einer Hoteldynastie in den Alpen und kämpft darum, das traditionsreiche ...

In Longing for Lelibeth, dem Auftakt zur Mont Lacroix Reihe von Alexandra Flint, prallen zwei Welten aufeinander. Lelibeth ist die Tochter einer Hoteldynastie in den Alpen und kämpft darum, das traditionsreiche Luxushotel Mont Lacroix in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Struktur, Verantwortung und Familie stehen für sie an erster Stelle. Noah hingegen trägt eine ganz andere Last mit sich, denn als Sohn des größten Konkurrenten wird er unter falschen Vorzeichen ins Hotel eingeschleust mit einem Auftrag, der alles zerstören könnte. Ausgerechnet zwischen Eventplanung, Hochzeitsvorbereitungen und Hotelalltag kommen sich die beiden näher. Und bald steht mehr auf dem Spiel als nur geschäftliche Rivalität.

Vor allem die starken Gegensätzen können in dieser Geschichte überzeugen. Lelibeth wirkt gefestigt, zielstrebig und voller Pflichtbewusstsein. Sie ist eine junge Frau, die Verantwortung trägt und kaum Raum für eigene Schwächen lässt. Noah dagegen erscheint zerrissen, innerlich heimatlos und auf der Suche nach einem Platz, an dem er wirklich ankommen darf. Gerade diese Unterschiede machen ihre Dynamik so reizvoll. Die Entwicklung zwischen den Beiden ist spürbar und emotional aufgebaut. Wortgefechte, unterschwellige Spannung und das langsame Aufweichen harter Fronten sorgen für dieses typische Knistern, das man sich wünscht. Die Annäherung geschieht nicht überstürzt, sondern entwickelt sich Schritt für Schritt, unterstützt von Unsicherheiten, Geheimnissen und inneren Konflikten. Schön atmosphärisch ist zudem das Setting. Das historische Luxushotel in den Alpen wird detailreich und gemütlich beschrieben, hat versteckte Winkel, elegante Events und den Blick auf die Berge. All das verleiht der Geschichte eine warme, fast märchenhafte Kulisse. Man spürt den Hotelalltag ebenso wie den familiären Zusammenhalt der Lacroix-Dynastie. Der Schreibstil ist dabei modern, flüssig und emotional zugänglich, man kann sich so gut komplett in der Geschichte verlieren.

Ein Wohlfühlroman mit Herz, Drama und ganz viel Bergluft, der definitiv Lust auf mehr aus dem Mont-Lacroix-Universum macht.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Frühlingszauber auf Gotland

Ein Frühling zum Tanzen
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In Ein Frühling zum Tanzen entführt Kristin Emilsson ihre Leser auf die schwedische Insel Gotland, wo zwischen blühenden Landschaften, den schmalen Gassen in Visby und österlicher Stimmung mehrere Leben ...

In Ein Frühling zum Tanzen entführt Kristin Emilsson ihre Leser auf die schwedische Insel Gotland, wo zwischen blühenden Landschaften, den schmalen Gassen in Visby und österlicher Stimmung mehrere Leben aufeinandertreffen. Eine Hochzeit steht bevor und soll der perfekte Neubeginn werden, doch je näher der große Tag rückt, desto deutlicher werden Zweifel, Stress und unausgesprochene Konflikte. Während einige auf romantische Frühlingstage hoffen, werden andere mit Unsicherheiten in ihren Beziehungen konfrontiert. Alte Fragen brechen auf, Zukunftspläne geraten ins Wanken, und plötzlich zeigt sich, dass nicht alles so stabil ist, wie es scheint.

Der Roman lebt vor allem von seiner warmen, typisch skandinavischen Atmosphäre. Gotland als Kulisse kann dabei überzeugen. Die engen Gassen von Visby, das sanfte Frühlingslicht, Lämmer auf den Wiesen und österliche Traditionen schaffen ein stimmungsvolles Setting, das sofort Fernweh auslöst. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen der Figuren und ihre Zweifel, Hoffnungen und Entscheidungen. Freundschaft über Generationen hinweg spielt ebenso eine Rolle wie die Frage, was Liebe langfristig trägt. Besonders schön sind die leisen Momente, in denen Unsicherheiten sichtbar werden und sich zeigt, wie verletzlich selbst scheinbar gefestigte Partnerschaften sein können. Die Geschichte bleibt dabei ruhig und feelgood im besten Sinne. Es gibt keine übertriebenen Dramen, sondern emotionale Entwicklungen, die nachvollziehbar und lebensnah wirken. Man begleitet die Figuren durch Hochzeitsstress, Missverständnisse und Frühlingsgefühle, alles dabei mit einem angenehmen Erzähltempo und viel Herz.

Eine warmherzige, atmosphärische Frühlingslektüre über Liebe, Freundschaft und Neuanfänge und besonders schön, wenn man den skandinavischen Flair und eine Portion Hochzeitschaos mag und sich beim Lesen ein kleines bisschen nach Gotland träumen möchten.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Zwischen Klinge und Gefühl

Empire of Whispers and Shadows
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In Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann steht Saya im Zentrum einer brutalen Welt, in der nur die Stärksten überleben. Um sich ihre Freiheit zu erkämpfen, lässt sie sich zur Assassinin des Gottkaisers ...

In Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann steht Saya im Zentrum einer brutalen Welt, in der nur die Stärksten überleben. Um sich ihre Freiheit zu erkämpfen, lässt sie sich zur Assassinin des Gottkaisers ausbilden und betritt so einen Weg voller tödlicher Prüfungen. Ausgerechnet mit Teno, dem Mann, den sie für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht, wird sie bei den Aufgaben zusammengeführt. Zwischen Misstrauen, Rache und unausgesprochenen Wahrheiten müssen beide lernen, zusammenzuarbeiten, obwohl am Ende vielleicht nur einer überleben darf.

Der Roman überzeugt vor allem mit seiner intensiven Dynamik zwischen Saya und Teno. Aus Feinden werden gezwungene Verbündete und dies wird hier schön konsequent und langsam aufgebaut. Die Abneigung ist spürbar und das Vertrauen wächst nur zögerlich, aber jeder Blick und jede Entscheidung tragen Spannung in sich. Gerade dieser Slow Burn sorgt für eine aufgeladene Atmosphäre. Die japanisch inspirierte Welt, das Training zur Assassinin und die tödlichen Prüfungen schaffen zudem ein düsteres, teilweise brutales Setting. Actionreiche Szenen, Intrigen und überraschende Wendungen halten die Spannung hoch. Gleichzeitig bleibt manches im Worldbuilding jedoch noch geheimnisvoll, das Magiesystem, Götter und Hintergründe werden eher angedeutet als vollständig erklärt. Dadurch eine zwar eine mystische Aura, aber etwas mehr Klarheit und Tiefe wären hier und da von Vorteil. Der Schreibstil wird ist aber flüssig und mitreißend beschrieben. Besonders das emotionale Knistern zwischen den Hauptfiguren und der konsequente Spannungsbogen bis zum fiesen Cliffhanger sorgen dafür, dass das man am Ende Lust auf Band zwei hat, auch oder gerade weil nicht alle offenen Fragen vollständig befriedigend beantwortet werden.

Ein düsterer, emotional aufgeladener Romantasy-Auftakt mit tödlichen Prüfungen, intensiver Dynamik und einem starken Slow Burn, der mit seinen komplexen Beziehungen, gefährliche Trainingssettings und ein asiatisch inspiriertes Ambiente überzeugt.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Wenn die alte Erde verloren ist...

Erde 13
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In Aufbruch ins Ungewisse, dem Autakt zur Erde 13 Reihe von Andreas Langer ist die Erde nicht mehr zu retten. Überbevölkerung und Umweltzerstörung haben sie unbewohnbar gemacht. Hoffnung versprechen aber ...

In Aufbruch ins Ungewisse, dem Autakt zur Erde 13 Reihe von Andreas Langer ist die Erde nicht mehr zu retten. Überbevölkerung und Umweltzerstörung haben sie unbewohnbar gemacht. Hoffnung versprechen aber Expeditionen zu neuen Planeten, darunter Terra Ny, auch Erde 13 genannt. Man begleitet die elfjährigen Levi und Gwendolin, die nach 92 Jahren im Kälteschlaf kurz vor der Landung erwachen. Doch statt eines Neuanfangs erwartet sie eine Bruchlandung. Getrennt von den meisten Erwachsenen stranden sie auf einem fremden, unberechenbaren Planeten und müssen sich allein durchschlagen, immer auf der Suche nach Überlebenden, Vorräten und Antworten.

Der Auftakt der Reihe verbindet sehr schöm Science-Fiction mit klassischem Abenteuergefühl. Die neue Welt wirkt faszinierend und geheimnisvoll, manchmal bedrohlich, aber immer voller Möglichkeiten. Die Beschreibungen sind anschaulich und detailreich genug, um Bilder im Kopf entstehen zu lassen, auch ohne junge Leser zu überfordern. Levi und Gwendolin überzeugen zudem als Protagonisten. Sie sind mutig, neugierig und wachsen spürbar über sich hinaus. Statt Superhelden sind sie Kinder, die improvisieren müssen und genau dadurch wird die Geschichte glaubwürdig. Neben Spannung und Entdeckerlust spielen auch Freundschaft, Zusammenhalt und Verantwortung eine wichtige Rolle. Das hohe Erzähltempo sorgt dafür, dass kaum Leerlauf entsteht und man schnell in den Sog der Geschichte gerät. Die Gestaltung und die Illustrationen sind generell sehr gelungen und werten das Buch zusätzlich auf.

Ein spannender, atmosphärischer Reihenauftakt für junge Science-Fiction-Fans ab etwa 10 Jahren. Die Mischung aus Abenteuer, fremder Welt und emotionalem Zusammenhalt funktioniert sehr gut und macht neugierig auf die Fortsetzung. Ein gelungener Start in eine neue Kinder-Sci-Fi-Reihe, die Entdeckergeist und Teamwork in den Mittelpunkt stellt.