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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2025

Spiel mit Unterschwelliger Angst und Bedrohung

The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?
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Der Thriller ist psychologisch dicht und punktet eher mit subtilen Andeutungen und regt das Gedankenkarussell an, denn das Setting ist so gestaltet, dass es mit weniger an Action oder mit wenigen Situationswechseln ...

Der Thriller ist psychologisch dicht und punktet eher mit subtilen Andeutungen und regt das Gedankenkarussell an, denn das Setting ist so gestaltet, dass es mit weniger an Action oder mit wenigen Situationswechseln auskommt. Als Leserin beschäftigt man sich mit den inneren Abgründen von anderen Menschen, macht sich selbst Gedanken dazu und versucht so eine innere Bindung zu den Hauptcharakteren aufzubauen und ihre Handlungsweisen und Gedankengänge nachzuvollziehen.
Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die in der Nacht zu einem fremden Mann ins Auto steigt. Alleine schon diese Szene lässt die Alarmglocken angehen und sorgt für Gänsehautmomente. Je länger die beiden unterwegs sind, stellt sich die Frage, wer stellt hier die eigentliche Bedrohung dar und wer ist das Opfer? Die Autorin spielt mit den Emotionen der Leser
innen und dies auf spannende Weise. Es gibt ein paar Momente, wo ich meine Vermutungen wieder revidieren musste und die Geschichte eine andere Richtung eingenommen hat, als ich mir erwartet hatte. Das Besondere ist allerdings die Lesestimmung, bei der man ständig eine unterschwellige Angst und ein Unwohlsein fühlt, wie der Moment, kurz bevor etwas passiert.

Veröffentlicht am 30.12.2025

Wie gut kennt man seine Mitmenschen?

Die Frau des Serienkillers
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Wie gut kennt man die Menschen, die man liebt? – mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich der erste Teil der Serie. Im Mittelpunkt steht Beth, deren Leben komplett aus den Fugen gerät, als ihr Ehemann ...

Wie gut kennt man die Menschen, die man liebt? – mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich der erste Teil der Serie. Im Mittelpunkt steht Beth, deren Leben komplett aus den Fugen gerät, als ihr Ehemann beschuldigt wird, zuerst eine Frau, dann mehrere getötet zu haben. Die Kapitel werden aus unterschiedlichen Sichtweisen geschildert und somit kommen einzelne Szenen mehrmals vor, jeweils aus der Sicht von Beth oder Tom, was es für mich spannender gestaltet. Zu Beginn hätte ich Beth als etwas naiv und gutgläubig eingeschätzt, aber mit der Zeit hat sich meine Einstellung darüber geändert und es kommen auch Dinge aus Beths naher Vergangenheit ans Tageslicht, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, die die gesamte Situation verändern. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, vielleicht erfahren wir im zweiten Teil mehr darüber. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 29.12.2025

es bleibt ein komischer Beigeschmack

Ruf der Leere
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Der Roman startet mit Alltagssituationen und bietet eine gute Charakterstudie der einzelnen Personen. Mit der Zeit erhält man als Leser*in immer mehr Einblicke in das Leben der einzelnen Charaktere und ...

Der Roman startet mit Alltagssituationen und bietet eine gute Charakterstudie der einzelnen Personen. Mit der Zeit erhält man als Leser*in immer mehr Einblicke in das Leben der einzelnen Charaktere und erfährt ihre Ängste, ihre Sorgen und ihre dunklen Geheimnisse. Die Idee mit der abgelegenen Hütte, ohne Handyempfang, in einem geschlossenen Setting finde ich gut, so muss man sich den Fragen und Antworten der anderen stellen und kann ihnen nicht ausweichen. Auch die Fragestellung, wer es moralisch gesehen, verdient zu überleben und wer nicht und dass diese Entscheidung als Gruppenkonsens getroffen werden soll, ist spannend. Die Umsetzung dazu hat mir leider nicht ganz so gut gefallen, einerseits durch das Auftreten des alten Mannes in Vertretung für den Tod, aber auch der Schluss wurde für mich viel zu schnell abgehandelt. Genau in dem Moment, als die Wahrheiten ans Tageslicht kommen und Spannung aufgebaut wurde, wird dies so schnell wieder beendet und viele Fragen bleiben offen, viele Themen ungeklärt. Die einzelnen Hauptcharaktere beginnen sich zu öffnen, erfahren, wie sie von den anderen wahrgenommen werden, bekommen negative Dinge an den Kopf geworfen und haben kaum die Möglichkeit dies zu überdenken oder zu reagieren. Die Reaktionen darauf hätte ich ebenfalls spannend gefunden. Hier hätte man mehr Zeit und Raum einplanen sollen und einen nicht ganz so offenen Schluss wählen sollen. Somit bleibt ein komischer Beigeschmack, indem mir das Hinführen zum Ende gut gefallen hat, aber das Ende selbst nicht.

Veröffentlicht am 23.12.2025

mysteriöse Nachrichten

Todesstimme
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Der zweite Teil der Serie mit Tara als Sonderermittlerin in einer kleinen, aber effektiven Kontrollgruppe, hat mir noch besser gefallen als der erste Teil. Die Hauptcharaktere sind schon aus dem ersten ...

Der zweite Teil der Serie mit Tara als Sonderermittlerin in einer kleinen, aber effektiven Kontrollgruppe, hat mir noch besser gefallen als der erste Teil. Die Hauptcharaktere sind schon aus dem ersten Teil bekannt, samt ihren Eigenheiten und im zweiten Teil kann man sie noch besser kennenlernen, auch einen kleinen Einblick in ihre Privatleben bekommen, aber dennoch bleibt vor allem Gabriel etwas undurchschaubar und schwer einschätzbar für mich.
Die Todesfälle, angeleitete Suizide, werden in Verbindung mit einem Podcast gebracht, wobei nicht bekannt ist, wer dahintersteckt. Ansonsten haben die Suizide auf den ersten Blick wenig Gemeinsamkeiten, quer durch alle Altersgruppen, Geschlechter oder Berufe, besonders tragisch, auch eine 16jährige ist eines der Mordopfer.
Die Aufklärung hat mir nicht optimal gefallen, zudem waren sehr viele Personen in der einen oder anderen Weise involviert und dies wurde recht schnell abgehandelt. In Bezug auf die restlichen Ermittlungen, hätte man hier mehr Raum geben können. Ansonsten freue ich mich schon auf den dritten Teil und hoffe, Gabriel noch aus der Reserve zu locken.

Veröffentlicht am 21.12.2025

stimmiges Gesamtpaket

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Der Thriller hat ein stimmiges Gesamtpaket, ansprechendes, schlichtes Design, Farbschnitt, knackiger Titel und eine interessenserweckende Story, die neugierig macht. Inhaltlich ist es ein solider Thriller, ...

Der Thriller hat ein stimmiges Gesamtpaket, ansprechendes, schlichtes Design, Farbschnitt, knackiger Titel und eine interessenserweckende Story, die neugierig macht. Inhaltlich ist es ein solider Thriller, aber nicht ganz so überraschend oder unerwartet, wie erhofft. Nathalie gefällt mir als Charakter sehr gut, da sie tough ist und sich von niemandem einschrecken lässt, auch nicht von einem wohlhabenden oder angsteinflößenden Ambiente, vor allem nicht, wenn es um beste ihre Freundin geht. Die weiteren Charaktere waren eher klischeehaft bzw. vorhersehbar, sodass ich mir hier mehr Tiefe gewünscht hätte. Die Situationen rund um Geoffrey Rosenberg sind teilweise auch überspitzt dargestellt, aber dennoch spannend beschrieben, sodass man durch die Seiten rauscht. Am Ende werden alle offenen Fragen restlos aufgeklärt und alle losen Handlungsstränge miteinander verbunden. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, aber für die volle Punktezahl haben mir Überraschungsmomente, mit denen ich nicht gerechnet hätte, gefehlt.