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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2024

Pointe nutzt sich mit der Zeit ab

Mordscoach
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Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes ...

Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes Maß an Ironie und Satire hineinzubringen, denn wirklich ernst nehmen sollte man die therapeutischen Mordsfantasien nicht. Spannend finde ich die Sichtweise der Therapeutin auf ihre Klientinnen, was sie sich während der Sitzung denkt und was sie dann tatsächlich sagt und empfiehlt. Anscheinend kann Sophie ihre Klientinnen und deren Umfeld sehr gut einschätzen, aber dass ihr Mann fremdgeht, das hat sie so nicht vorhergesehen und dies wirft sie dermaßen aus der Bahn, dass sie nicht mehr professionell denken und handeln kann. Die ersten beiden Morde passieren im Effekt und aus einer Notsituation heraus, das konnte ich noch nachvollziehen, aber alles weitere war für mich schon zu viel des Guten. Im Grunde geht es danach nur noch darum, jede Person, deren Meinung Sophie nicht passt, aus dem Weg zu räumen. Auch dass sie so einfach mit ihren Taten davonkommt, ist nicht realistisch zu sehen. Leider hat sich der Spaßfaktor nach dem zweiten Mordfall für mich etwas abgenutzt und der Rest der Geschichte war nicht mehr so prickelnd.

Veröffentlicht am 04.12.2024

Schicksalsbegegnung

Helle Sommer
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Der Roman ist eine wunderschöne Sommerlektüre, ausdrucksstark und voller Emotionen. Billie macht im Laufe der Zeit einen enormen Entwicklungsprung, vom schüchternen, vorsichtigen, verträumten Teenager, ...

Der Roman ist eine wunderschöne Sommerlektüre, ausdrucksstark und voller Emotionen. Billie macht im Laufe der Zeit einen enormen Entwicklungsprung, vom schüchternen, vorsichtigen, verträumten Teenager, der sich trotz Armut und der Hürden, die ihr das Leben stellt, nicht von ihren Träumen und Zielen abbringen lässt zu einer liebenswerten jungen Frau. Das Thema Liebe begleitet sie durch die Zeiten des Erwachsenwerdens. Maxime tritt in jungen Jahren unerwartet in ihr Leben und fasziniert sie so dermaßen, dass sie immer mit ihm in Kontakt kommt, mal intensiver, dann weniger, da ihre Leben in unterschiedlichen Bahnen weiter verlaufen. War es Schicksal oder war es Bestimmung, dass sie sich in jenem Sommer ihrer Jugend begegnet sind? Die Geschichte wird wunderschön und einfühlsam erzählt, ist aber auch traurig, aber niemals kitschig.

Veröffentlicht am 29.11.2024

spannungsmäßige Achterbahnfahrt

Der König
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„Der König“ ist der Folgekriminalroman, der an „Das Königreich“ anschließt, daher empfehle ich, den ersten Teil vorher zu lesen, da sich die Geschichten nahtlos fortsetzen und man ansonsten nur einen geringeren ...

„Der König“ ist der Folgekriminalroman, der an „Das Königreich“ anschließt, daher empfehle ich, den ersten Teil vorher zu lesen, da sich die Geschichten nahtlos fortsetzen und man ansonsten nur einen geringeren Lesespaß aufgrund von mangelnden Vorkenntnissen hat.
Die beiden Brüder stehen auch diesmal wieder im Fokus und ein paar altbekannte und neu hinzukommende Charaktere runden den Krimi charakterlich ab. Obwohl die Brüder sehr unterschiedlich sind, konkurrieren sie um Anerkennung, Geld und Macht. Es kann allerdings in einem kleinen Ort nur Platz für einen König geben, für zwei ist nicht genügend Platz. Welcher der Brüder setzt sich durch? Wer hat die besseren Karten und wer spielt mit unfairen Mitteln oder pokert besser? Diese Fragen werden im Laufe der Geschichte ausführlich beantwortet und mal hat Carl die Nase vorne, dann wiederum Ryan. Obwohl ich beide Brüder nicht sympathisch finde, konnte ich mich beim Lesen gut in die jeweilige Situation hineinversetzen und ihr Handeln aufgrund der Vorgeschichte nachvollziehen. Der Spannungsbogen ist, wie Ryans geplante Achterbahnfahrt, mal sehr hoch, dann flacht sie zwischenzeitlich wieder ab und geht wieder hoch. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, teilweise erzählt der Autor unaufgeregt und simple, aber dennoch packend und lebensnah.

Veröffentlicht am 26.11.2024

Klufti for Präsident

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Ich habe den 13. Band der Krimireihe mit Kluftinger mit gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits war es mutig, dass ein neues Thema gewagt wurde, Kluftinger hat sich als Lückenbüßer für den Wahlkampf aufstellen ...

Ich habe den 13. Band der Krimireihe mit Kluftinger mit gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits war es mutig, dass ein neues Thema gewagt wurde, Kluftinger hat sich als Lückenbüßer für den Wahlkampf aufstellen lassen und steigert sich mit der Zeit immer mehr hinein, investiert Zeit und Elan und somit nimmt das Thema auch inhaltlich einen umfangreichen Platz im Erzählstrang und im Buch ein. Der Kriminalfall fällt hingegen recht kurzgehalten aus, geht neben den politischen Themen und persönlichen Streitereien auch fast unter, die Ermittlungen laufen fast nebenbei und für meinen Geschmack ist der tatsächliche Fall zu kurz gekommen und auch nicht spannend genug aufbereitet geworden. Ebenfalls zu kurz kommt mir in diesem Band Kluftingers Familie, sein Sohn und Familie kommen nur einmal kurz vor, sodass sich die Erzählungen auf einige wenige Personen konzentrieren. Der Konkurrenzkampf zwischen Dr. Langhammer, der für eine andere Partei kandidiert, und Kluftinger nimmt fast schon bedenkliche Ausmaße an, aggressiv, untergriffig und nicht mehr zum Lachen, wobei es sich zum Ende hin dann wieder bessert. Der abrupte und offene Schluss hat mir allerdings auch nicht gefallen.

Veröffentlicht am 21.11.2024

brutal spannend

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Serie, daher empfehle ich, den ersten Teil vorab zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Der Schreibstil ist direkt und einfach gehalten, die Kapitel ...

Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Serie, daher empfehle ich, den ersten Teil vorab zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Der Schreibstil ist direkt und einfach gehalten, die Kapitel sind abwechslungsreich und gut gegliedert, auch in chronologischer Reihenfolge, somit lässt sich das Buch sehr gut und schnell lesen. Tomas ist eigentlich als Ermittler nicht einsatzfähig, er ist selbst traumatisiert und schwer angeschlagen, hat Gedächtnislücken und steht kurz nach der Trennung von seiner Frau ziemlich neben sich. Den Hauptteil der tatsächlichen Recherchearbeit und den Erkenntnisgewinn bringt die Journalistin Vera ein, die selbst auch kein einfaches, ruhiges Privatleben hat, aber trotzdem in ihrem Beruf alles gibt und auch abliefert. Mit Bevormundung kann sie nicht gut umgehen und über Grenzen setzt sie sich hinweg, auch wenn sie sich selbst und ihr Umfeld in Gefahr begibt, aber sie bringt Ergebnisse. Als Charakter hat sie mir besser gefallen als Tomas.
Am Ende des Buches werden fast alle Ereignisse miteinander in Verbindung gebracht und der Fall aufgeklärt, aber etwas Bedeutendes wurde noch nicht geklärt. Näher kann ich auf dieser Stelle nicht darauf eingehen, aber Vera wird nicht lockerlassen und geht dem im nächsten Fall nach. Ich bin schon sehr gespannt darauf!