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Veröffentlicht am 28.10.2018

Clever und apart!

Klugen Appetit!
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„Fett gehört nicht auf die Hüften, sondern ins Gehirn“ zumindest, wenn es hochwertiges Fett/Öl ist. Auf dem Klappentext wird versprochen, daß man mit diesen Rezepten richtig schlemmen kann und dabei gleichzeitig ...

„Fett gehört nicht auf die Hüften, sondern ins Gehirn“ zumindest, wenn es hochwertiges Fett/Öl ist. Auf dem Klappentext wird versprochen, daß man mit diesen Rezepten richtig schlemmen kann und dabei gleichzeitig etwas für den Kopf tun kann. Welche Inhaltsstoffen in unseren Nahrungsmitteln sind gut fürs Gehirn, können eventuell Krankheiten vorbeugen oder Symptome lindern und wie bereite ich sie schonend zu.
Autor Dennis Wilms ist Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator, d.h. ich habe erwartet, daß er recherchieren, schreiben und unterhalten kann. Meine Hoffnung lag also darauf, daß ich jetzt nicht langwierige Ernährungscredos zu mir nehmen soll, sondern interessante Food Facts, die ich noch nicht kannte, Anregungen zum Einbau in der Alltagsküche und leckere Rezepte, die vielleicht auch die Kinder essen (nicht, dass ich unbedingt immer einfacher zu bekochen wäre, deshalb mache ich es ja selbst, da kann ich entscheiden, was in den Topf kommt). 66 Rezepte für gute Konzentration und super Laune, wird versprochen. 66 Rezepte ist ja nicht soooo viel für ein Kochbuch, aber wenn von diesen die meisten schmecken, ist das schon mehr, als in einigen anderen. Die Tipps beziehen sich nicht nur auf die Ernährung, sondern auch auf die Lebensgestaltung, z.B. die Bedeutung von ausreichend Schlaf, genug aber auch nicht zu viel Flüssigkeit, Intervallfasten, Bewegung und ähnliches. Wir versuchen es nun mal mit dem Intervallfasten über Nacht, aber in der Kürze der Zeit, kann ich jetzt noch keine großen Erfahrungsberichte liefern (d.h. Früh zu Abendessen und spät Frühstücken, damit der Körper dazwischen mind. 12 h fastet).

Die Rezepte benötigen z.T. ziemlich viele Zutaten, wobei das eben auch an der Vielzahl an Kräutern und Gewürzen liegt, also nichts dramatisches. Einige Rezepte konnten wir sofort ausprobieren, daß schon alles vorhanden war, wie z.B. Gemüse-Omelette italienischer Art, Radieschen-Kürbiskern-Creme und Quarkbrötchen mit Dinkelmehl und Kernen. In dem Brotaufstrich schmeckte das steirische Kürbiskernöl ausgesprochen apart (ich hatte es mal meinem Mann zum Geburtstag geschenkt, weil er auf Ölspezialitäten steht und dies ein Öl von vertrauenswürdiger Herkunft aus unserem Permakultur/Eine-Weltladen ist), ich werde es sicherlich öfters mit Radieschen kombinieren, was ich bislang nur mit Rapsöl tat (ich mag kein Olivenöl). Richtig lecker war auch die Linsensuppe mit Lammhackbällchen. Bei diesem Rezept war ich etwas freier in der Interpretation, da wir kein Lamm mögen und ich keinen Ingwer (war leider der Brainfactor in diesem Rezept). Bis auf die Süßkartoffel hatten wir eigentlich auch alles da (gut ich habe normales Semmelmehl statt asiatischem Semmelmehl genommen) und ich wußte endlich was ich mal mit meinen roten-Bio-Linsen anstellen sollte, die ich mal in einem Anfall von guten-Koch-Vorsätzen gekauft habe. Trotz der freien Rezeptauslegung, war das Ergebnis sensationell lecker! Die Kombination diverser Lebensmittel, die ich schon länger im Haus habe, weil sie ja so gesund sind, fand ich sehr lecker und nun weiß ich endlich was ich mit diesen Zutaten, die immer meinen guten Vorsätzen geschuldet waren, anstellen und wie ich sie am Besten zubereiten kann.

Meine Erwartung, daß ein Journalist unterhaltsam schreiben kann, wurde auch erfüllt. Sehr spannend fand ich die Erklärung wie es zu der Foodlegend, der Legende das Möhren so gut für die Augen sind, kam. Im zweiten Weltkrieg war die Trefferquote der englischen Luftwaffe so hoch, daß, Gegner wie auch Verbündete nur staunen konnten. Die offizielle Erklärung, um keine Militärgeheimnisse zu verraten lautete: Die Piloten essen viele Möhren! Das fettlösliche Provitamin-A hilft zwar bei Nachtblindheit die auf Vitamin-A-Mangel zurück zu führen ist, leidet man aber nicht unter dieser Mangelerscheinung, sind Möhren zwar lecker, verändern das Sehvermögen aber nicht. Auch das Zimt gesund ist, war mir bewußt (wie schön, daß es auch gesunde Lebensmittel gibt, die ich liebe!) ich hatte aber keine Ahnung, daß es sich empfiehlt auf die Herkunft des Gewürzes zu achten und man lieber Ceylonzimt, statt chinesischenn Zimt kaufen. Diese und diverse andere kleine Fakten haben mir viel Spaß beim Lesen und Kochen bereitet.

Es gibt je ein Kapitel mit Fisch und Fleischgerichten. Die übrigen Gerichte lassen sich ohne weiteres vegetarisch gestalten, so kann man ja die Hackfleischbällchen in der Linsensuppe einfach weglassen. Andere Kapitel konzentrieren sich auf Proteine fürs Gehirn, Kluge Körner, Frische Vielfalt (Gemüse und Kräuter) und Hülsenfrüchte. Die Rezepte sind sehr vielfältig und teilweise angenehm exotisch (nicht zu ausgefallen). Für uns gibt es noch einiges zu entdecken von Frühstückstipps über gesunde Knabbereien (damit meine ich nicht einfach Rohkost, sondern Kokoschips mit Curry und Paprika, Leinsamen-Cracker u.ä.).

Zudem sind die Rezepte mit kleinen Hinweisen wie glutenfrei oder veggie versehen. Allerdings sind diese Kennzeichnungen nicht durchgehend konsequent, so steht bei dem Gemüse-Omelett, daß es glutenfrei sei (das stimmt auch), aber es ist zudem auch vegetarisch, wenn auch nicht vegan. Da gerade Menschen, die sich sehr bewußt ernähren oft Lebensmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) haben oder nach bestimmten Ernährungsprinzipien wie vegan oder vegetarisch leben, hätte ich mir hier ein entsprechendes Register oder eine konsequente Kennzeichnung gewünscht. Für uns spielt das keine Rolle, wir essen, was uns schmeckt und versuchen nach und nach gesünder zu kochen. Ich kenne mittlerweile so viele Menschen mit Unverträglichkeiten, daß es sehr hilfreich wäre, über diese nicht ganz so seltenen Ernähurngsweisen einen schnellen Überblick zu geben, da auch diese hier einige Interessante Rezepte finden würden. Da stellt der Journalist sein, und das seinen Mitrezeptentwickler (das war er nicht ganz alleine, aber die Texte stammen ausschließlich von ihm).

Der Preis ist nicht sehr günstig, dafür wurde es aus ökologischen Gründen in Deutschland gedruckt, das finde ich sehr sympathisch, ebenso wie die optisch sehr ansprechenden Fotos zu den Gerichten. Aber die Gerichte sehen auch sehr lecker aus, wenn man sie nachkocht, ohne, daß sie von Foodstylisten angerichtet wurden. Das finde ich prima, denn das Auge isst mit!

Diese Buch darf definitiv bleiben und wir werden weiter probieren und die bisherigen Rezepte auch wiederholen!

Veröffentlicht am 26.10.2018

Noch spannender und mit Bauchkribbelgarantie

Plötzlich verwandelt 2. Beim zweiten Kuss verwechselt
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Dies ist der zweite Band der plötzlich verwandelt-Reihe von Sonja Kaiblinger. In Ophelias Familie haben eigentlich alle Mehrlings-Mitglieder die Gabe ihre Gestalt zu verwandeln, alle bis auf ihre Tante ...

Dies ist der zweite Band der plötzlich verwandelt-Reihe von Sonja Kaiblinger. In Ophelias Familie haben eigentlich alle Mehrlings-Mitglieder die Gabe ihre Gestalt zu verwandeln, alle bis auf ihre Tante Helly (sie ist immerhin ein Drilling!) und die eineiige Ophelia. Doch kurz vor ihrem 16. Geburtstag fängt ihr Gesicht an zu kribbeln und ihr wächst der Bart des sexy Fußball-Trainers!
Inzwischen stellt sich heraus, daß Ophelia, nun da sie den Dreh raus hat, ganz schön geschickt ist und wahrscheinlich begabter, als ihre Zwillingsschwester Lora, die als coolste ihrer Stufe gilt. Dieses Jahr hat sich Lora in den Kopf gesetzt, daß ihr Schulteam die Jugendhighland Games gewinnt und Ophelia ist natürlich mit dabei, sie freuen sich schon das ganze Jahr darauf. Das restliche Team zusammenzustellen ist nicht ganz so einfach: Ophelias beste Freundin Mae kommt mit, Adrian, mit dem Ophelia schon Romeo und Julia aufführte, der Schulschwarm Cliff, dem sie bei ihren Verwandlungsübungen ganz schön nah kam, dessen nervige Weltverbesserungsfreundin Amalia, sein bester Freund Roger, der in die toughe Mae verliebt ist und die merkwürdige und mürrische Eleanor. Da ist Gefühlschaos vorprogrammiert! Doch auch die Tanten Mildred und Rose führt ein geheimnisvoller Auftrag des verrückten Familienoberhauptes in die Highlands. Wie gut, daß Tante Helly Ophelia heimlich in Eichhörnchengestalt beisteht, denn nur sie hat erkannt, daß Tante Helly kein bisschen unbegabt ist, sondern nur sehr diskret.

Band 1 habe ich sehr gemocht und so habe ich mir das Hörbuch immer wieder angehört, während ich diesen zweiten Band gelesen habe. Er ist witzig, etwas peinlich, geheimnisvoll und romantisch. Aber diesmal hat das Gefühlschaos noch kein Ende und das nicht nur bei Ophelia, die sich zwischen Adrian und Cliff hin und hergerissen fühlt. Bei den Highland Games geht es nicht mit rechten Dingen zu, irgendeine geheimnisvolle Macht mischt heimlich mit, doch wer und warum und wieso, weshalb? Ophelia, Lora und Tante Helly sind ratlos, vor allem müssen sie natürlich auch ihr Familiengeheimnis bewahren, wenn sie nicht zu einer Freakshow oder Testkaninchen werden möchten. Können eigentlich all die Geschichten, die man über Geister und Erscheinungen in den Highlands gehört und gelesen hat wahr sein? Ophelia bekommt immer mehr Zweifel, das macht die Spiele für sie nicht unbedingt leichter und kostet sie jede Menge Schlaf! Diesen zweiten Band finde ich deutlich rasanter und sehr viel spannender als den ersten, der mehr auf Ophelias Fettnäpfe und Verwicklungen zugeschnitten war. Natürlich bleiben Ophelia und Lora auch diesmal keine Peinlichkeiten erspart, immerhin sind sie 16, in einem Jugendcamp und ihre merkwürdige Verwandtschaft ist nicht weit weg! Stellenweise bin ich nur so durch die Seiten gerast, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht und wer hinter diesen seltsamen Verwicklungen steckt, das kann doch nicht alles nur Großonkel MacBiggs sein?! Durch die Augen der Ich-Erzählerin erlebt man alles hautnah mit. Ihr frischer emotionaler Stil, lässt einen durch die Höhen und Tiefen von Ophelias Gefühlswelt rasen und man fühlt richtig mit ihr mit, die Härchen auf den Armen richten sich in der Moorleichenhütte auf und wenn Ophelia in der falschen Gestalt vom richtigen Jungen geküsst wird, kribbelt es im Bauch und doch flattert es auch, weil es ja doch nicht so ist, wie es sein sollte.... Verflixt ist das alles kompliziert, aber auch bisweilen sehr praktisch, doch keine Sekunde langweilig – Versprochen! Denn dafür hat Sonja Kaiblinger einfach viel zu viele tolle Ideen und einen mitreißenden Schreibstil. Sollte das immer noch nicht reichen, dem empfehle ich einen Blick auf die Umschlagillustrationen (es gibt zum wunderschön gestalteten Hardcover noch einen Schutzumschlag, der nicht minder liebevoll illustriert ist) und Vignetten von Daniela Kohl (die Illustratorin der Kult-Tagebücher „Mein Lotta-Leben“ von Alice Pantermüller). Zu Beginn eines Kapitels zieren immer unzählige zarte Sternchen die Seite und kleine witzige Pärchen z.T. Mädchen und Giraffe oder zwei Mädchen oder Junge und Mädchen (wie auf dem Cover) sind überall zwischendurch über die Seiten verstreut.

Rundum gelungen, ich bin schon ganz gespannt, wie es im Frühjahr mit dem dritten Band weitergeht, wenn Ophelia eigentlich nichts besseres zu tun hat als die Welt zu retten, während sie doch viel lieber mit ihrem Traumtypen knutschen würde!

Spannung, Spaß und Romantik (statt Schokolade, aber die kann man natürlich bequem dazu essen ;)) - was will man mehr? Ab 12 Jahren und für so viel Gefühl ist man ja eigentlich nie zu alt ;)

Veröffentlicht am 23.10.2018

Neue zauberhafte GEschichten aus dem Glitzerwald

Gloria Glühwürmchen
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Endlich gehen die Geschichten von Gloria Glühwürmchen, dem hilfsbereiten Glühwürmchen Mädchen, ihrer besten Freundin der Libelle Lilli Belle und ihrem Zwillingsbruder Gustav weiter!
Auch diesmal gibt es ...

Endlich gehen die Geschichten von Gloria Glühwürmchen, dem hilfsbereiten Glühwürmchen Mädchen, ihrer besten Freundin der Libelle Lilli Belle und ihrem Zwillingsbruder Gustav weiter!
Auch diesmal gibt es wieder 10 in sich abgeschlossene Geschichten, die auf einander aufbauen. So proben zu Beginn Gloria und ihre Freunde für die Schultheateraufführung, in der Lilli die Hauptrolle spielen soll. Doch Lilli ist verzweifelt, sie konnte den Text nicht lernen, da sie ihre Brille Glorias Opa geliehen hat für seine Reise ans Meer, damit er den Weg finden kann, nachdem seine Brille zerbrochen war. Nun ist Opa immer noch nicht zurück und Lilli steckt in echten Schwierigkeiten. Selbstverständlich versuchen Gloria und Gustav alles um ihr zu helfen. Außerdem träumt Gloria von einer Nacht im Freien, um nicht nur die Sterne zu sehen, sondern auch mal einen Sonnenaufgang. Ihre Eltern finden es jedoch zu gefährlich, bis sie auf die Idee kommen eine Veranda vor ihrem Haus in der alten Linde anzubringen. Die Arbeiten sind nicht ohne und bei dem Versuch einen Freund zu retten, verletzt Gloria sich selbst. Stärkender Gänseblümchensaft ist da die beste Medizin, aber jetzt im Herbst werden die Gänseblümchen knapp. Wo bekommen sie nur genügend Nachschub her?

Auch wenn wir eigentlich schon zu alt für Gloria Glühwürmchen sind, finden wir die Geschichten so süß, daß wir sie total gerne zum Einschlafen hören. Alle, sogar die Große, die ja eigentlich mit 11 Jahren völlig über solchen Dingen steht. Aber das im Booklet abgedruckte Gloria Glühwürmchen Lied ist einfach ein wunderbarer Ohrwurm, der einen herrlich in den Schlaf wiegt. Das macht auch überhaupt nichts, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind und man das nächste Mal einfach die nächste Geschichte hören kann. Das ist auch für ganz junge Hörer ab 4 Jahren praktisch, wenn die Aufmerksamkeitsspanne noch nicht für die Dauer einer CD von etwas über 1 Stunde ausreicht. Jede Geschichte hat wieder eine kurze Einführung, damit alles wieder klar ist. Dadurch kann man auch gut mit diesem 3. Band beginnen. Für uns, die wir die Vorgänger kennen, ist es aber auch toll zu erfahren, wie es mit Lillis Brille, die sie wie Sterntaler an den Opa in Not hergab, weitergeht. Als Brillenträger hat uns dieses Schicksal besonders berührt. Es macht aber auch kleinen Kindern begreiflich, wie schwierig es ist, wenn man nicht richtig sehen kann und welch ein Segen dann eine Brille ist. Natürlich machen sich Kinder meistens noch keine Gedanken über die Verknappung von Lebensmitteln durch die Witterung Gedanken, daher ist es umso schöner, daß sie hier anhand des Gänseblümchensaftes mal ans Nachdenken kommen, daß Lebensmittel vom anderen Ende der Welt herangeschafft werden, ist nicht selbstverständlich und für Tiere schon gar nicht. Außerdem erlebt Gloria in dieser Episode auch die Angst, ihre beste Freundin an eine andere zu verlieren, doch zum Glück ist Freundschaft ohne Gefahr teilbar. Eine Erfahrung, die für Kinder nicht nur real, sondern auch ganz wichtig ist. Anhand kurzer Geschichten über Freundschaft, Zusammenhalt und Natur tauchen die kleinen Hörer in Glorias Welt ein. Wenn sie gut zuhören merken sie auch, daß bei den Zwischengesängen der Text variiert, je nach Inhalt der gerade gehörten Geschichte. Durch die Geräusche werden die Geschichten noch realer, aber niemals bedrohlich. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, liegen der CD neue Gloria Glühwürmchen Leuchtsticker bei, die auch den empfindsamsten Kindern die Angst vor der Dunkelheit nehmen. Gloria und Gustav passen schon auf sie auf! Der Standardtext zum Gloria-Lied ist zum Mitsingen im Booklet abgedruckt und wird zu Beginn und zum Ende auch so gespielt und gesungen. Auch wenn mich Kinderlieder oft nerven, finde ich (und beide Töchter) Sabine Bohlmanns Interpretation einfach nur süß. Ein schöner Ohrwurm, der beruhigt und gute Laune macht. Facettenreich verleiht sie den kleinen Insekten und den Menschen ihre Stimme. Zart und bisweilen energisch intoniert sie die Insekten, wie man es sich vorstellt, ist sie für uns die perfekte Besetzung.

2 h 16 Minuten die ins Ohr gehen und einfach gute Laune machen und mit Freude einschlafen lassen!

Veröffentlicht am 23.10.2018

Wunderbar weihnachtlich witziges Wohlfühlabenteuer

Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür
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Familie Buddenberg ist eine charmant-trubelige Gemeinschaft, die in der großen alten Villa von Opipi, Mamas Vater lebt und deren Tür für jeden offen steht. Mamas ältester Sohn ist Joshua, der mit 17 Jahren ...

Familie Buddenberg ist eine charmant-trubelige Gemeinschaft, die in der großen alten Villa von Opipi, Mamas Vater lebt und deren Tür für jeden offen steht. Mamas ältester Sohn ist Joshua, der mit 17 Jahren schon kein Kind mehr ist, dafür aber ein begeisterter Schauspieler. Zu Weihnachten wird sein Vater, der Seemann erwartet, der ihn zwar liebt, aber den stets die See ruft und nicht sesshaft sein kann. Ich-Erzählerin Mia ist 9 Jahre alt und spricht mit ihrem Vater an dessen Grab, auf dem Friedhof, mit ihm war Mama tatsächlich bis zu seinem Tode verheiratet. Die Zwillinge Lukas und Luis (6) sind daher die Söhne von Klaus, der mit seiner neuen Frau Mona und deren Tochter Lisbeth gegenüber wohnt. Lisbeth ist Mias beste Freundin und gehört daher fast zur Familie. Zu Weihnachten werden dann noch Großeltern und Mona erwartet und es verspricht ein lustiges Fest zu werden, vor allem weil es endlich schneit. Daher wundern sich alle, daß mitten im Schnee ein großes Paket, adressiert an P. Buddenberg auf dem Weg zum Haus steht. Darin befindet sich ein großer schwerer Steinquader. Doch wer ist P. Buddenberg? Wenig später steht ein Unbekannter vor der Tür, den Opipi als seinen Großneffen Paul mit offenen Armen empfängt. Mia ist wenig begeistert, als sie ihr Zimmer an ihn abtritt, denn Paul Buddenberg ist nicht nur ungesellig, mit ihm stimmt auch sonst was nicht....

Diese Familiengeschichte vermag mit ihren herzlichen Mitgliedern, den wilden Schlittenfahrten und dem köstlichen Plätzchenduft sofort Weihnachtsatmosphäre zu schaffen. Obwohl alle sehr unterschiedlich sind, liebt man einander, mit all seinen Eigenheiten, Sprachfehlern und Tolpatschigkeiten. So vertauscht der Jüngst, Luis gerne mal Buchstaben und ist gedanklich nicht der schnellste, aber der mit dem größten Herzen. Joshua schminkt sich und trägt stets schwarz, aber ist immer für seine Geschwister da. Klaus, der Vater der Zwillinge ist ihr größter Held, egal welche Panne ihm diesmal wieder unterläuft, aber er kann herzlich mit den anderen über die großen und kleinen Katastrophen des Alltags lachen. Freundin Lisbeth träumt von einem Leben als Detektivin, daher ist für sie das Auftauchen von PeBe (Paul Buddenberg) ein willkommenes Geheimnis. Sein merkwürdiges Verhalten ist ein willkommener Grund um ihn gemeinsam zu beschatten, denn keines der Kinder traut ihm über den Weg. So wird die Vorweihnachtsfreude, die Spannung auf die Ankunft des Seemanns und der herrliche Schnee noch um ein abenteuerliches Geheimnis ergänzt. Denn die Familie Buddenberg spricht nicht mit Feen und hat auch keine magischen Talente, ihre Magie liegt in ihren Herzen und in ihrem Abenteuergeist! Gemeinsam, dessen sind sich die Kinder sicher, werden sie schon herausfinden, was in ihrem geliebten Heim unheimliches vor sich geht! Das ist nicht nur spannend, sondern auch lustig, denn Klaus ist mit seinen gutgemeinten und dann doch fehlschlagenden Aktionen immer wieder ein Highlight, ebenso wie Luis, der es immer wieder schafft, das Falsche genau richtig rüber zubringen. Ich lese auch immer wieder gerne, von der missbilligenden Frau Müller, der Nachbarin von gegenüber, die diese unkonventionelle Familie nicht verstehen, aber stets über sie den Kopf schütteln kann.

Antje Herden schreibt fröhlich und gleichzeitig spannend. Man will immer mehr wissen, was es denn nun mit diesem geheimnisvollen Steinblock auf sich hat und wie sie denn PeBe gefahrlos wieder los werden können. Durch das angenehme Druckbild (recht große Schrift mit bequemen Zeilenabstand, der es Kindern hilft, nicht im Text zu verrutschen) fällt es Kindern ab 8 Jahren leicht flüssig und gebannt der Handlung zu folgen.... na ja, das ginge zumindest, wären da nicht die herrlichen Illustrationen von Florentine Prechtel. Diese hat die Aufgabe wie Ich-Erzählerin Mia, die Gedanken und komplexen Zusammenhänge (z.B. welche Indizien und Möglichkeiten haben sie in ihren Ermittlungen schon aufgedeckt?) bildlich mit vielen Kleinigkeiten und Pfeilen und Wörtern darzustellen. Das ist so spannend, da bleibt der Blick hängen, das muss untersucht und immer wieder betrachtet werden. In Band 1 hat daher Mia (Florentine Prechtel) daher auch einen für die Leser sehr hilfreichen Stammbaum gezeichnet, damit klar ist, wer zu wem gehört und wie sie alle miteinander zusammen hängen.

Es ist daher ein wunderbares Gesamterlebnis, diese Geschichte zu lesen und die spannenden Illustrationen zu erforschen! Dabei dürfen wir wohl verraten, daß das Geheimnis gelöst wird, ganz anders, als wir es erwartet haben. So kommt es zu einem absolut weihnachtlichen Ende!

Sehr zu empfehlende Familienabenteuergeschichte zur Weihnachtszeit! Wir freuen uns schon auf das dritte trubelige Abenteuer im Campingurlaub.

Wir empfehlen es sehr gerne mit 5 von 5 Sternen weiter!

Veröffentlicht am 20.10.2018

Cosy-Crime meets Familiensaga in den goldenen Zwanzigern

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
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Louisa Cannon wächst in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts in bescheidenen Verhältnissen auf. Als ihr Vater stirbt, bringt ihre Mutter sie als Wäscherin durch, doch ihr schmarotzender Onkel, macht sich ...

Louisa Cannon wächst in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts in bescheidenen Verhältnissen auf. Als ihr Vater stirbt, bringt ihre Mutter sie als Wäscherin durch, doch ihr schmarotzender Onkel, macht sich nach der Beerdigung seines Bruders bei ihnen breit. Durch Glück besorgt eine alte Freundin, die vorteilhaft geheiratet hat eine Stellung als Kindermädchen bei der adeligen Familie Mitford 1920. Die älteste Tochter Nancy Mitford ist nur 2 Jahre jünger als Louisa und bedauerte es bislang stets, keine Schule besuchen zu dürfen, da ihr stets eine Vertraute fehlte. Diese findet sie nun in Louisa, die die temperamentvolle und überschäumende Nancy nicht immer zu bremsen weiß. Denn als Nancy in der Zeitung von dem Mord an der Krankenschwester Florence Nightingale Shore (Patentochter der englischen Krankenschwesternlegende Florence Nightingale) am hellichten Tag in einem Abteil der Brighton Line liest, stellt sie fest, daß diese eine gute Freundin der Zwillingsschwester ihrer Nanny war und möchte sofort mit Louisa ermitteln. Auch Bahnpolizist Guy Sullivan geht dieser Mord, ebenso wenig aus dem Kopf, wie die junge Frau Louisa Cannon, die er kennenlernte, als sie aus dem fahrenden Zug der Brighton Line kurz vor Hastings sprang. So kreuzen sich ihre Wege immer wieder, und klären einen Mordfall, der in der Realität bis heute ungelöst ist.

Zu Beginn begegnet die junge Louisa ihrer Schulfreundin Jenny und die Kontraste könnten kaum krasser sein. Jenny hat es geschafft einen jungen, gut situierten Architekten zu heiraten und somit in gesellschaftlich scheinbar unerreichbare Höhen aufzusteigen, während Louisa ihrer Mutter hilft, für reiche Familien die Wäsche zu waschen. Ein unfassbarer gesellschaftlicher Aufstieg für Jenny, doch sie ist in ihrem Herzen noch immer Louisas beste Freundin geblieben und begegnet ihr noch genauso unbekümmert, wie zuvor. Ihr verdankt Louisa die Empfehlung als Kindermädchen, obwohl sie noch keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet hat. Doch die Not, in die ihr nichtsnutziger Onkel sie bringt ist so groß, daß sie bei ihrer Bewerbung bei Lady Redesdale ein wenig schummelt um ihre Aussichten zu erhöhen. Louisas Angst und Not wird eindringlich geschildert und auch wenn der Titel dieser Familiensaga sich um die 6 Töchter des Hauses Mitford dreht, widmet sich dieser erste Band um die älteste Tochter Nancy, die sich ihrem Kindermädchen Louisa anvertraut. Beide sind ausgesprochen neugierig und hartnäckig, wenn es darum geht, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Nancy langweilt sich aber auch unter den strikten Konventionen ihrer Zeit, denn auch in den goldenen Zwanzigern legen ihre Eltern durchaus großen Wert auf das Ansehen in der Gesellschaft. Sorgen, die ihre 6 Töchter nicht unbedingt teilen. So ist es bei Nancy wohl auch mehr Langeweile, als persönliche Betroffenheit, die sie dem Schicksal der Ermordeten Florence Shore auf den Grund gehen lässt. Bei Louisa hingegen ist es der Gedanke, daß dieses Verbrechen in dem Zug stattfand, in welchem sie saß und daß der Bahnpolizist, ihres Vertrauens sich an diesem Fall festgebissen hat.
Es werden reale Fakten anhand von Briefen und Vernehmungsprotokollen mit Fiktiven Elementen verknüpft. So verbindet sich ein Kriminalfall mit einem Gesellschaftsroman und einer Familiensaga. Auch wenn der einzige Sohn der Familie Tom, wohl der Augapfel der Eltern war, wurden die Töchter mit ihrem später extravaganten Lebensstil berühmt. Obwohl dieser Lebensstil bereits in der Hülle als Teil von Luisas Leben erwähnt wird, so ist er für die Klasse, der Nancy entstammt doch recht zurückhaltend. Sie ist noch nicht offiziell in die Gesellschaft eingeführt und ist daher während der London-Aufenthalte auch kein ständiger Gast auf rauschenden Adelsbällen. Aufgrund seiner traumatischen Erlebnisse im 1. Weltkrieg bevorzugt Lord Redesdale doch eher die beschauliche Lebensweise eines Landadeligen.
Sehr gut hat mir gefallen, daß weder Nancy noch Louisa ohne Fehl und Tadel sind, sondern Ecken und Kanten haben. Man merkt Nancy durchaus an, daß sie zeitweise flatterhaft, dickköpfig und bisweilen verwöhnt ist. Trotz ihres scharfen Verstandes denkt sie meistens nicht an die Konsequenzen ihres Handels für Louisa. Doch auch Louisa hat von ihrem Onkel Steven einige Tricks gelernt, die den aufrechten Guy Sullivan dann doch schockieren. Wegen seiner starken Kurzsichtigkeit konnte er übrigens nicht in den Krieg ziehen und wird von seinen Brüdern daher nicht ganz für voll genommen. Schon allein damit hat er auf Anhieb meine Sympathien sichern können.
Dass aber Nancy so vertraut mit ihrem Kindermädchen verkehrt, die eigentlich keinerlei wahre Referenzen hat, fand ich da schon erstaunlicher. Es gefällt mir aber gut, da ich so als Hörerin einen viel persönlicheren Einblick in ihr Leben fand und emotional involvierter war. Anders als es der Klappentext vermuten lässt, geht es nicht nur um einen Mordfall und rauschende Bälle. Da die Geschichte in den Jahren 1920 - 1922 sind auch die Folgen für die heimkehrenden Soldaten, die Krankenschwestern und der Männermangel ein Thema. Dabei fällt mir immer wieder auf, daß in englischen Romanen die sogenannten Kriegszitterer (heute PTBS) viel stärker thematisiert werden, als in deutschen. Bei uns wurde es wohl eher totgeschwiegen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Dies mag für einige teilweise langatmig sein, aber die Autorin orientierte sich auch an existierenden Briefwechseln und will eben auch einen Eindruck von Zeit, Gesellschaft und Werten liefern, was ihr für meinen Geschmack, sehr gut gelingt.

Jessica Fellowes ist die Nichte des Downton Abbey Autors und dem auch Belgravia bei Random House Audio vertont wurde. Sie hat auch die Begleitbücher zur Serie geschrieben und nun mit diesem Band eine 6 bändige Familiensaga über realexistierende recht exzentrische und konträre Schwestern begonnen. Ich empfinde ihre Stil als persönlicher und emotionaler als den ihres Onkels, da sie ihren Blickwinkel mehr auf wenige Personen beschränkt. Dabei kann man der Geschichte sehr gut folgen, trotz der Verwicklung zahlreicher Personen und des großen Haushaltes. Auch wenn dies nicht ausschließlich ein Krimi ist, sie der Fall logisch stringent aufgelöst, was ich echt zu schätzen weiß.

Juliane Köhler ist mir bislang nur als Schauspielerin bekannt gewesen insbesondere aus Aimée und Jaguar und Nirgendwo in Afrika. Ich empfinde ihre sehr weibliche Stimme als ausgesprochen angenehm und jung.Dabei spricht sie die ungestüme Nancy sehr lebhaft und lebendig, während Louisa ruhiger und bedächtiger klingt. Trotz ihres eindeutig weiblichen Klanges, wirken ihre Männerinterpretationen jedoch nie schrecklich aufgesetzt, sondern nur einen Tacken dunkler im Timbre.

Die Klapppapphülle ist sehr schön mit Goldrahmen im zeitgemäßen Jugendstilmuster gestaltet. Für Interessierte enthält sie nicht nur Informationen zur Autorin und Sprecherin, sondern auch zu den Fakten, auf denen dieser erste Band beruht und ein Hinweis auf die Fiktion, mit der die Autorin den Tatsachen Leben und Frische einhaucht.

Ich hätte Juliane Köhler noch deutlich länger lauschen können und bin gespannt, ob sie auch die Folgebände lesen wird, oder ob die gegensätzlichen Schwestern von unterschiedlichen Stimmen eingesprochen werden.

Für Fans der Epoche und Familiensagas, sowie des Cosy-Crime-Genres sehr zu empfehlen.