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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

melodramatische Leidensgeschichte

Noch fünf Tage
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Den Kriminalroman würde ich eher in das Genre Drama einordnen, auch die Grundstimmung passt dazu, sie ist durchwegs düster, deprimierend, hoffnungslos, mit einem kleinen Lichtblitz kurz vor dem Ende.
Amanda ...

Den Kriminalroman würde ich eher in das Genre Drama einordnen, auch die Grundstimmung passt dazu, sie ist durchwegs düster, deprimierend, hoffnungslos, mit einem kleinen Lichtblitz kurz vor dem Ende.
Amanda plant ihren Suizid in fünf Tagen und zählt den Countdown herunter, was sie noch alles besorgen muss und überlegt, wie sie es anstellen wird. Ihre Familie hat eine lange Vorgeschichte an Suiziden und unglücklichen Lebensgeschichten. In einem Online-Forum teilt sie mit Betroffenen ihr Leid und holt sich Tipps und Zuspruch. Ihre Entscheidung beginnt zu wackeln, nachdem sich in ihrem Leben einige Veränderungen auftun und durch ihren Großvater lange gehütete Geheimnisse ans Tageslicht kommen. Nun droht Amanda die Zeit zu knapp zu werden. Wird sie weiterhin an ihrem Plan festhalten oder ist er noch abänderbar?
Die gesamte Geschichte ist hart zu verarbeiten, unvorstellbar wie viel Leid einer gesamten Frauengeneration dieser Familie angetan wurde und wie sie es still ertragen mussten. Man kann die inneren Kämpfe mit Amanda durchleben, mitfühlen und sie ein Stück weit verstehen. Amanda gibt viel von ihrer Gefühlslage preis, auch wenn sie es vor der Außenwelt zu verstecken versucht und mit Tabletten und Alkohol betäubt. Das Ende bietet eine unerwartete Überraschung, die die gesamte Geschichte rückblickend von einem weiteren Blickwinkel betrachten lässt.

Veröffentlicht am 10.10.2025

solider bodenständiger Kriminalroman

Die Blumentochter
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Das Cover ist optisch sehr ansprechend und ausdrucksstark gestaltet, die Blumen vermitteln nicht den positiven, floralen Effekt, den sie ansonsten ausstrahlen, sondern wirken am dunklen Hintergrund düster, ...

Das Cover ist optisch sehr ansprechend und ausdrucksstark gestaltet, die Blumen vermitteln nicht den positiven, floralen Effekt, den sie ansonsten ausstrahlen, sondern wirken am dunklen Hintergrund düster, leicht verwelkt und strahlen ein gewisses Unheil aus.
Die Autorin beschreibt die ländliche Umgebung des Münsterlandes bildhaft und authentisch und auch die wechselhaften Gefühle von Johanna, die nach vielen Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehrt, sind gut geschildert. Vor allem Johannas Charakter wirkt authentisch, da sie viel von sich preisgibt, sowohl aus der Vergangenheit und auch jetzt, sodass man sich als Leser*in gut in sie hineinversetzen kann. Der Kriminalroman selbst bietet Spannung, da man miträtselt, ob es sich um denselben Täter von damals handeln kann oder nicht – die beiden Handlungsstränge wechseln sich ab, ansonsten ist er schon etwas vorhersehbar und auch die Auflösung konnte mich nicht überraschen. Mein Fazit: ein solider, bodenständiger Kriminalroman, der noch etwas mehr an Spannung und Überraschung vertragen könnte.

Veröffentlicht am 10.10.2025

persönlicher Teil mit hartem Ende

Zerstört
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Der Thriller ist der sechste Teil der Grant-County-Serie und ich empfehle es, die vorigen Teile vorab gelesen zu haben, damit man mit den persönlichen Beziehungen und Vorgeschichten der Hauptcharaktere ...

Der Thriller ist der sechste Teil der Grant-County-Serie und ich empfehle es, die vorigen Teile vorab gelesen zu haben, damit man mit den persönlichen Beziehungen und Vorgeschichten der Hauptcharaktere vertraut ist. Diesmal sind Sara und Lena jeweils direkt und persönlich involviert und mit Anschuldigungen konfrontiert, vor allem, nachdem sie sich in die Gegend ihrer Jugendzeit begibt, die geprägt war von Gewalt, Drogen und schlechten Bekanntschaften. Jeffrey hat rund um die Uhr damit zu tun, die Beiden zu unterstützen und die Anschuldigungen zu entkräften.
Die Stimmung ist durchgehend bedrückend, geprägt von Drogen, schlechtem Milieu und einer gewissen Ausweglosigkeit. In diesem Teil gefällt mir Lena besser, obwohl sie mit vielen Dämonen kämpfen muss, zeigt sie ihren wahren Charakter, vorher war sie mir nicht ganz so sympathisch und eher oberflächlich. Das Ende ist hart und vielleicht nicht so wie erhofft, aber es gibt nicht nur die Zuckerseiten des Lebens, mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht verraten.

Veröffentlicht am 08.10.2025

bekanntes Setting - neu interpretiert

Code Kill – Ein tödliches Spiel
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Der Thriller beginnt sogleich stürmisch und aufregend und dies nicht nur in Bezug auf das Wetter. Die Location bietet sich auch für Spannungsmomente an, ein abgelegenes Hotel auf einer Insel, sodass man ...

Der Thriller beginnt sogleich stürmisch und aufregend und dies nicht nur in Bezug auf das Wetter. Die Location bietet sich auch für Spannungsmomente an, ein abgelegenes Hotel auf einer Insel, sodass man nicht wegkommen kann. Dieses Setting ist an sich nicht neu, das hat sich schon in vielen Thrillern auf ähnliche Weise bewährt. Neu ist, dass hier mit der Wahrnehmung der Leser*innen gespielt wird, zwischenzeitlich kann man kaum unterscheiden, was Fakt ist und was Vorstellung. Nicht so gut gelungen finde ich die einzelnen Charaktere und ihre Beziehung zueinander, es fehlt an Tiefe und Emotionen bzw. an manchen Stellen war es unrealistisch und nicht der Situation angemessen.

Veröffentlicht am 08.10.2025

Schatten der Vergangenheit

Schattenblume
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Der vierte Teil der Grant-County-Serie dreht sich um einen mysteriösen Fall von Geiselnahme, bei dem mir lange Zeit nicht klar war, warum diese erfolgt oder was dadurch erpresst werden sollte. Ein zweiter ...

Der vierte Teil der Grant-County-Serie dreht sich um einen mysteriösen Fall von Geiselnahme, bei dem mir lange Zeit nicht klar war, warum diese erfolgt oder was dadurch erpresst werden sollte. Ein zweiter Handlungsstrang streut nach und nach Informationen über Jeffreys Kindheit und Jugendzeit ein und was damals vorgefallen ist, mehr möchte ich hier allerdings nicht verraten. Details werden immer wieder zwischendurch eingestreut, damit die Spannung aufrecht erhalten bleibt. Vor allem die Situationen rund um die Geiselnahme waren für mich realistisch beschrieben, man hat als Leser*in Herzklopfen, fiebert mit und hofft auf einen guten Ausgang. Als Charakter gefällt mir Sara am besten, sie hat eine ruhige, besonnene Art und ist eint tolle Person, Lena finde ich manchmal etwas übertrieben, sie spielt gerne die Drama-Queen. Ich freue mich auf den kommenden Teil und bin gespannt, wie sich die persönlichen Beziehungsgeschichten weiterhin entwickeln.