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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2026

stürmisch und sprunghaft

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Der aktuelle Teil ist bereits der sechste Band der Serie und nachdem ich alle vorigen Teile gelesen habe, war ich bereits mit den Ermittler*innen vertraut und konnte mich somit relativ schnell in die aktuellen ...

Der aktuelle Teil ist bereits der sechste Band der Serie und nachdem ich alle vorigen Teile gelesen habe, war ich bereits mit den Ermittler*innen vertraut und konnte mich somit relativ schnell in die aktuellen Ermittlungen einfinden. Der Teil selbst ist in sich abgeschlossen und kann theoretisch auch ohne Vorwissen gelesen werden, allerdings hat man mehr Lesespaß, wenn man über die beruflichen und privaten Angelegenheiten der Hauptcharaktere bescheid weiß. Alexa hat diesmal nicht nur mit komplexen Ermittlungen zu Todesfällen zu kämpfen, sondern auch mit einer dramatischen Unwettersituation. Dies wird sehr detailliert geschildert, an manchen Stellen vielleicht sogar etwas überstrapaziert, sodass die Todesfälle bzw. die Hintergründe dafür zu kurz kommen. Krammer ermittelt an einem eigenen Fall, aber am Ende überschneiden sich die Fälle wieder und es führt zu Überlappungen und gemeinsamen Ermittlungen. Die unterschiedlichen Fälle hatten für mich zu Beginn kaum einen Zusammenhang erkennen lassen und dies blieb auch über lange Zeit weiterhin so, erst am Ende werden die Handlungsstränge geklärt und die offenen Fragen beantwortet. Mir war der Schluss allerdings zu abrupt und zu schnell abgehandelt, vor allem, da vorher auch sehr ausführlich über die Wettersituation und dergleichen berichtet wurde. Hier hätte ich mir mehr Platz für genauere Hintergründe und Erklärungen gewünscht. Gewalt gegen Frauen ist diesmal ein wichtiges Thema, das auch mit dem nötigen Respekt behandelt wird und hier mehrfach eingeflochten wird. Alexas Freundin, Reflexionspartnerin und Psychologin Leni kommt mir in diesem Teil viel zu kurz, sie kommt nur am Rande vor. Dies finde ich schade, da mir gerade der Austausch untereinander und ihr psychologischer Input sehr gut gefallen haben in den vorigen Teilen. Ich würde im nächsten Teil gerne wieder mehr von ihr lesen, vielleicht auch in einem aktiveren Part.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Gibt es das Serienkiller-Gen?

Die Tochter des Serienkillers
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Der Thriller ist der zweite Teil der Serie „Die Familie des Serienkillers“, ist aber in sich abgeschlossen und kann auch unabhängig von den restlichen Büchern der Serie gelesen werden. Mir gefällt der ...

Der Thriller ist der zweite Teil der Serie „Die Familie des Serienkillers“, ist aber in sich abgeschlossen und kann auch unabhängig von den restlichen Büchern der Serie gelesen werden. Mir gefällt der geradlinige Schreibstil, der viel Raum für Zweifel und Spekulationen lässt sehr gut. Es entsteht eine Sogwirkung, sodass man das Buch kaum weglegen kann und weiterhin erfahren möchte, wie Jennys Kindheit sie einholt und sie an sich selbst zu zweifeln beginnt. Als Tochter eines Serienkillers und aufgrund ihrer nächtlichen Blackouts und Schlafwandelphasen durch Stress, beginnt Jenny sich zu sorgen, was sie in ihren nächtlichen Streifzügen angestellt haben könnte. Plötzlich beginnt auch ihr Familienleben zu bröckeln, ihr Mann distanziert sich und sie gerät in den Verdacht, die Nachbarin und ehemalige Geliebte ihres Mannes entführt oder gar getötet zu haben. Kein Wunder, dass dadurch ihre Schlafstörungen noch mehr befeuert werden. Gibt es das Serienkiller-Gen? Diese Frage beschäftigt Jenny gleichermaßen, wie die Frage, wem sie aus ihrem Umfeld vertrauen kann. Die kurzen Auszüge aus dem Briefwechsel zwischen Jenny und ihrem Vater aus der Kindheit sind eine Bereicherung zur Veranschaulichung, wie innig ihre Bindung damals gewesen ist und wie sehr die damals achtjährige Jenny zu ihrem Vater aufgeschaut und ihn vergöttert hat. Ich freue mich schon auf den dritten Teil der Serie und hoffe wieder auf spannende Lesestunden.

Veröffentlicht am 01.02.2026

verpasste Chancen

Tage des Lichts
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Der Roman ist detailliert beschreibend, teilweise in poetischer Sprache, aus der Sicht von Ivy über eine lange Zeitspanne ihres Lebens geschildert. Er ist meistens still, hat aber einige Schlüsselmomente, ...

Der Roman ist detailliert beschreibend, teilweise in poetischer Sprache, aus der Sicht von Ivy über eine lange Zeitspanne ihres Lebens geschildert. Er ist meistens still, hat aber einige Schlüsselmomente, die lauter werden und die exemplarisch hervorgehoben werden, beginnend mit der jungen etwa 19jährigen Ilvy bis zur alten Frau. Zwischendurch werden gesamte Lebensabschnitte übersprungen, dies finde ich ungewohnt. Das zentrale Thema und die Bedeutung des Lichtes kommt immer wieder vor und wird von mehreren Blickpunkten aus betrachtet, vor allem in religiöser Hinsicht, aber auch künstlerisch, esoterisch und aus persönlichen Erlebnissen heraus, teilwiese negativ behaftet, teilweise positiv. Generell spielen Spiritualität und Religiosität eine besondere Rolle, aber auch kreative, künstlerische Aspekte. Traurig finde ich, wie sich Ivys Leben im Laufe der Zeit verändert hat. Zu Beginn ist Ivy eine junge, lebensfrohe, naive Persönlichkeit, die noch viele Träume und Vorstellungen vom Leben hat, doch schon bald ist sie verheiratet, überfordert, gestresst und hat ihr Selbstbewusstsein verloren. Sie wirkt depressiv und passiv und hat aufgehört, nach etwas zu streben, sieht sich selbst sogar als talentlos an. Immer wieder treten kurze Freudenmomente und Verliebtheit in ihr Leben, aber dies darf und kann sie nicht ausleben, sondern verkümmert immer mehr. Nach vielen verpassten Chancen, aufgegebenen Hoffnungen und Träumen, sucht Ivy nach einem neuen Licht in ihrem Leben und findet dies auch wieder für einen kurzen Moment in der Religion. Insgesamt war der Roman für mich monoton, blass und deprimierend zu lesen. Ich hätte mir auch mehr Höhepunkte in Ivys Leben gewünscht und intensivere Gefühle von Ivy und ihrem Umfeld. Leider hat sie auch erst sehr spät mit einer Reflexion ihrer Situation begonnen, aber was wäre, wenn… stand immer im Raum.

Veröffentlicht am 30.01.2026

KI trifft auf Gefühle

Deep Fake
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Der Thriller ist spannend aufgebaut, indem er zeitlich zwischen zwei Zeitebenen switcht und aus wenigen Hauptcharakteren besteht, die authentisch und umfangreich beschrieben werden, mit all ihren Stärken ...

Der Thriller ist spannend aufgebaut, indem er zeitlich zwischen zwei Zeitebenen switcht und aus wenigen Hauptcharakteren besteht, die authentisch und umfangreich beschrieben werden, mit all ihren Stärken und Schwächen. Außerdem ist der Autorin gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der einerseits neue Themen wie Künstliche Intelligenz und Mobbing behandelt werden, aber dennoch auch die abgelegene und verschworene Dorfgemeinschaft mit ihren alten Ansichten und Werten Platz finden, ohne dass es kitschig wirkt. Ich habe die wechselnde Leseatmosphäre sehr gut empfunden und konnte mich auch gut in alle Situationen hineinversetzen. Gelungen finde ich auch die Tagebucheinträge von Kat aus ihrer jugendlichen Perspektive, wie sie damals als Clique das Dorfleben als schwarz-weiß empfunden haben und wie sich die einzelnen Charaktere im Laufe der Zeit entwickelt haben. Das Aufeinandertreffen nach so langer Zeit gestaltet sich mit einigen schwieriger, mit anderen kann Mira alias Fee wieder anknüpfen, als ob es nie anders gewesen wäre. Die Schuldgefühle und die tragischen Ereignisse aus der Vergangenheit hängen ihnen jedoch noch nach und es wird endlich Zeit, die Vermutungen zu klären und aufzuarbeiten, was wirklich geschehen ist. Vor allem, nachdem Mira mit einem Deep Fake Video in ihrer Schule diffamiert wird und ihr Leben droht, aus den Fugen zu geraten. Die Szenen mit ihrem Schüler Alex, der sich als IT-Spezialist in alle möglichen Systeme und Steuerungen hackt, habe ich nicht als realistisch empfunden, sie hätten auch überhaupt nicht vorkommen müssen. Wichtiger als die technischen Aufklärungsversuche finde ich die Klärungen auf persönlicher Ebene und dies ist ausführlich und gut gelungen. Am Ende wird richtiggestellt, werden Entschuldigungen ausgesprochen, werden alte Beziehungen beendet oder wieder aufgenommen und verfestigt und ins neue Leben integriert und dennoch gibt es ein paar Überraschungen.

Veröffentlicht am 27.01.2026

direkt aus dem Leben gegriffen

Alle glücklich
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Der Roman beschreibt eine oberflächlich betrachtet glückliche Familie, bestehend aus Nina, Alexander, und den beiden Kindern im Teenageralter Ben und Emilia. Wenn man genauer hinblickt, erkennt man, dass ...

Der Roman beschreibt eine oberflächlich betrachtet glückliche Familie, bestehend aus Nina, Alexander, und den beiden Kindern im Teenageralter Ben und Emilia. Wenn man genauer hinblickt, erkennt man, dass jede/r eigene Sorgen und unausgesprochene Wünsche mit sich herumschleppt, sich aber niemandem anvertrauen kann oder auch das Gefühl hat, dass sich irgendetwas nicht richtig anfühlt oder anders anfühlen sollte. Der Schreibstil ist emotional, reflektierend und direkt, indem die vier Familienmitglieder die Alltagssituationen aus ihrer jeweiligen Sichtweise erzählen. Somit erhält man als Leserin ein vielschichtiges Bild der Familie mit all ihren schlummernden Problemen und Sorgen. Die Charaktere wirken dabei so authentisch, direkt aus dem Leben gegriffen und man kann als Leserin die Hintergründe und Gedanken von allen von ihnen nachvollziehen. Interessant finde ich die Dynamik, die entsteht, sobald man ein kleines Puzzleteil in der Alltagsroutine verschiebt, sodass dies die gesamte Familiensituation in Bewegung bringt. Auffällig in dieser Familie ist auch, dass sie zwar in gewisser Weise miteinander kommunizieren, aber nichts sagen. Was die einzelnen Personen belastet, was stört, wo Unsicherheiten auftreten, wird nicht angesprochen. Sie befinden sich in einem Alltagstrott aus Arbeit und Alltag und den unausgesprochenen inneren Konflikten. Als Außenstehender hätte man ein anderes Bild von der Familie.
Der halboffene Schluss gefällt mir sehr gut. Es werden Veränderungen in Angriff genommen, ausgelöst durch eine tragische Situation, aber es gibt einen Ausblick auf Veränderung in naher Zukunft, wie auch immer sich diese gestalten wird. Es ist kein Roman, den man schnell zwischendurch liest, sondern einer der beschäftigt, zu Reflexionen anregt und auch im Nachhinein noch nachwirkt.