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Veröffentlicht am 11.09.2018

Märchenhaft magisch

Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde
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Mit 5 Jahren betrat eine Familie den Buchladen von Netty Miller und verlässt ihn, ohne ihre Tochter. Nettys Sohn Michael, der nur wenige Jahre älter ist, findet sie und stellt sie in das Regal für Fundsachen ...

Mit 5 Jahren betrat eine Familie den Buchladen von Netty Miller und verlässt ihn, ohne ihre Tochter. Nettys Sohn Michael, der nur wenige Jahre älter ist, findet sie und stellt sie in das Regal für Fundsachen bzw. „Lost Property“ denn die Geschichte spielt in England. Als Netty sie dort entdeckt, nimmt sie sie herzlich bei sie auf und weil ihnen kein besserer Name einfällt, heißt das Mädchen fortan Property. Property schließt Netty und Michael sofort in ihr Herz und traut sich daher nicht, zuzugeben, daß sie mit 5 Jahren noch nicht Lesen und Schreiben kann (in England beginnt die Schule ja viel früher als bei uns). Sie liebt ihr Leben, doch als gute Beobachterin, merkt auch sie, daß es mit dem Buchladen bergab geht und ihr Leben immer ärmlicher wird. Da entdeckt Netty in der Zeitung, daß Mr. Montagomery seinen legendären Buchladen „Montgomerys Bücherparadies“ in London verlost. Warum sollte man so einen traumhaften Buchladen einfach verschenken, Property wundert sich. Als sie bei dieser Lotterie auch noch gewinnen und in den neuen Laden einziehen, wird es immer mysteriöser und das liegt nicht nur an der eigenwilligen Katze, die es als Beigabe obenauf gibt.

Diese Geschichte hat meine 9-jährige Tochter auf Anhieb fasziniert. Sowohl der Name Property, als auch sein Kind in einem Buchladen und vergessen und es dann ins Regal zu den Fundsachen zu räumen! Na sowas! Ich finde das als Gedanken ja furchtbar traurig und auch andere Erlebnisse, die nun folgen, finde ich eher schwermütig, z.B. daß Familie Miller sich die Beheizung des Buchladens nicht mehr leisten kann und daher ohne Ende Tee kocht und auch an die Kunden verteilt. Aber sie hat Recht. Auch wenn sie immer ärmer werden und die Verhältnisse immer schwieriger, so haben sie doch einander und das Reich der Wörter, der Geschichten, der Bilder und der Fantasie! Da Property nie gelernt hat zu lesen (was mich persönlich schon gewundert hat, daß Michael und Property anscheinend nie in die Schule gehen) ist sie eine ausgezeichnete Beobachterin. Mit ihrem wachen Geist reimt sie sich einiges zusammen und stellt Fragen, die sonst anscheinend niemandem in den Sinn kommen. Natürlich lässt Property die Zuhörer an ihren Fragen und Verwunderungen teilhaben, so daß man sich mit ihr wundert und auf alles gefasst ist. Na ja, nicht ganz auf alles, denn was da letztendlich auf sie zu kommt, kann man nicht erwarten und vorher sehen, denn das legendäre „Montgomery Bücherparadies“ ist beispiellos, ebenso wie die dunklen Machenschaften, die sich um dieses ranken. Das ist sehr aufregend und geheimnisvoll! Doch Property ist in ihrer Grundeinstellung so positiv und Ilka Teichmüllers Stimme so warm, daß meine sehr empfindsame jüngste Tochter, die sich bisweilen bei CD's für 4 oder 6 – Jährige gruselt, jederzeit vollstes Vertrauen in den guten Ausgang der Geschichte hatte, daß sie sie gleich zum Einschlafen gehört hat.

Es ist eine sehr ungewöhnliche Geschichte. Sehr atmosphärisch, etwas märchenhaft, etwas magisch und auf jeden Fall sehr fantastisch, ohne gleich Fantasy zu sein, aber eben sehr fantasievoll. Das Gefühl, diese Geschichte irgendwo schon mal gehört zu haben, so ungefähr, überkommt einen nie. Dabei kann man bisweilen herrliche Zitate genießen und eine malerische Sprache.
Ebenso sympathisch wie Property sind auch Netty Miller und ihr Sohn Michael, die das Findelkind ganz selbstverständlich bei sich aufnehmen und das wenige teilen, was sie haben. Bei aller Traurigkeit über den Verlust ihrer Familie, aber auch wieder sehr beruhigend, denn Property fühlt sich sehr geborgen. Nicht jedoch, wenn die Schurken auftauchen, aber da wollen wir ja nicht vorgreifen.... Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, die nicht nur für Bücherfans und Leseratten gedacht ist, sondern auch für Fans geheimnisvoller Spannung.

Ilka Teichmüller ist Theaterschauspielerin und Sprecherin für Funk, Fernsehen und Hörbücher. Den Gedanken ein Kind in einem Buchladen zu vergessen fand ich ja sehr traurig, als meine Tochter sich das Hörbuch wünschte, aber als ich las, daß Ilka Teichmüller es einliest, war ich dann einverstanden. In „Das Wolkenschloss“ gefiel sie mir persönlich noch besser, als in dieser Geschichte, doch laufen im Grand Hotel aber natürlich noch viel mehr Menschen herum, als selbst in Mr. Montgomerys Bücherparadies und somit mehr Möglichkeiten seine Wandlungsfähigkeit zu präsentieren. Warm und voll ist ihre Stimme aber auch hier, weswegen meine Tochter stets ein wohlig warmes Gefühl beim Zuhören hatte, auch wenn es gerade sehr spannend war.

Sylvia Bishop studierte an der Universität von Oxford und ist nun als Kabarettistin Teil des Duos „The Peablossom Cabaret“. Ihre Ideen für Geschichten schreibt sie am liebsten bei einer Tasse Tee und schummrigen Licht nieder. Wir wünschen ihr sehr, daß sie sich eine funktionierende Heizung leisten kann, anders als Familie Miller.

Dieses atmosphärisch dichte Hörbuch hat den Nerv meiner Tochter getroffen, die sich nicht mit so lästigen Fragen abgibt wie: warum ist das Jugendamt nicht eingeschaltet worden? Warum kann sie immer noch nicht lesen? Für die Magie dieser Geschichte sind solch pragmatische Fragen wenig förderlich, denn sie lebt von der Fantasie. Wer „Penelop und der funkenrote Zauber“ und ähnliche Hörbücher mag ist hier goldrichtig und wird sicherlich verzaubert werden.

Märchenhafte Spannung ab 8 Jahren, der meine Tochter gerne 5 von 5 Sternen gibt.

Veröffentlicht am 08.09.2018

Unglaublich vielseitig und inspirierend

Kokosöl
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Nach dem letzten Alea Aquarius Band war ich überzeugt, wir brauchen mehr Naturkosmetik und die lässt sich sicher nicht immer so kompliziert herstellen, wie früher in der Hobbythek von Jean Pütz. Mit den ...

Nach dem letzten Alea Aquarius Band war ich überzeugt, wir brauchen mehr Naturkosmetik und die lässt sich sicher nicht immer so kompliziert herstellen, wie früher in der Hobbythek von Jean Pütz. Mit den aktuellen Verteufelungen von Kokosöl, fiel mir dann ein, daß wir ja auch noch ein fast volles Glas Bio-Kokos-Öl haben, dessen Geschmack einer Tochter toller völlig missfiel, der Geruch der anderen Tochter und mir, aber sehr gut. Die Konsistenz ist sehr speziell, daraus lässt sich doch sicher was machen! Und siehe da, wer sucht, der findet, in meinem Fall: „Kokosöl“ von Laura Agar Wilson.

Dieses Buch bietet 200 Kochrezepte und Anwendungstipps für Gesundheit und Schönheit. Das stimmt nicht ganz, es bietet auf Neudeutsch auch Life-Hacks, also Anwendungsgebiete, die mir im Traum nicht eingefallen wären, wie z.B. quietschende Scharniere mit Kokosöl zu schmieren und ähnliches. Man sieht, es dreht sich also nicht alles nur um die orale Anwendung eines Öls mit mehrfach gesättigten Fettsäuren, sondern viele andere Möglichkeiten. Ein Löffelchen Kokosöl hin und wieder, wenn man Kokosnussgeschmack mag, wird einen sicher nicht umbringen, aber es sollte wohl besser nicht das Hauptöl in der Küche verwendet werden. Das Buch gliedert sich daher wie folgt:
Einleitung, Ernährung, Gesundheit, Haushalt, Beauty, Register.

In der Einleitung wird allgemein auf die Eigenschaften und Besonderheiten von Kokosöl eingegangen, das z.B. antibakterielle, entzündungshemmende und pilzhemmende Wirkungen hat. Natürlich ist es auch fettend. Bei oraler Anwendung bevorzuge ich persönlich andere Öle, z.B. für antibakterielles Öl-ziehen (flüssige Öle sind von der Konsistenz her auch besser dazu geeignet, meines Erachtens), aber man kann dieses Öl ja auch hervorragend äußerlich anwenden. Mir persönlich schwebt eine Kombination mit Ringelblume vor, für die ich hier jedoch leider kein Rezept gefunden haben (das nicht bereits fertiges Ringelblumenöl verwendet), vielleicht bietet sich es aus einem Grund nicht an, mir fällt aber kein offensichtlicher ein. Das schöne am Kokosöl ist: es wird in unseren Graden nicht ranzig, wenn man es im Schraubglas im Dunkeln aufhebt. Es gibt z.B. auch einige Einkaufstipps z.B. für Sheabutter, aber leider nicht für Kakaobutter. Beides habe ich persönlich nicht auf Anhieb in der Alnatura-Abteilung von dm gefunden (ich stand etwas unter Zeitdruck, vielleicht gibt es dort ja doch).

Der Ernährungsteil wurde von uns nicht getestet, weil ein Kind den Kokosgeschmack nicht mag. Da es sich um mehrfach gesättigte Fettsäuren handelt, bin ich da nun auch nicht ganz so traurig drüber. Das andere Kind fand allerdings einige der Rezepte, z.B. Pfannkuchen mit Blaubeeren und gerösteten Kokosraspeln sehr verlockend. Die Rezeptauswahl ist auf jeden Fall sehr vielfältig und bunt gemischt.

Der Gesundheitsteil ist für mich nicht ganz offensichtlich vom Beautyteil zu unterscheiden, z.T. überschneidet es sich für meinen Geschmack. Teilweise wird die orale Aufnahme von Kokosöl empfohlen, was ich vermeiden möchte, teilweise sind es aber auch wirklich Kleinigkeiten, die es sich auszuprobieren lohnt: So lässt sich die Ohrmuschel sehr milde mit Kokosöl reinigen, auch bei Haustieren. Es gibt ein einfaches Rezept für Magnesium-Körperbutter, welches insbesondere nach dem Sport hilfreich ist. Das Einreiben mit Kokosöl soll bei juckenden Windpocken, bei Milchschorf oder gereizten Brustwarzen helfen. Das finde ich jetzt nicht unlogisch, kann ich aber gerade nicht ausprobieren. Auch die Hilfe bei frischen Tatoos oder das Rezept für Salben gegen Ekzeme kann ich jetzt gerade nicht testen, aber es ist wirklich eine reichhaltige Einsetzbarkeit zu erkennen, auch für Menschen, die einfach nur ihre Altbestände verbrauchen möchten. Auch das Rezept für eine Creme bei Sonnenbrand und kühlende Aloe-Vera-Kokoscreme klingt interessant. Testen werde ich auf jeden Fall den Peeling-Riegel für raue Haut. Auch im Beautyteil folgen noch andere Peelingrezepturen, was ich deshalb besonders interessant finde, da in konventionellen Peelings meistens Kunststoffmikropartikel verwendet werden, die unsere Umwelt sehr stark belasten, anders als zum Beispiel Kaffeesatz oder Rohzucker als Peelingteilchen. In der Aromatherapie ist Kokosöl eine sehr geeignete Trägersubstanz für aromatische Öle. Daher wird auch dieser Einsatz mit verschiedenen Rezepten angeregt.

Der Haushaltsteil ist der kürzeste Anwendungsbereich, aber auch hier sind der Autorin diverse Möglichkeiten eingefallen wie z.B. zur Holzpflege, Rostentfernung, festsitzenden Ringen oder klemmenden Reißverschlüssen. Neben Einsatzweisen bei Haustieren z.B. für eine Wurmkur oder zur Hufpflege (brauchen wir alles nicht) finde ich allerdings den Einsatz zur Herstellung von Knetmasse und als Mittel gegen Läuse. Ja, da hilft es tatsächlich und die anschließend empfohlene Haarspülung mit Apfelessig-Wasser ist sicher auch ohne vorherige Kopfläuse empfehlenswert. Kokosöl erstickt die Läuse, so daß es auch nicht zu Resistenzbildungen wie bei diversen Mitteln auf Rezept kommen kann.

Mein Lieblingsteil war natürlich der Beautyteil, denn um die Naturkosmetik, aber auch Naturheilmittel ging es mir ja gerade. Als großer Gegner von Treibgasen (meistens geht es auch ganz wundervoll anders, warum also nicht einfach darauf verzichten, wenn es doch unnötig ist!), fand ich die Rezepte für Rasieröl und Rasiercreme toll.
Die Herstellung von Badebomben ist so kinderleicht, daß ich sie sofort mit meiner Jüngsten Tochter ausprobiert habe. Ganz schnell, kinderleicht und eigentlich auch ziemlich sauber, sofern man nachher nicht das Kind unbeaufsichtigt in der Nähe des aushärtenden Kokosöls zurücklässt (unsere Badebomben sind nun besonders reich an natürlichem, getrocknetem Lavendel! Gesichtsmasken, Gesichtsreinigung, Peeling, Creme, Haarspülung, Shampoo, was das Herz begehrt! Die Rezepte beschränken sich auf einige wenige erlesene Zutaten, wobei ich ganz besonders die flüssige Olivenölseife sehr interessant fand. Nach der werde ich nun wirklich aktiv auf die Suche gehen. Oft werden ätherische Öle verwendet, wobei ich dann immer an meine Chemielehrerin denken muss (sie war super, bei ihr habe ich fürs Leben gelernt. Danke!), die vor diesen gerade bei sensiblen Menschen warnte, da sie allergieauslösend sein können, daher sollte man sie im Zweifel weglassen.

Gestaltung: die Gestaltung empfinde ich als sehr ansprechend. Es ist ein handliches, broschiertes Format mit Farbfotos auf jeder Doppelseite. Da die einzelnen Seiten mehrere Rezepte immer mind. 2 aufführen ist nicht jedes Rezept bebildert, dies ist aber auch wirklich nicht immer nötig. Z.T. Dienen sie nur der Anschauung zur besseren Orientierung bei der Durchsicht z. B. Bei der Abbildung einer Frau beim Abschminken, z.T. sind sie aber wirklich auch sehr appetitanregend oder sie machen Lust auf das sofortige Ausprobieren. Da viele Rezepte nur wenige Zutaten benötigen, die man oft auch zu Hause hat oder sich auf Kokosöl an sich beschränken, ist das auch ohne weiteres möglich.

Fazit: Entgegen des großen YouTube Erfolges einer Professorin, die Kokosöl als reines Gift bezeichnet, gibt es viele interessant und völlig ungefährliche Einsatzmöglichkeiten, die ich gerade im Hinblick auf die rückfettenden Eigenschaften des bei Zimmertemperatur festen Öls bei Menschen mit trockener Haus, sehr attraktiv finde. Ähnlich wie beim Palmöl, dessen Einsatz in Kosmetikartikel aufgrund der riesigen Anbauflächen in tropischen Gebieten, dürfte mein aus Sri Lanka stammendes Bio-Kokosöl ökologisch nun auch nicht unbedingt das gelbe vom Ei sein. Es gilt daher wie bei den meisten Dingen im Leben: man möge es mit Bedacht verwenden und sparsam.
Auch jenseits des Verzehrs ist Kokosöl vielfältig einsetzbar. Wer es aufgrund der aktuellen Diskussion nicht mehr in der Küche verwenden mag, der findet hier jedoch viele unbedenkliche und empfehlenswerte andere Einsatzmöglichkeiten und kauft dann sogar vielleicht, wie ich, noch neues nach.

Ja, ich weiß, Kokosöl enthält vielfach ungesättigte Fettsäuren, dennoch ist es nicht grundsätzlich giftig, sondern hat auch sehr positive Eigenschaften, weshalb ich es mit 4 von 5 Sternen sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 08.09.2018

Witzig, spannend und voller Wahrheit

Minus Drei und die wilde Lucy - Die blöde Sache mit dem Ei
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Minus Drei ist bekümmert. Eigentlich war sein Leben doch richtig toll, aber nun wird sich alles ändern. Er hat im Schlafzimmer seiner Eltern ein schlecht verstecktes riesiges Ei entdeckt. Niemand redet ...

Minus Drei ist bekümmert. Eigentlich war sein Leben doch richtig toll, aber nun wird sich alles ändern. Er hat im Schlafzimmer seiner Eltern ein schlecht verstecktes riesiges Ei entdeckt. Niemand redet mit ihm darüber, aber er weiß genau was das bedeutet: Demnächst sind sie nicht mehr zu Dritt! Wie sollen sie denn Familie Drei sein, wenn sie nicht mehr nur Drei sind? Wozu brauchen seine Eltern denn doch ein Kind, wo sie doch schon ihn und Lucy haben? Dann haben die doch gar nicht mehr genug Zeit für ihn. Wo soll das Baby überhaupt hin? In sein Zimmer ganz bestimmt nicht und seine Spielsachen wird er auch nicht hergeben! Minus wird immer trauriger, wenn er darüber nachdenkt und vor lauter Traurigkeit vergisst er ganz mit Lucy zu spielen. Die kann das Trübsal nicht mehr länger mit ansehen und bei der ersten sich ihr bietenden Gelegenheit, ergreift sie die Initiative.

Dies ist bereits der 4. Band der Reihe um Minus Drei und die wilde Lucy, wobei es bereits 5 Bände rund um Minus 3 gibt. Minus Drei und die wilde Lucy ist die Reihe mit mehr Text und immer noch sehr vielen wundervollen Illustrationen der Autorin. Beide Reihen eignen sich bestens zum Vor- und Selberlesen, wobei die Reihe um Minus Drei (natürlich auch mit seinem „Haustier“ dem Urmädchen Lucy) eben für noch jüngere Selbstleser gedacht ist und auch die Konzentrationsspanne beim Zuhören noch kürzer sein kann. Minus Drei ist ein Dinosaurierjunge, der einzige Sohn der Familie Drei und sie leben alle zusammen in Farnheim, einem kleinen Örtchen von dem eine Übersichtskarte im Inneneinband abgedruckt ist. Viele der Nachbar und Freunde der Familie haben auch Haustiere, wenn auch sonst außer Minus einen Ur-Menschen hat. Herr Fossil liebt seinen Tyrannosaurus Rex T.R. über alles und Frau Meso ihren nicht ganz so gut erzogenen Triceratop Topsi.
Diese Reihe hören meine Töchter immer noch sehr gerne, obwohl sie ab 6 Jahren ist. Sie ist einfach witzig und verbirgt immer heimliche Wahrheiten aus dem Kinderalltag. Da meine älteste Tochter sich aber immer über das Foto des Sprechers Andreas Fröhlich beschwert hat (keine Ahnung, was damit sein soll) und meine Nichte (5) abends eines der Bücher vorgelesen war, sind wir nun auf das Buch umgestiegen, da ich die Illustrationen von Ute Krause auch wirklich immer toll finde. Reaktion: Beide Kinder waren empört, daß es kein Hörbuch war! Dennoch, die Illustrationen fanden sie auch richtig klasse und die werden nun auch immer wieder angeschaut, während man die Hörbücher hört. Als Autorin und Illustratorin der Bücher schafft Ute Krause es auch immer wieder, daß die Illustrationen perfekt zum Text passen. So kann man sich die Abenteuer in Farnheim bestens vorstellen!
Die Geschichte ist wirklich ab 6 Jahren, ohne Alterbegrenzung nach oben und wirklich sehr gut geeignet mit altersgemischten Kindergruppen gelesen zu werden bzw. gehört, was sehr praktisch ist, wenn man mehrere Kinder hat eventuell auch zu Besuch.
Man muß kein großer Dinosaurier-Fan sein, um diese Reihe zu lieben. Es schadet aber auch nicht. Wir haben übrigens nicht mit den Bänden 1 der Reihe begonnen, so daß wir aus Erfahrung sagen können, daß ein Quereinstieg durchaus möglich ist. Man sollte nur wissen, daß Haustier Lucy ein Ur-Mensch ist und mit Minus nicht sprechen, sondern nur gestikulieren kann. Ein Umstand, der für Kinder sehr viel leichter zu akzeptieren ist, als für Erwachsene.
Diesmal geht es um das Thema: große Veränderung, ein Geschwisterchen steht ins Haus! Die Frage: wie sage ich es meinem Kinde, scheinen die Eltern Drei ebenso wenig für sich gelöst zu haben, wie Minus diese nagende Eifersucht. Themen, die für Kinder sehr real sind und auch schon oft angesprochen. In diesem Buch allerdings ausgesprochen witzig und spannend. Denn die wilde Lucy ist in der Umsetzung ihres Planes Minus von den Sorgen um das blöde Ei zu befreien außerordentlich gründlich. Wobei die Sorge seiner Eltern um das Ei, Minus erstmals dazu veranlasst, die Angelegenheit mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten: nicht nur, wie fühlt er sich mit der Existenz des Eis, sondern was bedeutet es, und insbesondere sein Verlust, für seine Eltern!
Liebe ist ein Gefühl, das sich vermehrt, wenn man es teilt, das muß letztendlich auch Minus einsehen und mit ihm die jungen Leser oder Zuhörer. Aber bis zu dieser Erkenntnis, hat man schon eine Menge gelacht und mitgefiebert.
Die Schrift ist schön klar und fettgedruckt. Sie ist auch größer und somit auch sehr gut für ältere Vorleser geeignet. Allerdings steht schon recht viel Text auf jeder einzelnen der rund 80 Seiten, so daß ein Selbstleser schon sicher sein sollte und vor allem gerne lesen. Für unsichere und ungeübte Leser, mag es anstrengend und ermüdend zu sein, so viel lesen zu „müssen“ ehe sie umblättern können, diese sollten dann besser zur „Minus-Drei“-Reihe greifen. Aber wer aus dieser schon lesetechnisch herausgewachsen ist, oder gemeinsam mit erfahrenen Lesern liest, der ist hier goldrichtig!
Eigentlich schon das 9. Abenteuer rund um den kleinen Dinosaurier und sein Haustier, die wilde Lucy, aber immer noch ganz ohne Abnutzungserscheinungen. Immer noch witzig und spannend und jederzeit aktuell! Sehr zu empfehlen, nicht nur, wenn man gerade seinem Kind versucht zu erklären, daß ein Geschwisterchen unterwegs ist!
Begeisterte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.09.2018

Ein wahrer Ritter!

Der Esel Pferdinand - Ritterpferd mit Eselsohren
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Pferdinand steht auf der Weide und genießt Emmis Kraulen. Er ist rund um zufrieden. Sein Training macht Fortschritte, sogar im Springen wird er besser. Doch dann wird die Aufregung groß: Die Stadt veranstaltet ...

Pferdinand steht auf der Weide und genießt Emmis Kraulen. Er ist rund um zufrieden. Sein Training macht Fortschritte, sogar im Springen wird er besser. Doch dann wird die Aufregung groß: Die Stadt veranstaltet ein Ritterferienlager und Emmi und Lenni dürfen mit machen! Damit genügend Ponies zur Verfügung stehen, sollen die brave Wolke und der fiese Pitt die Kinder begleiten. Emmi würde zu gerne ihren Pferdinand und dessen besten Freund den frechen Ziegenbock Paule mitnehmen, aber angeblich gab es keine Ritteresel! Immerhin zur Besichtigung des Lagers dürfen Pferdinand, Paule und sogar Hahn Bernd und Kater TomTom mitkommen. Das Ritterlager ist richtig toll, es soll sogar ein Schatz gefunden und ein Drache bekämpft werden. Zu schade, daß sie nicht dabei sein dürfen, aber üben können sie ja schon mal und beweisen, daß sie viel mutiger und abenteuerlustiger als der auserwählte Pitt sind! Das macht Paule und Pferdinand auch tatsächlich so viel Spaß, daß sie beschließen, zusammen mit Bernd und Paule sich heimlich nachts zum Lager zu schleichen. Wäre doch gelacht, wenn sie dort nicht dringend gebraucht würden!

Meine Töchter (9 und 11) lieben beide die Geschichten vom kleinen tapferen Esel Pferdinand, kannten bisher aber nur die Hörbücher, die Boris Aljinovic ganz wunderbar vorliest. Mama kann nicht ganz so gut wiehern und Ia-hen. Dafür waren sie von Anfang an von den vielen farbigen Illustrationen angetan. Sie sind unglaublich freundlich in ihrer Ausstrahlung und lebensfroh. Meine Jüngste findet Emmi auf den Bilder total schön! Toll fand ich auch im Inneneinband das Doppelseitige Bild mit Pferdinand, Paule, Pferdinands heimtückisch neidischen Bruder Zottel, Mama Tine, Onkel Alfred und Tante Elsa (die Ziegenmama von Paule), da sah ich sie fast alle auf einmal und kam leichter wieder in die Geschichte hinein, da ich die Hörbücher ja nicht so oft höre die die Kinder ;).
Die Ungerechtigkeit, daß Pferdinand als Esel nicht gut genug sein soll für ein Ritterlager, obwohl er doch so tapfer und hilfsbereit ist, hat die Mädels sehr empört, ebenso daß Emmi als Mädchen nur Burgfräulein, aber nicht Ritter sein darf. Aber gerade diese Ungerechtigkeit macht zu Beginn die Spannung aus. Denn schon bei den Proben auf dem Fels in Opa Hoppes Garten erweisen sich die zwei als viel unerschrockener, als Pferdinands Bruder Zottel. Emmi und die Tiere haben ein klares Ziel vor Augen und das wollen sie unbedingt erreichen. Aber nichts rücksichtslos, sondern indem sie durch ihre eigenen Stärken überzeugen. So wird hier indirekt auch das noch immer weit verbreitete Mädchen- und Jungenbild in Frage gestellt? Können Mädchen auch nach Jeanne d'Arc keine Ritter sein? Sind sie wirklich zu ängstlich und auf Schutz angewiesen? Dürfen Jungen niemals Angst haben oder weinen? Ist ein sensibler, feinfühliger Junge dann kein echter Junge? Sind nicht die inneren Werte wie Zusammenhalt, Rücksichtnahme und Loyalität viel wichtiger? Dass sind Fragen, die die Zielgruppe wirklich interessiert und sie sind hier wunderbar in die Geschichte eingebettet. Denn der Esel Pferdinand ist eine Reihe, gleichermaßen für Jungen und Mädchen, aber eher sensible Jungen und keine Rabauken. Macht aber nichts, schließlich sollte ja jeder das Recht haben dürfen, so zu sein wie er ist und eigene Vorlieben zu haben. Wäre doch ansonsten langweilig und so ist es doch auch völlig klar, daß auch mal ein Esel wie ein Pferd geritten werden möchte. Und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – durch Überzeugung und nicht durch Gewalt! Dabei ist die Geschichte abenteuerlich und lustig, besonders wenn die Tiere gemeinsam losziehen. Wir raten immer gerne mit, wie Geschichten weiter gehen werden, aber Suza Kolb hat uns an vielen Stellen überrascht, angenehm überrascht, denn es war in sich schlüssig und nicht an den Haaren herbeigezogen.
Suza Kolb ist vor allem durch ihre Pony-Reihe „Die Haferhorde“, ebenfalls im Magellan Verlag erschienen bekannt. Eine Reihe, die sogar vor den kritischen Augen meiner ältesten Pferdebuch verabscheuenden Tochter Bestand hat. Denn sie schafft es von Clichés abzuweichen und mit ihren Geschichten wirklich mal andere Helden zu präsentieren und es geht nicht immer nur um Turniere und Siegen und was sie sich so unter Pferdebücher vorstellt.
Eine wundervolle Geschichte mit zahlreichen farbigen Illustrationen und klarem deutlichen Druckbild bestens zum Vorlesen und Selberlesen geeignet.

Wir wünschen uns noch viele neue Geschichten von Pferdinand und seinen Freunden und geben ihm gerne 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.09.2018

Tolles Buch!

Mein Leben im Hotel Royal - Warum mein Dackel mehr Follower hat als ich
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Felicity Royal, genannt Flick, 14 Jahre ist empört, daß ihre Mutter, Inhaberin des legendären Luxus Hotel Royal in London, der Meinung ist, sie sei noch zu jung für einen eigenen You Tube Kanal! Sie ist ...

Felicity Royal, genannt Flick, 14 Jahre ist empört, daß ihre Mutter, Inhaberin des legendären Luxus Hotel Royal in London, der Meinung ist, sie sei noch zu jung für einen eigenen You Tube Kanal! Sie ist überzeugt, daß eine Menge Leute da draußen, sich brennend für ihr Leben interessieren. Da dies aber nun mal so ist und sie ohne elterliche Erlaubnis keinen Kanal eröffnen darf, hat ihr Dackel Fritz einen eigenen Instagram-Account mit 45.019 Abonnenten. Jeden Abend lädt Flick pünktlich um 17.30h ein aktuelles Foto von ihm hoch, daß sie mit Hilfe ihres Selfiesticks aus allen erdenklichen Winkeln aufnimmt. Doch heute wird sie es wohl nicht schaffen, ihre Mutter hat ohne sie zu fragen ihren Selfiestick einem adeligen Gast ausgeliehen und ihn nicht wieder rechtzeitig zurückgebracht. Ein Notfall! Daher sieht sich Flick durchaus als berechtigt an, in Prinz Gustav III Suite einzubrechen, um ihren Stick wieder an sich zu nehmen. Dummerweise ist sie noch nicht wieder verschwunden, als der Prinz zurückkehrt. Nun hat sie noch ein Problem mehr. Wochenlanges Hausarrest und tägliche Mitarbeit im Hotel. Dabei steigt doch demnächst die Party ihrer besten Freundin Ella! Als sie der größte aktuelle Popstar Skylar Chase (20) sie dann noch mit auf die Fashion Week nehmen will, werden Flicks Probleme immer größer.

Der Stil ist sehr fluffig und witzig, weshalb ich sofort im Buch drin war und richtig angetan. Zwischendrin dachte ich beim Lesen, gut, es ist wirklich unterhaltsam, aber schon etwas oberflächlich (wobei ich bei dem Gedanken natürlich sofort anfing zu googeln was denn Paris Hilton so gerade treibt...). Doch genau an diesem Punkt wird dann auch die Wende eingeleitet und Flick beginnt sich zu entwickeln, was sie nicht nur ihrem alten Spielgefährten Cal, dem Sohn des Rezeptionisten verdankt (einen Freund kann man so jemanden ja wohl nicht nennen, deswegen giftet sie ihn ja auch meistens an), sondern auch der braven Musterschülerin Grace, die auf ihre ganz eigene Art herrlich schräg ist. Sowohl Cal, als auch Grace und ihren gutaussehenden Bruder Olly habe ich gleich in mein Herz geschlossen, ganz anders als das möchte-gern-It-Girl Ella, die Menschen nur nach ihrem persönlichen Nutzen für sich selbst beurteilt.
Gemeinsam mit Flick und Cal lernt man das Hotel in all seinen geheimnisvollen Aufgaben und Serviceleistungen kennen, ein ganz besonderer Blick hinter die Kulissen, der sich von den geheimen Räumen unterscheidet, in denen Flick und Cal als Kinder gespielt haben.
Weil Flick unter Hausarrest steht und das Wochenlang, kommt sie meistens außer um zur Schule zu gehen, nicht vor die Tür. Ihre Erlebnisse drehen sich rund um den Hotelalltag und das ist bisweilen das Lustigste, was ich in der letzten Zeit gelesen habe. Endlich habe ich wieder laut beim Lesen gelacht, ganz ohne Kinder und nicht nur gegrinst.
Ich habe mich nicht nur bestens unterhalten gefühlt, ich habe auch ehrlich mit Flick unter einigen Ungerechtigkeiten gelitten, auch wenn ich manchmal ihrer Mutter recht geben mußte. Am Ende konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen und habe es daher auch einfach nicht getan, zu sehr habe ich mich auf das Ende gefreut und wurde nicht enttäuscht. Es ist wirklich sehr schön und für meinen Geschmack auch nicht zu kitschig.
So wie ich auch das Cover, trotz des vielen rosa und gold nicht kitschig, sondern total passend fand. Es sprach auch meine Jüngste an, die es sofort vorgelesen haben wollte, aber dafür war es mir dann doch zu dick, auch wenn die Chat-Verläufe zwischendurch, das Lesen noch deutlich beschleunigen. Klar, als künftige Hotelerbin ist Flick allzeit online und über Whats app erreichbar.

Katy Birchall lebt selbst mit 3 Labradoren zusammen, die sie heiß und innig liebt und mit ihrer it-Girl Reihe von der bereits 3 Bände erschienen sind, sehr erfolgreich.

Ein wirklich herrlich kurzweilig und süßes Buch, daß Mädels ab 12 Jahren durchaus zu Leseratten machen könnte. Für mich hatte es Suchtpotenzial und ich hoffe, ja noch auf eine Fortsetzung, auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist.