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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2022

nicht allzu viel Staub aufgewirbelt

Nichts als Staub
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Allzu viel Staub hat dieser Kriminalroman inhaltlich gesehen nicht aufgewirbelt, sprachlich ist er mitreißend für die Leser*innen. Alina Grimm begibt sich als Streifenpolizistin mit ihren Ansprüchen und ...

Allzu viel Staub hat dieser Kriminalroman inhaltlich gesehen nicht aufgewirbelt, sprachlich ist er mitreißend für die Leser*innen. Alina Grimm begibt sich als Streifenpolizistin mit ihren Ansprüchen und Ermittlungen in Lebensgefahr und landet auch schon bald im Krankenhaus. Davon lässt sie sich aber nicht ausbremsen, sie holt sich Unterstützung von allen möglichen Personen aus ihrem Umfeld und ermittelt eifrig weiter, wenn auch mit sehr unkonventionellen Methoden. An sich ist der Krimi spannend zu lesen, es passiert viel in recht kurzer Zeit, er ist kurzweilig und temporeich, aber die Handlungen sowie die Ermittlungen sind sehr weit von der Realität entfernt. Wer diesen Anspruch auf annähernd realistische Darstellung nicht hat, wird sich sehr gut unterhalten fühlen.

Veröffentlicht am 23.03.2022

melancholischer Roman

Unser wirkliches Leben
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Der Roman hat eine melancholische Grundstimmung, die sich über die gesamte Geschichte hinweg durchzieht und auch in den eigentlich positiven Momenten nicht wirklich verbessert. Als Leserin begleitet man ...

Der Roman hat eine melancholische Grundstimmung, die sich über die gesamte Geschichte hinweg durchzieht und auch in den eigentlich positiven Momenten nicht wirklich verbessert. Als Leserin begleitet man Anna in den Höhen und Tiefen ihres Jugendlebens, obwohl die Tiefen eindeutig überwiegen und zwischenzeitlich möchte man Anna nur schütteln, damit sie aufwacht und Bewegung in Form von Änderung in ihr Leben bringt. Schon zu Beginn ihrer Beziehung mit Max hatte ich ein mulmiges Gefühl, dass sich dann nach gewissen Aktionen von ihm noch verstärkte. Anna begibt sich immer weiter in eine Abhängigkeit und richtet sich komplett nach Max. Von ihren großen Zielen, einer Karriere als Opernsängerin, für die sie so hart hingearbeitet hat, lässt sie sich auch abbringen. Als Max sich aus Annas Leben zurückzieht, hatte ich eine Chance für eine positive Entwicklung gesehen. Anna ist kurzzeitig aufgeblüht, hat mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbracht und auch Spaß gehabt, aber diese Phase war leider nur von kurzer Dauer. Anna ist hin- und hergerissen und auch am Ende des Romanes wird man als Leserin mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen. Auch wenn ich inhaltlich etwas enttäuscht war, so hat mir der Schreibstil der Autorin dennoch recht gut gefallen, allerdings hätten ein paar inhaltliche Ausreißer zum Wachrütteln dabei sein können, plätschert das Jahr mit Anna doch recht konstant dramatisch dahin.

Veröffentlicht am 22.03.2022

könnte noch mehr in die Tiefe gehen

Die Diplomatin
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Ich muss gestehen, ich hatte sehr hohe Anforderungen an den Roman und diese wurden nur teilweise erfüllt. Sehr gelungen finde ich die Beschreibung des Alltages einer Diplomatin. Erzählt wird in einfacher, ...

Ich muss gestehen, ich hatte sehr hohe Anforderungen an den Roman und diese wurden nur teilweise erfüllt. Sehr gelungen finde ich die Beschreibung des Alltages einer Diplomatin. Erzählt wird in einfacher, erklärender Sprache, es sind absolut keine Vorkenntnisse nötig und es wird auch nicht beschönigt oder drumherum geredet bzw. hier geschrieben. Man kann sich als Leserin sehr gut in die Arbeitswelt und auch in die Gefühlswelt von Fred hineinversetzen. Vor allem die monotonen Vorbereitungsarbeiten und der Umgang mit der Einsamkeit ist deutlich spürbar. Fred ist überall nur für einen relativ kurzen Zeitraum, aber so richtig gute Freunde findet man dadurch schwer und sehr viel Zeit verbringt sie alleine. Die Menschen aus ihrem früheren Umfeld können auch gar nicht wirklich nachvollziehen, wie ihre Arbeit aussieht und dadurch ist es noch um einiges schwieriger alte Kontakte zu pflegen, sogar die Beziehung zu ihrer Mutter ist nicht ganz einfach. Mit der Zeit bemerkt man als Leserin, dass sich Fred in ihrer Position nicht mehr so richtig wohl fühlt und auch ihr die Mühlen der Demokratie zu langsam mahlen und sie entscheidet sich mit dem Herzen für unkonventionelle Lösungsmöglichkeiten, aber auch dies ist für sie wiederum belastend. Der Schluss war für mich dann abrupt und nicht wirklich zufriedenstellend, ich hätte mir noch mehr persönliche Eindrücke von Fred und ihrem neuen Zugang gewünscht. Generell werden in diesem Roman Gefühle und Gedanken nur an der Oberfläche angekratzt, für mich gingen sie nicht in die Tiefe und das fehlte mir.

Veröffentlicht am 20.03.2022

viele offene Ausgänge

Die Vertraute
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Der Thriller hat einen guten Spannungsaufbau. Zuerst beginnt er noch relativ gemütlich, aber schon bald steigt die Spannung und bleibt dann auf durchgehend hohem Niveau, sodass man als Leserin das Bedürfnis ...

Der Thriller hat einen guten Spannungsaufbau. Zuerst beginnt er noch relativ gemütlich, aber schon bald steigt die Spannung und bleibt dann auf durchgehend hohem Niveau, sodass man als Leserin das Bedürfnis verspürt, rasch weiterzulesen und das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Lucy ist hin- und hergerissen, wem sie noch vertrauen kann und unsicher, ob sie sich selbst überhaupt vertrauen kann. Diese Unsicherheit und Verzweiflung übertragen sich auch stark an die Leserinnen, was ich sehr gelungen finde. Lucys Ehemann wird ziemlich einseitig dargestellt und man merkt deutlich, was seine Intentionen sind und wie er zu Lucy steht, vielleicht hätte man seinen Charakter auch etwas vielschichtiger gestalten können. Ihre unsichtbare Freundin Eliza beeinflusst ihr Denken und Handeln zudem auch noch und lenkt sie in gewisse Bahnen. Später jedoch, etwa ab der Mitte des Buches, überschlagen sich die Ereignisse und für mich war es schon ein zu viel an Zufällen und außergewöhnlichen Ereignissen, vor allem in Bezug auf die Nachbarschaft. Hier hätte ich weniger, aber dafür konstant durchgezogene Aktionen besser gefunden, da es mir schon zu unrealistisch wurde. Der Vermisstenfall um ihren kleinen Bruder, bei dem Lucy auch beteiligt war, wurde für mich nicht ausreichend thematisiert und auch nicht zufriedenstellend aufgeklärt, das mag ich persönlich auch nicht so gerne. Wie es weiterhin mit Lucy und ihrer unsichtbaren Freundin Eliza weitergehen wird, bleibt ebenfalls ein offener Aspekt der Geschichte. Somit waren am Ende ziemlich viele offene Ausgänge und es gab keinen für mich zufriedenstellenden Abschluss. Meiner Meinung nach hätte das Buch das Potenzial gehabt, noch spannender gestaltet zu werden, wenn man Handlungsstränge reduziert hätte und dafür diese näher an der Realität und besser ausgebaut hätte.

Veröffentlicht am 15.02.2022

auf die Perspektive kommt es an

Das Loft
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Das Loft ist ein Thriller, der aus den Perspektiven von unterschiedlichen Personen geschrieben ist. Als Leserinnen bekommen wir immer wieder einen Einblick in eine Szene, aber aus der jeweiligen Sichtweise ...

Das Loft ist ein Thriller, der aus den Perspektiven von unterschiedlichen Personen geschrieben ist. Als Leserinnen bekommen wir immer wieder einen Einblick in eine Szene, aber aus der jeweiligen Sichtweise der erzählenden Person und manchmal die gleiche Szene dann nochmals aus einer anderen Sichtweise. Diese Erzählform habe ich als sehr interessant empfunden, auch zwischen den Zeilen herauszufinden, wie sich die Szene tatsächlich abgespielt haben könnte, denn die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen oder auch nicht.
Die beiden Ermittler
innen machen zu Beginn einen recht unaufregenden Eindruck, arbeiten teilweise nach Vorschrift und umgehen diese auch mal ein wenig und zum Schluss wird man als Leser*in überrascht und hat dann im Nachhinein betrachtet nochmals einen neuen Blickwinkel auf die geführten Gespräche.
Mir haben vor allem die vielen Gespräche, die unterschiedlichen Sichtweisen und die Rückblicke auf die Zeit vor dem Unfall oder war es Mord – das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten – gefallen. Dies hat für mich die Menschen lebendig und authentisch dargestellt und somit war der Thriller sehr kurzweilig zu lesen, kaum aus der Hand zu legen.