es fehlen Struktur und ein roter Faden
Schreie & FlüsternDer Roman beschreibt Lebenssituationen aus dem Alltag von Schriftstellerin Vera und Claus, der früher Maler war, mit ihrem Sohn Sigge. Der Einstieg fiel mir schwer, da gerade zu Beginn die Situationen ...
Der Roman beschreibt Lebenssituationen aus dem Alltag von Schriftstellerin Vera und Claus, der früher Maler war, mit ihrem Sohn Sigge. Der Einstieg fiel mir schwer, da gerade zu Beginn die Situationen zu schnell wechseln und der Lesefluss gestresst wirkt, durch die kurzen literarischen Abfolgen sogar etwas gestresst. Danach plätschert die Geschichte dahin, es werden häufig Rückblenden in Veras Leben gegeben, sowie Gedanken und Vorstellungen eingebracht. Als Leserin hat man es zwischenzeitlich nicht leicht, sich zu orientieren, ob man sich in der emotionalen Achterbahnfahrt der realen Welt befindet oder ob es sich um einen Gedankensprung handelt, häufig erkennt man es erst im Nachhinein. Als Claus plötzlich nach einer Albtraumnacht beschließt, Fränk zu sein, konnte ich diese Wandlung nicht mehr mittragen, das war mir zu konfus. Mir persönlich hat Struktur gefehlt, es gibt keinen roten Faden, der sich durchzieht. Dafür gibt es Themen, die immer wieder auftauchen, wie Fehlgeburten, Schwangerschaft, Einsamkeit, Anpassung an die neuen Lebensumstände, das neue Leben auf dem Land. Claus fällt die Neustrukturierung am Land, die Renovierung des Hauses und die Integration leichter als Vera, die ihr altes Leben, vor allem ihre Freundinnen und das soziale Leben vermisst und erst Anschluss finden muss.