Profilbild von cybergirl

cybergirl

Lesejury Star
offline

cybergirl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit cybergirl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2026

Kleinstadtganoven in der irischen Provinz

Wilde Häuser
0

Klappentext:
Es ist das wichtigste Wochenende des Jahres. Während sich Ballina im Westen Irlands auf ein großes Fest vorbereitet, verschwindet Doll English nach einem Streit mit seiner Freundin Nicky spurlos ...

Klappentext:
Es ist das wichtigste Wochenende des Jahres. Während sich Ballina im Westen Irlands auf ein großes Fest vorbereitet, verschwindet Doll English nach einem Streit mit seiner Freundin Nicky spurlos von einer Party. Sketch und Gabe Ferdia, Kleinstadt-Gauner mit einem Hang zu roher Gewalt, haben den Jugendlichen entführt. Dessen älterer Bruder, der örtliche Dealer Cillian hat seine Schulden nicht bezahlt. Ihr Cousin Dev scheint den Ferdias der ideale Gastgeber für die Geiselnahme zu sein, denn der sanftmütige Riese führt in ländlicher Abgeschiedenheit ein Leben unter dem Radar. Dev wird zum unfreiwilligen Komplizen, doch ausgerechnet er, die personifizierte Untätigkeit, ist Dolls beste Chance zu überleben. Auch Nicky wird in den Rachefeldzug hineingezogen. Verkatert und voller dunkler Vorahnungen macht sie sich auf die Suche nach ihrem Freund. Wie Dev muss sie, um Doll zu retten, eine Entscheidung treffen.

„Wilde Häuser“ von Colin Barrett ist ein Roman mit skurrilen Charakteren und einem bissigen Humor.

Der Roman handelt von Kleinstadtganoven, Dealer, Schulden und Rache.
Colin Barrett entwirft ein atmosphärisch dichtes Porträt der irischen Provinz, das gleichermaßen düster wie tief berührend ist.

Die Charaktere sind skurril.
Da ist Dev, ein sanfter Riese, der unfreiwillig in die Machenschaften seines kriminellen Cousins hineingezogen wird, und die jungen Nicky, die verzweifelt versucht, ihren Platz in einer Welt voller Stillstand zu finden. Barrett zeichnet keine Helden, sondern echte Menschen mit Ecken und Kanten.

Colin Barrett entwirft ein atmosphärisch dichtes Porträt der irischen Provinz, das gleichermaßen düster wie tief berührend ist.
Der Schreibstil ist präzise und atmosphärisch.
Colin Barretts Sprache ist ein Genuss. Er schreibt mit einer Präzision, jedes Wort sitzt, jedes Bild setzt sich im Kopf fest.
Der Autor schafft es, die Tristesse der Kleinstadt Ballina so lebendig zu beschreiben, dass man den Regen förmlich auf der Haut spürt. Dabei verfällt er nie in Klischees, sondern findet für das Alltägliche eine ganz eigene, raue Poesie.

Trotz der harten Themen (Schulden, Entführung, Perspektivlosigkeit) ist das Buch überraschend humorvoll. Es ist dieser typisch irische, beißende Humor, der aus der Ausweglosigkeit geboren wird. Die Dialoge sind staubtrocken und voller schlagfertiger Boshaftigkeiten, die einen immer wieder laut auflachen lassen. Dieser Kontrast zwischen Gewalt und Witz verleiht der Geschichte eine enorme Dynamik.

„Wilde Häuser“ ist ein fesselnder Noir-Roman über Familie, Loyalität und die Enge der Provinz. Ein absolutes Highlight für alle, die literarische Qualität gepaart mit einer packenden Story suchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2026

Wie immer spannende Unterhaltung der Extraklasse

Teuflische Provence
0

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet ...

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des ›Teufelsliedes‹, einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden.

„Teuflische Provence“ ist bereits der 14. Band der Reihe mit Commissaire Leclerc von Pierre Lagrange.

Der Autor lässt seine Leserinnen wieder in die Provence reisen.
Die Orte und die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat beschreibt Pierre Lagrange wieder einmal sehr stimmungsvoll.

Die eigentlichen Ermittler sind die Polizisten Theroux und Castel. Sie sind mir aus den vorherigen Bänden gut bekannt und sehr sympathisch.
Theroux ist ein guter Ermittler, doch kommt es einem manchmal so vor, als stehe er auf der Leitung.
Es ist zum Schmunzeln, wenn die beiden genervt die Anrufe von Leclerc ignorieren und dieser immer wieder einen Weg findet, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Leclerc sitzt, wie jeden Morgen, zusammen mit seinem Mops Tyson im Café von Matteo.
Hier kommen oft Streifenwagen vorbei und holen sich einen Kaffee. So erfährt Leclerc oft, was in der Umgebung passiert ist.
So auch heute, Leclerc erfährt von einem Mord im Kloster St. Gargas. Eigentlich war Leclerc schon lange nicht mehr in dem Kloster, was für eine Schande. Zusammen mit Tyson macht er sich auf den Weg zum Kloster. Wie üblich sind Theroux und Castel genervt den Ex-Commissaire wieder an einem Tatort zu sehen. Leclarc macht sich mit den Umständen vertraut und fängt seine eigenen Ermittlungen an.
So müssen die eigentlichen Ermittler wieder einmal feststellen, dass Leclerc ihnen um eine Nasenlänge voraus ist.

Pierre Lagrange erzählt die Geschichte spannend und mit etwas Humor.
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Die Hauptcharaktere sind aus den vorherigen Bänden gut bekannt und mir schon lange ans Herz gewachsen.

„Teuflische Provence“ ist wieder ein gelungener Krimi. Ich freue mich jetzt schon auf Band 15.
Doch erst einmal startet eine neue Reihe von Pierre Lagrange „Madame Mort und der tote Onkel“ ist der 1. Band und erscheint am 07. Oktober 2026.
Aufmerksame Leser
innen kennen Madame Mort natürlich, es ist die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, die Leclerc immer mit Schokocroissants besticht. Ich freue mich schon auf das Buch.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

Roman mit traumhaftem Setting

Die schwimmende Buchhandlung von Venedig
0

Klappentext:
Beth liebt ihr Leben in Venedig, doch als sie ihren Job verliert, ist sie am Boden zerstört. Bis sie zufällig auf einen zum Verkauf stehenden Bücherkahn stößt. Um ihre schwimmende Buchhandlung ...

Klappentext:
Beth liebt ihr Leben in Venedig, doch als sie ihren Job verliert, ist sie am Boden zerstört. Bis sie zufällig auf einen zum Verkauf stehenden Bücherkahn stößt. Um ihre schwimmende Buchhandlung ›La Libreria delle parole‹ aufzubauen, braucht sie Hilfe – von Marco, einem leidenschaftlichen Kunstförderer. Zwischen den beiden funkt es sofort. Doch schaffen sie es, sich ihren Ängsten zu stellen?

„Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“ ist der 2. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Beth. Beth ist eine sympathische junge Frau, die von England nach Venedig gekommen ist und dort in einer Gallery arbeitet. Ihre Stelle und ihre Wohnung werden von einer Stiftung finanziert, die jetzt allerdings das Geld für andere Zwecke benötigt. Kurz gesagt, Beth verliert ihre Stelle und muss sich auch eine andere Wohnung suchen.
Klar ist ihr, sie möchte gerne in Venedig bleiben. Da hört sie von einem alten Bücherkahn, der verkauft werden soll. Beth die immer sehr überlegt und strategisch handelt, kauft spontan die schwimmende Buchhandlung. Ihre Freundin Cesca, hilft beim Umbau der Barke. Als Beth, Cescas Bruder Marció kennenlernt, beginnen ihre Gefühle verrücktzuspielen.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Beth, die einen Neuanfang in Venedig sucht, ist mir besonders sympathisch. Es macht Freude, Beth zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben. Die Frau, die immer alles abwägt und sich in Schwarz oder Grau kleidet, handelt auf einmal spontan, aus dem Bauch heraus und sehnt sich nach mehr Farbe bei ihrer Kleidung.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Die Buchhandlung beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Und was für einen schönen Namen die Buchhandlung hat. „ ›La Libreria delle parole“, „Die Bibliothek der Worte“.

Die Geschichte handelt von einem Neuanfang, von Zusammenhalt und von Liebe.
Ja, es wird auch romantisch in der Geschichte, auch wenn da erst einmal ein paar Hürden genommen werden müssen.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das schon bald nicht mehr aus der Hand legen.

„Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich freue mich schon auf den 3. Band „Das schwimmende Café von Kopenhagen, der schon im Juli erscheinen soll.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2026

Spannung aus Norwegen

Polarblut - Tödliches Leuchten
0

Klappentext:
In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem ...

Klappentext:
In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Noch bevor Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø Antworten finden können, geschieht ein zweiter Mord. Tief im Schnee, in einer abgelegenen Hütte, wird ein Mann in einen Hinterhalt gelockt und erstochen – ausgerechnet in einer Nacht, in der die Nordlichter besonders hell über den Himmel tanzen. Zwei Tote. Zwei Tatorte. Und es gibt nur stumme Zeugen: die Polarlichter.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman aus Norwegen von Tuva Brø.

Die Autorin nimmt ihre Leserinnen mit nach Norwegen, bis hin zum Polarkreis.
Hier geht die Sonne im Sommer nicht unter und im Winter ist es fast den ganzen Tag dunkel, dafür kann man immer wieder die herrlichen Polarlichter sehen.

Der Tourismusunternehmer Glen Solberg wird in ihrem Haus durch einen Kopfschuss ermordet. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen die Ermittlungen auf. Ihnen stehen die Polizisten Harald, Olav und Hedda zur Seite.
Bald schon gibt es einen zweiten Mord. Und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren,
Doch die Ermittler haben es selten mit so brutalen Morden zu tun.

Tuva Brø erzählt die Geschichte mit viel Spannung. Die Atmosphäre ist durch die Dunkelheit im Winter recht düster. Einzig die Polarlichter bringen etwas Licht in die Dunkelheit.
Die Landschaft und die Polarlichter am Himmel werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Anta Thorsen und Hans Vigeland sind keine gesichtslosen Protagonisten, die Leser
innen lernen sie gut kennen und bekommen auch einen Einblick in ihr Privatleben.
Sie gefallen mir gut und haben viel Potenzial für weitere Fälle. Ich hoffe ja, dass es sich hierbei um den Auftakt einer Krimireihe handelt.

Tuva Brø hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzeugt Spannung, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrechterhält.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman, der sich gut in die skandinavische Krimiwelt einreihen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein Roman zum Eintauchen und Träumen

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer
0

Klappentext:
Viele Jahre ist es her, dass die 33-jährige Kayla zuletzt in ihrer Heimat Irland war: Zu groß ist der Schmerz, den sie dort zurückgelassen hat. Denn ihre Mutter verschwand ohne ein Wort, als ...

Klappentext:
Viele Jahre ist es her, dass die 33-jährige Kayla zuletzt in ihrer Heimat Irland war: Zu groß ist der Schmerz, den sie dort zurückgelassen hat. Denn ihre Mutter verschwand ohne ein Wort, als Kayla noch ein Kind war. Jetzt zwingt sie der plötzliche Tod ihres Vaters, ins beschauliche Old Quay zurückzukehren. Dort trifft sie nicht nur ihre geliebte Gran und ihre Sandkastenfreundin Maeve wieder, sondern auch ihren Bruder Logan, mit dem sie seit einem schlimmen Streit kaum gesprochen hat. Während langer Spaziergänge am Meer kehren endlich auch die schönen Erinnerungen zu Kayla zurück. Und sie begegnet dem jungen Witwer Nathan, der die zauberhafte Perfumery Wildflowers betreibt. Dann entdeckt Kayla etwas, das die Vergangenheit in neuem Licht erscheinen lässt …

„Und das Glück duftet nach Wollen und Meer“ ist eine Familiengeschichte mit einem Familiengeheimnis von Susa Bartel.

Im Mittelpunkt steht die 33-jährige Kayla, sie war lange nicht mehr in ihrer Heimat Irland. Zu viele schlechte Erinnerungen, zu großen Schmerz verbindet Kayla mit ihrem früheren Zuhause.
Doch der Tod ihres Vaters führt Kayla zurück und sie muss sich den Erinnerungen stellen.
Kayla trifft aber auch auf Menschen, die ihr viel bedeuten, wie ihre Gran und ihre Freundin Maeve. Aber auch ihrem Bruder, mit dem sie seit einem Streit nicht mehr gesprochen hatte, begegnet Kayla.
Und dann ist da der Witwer Nathan, der Licht in Kaylas Vergangenheit bringt.

Was für ein schönere Roma ist Susa Bartel da gelungen. Nach wenigen Seiten wurde ich ganz tief in die Geschichte reingezogen.

Die Charaktere sind liebenswert. Besonders Kayla mochte ich vom ersten Augenblick an. Sie lebt in Berlin, weder ihre Beziehung noch ihr Job laufen optimal. Jetzt muss sie wegen des Todes ihres Vaters nach Irland. Auch dort muss Kayyla sich den Widrigkeiten stellen.
Die Gefühle von Kayla, Wut, Trauer, Einsamkeit und Heimatgefühle werden deutlich vermittelt.

Susa Bartel beschreibt Irland sehr schön. Ich habe die langen Spaziergänge mit Kayla am Meer genossen. Ich konnte das Salz fast riechen.

Der Schreibstil von Susa Bartel ist flüssig und gut verständlich. Mich hat beim Lesen ein Fernweh ergriffen. Ich würde gerne einmal in das Irland von Kayla reisen.

„Und das Glück duftet nach Wollen und Meer“ ist ein wunderschöner Roman, der einen träumen lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere