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Veröffentlicht am 02.03.2018

Manchmal ist anders genau richtig!

Das Leben ist manchmal woanders
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Die etwas alternativ-esotherische Marlene begibt sich mit ihrem noch ungewöhnlicherem Sohn Gregor (14) mit der Bahn zu ihrer älteren Schwester Judith und deren Mann Achim, zum alljährlichen Besuch. Achim ...

Die etwas alternativ-esotherische Marlene begibt sich mit ihrem noch ungewöhnlicherem Sohn Gregor (14) mit der Bahn zu ihrer älteren Schwester Judith und deren Mann Achim, zum alljährlichen Besuch. Achim graust es schon vor dem Besuch, Marlene scheint sich gar nicht an Gregors Eigenheiten zu stören, lässt ihm alles durch gehen und erzieht ihn gar nicht! Ihrem eigenen Sohn Frank hätten sie so etwas nie durch gehen lassen! Schon bei der Ankunft auf dem Bahnsteig fallen Marlene und Gregor auf, aber Marlene scheint das nicht zu stören, ebenso wenig, wie Gregor schrille, merkwürdige Kleidung, seine offensichtliche Unfähigkeit sich in die Normalität einzufinden. Noch auf dem Bahnsteig quatscht er eine Brötchenverkäuferin an und macht ihr ein Kompliment – diese freut sich und lächelt wahrscheinlich zum ersten Mal an diesem Tag. Gregor begegnet seinen Mitmenschen unvoreingenommen, offen und mit entwaffnender Ehrlichkeit. Auch auf die Menschen in dem Mehr-Parteienhaus von Tante Judith geht er unbekümmert auf alle Bewohner zu, obwohl die meisten sich sogar aus dem Weg zu gehen scheinen. Aber Gregor beobachtet, denkt nach und kombiniert. Als sich Gregors Aufenthalt durch einen Unfall von Marlene verlängert, gehen in dem Haus in der Brunnerstraße nach und nach die wunderbar unvorhersehbarsten Dinge vor sich.
Gregor stolpert einem auf diesem Bahnsteig zu Beginn quasi entgegen. Was mit ihm los ist, erfährt man erst ganz am Ende, aber das ist ja eigentlich auch gar nicht so wichtig, wie es heißt, was bei ihm anders ist. Er ist anders und daher reagiert er auch anders auf seine Mitmenschen. Auch wenn ihn alle nicht auf Anhieb ernst nehmen, fühlen sie sich doch nie von ihm bedroht, sondern wundern sich allenfalls. Seiner offenen, staunenden Art kann man sich nicht entziehen, und so lassen die Nachbarn Dinge geschehen, die sie selbst nie für möglich gehalten hätten. Irgendwie knackt er sie auf, mit seiner entwaffnend ehrlichen Art, hält er ihnen unschuldig einen Spiegel vor und sie erkennen allzu oft, wie sehr sie sich in etwas verrannt haben oder das sie in eine Sackgasse gelangt sind. Auch wenn Gregor anders ist, ist er kein Außenseiter, denn er ist einfach da und ein Bindeglied, zwischen Menschen, die es nie für möglich gehalten hätten, das sie etwas gemeinsam haben könnten.
Sehr humorvoll und wundervoll sensibel erzählt Ulrike Herwig (alias Ulrike Rylance, Caro Martini oder Carly Wilson) die Geschichte eines Kindes, das anders ist. Dabei bezeichnet sie ihn selbst nie als behindert oder mit so unsinnigen Umschreibungen wie „Menschen innerhalb eines anderen Spektrums der Normalität“, sie läßt einfach Gregor für sich selbst sprechen und das ist gut so. Trotz aller größerer und kleinerer Probleme der Hausbewohner ist der Ton der Geschichte immer ein positiver, er zieht einen nicht herunter, sondern zeigt auf, daß eigentlich alles möglich ist. Nicht in einer aufgesetzten „Denk-positiv“-Manier, sondern einfach durch die Offenheit des Geistes und des Herzens. Einfach wunderschön bewegend, geht diese Geschichte ins Herz. Man versteht, warum Marlene ihr Kind so liebt, auch wenn Gregor wohl kaum so ist, wie sie es sich noch in der Schwangerschaft erträumt hat. Aber müssen Kinder wirklich immer „Erfolgsgeschichten“ sein? Kann man sie nicht einfach nur lieben, wie sie sind? Ein ehrliches Plädoyer für Akzeptanz und Respekt, vor den Menschen, wie auch immer sie auch sein mögen. Gregor nimmt seine Mitmenschen so an, wie er sie kennenlernt, er schaut auch hinter ihre bisweilen hübschen Fassaden und urteilt mit dem Herzen und nicht mit den Augen. Während er so einige als Blender entlarvt, entpuppt sich manch Grantler als herzensgut, aber einsam.
Eine Geschichte, die mir während des Lesens nicht nur das Herz wärmte, sondern meine Tage einfach ein wenig schöner machte. Ein echtes Lesehighlight, ein kleiner Schatz.

Veröffentlicht am 28.02.2018

Familie ist, wenn man trotzdem lacht!

Ziemlich unverhofft
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Nikola Petersen ist eine junge verwitwete Familienrechtlerin, die ihre Kinder Tessa (14) und Max (5) alleine groß ziehen muß. Zum Glück hat sie ihre Schwiegermutter Gisela, die einspringt, wann immer Not ...

Nikola Petersen ist eine junge verwitwete Familienrechtlerin, die ihre Kinder Tessa (14) und Max (5) alleine groß ziehen muß. Zum Glück hat sie ihre Schwiegermutter Gisela, die einspringt, wann immer Not ist und das ist ziemlich oft. Gerade jetzt, als Ihr Sozietätspartner Alex von der Bildfläche verschwunden scheint, der Flirt mit dem Strafverteidiger von nebenan Dr. Simon Rupprecht in die heißte Phase geht, der benachbarte italienische Lebenskünstler Tiziano sie seiner Mutter Signorina Felice, als seine neue Freundin vorstellt und Freundin und Mitarbeiterin Florentine mitten im Scheidungskampf steckt und die Schließtage von Max Kita anstehen, wäre sie von Nöten. Doch Oma Gisela geht auf Kreuzfahrt, es ist eine einmalige Gelegenheit, die sie sich nicht entgehen lassen kann, da sie quasi umsonst als Krankheitsvertretung einspringen kann. Aber natürlich hat Gisela an alles gedacht und die scheinbar perfekte Kinderbetreuung für Nikola organisiert: Italiener lieben Kinder, wer könnte also Max besser hüten, als der charmante Filou Tiziano mit Mutter? Nikola sieht das zwar anders und Simon sowie so, aber welche Wahl bleibt ihr? So nimmt das Chaos seinen vergnüglichen Lauf!
Dies ist der zweite Band von Nikola Petersens Alltagswirren nach „Ziemlich unverbesserlich“. Da die Geschehnisse an einander anknüpfen empfiehlt es sich mit „Ziemlich unverbesserlich“ zu beginnen, es ist jedoch auch gut verständlich, wenn man bei diesem Band einsteigt, so wie ich. Es werden alle Charaktere vorgestellt, aber einige running gags durch die doch teilweise sehr eigenen Persönlichkeiten sind sicherlich noch witziger, wenn man den Vorgänger kennt.
Ich habe mich lange nicht an diese Geschichte herangetraut, da ich von Fach bin, und mir nicht so sicher war, ob ich wirklich richtig abschalten könnte beim Zuhören. Ich hörte die CD zum Einschlafen und ertappte mich dabei, wie ich Nikola fast laut zu rief „Mensch, macht doch eine EMA-Anfrage!“ (Einwohnermeldeamts Anfrage, gegen Bearbeitungsgebühr erhält man Auskunft über die Wohnanschrift einer Person), bei der Schließtagsproblematik litt ich tierisch mit, zu gut konnte ich mich an den letzten KiTa-Streik erinnern, der fas 6 Wochen dauerte und natürlich eine Zeit umfasste, in der unsere Oma z.T. im Urlaub war. Es sind wirklich Situationen, mitten aus dem Leben, auch der Büroalltag ist mit seinen Schicksalen gut beschrieben, obwohl natürlich deutlich mehr Routinearbeit dazugehört, aber ehrlich, wer würde das schon lesen oder hören wollen? Ich war aber sehr stolz auf Nikola in ihrem Männergeschmack, da wir immer in der Kanzlei immer wieder die Köpfe schütteln und uns fragen „wie kann eine so nette Frau nur an so einen Typen geraten und den auch noch heiraten?“ (andersrum auch). Gut Frauke Scheunemann hat nun die Familienkomödie nicht neu erfunden, aber auch wenn sie keine Anwältin ist, ist sie vom Fach und setzt ihren Lesern/Hörern nicht völlige Flausen von dem Beruf in den Kopf (gut etwas Ausschmückung muß schon sein, es soll ja nicht langweilen) und wer 4 Kinder und einen Hund großzieht, sollte sich auch mit Familien, Chaos und Katastrophen auskennen. Mein Mann war ja fassungslos, wie eine promovierte Juristin denn Kinderbücher schreiben kann? (ja, sie schreibt auch die Winston-Serie über einen Kater, Kinderbücher auch mit Antje Szillat, und unter dem Pseudonym Anne Hertz gemeinsam mit ihrer Schwester Wiebke Lorenz, romantische Komödien). Wer Nikolas Leben mit nur zwei Kindern und Arbeit verfolgt, der weiß, daß es eine Chance war, die sie unbedingt ergreifen sollte! So schreibt sie nun Bücher und das mit Erfolg. Der Stil ist leicht und beschwingt, so wird einem auch an kalten Wintertagen ein wenig wärmer ums Herz und genau das soll das Genre ja erreichen!
Marie Bierstedt verleiht der Geschichte mit ihrer warmen, fröhlichen Stimme richtig Gefühl und haucht ihr Leben ein. Wunder moduliert und deutlich spricht sie, ohne das es „vorgelesen“ wirkt, es gibt keinerlei störende Atmer und auch die Lautstärke ist wunderbar ausbalanciert. Die vier CD’s im Jewelcase sind liebevoll gestaltet. Jeder Tonträger ist anders bedruckt, immer passend zum fröhlichen Cover.
Kein Wunder, sie ist die deutsche Synchronstimme von Anne a, Kirsten Dunst, Anna Faris und Kate Beckingsale.
Wirklich sehr kurzweilig und amüsant, hat mir 4 h 45 min lang wirklich Spaß gemacht.
Eine romantische Familienkomödie, die einfach Spaß macht und die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann mit guten 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.02.2018

Trabbel hoch drei - Spaß garantiert!

Die Trabbel-Drillinge - Heimweh-Blues und heiße Schokolade
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Bella, Vicky und Franka von Trablinburg sind quasi von Geburt an it-Girls, denn die Wahrscheinlichkeit als eineiiger Drilling geboren zu werden beträgt 1 : 200 000 000. Klar, daß das die Persönlichkeit ...

Bella, Vicky und Franka von Trablinburg sind quasi von Geburt an it-Girls, denn die Wahrscheinlichkeit als eineiiger Drilling geboren zu werden beträgt 1 : 200 000 000. Klar, daß das die Persönlichkeit der Zwölfjährigen prägt, vor allem, wenn die eigene Mutter Babs eine PR-Expertin ist. Dennoch hat jede der drei innerhalb des Kleeblatts eine besondere Position. Bella ist die Schöne und Sportliche, Vicky die Schlaue und das Technikgenie und Franka die Nette mit dem braunen Schokodaumen. Schokolade ist einfach ihr Element, egal ob heiße Trostschokolade oder Edelpralinen, bei Franka wird es zum kulinarischen Gedicht. Sie haben ihre Vereine, ihr Lieblingscafé und ihre Freundinnen. Als sie sich mal in ihrem Lieblingscafé gegenüber einer Journalistin verplappern und ein Interview abgeben, in welchem sie als verwöhnte, eingebildete Zimtzicken dargestellt werden, können sie in Prenzelberg keinen Fuß mehr vor die Tür setzen. Da flieht Mutter Babs mit ihnen aufs Land und plant die Eröffnung eines Bio-Hotels in ihrem Geburtshaus, dem Stammsitz der von Trablinburgs. Die Dorfbewohner beäugen die chicen Städterinnen mit ihren Ökoallüren misstrauisch. Die Anführer der Dorfjungs erklären den Stadtmädels den Krieg. Hier wird ihre Einheit auf eine harte Probe gestellt.
Wie bei Hanni & Nanni, sind die Drillinge, die ja durch ihr identisches Aussehen zwangsläufig auffallen und stets eine Sonderrolle einnehmen, ganz schön arrogant. Da hat selbst die nette Franka es nicht leicht zu überzeugen. Doch als Drillinge hat man natürlich auch einen besonderen Zusammenhalt und da ist es gar nicht so einfach, als Außenstehender wirklich in diese eingeschworene Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Klar ist das Leben auf dem Land völlig anders, als im hippen Berlin. Aber bedeutet anders wirklich automatisch, daß es schlechter ist? Sowohl die Dorfjugend, als aus die Stadtgirls sind nicht bereit die „Andersartigkeit“ des jeweils anderen zu akzeptieren. Toleranz: Fehlanzeige! Doch leider zeigt sich Mutter Babs als unnachgiebig und will trotz des Protests hoch drei, bleiben, in der tiefsten Pampa!
Warmherzig und mit Humor schildert Anja Janotta die Nöte der Mädels in der für sie fremden Welt. Voller Einfallsreichtum lässt sie die Schwestern planen und scheitern. Denn eins ist klar: nur mit Schokolade und Nettigkeit kommt man weiter, Krieg bringt nur Verlierer hervor.
Während den jungen Leserinnen, auch die Nachteile der sozialen Netzwerke, der Instagramm-Accounts und der Influenzer vor Augen geführt werden, zeigt es auch, daß das Leben auch noch ganz anderes zu bieten hat und das es nicht nur aus Wettbewerb besteht. Denn mit zwölf Jahren ist man eigentlich alt genug auch mal was Sinnvolles zu tun, sich in der Küche auszutoben, oder den Eltern das Netzwerk einzurichten ;) Doch nichts ist wichtiger als Zusammenhalt und eigentlich auch Rücksichtnahme. Da können alle nur gewinnen!
Hier gewinnen aber auch die jungen Leserinnen und zwar ein tolles Geschmackserlebnis, wenn sie die geheimen Schokoladenrezepte (heiße Schokolade und Schokoladentarte ohne Mehl) von Franka, die als Leckerbissen zum Ende des Buches abgedruckt werden, nachmachen. Schokogenuss pur! Da braucht man kein In-Café, sondern einfach nur die heimische Küche und mit den besten Freundinnen schmeckt es noch mal so lecker!
Anja Janotta weiß übrigens wovon sie schreibt: sie hat selbst Tochter und Sohn ungefähr in dem Alter und Schokolade? Die ist doch immer gut, da sind wir uns einig!
Ich bedanke mich mit 5 Schokosternen und hoffe auf weitere Abenteuer und Schokorezepte!

Veröffentlicht am 25.02.2018

Geheimnisvoll, witzig, teenagerchaotisch

Auf den ersten Blick verzaubert
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Dies ist der erste Band der neuen „Plötzlich verwandelt Triologie“ der Autorin von „Verliebt in Serie“.
Ophelia hat nicht nur einen eigenwilligen Namen, sie hat auch eine schönere und beliebtere Zwillingsschwester ...

Dies ist der erste Band der neuen „Plötzlich verwandelt Triologie“ der Autorin von „Verliebt in Serie“.
Ophelia hat nicht nur einen eigenwilligen Namen, sie hat auch eine schönere und beliebtere Zwillingsschwester namens Lora, mit der sie bei ihren noch merkwürdigeren Tanten Rose, Melli und Helli (Drillingen) in deren argwöhnisch beäugten Herrenhaus in Edingburgh. Jede bewohnt eine eigene Etage und dazwischen wuselt das pupsende Hausschwein herum. Obwohl sie die weibliche Hauptrolle Julia in der Schulaufführung spielen soll, traut sie sich nicht ihrem männlichen Co-Star Adrian eine Einladung zu ihrer 16. Geburtstagsparty zu geben. Als sie sich endlich einen Ruck gibt und ihm die Einladung heimlich zustecken will, verwickelt sie sich in eine Abfolge unzähliger Peinlichkeiten und ihr wächst ein Bart! Offensichtlich hat sie die geheime Verwandlungsfähigkeit von Mehrlingen in ihrem Clan geerbt. Doch niemand hat sie in deren Geheimnisse eingeweiht, da alle glaubten Ophelia bliebe verschont. Um nicht statt auf der ersehnten Party in den Highlands bei ihrem gefürchteten Großonkel zu laden, muß sie schleunigst lernen, diese Verwandlungen zu beherrschen. Dies soll sie beweisen, indem sie es lernt, sich bis zu ihrem Geburtstag in den perfekten und daher langweiligen Cliff zu verwandeln.
Welcher Teenie hat nicht das Gefühl von einer Peinlichkeit in die nächste zu stolpern? Alle scheinen zu wissen was zu tun ist, was angesagt ist und was nicht, nur man selbst stolpert ahnungslos durchs Schulleben. Während das einige junge Mädels schon an den Rande der Verzweiflung zu treiben scheint (warum sonst sollten sie wohl stundenlang mit ihren besten Freundinnen telefonieren/chatten/chillen?) muß Ophelia noch ein verzwicktes Familiengeheimnis ergründen und ihre magischen Fähigkeiten kontrollieren lernen. Das ist so viel auf einmal, da hat sie gar keine Zeit verrückt zu werden! Dass Jungen sie nun plötzlich auch wahrzunehmen beginnen und das nicht nur als guten Kumpel, macht die Situation nicht gerade einfacher. Jawoll, Jungen im Plural, da kommt wirklich einiges auf Ophelia zu, die gar nicht darauf vorbereitet ist und bislang doch lieber unauffällig blieb. Das ist wirklich lustig, spannend und romantisch zugleich. Dadurch, daß Ophelia und ihre Spontanverwandlungen immer unter Beobachtung stehen, ohne, daß sich Ophelia dessen bewußt ist oder das wann und wie spürt, ist es auch ein wenig unheimlich. Ach ja, dieser merkwürdige Geier, der sie oft aus der Luft beobachtet, trägt natürlich auch zur etwas gruseligen Spannung bei.Ich bin nun total neugierig, wie es weitergeht und fürchte, daß ich wieder ein Jahr auf die Fortsetzung warten muß, so wie bei den übrigen Reihen der Autorin.
Die Geschichte ist wirklich sehr kurzweilig und frisch geschrieben, man leidet mit Ophelia direkt mit, das Herz klopft, egal, ob gerade auf der Flucht vor den Gehilfen ihres unbekannten Onkels, des aktuellen Fettnapfes in welchem sie sich befindet oder ihres Liebeswirrwarrs. Erzählt wird ausschließlich aus Ophlias Perspektive in Ich-Form, so daß sämtliche Eindrücke und Gedanken sich unmittelbar aus Ophelias Kopf in das Ohr der Hörerin strömen. Jodie Ahlborn liest Ophelias unglaubliche Abenteuer mit ihrer unverkennbaren Stimme jung und lebendig. Die ungekürzte Lesung lässt nichts aus, man kommt in den vollen Genuss jedes Wortes auf rund 8 Stunden Hörspaß auf 1 mp3—CD. Erwähnen möchte ich die hervorragende Aufnahmequalität mit absolut ausbalancierter Lautstärke und ohne hörbare Atmer der Sprecherin. Diese ist in einem platzsparenden Klapp-Papp-Taschencover, gestaltet von Daniela Kohl, der Illustratorin der erfolgreichen Comicromanreihe „Mein Lotta-Leben“ unverkennbar und doch optisch an das höhere Alter dieser Zielgruppe angepasst. Kommentar meiner Tochter: darf ich das auch mal hören? Jodie Ahlborn und Sonja Kaiblinger finde ich ja auch toll! Ja, aber ein bißchen älter werden darf sie dann wohl doch noch. Wobei Band 1 bislang keine ausgesprochene „Knutschi“-Geschichte ist, in den Sommerferien hat sie dann genug Zeit um 8 h am Stück zu lauschen, denn bei dem mp3-Format wird sie noch schlechter Hörpausen einlegen können. Der Wiedereinstieg wird durch Tracks alle rund 5 Minuten erleichtert, es fehlt allerdings eine Trackliste, man sollte sie gut den Track merken, an dem man pausierte. Dafür gibt es eine Kurzbiografie mit Bild von Sonja Kaiblinger und Jodie Ahlborn. Die Geschichte ist toll und super vertont, ich bin nur nicht der größte Fan von mp3-Formaten, wobei ich den Platzspareffekt dieser Verpackung toll finde und da unsere Digital-Daten immer mal wieder verschwinden, bin ich sehr froh über den Tonträger.
Wem „Verliebt in Serie“ gefällt, der ist bei dieser neuen Triologie bestens aufgehoben. Wieder eine gelungene Kombination aus Magie, Liebe und dem ganz normalen Wahnsinn eines jeden Teenagers!
Tolle Reihe für Mädels ab 12 Jahren!
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerteam der Oetinger-Gruppe, daß uns dieser Wunsch erfüllt wurde!

Veröffentlicht am 25.02.2018

Unsere ganze Familie liebt Nicks gesammelte Erlebnisse

Nicks Sammelsurium
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Nicht nur Jan Weilers Tochter, nein auch der neun- bzw. zehnjährige Sohn Nick hält die Familie in Atem. So enthält diese CD nach der Ansage des Autors und Sprechers folgende bemerkenswerte Episoden:
Drakonische ...

Nicht nur Jan Weilers Tochter, nein auch der neun- bzw. zehnjährige Sohn Nick hält die Familie in Atem. So enthält diese CD nach der Ansage des Autors und Sprechers folgende bemerkenswerte Episoden:
Drakonische Strafen (jaaaa, nicht nur Sohn Nick findet Hausarrest eine coole Idee, aber auch Karla hat ihre eigenen Gedanken zu den väterlichen Versuchen sie zum Löschen des Badezimmerlichts zu animieren), der Osterdeal (ja, wenn man in Bayern lebt, ohne katholisch zu sein, kann das die Eltern schon in Schwierigkeiten bringen), Generation Laser (muss man sich Sorgen machen, wenn Sohnemann von Kriegsspielzeug fasziniert ist?), Mein Papagei (weiß das Kind eigentlich wo es wohnt?), die Käferkrise (schon früh kann eine Beziehung durch unterschiedliche Einstellungen zu elementaren Fragen des Lebens scheitern, schon mit 9), Unter Druck (Forschertag bei Nick in der Grundschule), Schwulitäten (alles ändert sich, sogar das Normalsein ist anders als früher), Ich Grindviech (hihi, ich habe als Kind auch davon geträumt ein Körperteil in Gips zu tragen, stolz verziert mit Bildchen und Namen der Freunde), Abenteuer Leben (schon eine S-Bahnfahrt kann zum Abenteuer werden), Irgendwas halt (mit Papas Geld macht Einkaufen besonders viel Spaß, da kauft man irgendwas halt), Pläne für später (wenn man nur noch einen Tag zu leben hat, was macht man dann?) , Partyhopping (schon 10-Jährige können im Partystress sein und es genießen)
Jan Weilers Kolumnen über sein Leben, seine Gespräche mit seinem treuen Kühlschrank, die große Liebe und das sich ankündigende erste Kind im SZ-Magazin habe ich früher mit Hingabe gelesen, aber irgendwann hatte ich das SZ-Magazin nicht mehr greifbar und Jan Weiler entschwand aus meinem Leben. Nun ist er dank eines Hörbuchpaketgewinns bei der Lovelybooks-Aktion „Der Sound der Bücher“ trat Jan Weiler nun wieder in mein Leben und sogar das meiner Familie. Denn kaum hatte ich die CD in meinem Auto eingelegt (lustige CD’s höre ich gerne im Auto) mußte ich loslachen. Nick ist bei diesen Geschichten ungefähr im Alter meiner Töchter und ich konnte mir seine Erlebnisse und Ideen nur zu gut vorstellen! Nach wenigen Tracks dachte ich, daß ja der Rest meiner Familie auch seinen Spaß haben sollte und schon bald kicherten und lachten mein Mann und meine Töchter mit. Wenn wir ins Auto stiegen, rief die Kleine sofort: „Wir wollen die verrückte CD hören!“ und nach nur 3 Wiederholungen verlangte sie nach „Nicks Sammelsurium“, die Große nahm die CD einfach am Ende der Fahrt mit in ihre Zimmer (sie ist halt auf dem besten Weg selbst ein Pubertier zu werden).
Während die Kinder über Nicks und Karlas Gedanken kicherten, fühlten wir natürlich mit den Eltern Weiler mit, wobei mein Mann immer wieder betonte, wie eloquent doch die Ausdrucksweise der Geschichten ist. Gut, dieser Humor ist schon ein wenig intellektueller und Vorkenntnisse wie z.B. über den Skandal um Dominik Strauss Kahn sind nett, aber wie man an der Reaktion der Kinder merkt, nicht erforderlich.
Lustige Situationskomik mitten aus dem Familienleben gegriffen, nicht brachial oder ordinär, absolut familintauglich! Meine Pubertiere in spe und mein Göttergatte wollen unbedingt wissen, wie es mit Nick weitergeht. Zum Glück ist Jan Weiler inzwischen nicht mehr Chefredakteur des Süddeutsche Magazins, sondern Vollzeitautor, so daß es auch schon weitere Geschichten vom inzwischen Vollblutpubertier Nick gibt. Jan Weiler liest seinen Alltagswahnsinn voller Humor und mit Stil.
Ein herrlicher Familienspaß den wir alle vier absolut empfehlen!