Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2022

viele offene Ausgänge

Die Vertraute
0

Der Thriller hat einen guten Spannungsaufbau. Zuerst beginnt er noch relativ gemütlich, aber schon bald steigt die Spannung und bleibt dann auf durchgehend hohem Niveau, sodass man als Leserin das Bedürfnis ...

Der Thriller hat einen guten Spannungsaufbau. Zuerst beginnt er noch relativ gemütlich, aber schon bald steigt die Spannung und bleibt dann auf durchgehend hohem Niveau, sodass man als Leserin das Bedürfnis verspürt, rasch weiterzulesen und das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Lucy ist hin- und hergerissen, wem sie noch vertrauen kann und unsicher, ob sie sich selbst überhaupt vertrauen kann. Diese Unsicherheit und Verzweiflung übertragen sich auch stark an die Leserinnen, was ich sehr gelungen finde. Lucys Ehemann wird ziemlich einseitig dargestellt und man merkt deutlich, was seine Intentionen sind und wie er zu Lucy steht, vielleicht hätte man seinen Charakter auch etwas vielschichtiger gestalten können. Ihre unsichtbare Freundin Eliza beeinflusst ihr Denken und Handeln zudem auch noch und lenkt sie in gewisse Bahnen. Später jedoch, etwa ab der Mitte des Buches, überschlagen sich die Ereignisse und für mich war es schon ein zu viel an Zufällen und außergewöhnlichen Ereignissen, vor allem in Bezug auf die Nachbarschaft. Hier hätte ich weniger, aber dafür konstant durchgezogene Aktionen besser gefunden, da es mir schon zu unrealistisch wurde. Der Vermisstenfall um ihren kleinen Bruder, bei dem Lucy auch beteiligt war, wurde für mich nicht ausreichend thematisiert und auch nicht zufriedenstellend aufgeklärt, das mag ich persönlich auch nicht so gerne. Wie es weiterhin mit Lucy und ihrer unsichtbaren Freundin Eliza weitergehen wird, bleibt ebenfalls ein offener Aspekt der Geschichte. Somit waren am Ende ziemlich viele offene Ausgänge und es gab keinen für mich zufriedenstellenden Abschluss. Meiner Meinung nach hätte das Buch das Potenzial gehabt, noch spannender gestaltet zu werden, wenn man Handlungsstränge reduziert hätte und dafür diese näher an der Realität und besser ausgebaut hätte.

Veröffentlicht am 15.02.2022

auf die Perspektive kommt es an

Das Loft
0

Das Loft ist ein Thriller, der aus den Perspektiven von unterschiedlichen Personen geschrieben ist. Als Leserinnen bekommen wir immer wieder einen Einblick in eine Szene, aber aus der jeweiligen Sichtweise ...

Das Loft ist ein Thriller, der aus den Perspektiven von unterschiedlichen Personen geschrieben ist. Als Leserinnen bekommen wir immer wieder einen Einblick in eine Szene, aber aus der jeweiligen Sichtweise der erzählenden Person und manchmal die gleiche Szene dann nochmals aus einer anderen Sichtweise. Diese Erzählform habe ich als sehr interessant empfunden, auch zwischen den Zeilen herauszufinden, wie sich die Szene tatsächlich abgespielt haben könnte, denn die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen oder auch nicht.
Die beiden Ermittler
innen machen zu Beginn einen recht unaufregenden Eindruck, arbeiten teilweise nach Vorschrift und umgehen diese auch mal ein wenig und zum Schluss wird man als Leser*in überrascht und hat dann im Nachhinein betrachtet nochmals einen neuen Blickwinkel auf die geführten Gespräche.
Mir haben vor allem die vielen Gespräche, die unterschiedlichen Sichtweisen und die Rückblicke auf die Zeit vor dem Unfall oder war es Mord – das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten – gefallen. Dies hat für mich die Menschen lebendig und authentisch dargestellt und somit war der Thriller sehr kurzweilig zu lesen, kaum aus der Hand zu legen.

Veröffentlicht am 09.12.2021

lebt von den Charakteren

Seht ihr es nicht?
0

Der Krimi lebt von den sehr gut ausgearbeiteten und originellen Charakteren, der lockeren und witzigen Sprache und seiner Kurzweiligkeit. Der Ermittlungsfall sowie die genauen Erörterungen über Nano-Technologien ...

Der Krimi lebt von den sehr gut ausgearbeiteten und originellen Charakteren, der lockeren und witzigen Sprache und seiner Kurzweiligkeit. Der Ermittlungsfall sowie die genauen Erörterungen über Nano-Technologien konnte mich allerdings nicht ganz so mitreißen wie erhofft. Wo sich Karina, die einzige Überlebende des Familiendramas befinden könnte, war für mich auch nicht so überraschend. Trotzdem habe ich den Krimi aufgrund der sprachlichen Wendungen und des Humors sehr genossen und kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 09.12.2021

großer Hype - zu wenig Zeit für Tiefgang

Was fehlt dir
0

Ich kann nur schwer zusammenfassen, wie mir der Roman gefallen hat. Auf der einen Seite ist die Geschichte der beiden Freundinnen seit Jugendtagen, von denen eine an Krebs erkrankt ist, sehr nachdenklich ...

Ich kann nur schwer zusammenfassen, wie mir der Roman gefallen hat. Auf der einen Seite ist die Geschichte der beiden Freundinnen seit Jugendtagen, von denen eine an Krebs erkrankt ist, sehr nachdenklich und auffordernd geschrieben. Die Geschichte wird in einem lockeren Erzählstil, ähnlich wie in einem Gespräch, gebracht. Auf der anderen Seite kommen noch viele weitere Erzählstränge hinzu und das Buch ist recht kurz, sodass alle Themen gerade einmal oberflächlich angerissen werden können, aber nicht in die Tiefe gehen. Mir fehlt gerade der Tiefgang und den großen Hype, der vielleicht auch aufgrund der Vorgängerbücher der Autorin Vorschusslorbeeren sind, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Veröffentlicht am 09.12.2021

spannende Umsetzung

The Nothing Man
0

Mit ihrem Buch über die Erlebnisse mit einem Mörder, der vor 20 Jahren ihre gesamte Familie getötet hat, möchte Eve sich die Geschehnisse von der Seele schreiben und gleichzeitig auch wieder aufrütteln, ...

Mit ihrem Buch über die Erlebnisse mit einem Mörder, der vor 20 Jahren ihre gesamte Familie getötet hat, möchte Eve sich die Geschehnisse von der Seele schreiben und gleichzeitig auch wieder aufrütteln, dass der damalige Mörder noch immer nicht gefasst wurde. Ob dies eine gute Idee von ihr war? Sie begibt sich selbst auf die Suche und somit auch in höchste Lebensgefahr, denn auch der Mörder liest ihr Buch und ist mit einigen Darstellungen nicht ganz zufrieden.
Ich finde beiden unterschiedlichen Schreibweisen und Sichtweisen im Buch sehr interessant, einerseits aus Sicht von Eve, die damals noch ein Mädchen war und jetzt ihre Erlebnisse verarbeitet und zweitens aus Sicht des „nothing man“, der mit seiner Darstellung im Buch nicht zufrieden ist und nun wieder aus seinem bürgerlichen Leben ausbricht und in sein altes Schema zurückfällt. Von der Autorin sehr spannend umgesetzt!