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Veröffentlicht am 16.04.2018

Familie kann ja soooo nerven - und dennoch lieben wir sie!

Lil April - Das Chaos kommt selten allein - Band 3
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Bevor die intellektuellen Großfamilie mit Kind und Kegel nach Oxford zieht, um dem Ruf der Uni für den Vater, einem Geschichtsprofessor zu folgen, geht es noch mal zum Familienurlaub nach Berlin. Dort ...

Bevor die intellektuellen Großfamilie mit Kind und Kegel nach Oxford zieht, um dem Ruf der Uni für den Vater, einem Geschichtsprofessor zu folgen, geht es noch mal zum Familienurlaub nach Berlin. Dort soll nämlich Lils einwöchiger Modeworkshop stattfinden, den sie bei einem Talentwettbewerb gewonnen hat. Da ihre Eltern Lil mit noch nicht ganz 14 Jahren für zu jung für eine Woche Berlin finden, kommen sie alle mit, inklusive Hund und Lils bester Freundin Hel, die inzwischen mit ihrem älteren Bruder Pego zusammen ist. Mit 9 Personen ist bereits die Zugfahrt ein halbes Abenteuer und dank der Jungs Matts und Jari mit ihrem Mini-Kicker, die sie im Zug kennen lernen, ist es ziemlich witzig! Wäre da nur nicht Jaris blöde Bemerkung zu seinem Freund Matts, die Lil und Hel kurz vor dem Aussteigen belauscht haben. Egal! Lil will sich ganz auf den Workshop konzentrieren und muss feststellen, daß einige ganz schön verbissen an diesen herangehen, als wäre es ein Wettbewerb! Zum Glück ist Josephine aus der Schweiz anders und so hat Lil auch etwas Spaß während ihre Familie die Stadt unsicher macht und jemandem zum Reden, als sie feststellen muss, daß sie den Bruder des Fotografen kennt, ihn aber lieber vergessen würde.

Dies ist der dritte Band der Reihe und eigentlich ist er auch eigenständig lesbar, da die Familie aber wirklich sehr groß ist und die Namen doch recht eigenwillig, empfinden wir es als hilfreich mit Band 1 anzufangen. Wir haben mit Band 2 begonnen und waren anfangs ziemlich irritiert. Bei Band 3 waren wird dafür sofort mitten im Geschehen drin! Auch hilft es, daß meine Tochter nun ein Jahr älter ist und somit mit fast 11 Jahren, dem Zielgruppenalter entspricht. Ich war erstaunt, wie gut meine Tochter sich nach all der Zeit noch an die einzelnen Familienmitglieder erinnern kann, der Vorgängerband hat sie offensichtlich viel mehr beeindruckt, als ich damals dachte. Auch dieser Band hat sie wirklich berührt. Dem Workshop von Lil und dem Gezicke unter den Konkurrenten in spe, den angeblich lässigen Designern und den immer wieder auftauchenden neuen Jungs in der Runde Matts und Jari ist sie wirklich aufmerksam gefolgt. Ihr Liebling ist aber Lils jüngere 11-Jährige Schwester, die dieses Mal ziemlich viel Aufmerksamkeit bekommt. Auch ihre Hormone fangen an zu kochen und übernehme komplett die Oberhand bei ihr, während das Gehirn völlig ausgeschaltet wird. Das hat sie doch ziemlich erschreckt, wobei sie sich schon gut mit Artis Gefühl, daß sie nie etwas darf, immer nur die anderen, sehr gut identifizieren konnte. Hel ist dabei das totale Gegenteil, sie will nicht nur wie eine Klette an Pego hängen, der sie am liebsten nur für sich hätte, sondern auch Zeit mit ihrer besten Freundin Lil verbringen. Was ich richtig klasse fand, ist dass sie Pego auch richtig Contra gibt, wenn sie anderer Meinung ist als er! So führt die Familie nämlich eine ziemlich ausführliche Tattoo-Diskussion in der U-Bahn, sehr zur Unterhaltung der übrigen Reisenden. Dabei bezieht die Autorin nicht direkt Position und erhebt vor allem keinen moralischen Zeigefinger, was ich sehr angenehm finde, dennoch würde ich mal tippen, daß sie selbst nicht tätowiert ist ;) Am Ende wurde das Buch richtig spannend, meine Tochter hat total mitgefiebert und sie war sehr entsetzt, was mit Arti passiert ist. Sie hat sich wahrscheinlich geschworen, niemals selbst blind vor Liebe zu werden, aber wenn das immer so einfach wäre?

Die Familie ist wirklich sehr groß und das nächste Kind ist bereits unterwegs. Dennoch hat sich die Autorin mit allen Familienmitgliedern viel Mühe gegeben, ihnen eigene Persönlichkeiten auf den Leib zu schreiben, sie sich fortentwickeln zu lassen, statt sie nur als bloße Statisten durch das Buch schwirren zu lassen. Ganz klar hat dieses Buch eine Kernaussage: Familie ist das Wichtigste was macht hat, möge sie auch noch so sehr nerven und lästig sein, ohne sie, ist man nur ein halber Mensch. Dennoch steckt in diesem Buch noch viel mehr, was ich aber nicht verraten möchte, weil ich sonst die Spannung um Artis Irrungen und Wirrungen vorweg nehme.

Veröffentlicht am 12.04.2018

Eine gewitzte Erdbeerschlacht!

Molle Maulwurf und die wilde Erdbeerjagd
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Molle Maulwurf und der winzige Drache Hugo sind gute Freunde von Stadthase Mucker und Feldmaus Rosine, deren Geschichten bereits sehr erfolgreich sind. Dies sind nun Geschichten für Leseanfänger zum Selbstlesen, ...

Molle Maulwurf und der winzige Drache Hugo sind gute Freunde von Stadthase Mucker und Feldmaus Rosine, deren Geschichten bereits sehr erfolgreich sind. Dies sind nun Geschichten für Leseanfänger zum Selbstlesen, aber man kann sie natürlich auch Vorlesen:

Der freundliche Maulwurf Molle, trägt eine Brille und kann daher prima sehen, das ist sehr hilfreich, wenn er am Fluss sitzt und angelt oder wieder irgendwelche Dinge baut. Heute sitzt Molle gemütlich am Fluss und angelt ein großes Brett heraus. Was man wohl damit anstellen kann? Schnell schlägt er Nägel ringsum halb herein, so daß das Brett eine Umrandung hat. Zufrieden betrachtet er sein Werk, als Drache Hugo vorbei kommt und fragt, ob das wohl schwimmt. Was für eine prima Idee! Sie können es als Floss benutzen. Mit einem Eimer voller Erdbeeren als Proviant, lassen sie das Floss zu Wasser, aber angebunden, damit sie nicht wegtreiben. So entdeckt sie der fiese Fuchs, der es auf die Erdbeeren abgesehen hat. Er droht, die Befestigungsleine zu kappen, sollten sie ihm die Erdbeeren nicht freiwillig überlassen. Doch Molle und Hugo lassen sich so leicht nicht einschüchtern und so beginnt eine wilde Jagd über den Fluss!

Natürlich kommen auch Fans von Mucker und Rosine auf ihre Kosten, denn diese spielen auch mit. Daher sind sie auch bereits vorne in der Vorstellungsrunde mit Bild und Charakterisierung abgebildet. Gemeinsam mit Molle, Hugo und dem bösen Fuchs. Dann sind die jungen Leser gleich gut vorbereitet, was für ein wildes Abenteuer da auf sie wartet. Auch wenn die Geschichte erst mal ruhig beginnt, so geht es doch mit dem Fuchs schon bald zur Sache! Dabei geht es nicht um die Wurst oder Leben und Tod, sondern um die Erdbeeren! Als echte Freunde teilen sie sie, jedoch nicht nur untereinander, sondern am Ende auch gemütlich mit Mucker & Rosine, die ihnen letztendlich beistehen. Auch für Erdbeeren gilt: gemeinsam schmecken sie noch mal so gut! So sind in diesem Abenteuer wunderbare kleine Botschaften versteckt: daß Freunde zusammenhalten, Leckereien gemeinsam teilen, man ruhig mal etwas ausprobieren soll, auch wenn man noch nicht weiß, was man da am Ende gebaut haben wird. Molle und Hugo sind nämlich echte Tüftler, während Molle das Floss gebaut hat, entwirft Hugo später das Trocknungsnetz, an dem er all ihre nassen Sachen aufhängen kann. Im Anhang des Buches findet sich daher auch eine Bauanleitung für beides, mit witzigen Hinweisen, daß man bitte nicht seine Haustiere auf dem Floss zu Wasser lassen möchte. Diese Anleitungen sind sehr gut verständlich und mit nummerierten Einzelschritten, Materialliste und illustriert. (Perfekte Vorbilder für die späteren Aufsatzübungen im 3. Schuljahr).

Die Illustrationen von Barbara Scholz sind wieder sehr charakteristisch. Meine Kinder haben ihren Stil sofort erkannt, auch wenn wir noch kein Mucker & Rosine Abenteuer bislang gelesen haben. Auch diesmal haben sie meiner Jüngsten richtig gut gefallen. Sie schafft es einfach immer wieder, die Gesichtsausdrücke herrlich einzufangen.

Für die meisten Erstklässler ist dieses Buch noch nicht wirklich geeignet, sondern eher für Zweitklässler. Die Schrift ist zwar schön groß, aber es ist nicht der Schrifttypus von Lesefibeln. Die Kapitel sind schön kurz und die Sätze ohne Fremdwörter, aber doch bisweilen reichlich Text pro Doppelseite. Für Kinder, die gerne lesen, ist das kein Problem, für jene, die sich mit dem Lesen jedoch schwertun, ist es eher abschreckend. Dann sollte man einfach noch etwas warten oder als Eltern die längeren Passagen eben schnell vorlesen, da das Kind ja wissen will, wie es weiter geht. Denn im Gegensatz zu typischen Büchern für Erstklässler, wird ihnen hier wirklich eine interessante und sprachlich ansprechende Geschichte angeboten. Das fordert die Leseanfänger natürlich bisweilen heraus, da auch zusammengesetzte Nomen wie „Wellentäler“ oder lange Partizipien wie „hinausgeschleudert“ zu „erlesen“ sind. Dafür werden die Kinder um so stolzer sein, wenn sie es schaffen und ein gutes Sprachgefühl entwickeln. Trotz der Kürze von etwas über 40 Seiten, also eine sehr kurzweilige, witzige Geschichte mit viel unterschwelligem Lernpotenzial. Super für alle Kinder (Jungs und Mädchen), die Mucker & Rosine schon lieben und endlich selbst Geschichten von ihnen lesen wollen oder aber auch als Einstieg in ihre Abenteuerwelt geeignet.

Veröffentlicht am 07.04.2018

Wer Kinder hat, hat hier gut lachen!

Und ewig schläft das Pubertier
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Nachdem mein Gewinn von „Nicks Sammelsurium“ so ein Familienhit wurde, der bei uns ständig lief und zitiert wurde, brauchten wir dringend Nachschub. Mit 2 CD's klang „Und ewig schläft das Pubertier“ nach ...

Nachdem mein Gewinn von „Nicks Sammelsurium“ so ein Familienhit wurde, der bei uns ständig lief und zitiert wurde, brauchten wir dringend Nachschub. Mit 2 CD's klang „Und ewig schläft das Pubertier“ nach prima Stoff für unsere Fahrt in den Osterurlaub.

Da es sich anders als bei „Nicks Sammelsurium“ um einen Live-Mitschnitt von Jan Weilers Familienanekdotenhandelte, beginnt die CD erst mit einer Ansage und Begrüßung ehe es losgeht, mit Nicks (inzwischen 15 Jahre alt) vorgeschobenen Krankheiten aus dem Land der Phantasie, damit er nicht zur Schule muß. Das das der totale Quatsch ist, konnten sie super verstehen. Bei Karlas (inzwischen 18 Jahre alt, aber noch immer nicht weise) Verkehrserziehung auf dem Verkehrsübungsplatz zur Vorbereitung auf den Führerschein, haben alle, auch die Jüngste (8) vor Freunde gequietscht und gejohlt. Dies ist ein realer Kosmos, den wir alle kennen, lieben und fürchten. Ebenso die Geschichten vom gemobbten Autorenvater, der im Keller versteckt wird und der anscheinend nicht mit den Anzugträger-Wirtschaftsväter mithalten kann, ist wirklich familienkompatibel. Es folgen die Probleme von Smartphones im Familienalltag, die Schnelllebigkeit der heutigen Jugend mit ihrer interessanten Beziehungsanbahnung über What's app, für uns totales Neuland, aber herrlich trocken und urkomisch erzählt, Auch an Karlas Versuchen einen angebeteten Jungen mit ihren Kochkünsten zu verführen, ohne sich ein Kochbuch genauer durchzulesen oder sich mit dem Thema ernsthaft zu befassen (nein, auch kein You-Tube-Tutorial! Ja wo lebt sie denn!) bereitet uns bei zwei Töchtern auf einiges vor (ich hoffe aber, daß sie kochtechnisch bis dahin mehr auf dem Kasten haben). Als Jan Weiler dann im Würgegriff von Ulrich Dattelmann hing, mußte gerade die Eltern grinsen. Die Mutter, weil sie selbst seit der Kindergartenzeit an so unzähligen Elternabenden mit diversen Versionen von Ulrich Dattelmann teilnahm und der Vater ist als Lehrer ebenfalls leid geprüft. Das besondere Plus für uns: es ging um die Planung von Nicks Klassenfahrt, die natürlich von München nach Berlin gehen sollte (wo wir gerade hinfuhren), jedoch von Vater Weiler scherzeshalber mit dem Vorschlag Manderscheid boykottiert wurde. Manderscheid liegt bei uns in der Nähe, in der Vulkaneifel und die katholische Jugend des Ortes fährt dort alljährlich ins Zeltlager hin. Die Rezensentin hat es tatsächlich geschafft, sich dort im Wald bei einem Waldspiel zu verlaufen, gefährliches Pflaster! Auch war sie in Nicks Alter in Gerolstein in der Vulkaneifel auf Klassenfahrt, die Genugtuung war in mein Gesicht gepflastert! All jene, die schon in jungen Jahren in die Metropolen der Welt auf Klassenfahrt gelangen, werden nur genüsslich vor sich hingrinsen können, werden die übrigen mit Nick mitleiden. Meine Kinder (10 und 8 Jahre)haben den ironischen Humor von Jan Weilers Familieneinblicken mit Ausnahme der 1.000-Schuss-Theorie zur Vermeidung des Ornanierens sehr gut verstanden. Das hat mich wirklich erstaunt, bei dieser CD dachte ich wirklich, daß es nicht so gut ankäme, wie Nicks Erlebnisse, der ja damals im Alter meiner Kinder war und deren Erlebnishorizont teilte. Mein Mann findet die neuen Weilerschen Erlebnisse nicht minder witzig, als „Nicks Sammelsurium“ und auch die Kinder mögen es, besonders die erste CD mit Karlas Fahrversuchen, Nicks Flirtversuchen und Karlas Kochkünsten.
Auch wenn es ein Live-Mitschnitt ist, kann man bis auf eine kleine Stelle wirklich die Späße verstehen. Jan Weiler amüsiert durch seine elaborierte Sprache, seine Ausdrucksweise und seine Verzweiflung an der Welt des Pubertiers, statt durch Mimik und Gestik. Das lachende Publikum ist auch verhältnismäßig leise zu hören, so daß man sich nicht wie in einer amerikanischen Sitcom fühlt, wenn einem eingespielte Lacher den richtigen Zeitpunkt zum Lachen vorgeben. Die Aufnahmequalität ist sehr gut, man kann jedes Wort verstehen und es gibt keinerlei akustische Probleme. Durch die regelmäßig gesetzten Tracks, zum Ende einer jeden Anekdote ist ein Wiedereinstieg nach einer kurzen Unterbrechung stets gewährleistet.

Nun will meine Familie unbedingt zu einer Jan Weiler Live-Lesung und als Held der Gegenwartsliteratur wagt er sich sogar in die Vulkaneifel zurück zu einem Eifel-Lesefestival, zu einem für uns unpassenden Datum und in Bonn liest er aus seinen Kühne-Krimis, schon ganz bald am 12.4.18. Ich fürchte, wir werden dann doch weiter nach Hörbüchern von ihm forschen.

Ach ja, wer noch nicht weiß, wer Jan Weiler ist: Er ist eigentlich Journalist und war Chefreadakteur des SZ-Magazins als ich noch Zeitungsleserin war. Seit dem mit Christian Ulmen verfilmten „Maria, ihm schmeckt's nicht!“ in dem er die Erlebnisse mit der italienischen Familie seiner Frau verarbeitet, ist er ein erfolgreicher Autor, der inzwischen sogar seinen zweiten Krimi veröffentlicht hat. In diesem Live-Mitschnitt kommt aber auch Sarahs italienische Schwester mit ihrem sehr speziellen Göttergatten beim Track „Eva's Busen“ wieder zu Wort. Keine Sorge, diese Anekdote ist ganz anders als erwartet, unseren Kindern mußten wir lediglich den Begriff „Esotherik“ erklären.

Für Kinder nicht ganz so gut geeignet, wie „Nicks Sammelsurium“, aber dennoch absolut familientaugliche Familienunterhaltung und einige Brüller sind garantiert! Es hilft absolut mindestens vorpubertierende Kinder zu haben, um die Komik zu verstehen. Wer noch nie mit nackten Füßen auf einen Legostein trat, kann diese Leiden eines Vaters sicher nicht immer nachvollziehen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Der Hörverlag, für diese lustige Unterhaltung im österlichen Autobahnstau!

Veröffentlicht am 06.04.2018

Lerne Dich in Deiner Haut wohlzufühlen

DUMPLIN'
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Die 16 jährige Willowdean Dickson, ist nicht nur mit einem außergewöhnlichen Namen gesegnet, sondern auch mit konstantem Übergewicht. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Rosie, einer ehemaligen Schönheitskönigin. ...

Die 16 jährige Willowdean Dickson, ist nicht nur mit einem außergewöhnlichen Namen gesegnet, sondern auch mit konstantem Übergewicht. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Rosie, einer ehemaligen Schönheitskönigin. Zum Glück hat ihre Tante Lucy sie stets unterstützt, bis sie vor einem halben Jahr an einem Herzinfarkt starb, als Folge ihrer pathologischen Fettleibigkeit. Seither fehlt Lucy Will unheimlich, doch sie hat ja immer noch ihre beste Freundin Ellen. Optisch ist diese das totale Gegenteil von ihr, aber was soll's? Die Liebe zu Dolly Parton eint sie seit Kindertagen und sie haben keine Geheimnisse voreinander. Bis Will sich bei ihrem Sommerjob in den süßen Bo, den Basketballstar der teuren Privatschule verliebt. In seiner Gegenwart klopft ihr Herz und sie bildet sich ein, nur noch Unsinn zu reden. Als er sie heimlich hinter den Mülltonnen küsst, traut sie sich noch nicht einmal Ellen davon zu erzählen, das glaubt ihr doch eh niemand! Außerdem ist es ihr auch unangenehm von jemand so perfektes berührt zu werden, plötzlich wird ihr ihre Haut zu eng und sie stellt sich selbst in Frage. Um sich selbst zu beweisen, daß sie nicht nur die Dicke vom Fast Food Laden ist, meldet sie sich zum Schönheitswettbewerb an. Damit macht sie nicht nur vielen anderen Mädchen Mut, sie riskiert sogar das Wichtigste in ihrem Leben: Ellen. Ihre Freundin wird ihr immer fremder.

Eine warmherzige und wirklich nachfühlbare Geschichte über die Unsicherheit von Teenagern. Fühlen sie sich nicht alle unwohl in ihrer Haut und gehört es nicht zum Erwachsen werden dazu, sich selbst kennen und lieben zu lernen? Dieser Prozess ist schmerzhaft und nicht immer schön. Will lässt uns an ihren Höhen und Tiefen teilhaben. Gerade als man sie am Liebsten hat, stößt sie einen plötzlich am meisten ab. Kann sie wirklich so fies sein? Ja, sie kann, denn in jedem von uns stecken zwei Seiten, die miteinander streiten. Durch den heftigen Streit mit Ellen, wird Will gezwungen neue Wege zu gehen und auf andere Menschen zuzugehen, auch wenn sie diese bisher zwar mochte, aber eher doch bemitleidete. Nun haben diese etwas, was ihr fehlt: eine beste Freundin. Verloren ohne Ellen und verwirrt und verletzt von Bo, weckt sie nun das Interesse des liebenswürdigen Football-Stars Mitch, als Verteidiger selbst nicht der Schmalste. Mitch ist hinreißend, aber eben nicht Bo und ihn kann Will nicht vergessen. Durch ihren Streit mit Ellen scheint Will so sehr aus der Bahn geworfen, daß sie völlig hin- und hergerissen ist und nur noch wieder zurück in ihren alten Wohlfühlstatus zurückfinden möchte. Doch das ist gar nicht so leicht, schon gar nicht, wenn die Mutter stets auf südstaatliche Perfektion achtet und man so gar nicht, der zu sein scheint, den sie sich wünscht.

Der Stil ist sehr fließend und einnehmend. Dank der Ich-Perspektive lernt man Wills intimste Gedanken kennen und wie bei jedem Menschen, sind diese nicht immer lieb und nett. Das macht die Erzählung aber auch wirklich so authentisch.Wenn man sich das Bild der Autorin ansieht, kann man sich vorstellen, daß sie in ihrer Jugend einige Erlebnisse mit Will teilte, ehe sie zu einer in sich ruhenden Autorin wurde. Vielleicht sind ihr daher auch immer wieder Wendungen eingefallen, mit denen ich so nicht wirklich gerechnet habe. So kam ich während des Lesens stets ins Grübeln, ob es wohl ein Happy End geben wird. Ob dies der Fall ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, es ist auf jeden Fall kein Hollywood Ende, was ich sehr angenehm finde. Ein echter Pluspunkt sind Wills alte und neue Freunde. Diese Mädchen, die nicht dem Amerikanischen Traum entsprechen, sind aber wirklich besonders: keine Abziehpuppen, sondern Persönlichkeiten, wohl auch deswegen, weil sie vom Leben bislang nicht verwöhnt wurden. Aber haben wir nicht alle irgendeine Last, mit uns herum zu tragen? Daher ist es so persönlich und zugleich auch persönlich. Will ist nicht perfekt und mit einigen ihrer Aktionen bin ich nicht einverstanden. Aber wer ist schon perfekt und wäre sie dann nicht langweilig?

Ein ganz besonderer Schönheitswettbewerb aus der Heimat von Barbie, aber mit echten Persönlichkeiten und echten Teenagern. Ein Buch, daß ich jungen Mädchen gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 05.04.2018

Hier darf gerüttelt und geschüttelt werden!

Kleines Monster, komm da raus!
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Der englische Promi-Vater des Jahres 2016 Tom Fletcher hat selbst 2 Söhne und weiß, wie sehr kleine Jungs Monster lieben und sie aber auch gerade vor dem Einschlafen fürchten. Doch hier ist kein Monster ...

Der englische Promi-Vater des Jahres 2016 Tom Fletcher hat selbst 2 Söhne und weiß, wie sehr kleine Jungs Monster lieben und sie aber auch gerade vor dem Einschlafen fürchten. Doch hier ist kein Monster unterm Bett, nein, es versteckt sich in diesem wunderbar bunten, großen Bilderbuch! Moment, es ist doch eine Geschichte ab 3 Jahren zum Einschlafen, was soll da bloß ein Monster im Buch! Da hilft nix, da müssen Kinder und Eltern gemeinsam versuchen das kleine Monster zu vertreiben, mit allen Mitteln die sie haben: Schütteln, Schreien, LAUTER SCHREIEN!, Kippen, Rütteln, Pusten. Das macht gemeinsam richtig Spaß und ist aufregend, aber es macht auch ganz schön müde. Da kann man das kleine Monster eigentlich nur zudecken, streicheln und ihm eine gute Nacht wünschen, denn es ist Zeit ins Bett zu gehen. Und wenn man nun das Buch ganz leise nimmt und im Bücherregal zwischen all die anderen Bücher klemmt, dann kommt es auch garantiert in der Nacht nicht wieder heraus und schon gar nicht unters Bett oder in die Kinderträume!
Ein wunderschönes Buch zum gemeinsamen Toben und Kuscheln vor dem Einschlafen, das die Kleinen garantiert zum Strahlen bringt. Sie dürfen zusammen mit dem Vorleser viele Dinge machen, die sie sonst nicht dürfen, nur um das kleine Monster zu erschrecken. Das kleine Monster sieht übrigens wirklich sehr süß aus und macht ganz bestimmt keine Angst, sondern blickt einen mal ganz freundlich, mal etwas skeptisch von den großen bunten Buchseiten an. Ich habe es zusammen mit einer schwangeren Kunstlehrerin und Mutter von zwei Söhnen gelesen, sowie dem 3 jährigen Emil. Es hat sämtliche kritischen Tests bestanden. Wir alle hatten viel Spaß das kleine Monster mal nach rechts oder links zu kippen (sehr geschickt zum Üben von Rechts und Links), es zu kitzeln oder feste zu Pusten. Für Kindergarten Kinder ist es toll, dass sie alle Aufgaben alleine und mit dem Vorleser befolgen können, ein Erfolgserlebnis, das stolz macht und Kinderaugen strahlen lässt.
Die Übersetzung von Tanja Poestges ist sehr gelungen. Gerade bei Bilderbüchern, mit nur wenig Text, muß jedes Wort sitzen. Beim lauten Lesen macht es sich auch wirklich bemerkbar, wenn die Kinder etwas nicht verstehen oder die Satzmelodie hakt. Aber nein, jedes Wort sitzt, jedes Wort wird verstanden.
Wirklich toll für 3- 4 Jährige Kinder, um sich an gemeinsames Lesen und Kuscheln zu gewöhnen. Es lässt sich super als Schlafritual einführen und wird dann jeden Abend von Neuem eingefordert!
Sehr gelungenes Konzept von einem Vater für Eltern und Kleinkinder.
PS: so sehr wir uns auch angestrengt haben, das Monster hat das Buch nie verlassen!