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Veröffentlicht am 17.08.2018

Einfach schön!

Im Galopp zum Hochzeitstag
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Dies ist die ultimative Fortsetzung der 4 Hufe + 1 Serie die im Thienemann/Planet! Verlag erschienen ist. Damals waren Maxi(me) und ihre Freunde 13/14/15 Jahre alt und sie ist als Stadtkind von ihren ...

Dies ist die ultimative Fortsetzung der 4 Hufe + 1 Serie die im Thienemann/Planet! Verlag erschienen ist. Damals waren Maxi(me) und ihre Freunde 13/14/15 Jahre alt und sie ist als Stadtkind von ihren Eltern aufs Land verpflanzt worden. Mit dem Schicksal hat sie die Liebe zu den Pferden, zu Fußballer Vic, dem 2 Jahre älteren Bruder ihrer besten Freundin Carolin versöhnt.
Inzwischen ist Maxi 27, führt auf dem Grund ihrer kreativen Eltern ein Gestüt, bietet Kurse an und kommt gerade von einer 3 monatigen Fortbildung aus Kanada zurück, um rechtzeitig noch die letzten Vorbereitung zu Carolins und Max Hochzeit zu treffen. Sie selbst hat sich von ihrer großen Liebe Vic schon vor Jahren getrennt, dem Wiedersehen zur Hochzeit sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Wie gut, daß sie nicht viel Zeit zum Grübeln hat. Denn Carolins 13 jährige Cousine Rebecca soll ihr den Sommer über zur Hand gehen und sie in bessere Gesellschaft kommen. Ihre Eltern stecken mitten in einer Ehekrise und Rebecca kam in falsche Kreise und begann zu stehlen. Maxis 14 jähriger Bruder Justus ist nach einem Reitunfall traumatisiert und spielt nun Golf, doch Rebecca scheint ihn zu faszinieren. Maxis Mutter ist inzwischen erfolgreiche Regionalkrimiautorin, hat aber derzeit nicht nur mit ihrer Abgabedeadline, sondern auch mit einer Schreibblockade zu kämpfen. Und das sind noch nicht alle Personen in diesem turbulenten All-Age- Liebesroman nicht nur für Pferdeliebhaberinnen.

Anfangs war ich von der Flut der Personen etwas erschlagen, weil ich die Vorgängerbände nicht kannte und weder Vic noch Vonni mir was sagten. In einigen Romanen ist es kein Problem, hier fühlte ich mich zu Beginn etwas geplättet. Da mir aber der locker flockige Schreibstil zusagte las ich weiter und plötzlich wurde alles ganz klar und einfach! Das irritierende fand ich wahrscheinlich, daß Maxi ihre Eltern beim Vornamen nennt, weshalb ich erstmal nicht wußte, wer denn nun Nick und Stella sind.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der zwei Hauptpersonen, Maxi in der 3. Person und die jüngere Rebecca erzählt aus der Ich-Perspektive, was ich sehr reizvoll fand. Dieser Erzählkniff ermöglicht es der Autorin, ein größeres Altersspektrum anzusprechen.

Ladendiebinnen sind ja erstmal nicht die klassischen Buchheldinnen, denen mein Herz zu fliegt, aber in Rebeccas Fall war es anders. Man merkt von Beginn an, daß sie sich im Ehezwist ihrer Eltern allein gelassen fühlt, hilflos. Als Einzelkind hat sie auch keine Geschwister, mit denen sie das Leid teilen könnte und die, mit denen sie Abhängt, sind eher Gesellschaft als Freundinnen. Daher ist es leicht sie zu Taten zu verleiten, die sie eigentlich nicht möchte, von denen sie erhofft, eine innere Leere zu füllen. Ob ihr dies auf dem Land gelingt, so wie sich Maxi damals auch in die Wieselberger Jugend einfügte? Und was ist mit dem super süßen Justus, weiß der schon Bescheid darüber, was sie ausgefressen hat? Warum mußte sie den Start mit ihm auch so vermasseln!

Maxi und ihre Freunde und Familie leben mittlerweile vegan und so wird auch die Hochzeit vegan gefeiert. Ich war ja bisweilen noch nie auf einer vegetarischen Hochzeit, das Menü hätte mich hier doch wirklich interessiert. Wir dürfen zwar mit Maxi zwar eine Menge Milch-Alternativen aufschäumen, aber diese Info bleibt sie uns schuldig. Normalerweise finde ich Menüschilderungen ja eher öde, wenn man kein Rezept dazu erhält, aber hier wäre ich dann ja doch neugierig geworden. Maxi ist mittlerweile mit Marcel, dem Bruder ihrer Ex-Erz-Rivalin zusammen und findet das Leben in Wieselberg perfekt, für sie könnte alles so bleiben. Ihr ist nie langweilig, dazu hat sie während der Hochzeitsvorbereitungen aber auch wirklich keine Zeit. Maxi scheint perfekt zu sein, sie kann fast alles und geht extrem entspannt auf Rebecca zu, trotz der Kenntnis ihrer Verfehlungen. Zu gut kann sie sich an ihren Neustart auf dem Land erinnern und ihre Gespräche mit Rebecca, sowie Carolins Umgang mit der jüngeren Cousine empfand ich als sehr angenehm und offen. Da verzeiht man Maxi gerne, daß sie nicht nur beliebt, sondern auch schön und eine begnadete Pferdefrau ist, immerhin kann sie nicht kochen und im Styling ist sie auch nicht so bewandert. Aber dafür hat man ja Freunde, mit denen man sich ergänzt. Maxi hat also genug Macken, um sympathisch zu sein, ohne als Dumpfbacke zu nerven, dabei ist sie nicht nur bei Pferden sehr einfühlsam. Nur die Sache mit der Liebe ist bei ihr nicht unkomplizierter als bei Rebecca. Wenn sie doch wenigstens wie diese wüßte was sie will und nur nicht wüßte wie?

Es ist aber kein reiner kitschiger Liebesroman. Bic Vic, der ehemalige Fußballstar bringt Glamour und auch den Pressealbtraum ins Dorf und sorgt damit für jede Menge Trubel.

Autorin Chantal Schreiber ist Österreicherin und lebt mit Mann, Tochter, Hund und Pferd in der Nähe von Wien und ist auch auf Island anzutreffen (das kann mir ja nicht mehr passieren). Auch wenn mich die Cover ihrer Bücher nicht ansprechen, so mag ich ihre Bücher sehr gerne. Wer sich also von dem Cover nicht angesprochen fühlt, macht nichts, das heißt nicht, daß einem der Inhalt nicht gefällt.

Ein herrlicher Feel-Good-Roman fürs Herz und die Seele, den ich sehr gerne gelesen habe, auch wenn ich sogar deutlich älter als Maxi bin. Nicht nur für Teens und Pferdemädchen ein Buch, daß ein Lächeln ins Gesicht zaubert, auch wenn ich meinen Kaffee noch immer mit Bio-Kuhmilch trinke ;)

Veröffentlicht am 15.08.2018

Da wird geblubbert, daß das Herz aufgeht!

Kuschelflosse - Die mächtig magische Glitzerbohne
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Kuschelflosse und seine Freunde sind schon sehr aufgeregt: an Glitzermond hat Herr Kofferfisch, der liebenswert, stoffelige Chaot, der in seinem Kofferbauch immer allen möglichen Krimskrams bei sich führt, ...

Kuschelflosse und seine Freunde sind schon sehr aufgeregt: an Glitzermond hat Herr Kofferfisch, der liebenswert, stoffelige Chaot, der in seinem Kofferbauch immer allen möglichen Krimskrams bei sich führt, Geburtstag. Sie planen gerade ihre Geburtstagsüberraschungen für ihn, als Herr Kofferfisch anruft: Zu seinem morgigen Geburtstag hat er von Herrn Krims eine Wundertüte geschenkt bekommen, die er erst morgen öffnen darf, aber so lange kann er natürlich nicht warten, also hat er sie öffnet, etwas fiel heraus und schon wuchs dort eine riesige Pflanze: eine magische Glitzerbohne. Jede Glitzerbohne, die man pflückt stellt eine neue spannende Aufgabe, die man lösen muß und sobald man sie gelöst hat, ist die nächste Bohne dran. Sobald alle Bohnen geerntet und alle Aufgaben gelöst sind, wächst die eigentliche Überraschung! Herr Kofferfisch ist begeistert, daß klingt nach jeder Menge Aufregung und nie wieder Langeweile. Obwohl Kuschelflosse und seine Freund noch soviel für die Party vorzubereiten haben, wollen sie Herrn Kofferfisch, die Freude nicht verderben, doch die Aufgaben, die da auf Kuschelflosse, Sebi, Emmi, Krawallo und Herrn Kofferfisch warten haben es in sich und sind auch etwas gefährlich!

Für uns gehören Kuschelflosse und seine Freunde schon quasi zum Urlaub dazu! Stets kommt die neue Geschichte kurz vor unserem Urlaub heraus. Dabei sind die Geschichten ab 4 Jahren und eigentlich unsere Kinder zu alt für sie, aber Ralf Schmitz erzählt die Geschichte so witzig und drollig, daß auch die 11 Jährige noch echt Spaß an dem Unterwasserabenteuern rund um Freundschaft und Zusammenhalt hat. Er spricht jedes Lebewesen mit einer eigenen Stimme und gerade bei Donnerkofferblitz Herrn Kofferfisch, vergisst man bisweilen, daß es sich bei diesem drögen Knötterkopf um ein und denselben Sprecher handelt, wie bei der quirligen Schwimmerdbeere Emmi, dem pfiffigen Seebrillchen Sebi mit den vielen Ideen oder dem verschmusten, flauschigen Kuschelflosse.

Dabei können sich Kinder sehr gut mit den verschiedenen Charakteren identifizieren: Herr Kofferfisch kann alles gebrauchen, sammelt alles, wirft nichts weg und kann Aufräumen nicht leiden. Deswegen versucht er sich auch davor zu drücken und statt seinen Garten für die Party aufzuräumen, beginnt er dann lieber mit der Glitzerbohnenrallye. Deren Herausforderungen an die Mitspieler erinnert schon sehr an eine Spielshow, mit echt kniffeligen Spielen, bei denen man als Team zusammen halten muß und jeder seine besonderen Talente mit einbringen muss. Alleine sind die Runden ansonsten nicht zu schaffen. Dabei geht es auch echt originell und verblüffend vor, egal ob es ein Wettrennen mit einer Wasserschnecke oder eine Flugrennen mit Wasserkäfern ist, die Lösung finden sie nur gemeinsam. Doch schaffen sie es auch, alle Rätsel zu lösen, ehe die Party beginnt, oder verpasst Herr Kofferfisch etwa seinen eigenen Glitzermondgeburtstag? Pädagogisch fragwürdig, aber sehr sympathisch finde ich, wie Herr Kofferfisch sich vor dem Aufräumen drückt und die Probleme dabei immer größer und die Zeit immer knapper. Dass es dennoch klappt, ist dabei nur seinen Freunden zu verdanken, die auch noch helfen, wenn es eigentlich schon 5 nach 12 ist. Dabei spürt die Geschichte vor originellen Ideen und Einfallsreichtum, die sich auch in der Liebe zum Detail zeigt, ohne daß sich die Geschichte in Details verliert oder langatmig wird.

Wie auch bei den Vorgängerbänden kann man das Cover aufklappen und man findet den Steckbrief von Kofferflosse, Sebi, Emmi und Herrn Kofferfisch, natürlich mit Bild! So fällt es noch leichter auch mit diesem 4. Band einzusteigen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Die Illustrationen von Nina Müller sind aber auch wirklich klasse, so daß es sich besonders lohnt, diese im Cover, auf den Tonträgern und unter diesen anzuschauen.

Dieser Band ist zwar spannend und lustig, aber nicht gruselig, so daß dieses Hörbuch auch wirklich gut zum Einschlafen geeignet ist und trotz der Altersangabe ab 4 Jahren, macht es auch Eltern wirklich Spaß Ralf Schmitz Stimmakrobatik zuzuhören. Ralf Schmitz ist sowohl als Comedian aus dem Fernsehen, als auch den 7-Zwerge-Kinofilmen, aber auch seinen Soloprogrammen und Bestesellern wie „Schmitz' Katze“, „Schmitz' Mama“ und „Schmitz' Häuschen“ bekannt.

Nina Müller ist Jahrgang 1977, studierte Design in Wiesbaden und Sydney bevor sie viele Jahre lang als Artdirector in einer renommierten Werbeagentur arbeitet. Heute genießt sie es Kinderbücher zu schreiben und wunderbar zu illustrieren!.

Auch wenn wir eigentlich dem Kuschelflosse-Alter entwachsen sind, können wir uns Donnerkofferblitz aber noch nicht von diesen fantasievollen Unterwasserabenteuern verabschieden und hören sie immer wieder gerne.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Sehr lecker, sehr einfach!

Brot backen mit Emmer, Einkorn und Co. im Brotbackautomaten
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Dieses Backbuch richtet sich explizit an Brotbackautomateninteressierte. Es werden daher zwar Tipps für den Kauf von Brotbackautomaten gegeben, und welche Unterschiede es gibt, aber keine Kaufempfehlung ...

Dieses Backbuch richtet sich explizit an Brotbackautomateninteressierte. Es werden daher zwar Tipps für den Kauf von Brotbackautomaten gegeben, und welche Unterschiede es gibt, aber keine Kaufempfehlung für ein bestimmtes Produkt ausgesprochen. Aus diesem Grunde werden keine Backzeiten und keine Temperaturangaben in diesem Buch getroffen. Es soll hier gezeigt werden, wie leicht es ist in den Alltag das Backen von Brot wie selbstverständlich einzubauen und nicht immer nur Hefeweißbrote, sondern auch ganz unterschiedliche Sorten.

Neben den Entscheidungshilfen für den Kauf eines Brotbackautomaten, werden auch die verschiedenen Urkornsorten deren Besonderheiten und Geschmack vorgestellt. Dem folgen Mehle deren Entdeckung sich lohnt (z.B. Nussmehle oder Stärkemehle) und vom Getreide zum Mehl. Hier werden Begriffserklärungen gegeben, über die ich bisher nie nachgedacht habe so handelt es sich bei Mehl, Dunst, Graupen, Gries, Grütze, Flocken etc. um Feinheitsgrade. Es wird auch auf die verschiedenen Mehltypen in Deutschland, Schweiz und Österreich hingewiesen und auf die Zutaten für Urkornbrote hingewiesen. Hier findet sich ein Grundrezept für Sauerteig, woran ich mich bisher nie herangetraut habe, weil es immer als zu aufwendig bezeichnet wurde. Das ist aber in der Tat Quatsch. Es ist sehr einfach, man braucht nur eine sehr große Schüssel mit Deckel (damit kein Dreck reinfällt) und 4 Tage Zeit um die Schüssel Stehen zu lassen und jeden Tag 100 g Mehl und 100 ml Wasser beizufüttern). Das Produkt kann man nun 1 Woche im Kühlschrank lagern. Allerdings ist 4 Tage Herrichtzeit bei 1 Woche Lagerung dann doch etwas unpraktisch, vorallem, ist es ja dann wirklich viel Zeugs, so viel braucht man für die Rezepte nie! Ich würde daher das nächste Mal nur 50 g Mehl und 50 ml Wasser testen. Das Wetter war in diesem Sommer optimal, das wurde wirklich sehr säuerlich und treibstark mein Produkt und wollte unbedingt die weitere Küche erobern (meine Schüssel war zu klein). Im Winter werde ich die Schüssel wohl auf die Heizung stellen müssen. Ich habe auch zwei Brote mit selbstgezüchtetem Natursauerteig gebacken. Man sollte den Sauerteig immer aus der Kornsorte zu bereiten, aus der man das Brot backen möchte, man kann einen fertigen Ansatz aber auch „umfüttern“ was ich gemacht habe, weil es mir dann doch zu sehr Verschwendung war, meinen Roggensauerteig weg zu werfen, um ein Dinkelsauerteigbrot zu backen. So konnte ich dann doch noch etwas mehr mit meiner Unmenge an Sauerteig anfangen, da mich an diesem Punkt das Buch (wie auch andere Teilnehmer der Leserunde) etwas ratlos zurückließ.


Das Lichtkornroggensauerteigbrot war schön kross, aber leider zu feucht (das lag an meiner zu kleinen Schüssel, da habe ich am 4. Tag die Zutaten geraten, statt sie abzuwiegen), dennoch von der Familie genehmigt. Für unseren Konsum war es etwas zu groß. Das helle Ur-Dinkel-Sauerteigbrot war dann perfekt, nachdem ich aus dem alten Fehler gelernt habe und ich soll es unbedingt noch mal backen. Das werde ich für beide Brote auf jeden Fall tun. Den Hinweis, daß es sich immer noch empfiehlt Trockenhefe beizufügen, fand ich sehr hilfreich. Auch sehr gut gefallen hat mir für alle Rezepte der Brühstückansatz, um die Brote griffiger und länger haltbar zu machen, in dem man einen Teil der Zutaten einige Stunden zuvor mit heißem Wasser übergießt, damit diese schon etwas ausquellen können. Es verbessert wirklich sehr gut die Struktur des Brotes.


Sehr gut schmeckte meiner Familie auch das Ur-Dinkel-Vollkornbrot, mit Apfelessig zum Säuern des Brotes mit Trockenhefe. Außerdem lassen sich die Urkornmehle auch einfach gut wie gewohnt verarbeiten, so daß ich ein Ciabatta mit Ur-Dinkel und Emmer unter Verwendung eines Brühstücks kreiert habe (das Prinzip des Brühstücks wird sehr gut erklärt), was ebenfalls sehr gut ankam.


Einige Rezepte hatten mir zu viele verschiedene Zutaten, so viel Platz zum Lagern von verschiedenen Mehlen und Süßungsmittel (Argavendicksaft, Honig und Zuckerrübensirup) haben wir nicht, daher habe ich sie erst gar nicht ausprobiert, auch wollte ich mich nicht auf die Suche nach Backferment begeben.


Hilfreich finde ich auf S. 48ff. Die möglichen Fehlerquellen, wenn das Brot mal nicht so ausfallen sollte, wie man es sich vorstellt. In einigen Fällen werden auch Abhilfemöglichkeiten präsentiert, damit man den gleichen Fehler nicht zweimal macht.


Sehr gut hat mir die Erklärung der Basics gefallen, so daß man die Grundprinzipien versteht und entsprechend Rezepte abwandeln kann. Mein Brotbackautomal ist schon älter und die Knethaken lassen sich nicht mehr gut lösen, weshalb ich dann die letzten 3 Brote im Ofen gebacken habe, anhand von Erfahrungswerten. Mit Erfahrung kann man also auch gut im Ofen backen, z.B. wenn man einen Thermomix zu Hause hat. Für blutige Anfänger ist es aber nicht wirklich zu empfehlen, die Brote im Ofen zu backen. Man benötigt dann schon Rezepte die einem verraten wie lange man Brote welcher Größe wie lange auf welcher Stufe bei welcher Temperatur backt. Im Automaten muß man ja nur Größe und Bräunungsgrad eingeben. Wer also vorhat per Hand zu backen und keine Erfahrung hat, der sollte wohl ein anderes Buch wählen. Wer aber bereits einen Brotbackautomaten hat und nicht immer auf Fertigbrotbackmischungen zurückgreifen möchte, der ist bei diesem Buch gut bedient. Wer selbst backt, weiß stets was in seinem Brot enthalten ist, gerade in Zeiten von steigenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist dies ausgesprochen wichtig.


Ein Buch, das bei uns nun Einzug in den Alltag gefunden hat, aus dem wir aber sicher auch noch neue Rezepte ausprobieren werden, wie z.B. aus der Rubrik süße Gebäcke aus Urgetreide. Da immer mehr Freunde von uns aus Gründen der Verträglichkeit von Weizen abkommen und auf Dinkel umsteigen, ist es sehr reizvoll auch ein paar süße Rezepte zur Verfügung zu haben.


Die Auswahl an Rezepten ist zwar mit 50 recht begrenzt, aber dennoch sehr ausgewogen und variabel. Sehr gut nicht nur für den Einstieg für Brotbackautomatenkäufer geeignet.


Dieses Buch darf definitiv bleiben und meiner Freundin, die mich nach den Urkornsorten fragte, werde ich es wirklich empfehlen.

Veröffentlicht am 07.08.2018

Flätschermäßig spannend und witzig!

Flätscher (4)
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Flätscher, das coolste und schlauste Stinktier der Stadt ist zurück! Diesmal ist er in argen Nöten! Spitzenkoch Bode, der Vater seines Detektiv Assistenten Theo und zuverlässiger Lieferant von Flätschers ...

Flätscher, das coolste und schlauste Stinktier der Stadt ist zurück! Diesmal ist er in argen Nöten! Spitzenkoch Bode, der Vater seines Detektiv Assistenten Theo und zuverlässiger Lieferant von Flätschers Leibspeise Semmelknödeln ist verreist und das ohne den von seinem Sohn erbetenen Semmelknödelvorrat da zu lassen! Flätschers Magen knurrt, er ist der Verzweiflung nahe, wie soll ein Detektiv so denken können? Doch auch Theo hat es nicht leicht, immer wenn sein Vater verreist, behält Haushälterin Hannelore ihn stets im Auge. Keine Semmelknödel, keine Freiheit! Äußerst schlecht gelaunt begibt sich Flätscher auf den Wochenmarkt, wo er sich früher auch mit Lebensmitteln versorgt hat. Während er die Reste von Hildas-Fischköppe-Stand verspeist macht der gerissene Detektiv, ohne aktuellen Auftrag, eine Entdeckung: immer mehr Wochenmarktbesucher vermissen ihr Portmonnaie und ihre Schlüssel. Als sich auch Hannelore und Theo dem Stand eines windigen und höchst verdächtigen Wunderpastenverkäufers nähern, wird Flätscher misstrauisch und versteckt sich unter dem Stand. Dabei fällt sein Blick auf eine Kiste mit unerwartetem Inhalt! Ein klarer Fall für den Meisterdetektiv und seine Helfer!

Flätscher is back! Und das ist auch gut so! Autorin Antje Szillat und Illustrator Jan Birck sind ein eingespieltes Team. Da stimmt einfach das Zusammenspiel von Text und Bild auf jeder Seite dieses Comic-Romans für junge Lesemuffel und Jungdetektive. Denn dies ist einer von Flätschers spannendsten Fällen und er und Theo machen dabei eine ganz unglaubliche Entdeckung, die wahrscheinlich den Fortgang der nächsten Bände erheblich beeinflussen wird. Aber psst, streng geheim!
Sehr schön finden wir als weibliche Leser, daß die Rolle von Cloe der Zwergwieseldame, die nicht nur eine begnadete Sängerin, hinreißend schön und lieblich ist, sondern auch die Sekretärin und gute Seele der Detektei, immer mehr zum heimlichen Star aufsteigt. Während Flätscher versucht sie zu beschützen, rettet sie ihn. Herrlich! Hierdurch gewinnt die Reihe dicke Sympathiepunkte bei den weiblichen Lesern. Die garstige Knesemeier und Haushälterin Hannelore eignen sich ja nicht wirklich als Identifikations-Figuren für weibliche Leser.
Außerdem lernen alle Leser, egal welche Alters und welchen Geschlechts noch einen Trick, um Angst abzubauen, den Theo verrät. Woher er den Trick hat? Na, aus den Comic-Romanen der Rick-Reihe der Autorin. Wem das Konzept gefällt und nach 4 Bänden noch nicht genug hat, aber immer noch keine Lust auf „normale“ Bücher ohne Anleihen aus der Comic-Sprache und Sprechblasen und lustigen Illustrationen, dem wird somit empfohlen einfach mit die Rick-Reihe der Autorin weiter zu lesen (geschickte Eigenwerbung im Buch, Frau Autorin!)
Das Konzept dieser Reihe? Flätscher ist ein echtes Großmaul und so spricht und denkt er „verträufelt nochmal“. Er hat seine ganz eigene, liebenswert großspurige Sprache, ist ja wohl logissimo! Schon an seinen charakteristischen Sprachschöpfungen ist Flätscher eindeutig zu erkennen. Meine Töchter lieben das und sprechen fast schon mit, ist ja wohl stinkologisch! Wegen der vielen farbigen Illustrationen von Jan Birck in der Buchvorlage waren wir ja sehr skeptisch, ob das Konzept als Hörbuch eigentlich aufgeht. Wie soll der Sprecher Erkki Hopf denn bloß den Comic-Style von Jan Birck und eine unschlagbaren Illustrationen umsetzen. Na ja, so ganz ohne weiteres geht es tatsächlich nicht. Das Buch wurde für audiolino mit Antje Szillat umgeschrieben, um die Illustrationen hörbar zu machen. Erkki Hopf ist es tatsächlich auch gelungen, den großmauligen Knödelgierigen Ermittler zum Klingen zu bringen. Facettenreich bringt der Ohnesorg-Theatermime die verschiedenen tierischen Helden plus Theo und die fiese Knesebeck zum Leben. Zwergwieseldame Chloe natürlich mit französischen Akzent n’est-ce pas! Sehr lebendig und lustig, finden wir.
Wer möchte, daß die Kinder nur sprachlich ausgefeilte Sätze lesen, die sie eins zu eins in Schulaufsätze übernehmen könnten, sollte wohl andere Geschichten wählen. Wer aber möchte, daß sein Lesemuffel endlich mal Spaß am Geschichtenerzählen hat, der ganz gewiss sein, freudiges Gegiggel der Kinder zu hören. Es könnte passieren, daß die Kinder anschließend anders reden und eventuell auch noch nach dem Comicroman fragen, um ihn zu lesen. So soll es ja sein, diese Reihe ist spannend, lustig und soll Lust auf Bücher wecken!

Veröffentlicht am 07.08.2018

Ist es wirklich ein Traum Prinzessin zu sein, oder ein Albtraum?

Prinzessin undercover - Geheimnisse
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Eleanor Woolfson, genannt Ellie ist die Prinzessin von einer kleinen alten Monarchie. Bisher ist sie öffentlich nicht in Erscheinung getreten und das möchte sie vorerst auch vermeiden, sie liebt es „normal“ ...

Eleanor Woolfson, genannt Ellie ist die Prinzessin von einer kleinen alten Monarchie. Bisher ist sie öffentlich nicht in Erscheinung getreten und das möchte sie vorerst auch vermeiden, sie liebt es „normal“ zu sein, wild, frei und rebellisch. Daher setzt sie ihren Willen durch und bricht mit der Familientradition das Internat E. zu besuchen, wo man sie perfekt schützen könnte, es um ihre Anonymität jedoch geschehen wäre. Sie entscheidet sich das Internat Rosewood inkognito zu besuchen, lediglich von ihrem mit ihr aufgewachsenen, gleichaltrigen Beschützer (Partist) Jamie begleitet.
Charlotte (genannt Lottie) Pumpkin hingegen, träumt wie ihre verstorbene Mutter davon eine Prinzessin zu sein. Zu ihrem 7. Geburtstag bekam sie ein Diadem geschenkt und sie setzt all ihren Ehrgeiz daran den Traum ihrer Mutter zu erfüllen und ein Stipendium für das Elite-Internat Rosewood zu ergattern. Auf Rosewood werden die zwei Mädchen die ungleicher nicht sein könnten, Freundinnen. Als Lottie Ellie offenbart, welche seltsame Drohungen und „Geschenke“ sie seit ihrer Ankunft im Internat erhält, legt Ellie ihre wahre Identität offen, es ist klar, daß jemand Ellie nach dem Leben trachtet, aber nicht weiß, wer die wahre Prinzessin ist. Mutig und mit vereinten Kräften versuchen Ellie, Lottie und Jamie den Komplott aufzudecken und die Gefahr für Ellie zu bannen.
Anfangs wird die Geschichte in zwei Erzählsträngen erzählt, in dem von Lottie und dem von Ellie, bis diese sich wirklich anfreunden und zu einer Einheit werden. Das finde ich erzählerisch geschickt gemacht.
Die wilde raue Ellie, die Rebellin, die gerne auf die Hofetikette pfeifen würde und lieber Rockkonzerte als Adelsbälle besuche würde, habe ich auf Anhieb gemocht. Lottie war mir hingegen etwas zu rosa und naiv, lebt mir zu sehr in einer Märchenwelt, dennoch ist sie liebenswert und durchaus sympathisch, aber halt sehr brav (das bin ich ja schon selbst ;)).
Man begleitet die Mädchen und ihren persönlichen Beschützer durch den Internatsalltag, wobei das Internatsleben nicht so sehr im Vordergrund steht wie die Bedrohung von unbekannter Seite, die das Leben der Mädchen in Gefahr bringt. Gut gefällt mir, daß bei Mädchen Stärken und Schwächen habe, aber keine von beiden ist ein Superstar und kann alles. Sie sind stets auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. So ist es auch mehr eine Geschichte über Freundschaft und Verschwörung, als eine Internatsgeschichte.
Die Geschichte ist schön und hat mir gut gefallen, aber völlig mitgerissen hat sie mich leider nicht. Vielleicht liegt das an der gekürzten Lesefassung. Mit 5 CD’s und über 6 Stunden Laufzeit ist die Geschichte zwar nicht verstümmelt worden, aber einige Nebenrolle sind doch ziemlich blass geblieben. Dadurch habe ich sie als Hauptverantwortliche der Intrige gleich ausschließen können, was ein wenig die Spannung aus der Geschichte nahm.
Sehr gut gefallen hat mir jedoch die Idee, daß die Reichen und Ganz schön Reichen von klein auf eigene, speziell für sie ausgebildete Beschützer (Partisten) wie Leibeigene der loyalsten Sorte zur Seite gestellt bekommen und Doubles genannt Porter, ihre Identität vorspiegelt, um eventuelle Angriffe auf sich umzuleiten. Dieses auf die Spitze Treibens des Mottos der Musketiere „Einer für alle, alle für einen“ und ihre Bedeutung für eine noch junge Freundschaft, fand ich wirklich interessant. Daher bin ich schon gespannt, wie es im 2. Teil weitergehen wird.

Das wahre Highlight dieses Hörbuches war für mich jedoch Sprecherin Monika Oschek, die u.a. aus der ARD-Serie „Charité“ bekannt ist. Sie schafft es Ellie und Lottie vielschichtig von einander akustisch abzugrenzen. Während Ellie sehr viel rauer und unbezähmbarer klingt, ist ihre Verkörperung von Lottie viel weicher und angepasster, wobei unter ihrer braven Schale der Kampfgeist einer Löwin, äh Wölfin lauert.

Die Schauspielerin Monika Oschek, u. a. bekannt aus der ARD-Serie "Charité", spielt ihre Rollen alles andere als süßlich und sticht als charismatischer Typ hervor. Eine ideale Voraussetzung, den vielschichtigen Persönlichkeiten von Ellie und Lottie stilvoll gerecht zu werden.

Die Tonqualität ist einwandfrei, ohne Schwankungen oder „Veratmer“ mit angenehm gesetzten Tracks.

Ein schönes Hörbuch das ich ab 11 Jahren gut und gerne weiterempfehle mit 4 von 5 Sternen.