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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2017

Für kleine und sehr sensible Kinder sehr geeignet

Die kleine Hummel Bommel und die Liebe
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Manchmal haben meine Kinder und ich nicht eine Meinung, daher soll sich jeder zu Wort melden:
In diesem Hörbuch, werden die Geschichten der letzten zwei wunderschön von Joelle Tourlonais illustrierten ...

Manchmal haben meine Kinder und ich nicht eine Meinung, daher soll sich jeder zu Wort melden:
In diesem Hörbuch, werden die Geschichten der letzten zwei wunderschön von Joelle Tourlonais illustrierten Bilderbüchern vertont. Bei Bilderbüchern sind die Illustrationen ja sehr wichtig, daher hat der Verlag einige ausgewählte Illustrationen auf das Cover, den Tonträger und in ein eingeklebtes mehrseitiges Booklet aufgenommen. Dieses Booklet macht auch wirklich keine Werbung für andere Produkte des Verlages, sondern bezieht sich nur auf die zwei zugrunde liegenden Bilderbücher, so daß die kleinen Zuhörer sich die Bilder hinter den Geschichten besser vorstellen können. Eine sehr liebevolle Idee, wie ich finde, Franziska findet es einfach nur schön.
In der ersten Geschichte werden den Kindern die verschiedenen Arten der Liebe nähergebracht. Die kleine Hummel Bommel möchte morgens gerne noch etwas länger schmusen, aber ihre Eltern müssen dringend zur Arbeit, die Blüten bestäuben, haben Bommel deswegen aber nicht weniger lieb. Bommel beobachtet daraufhin die Welt um sich herum und entdeckt dabei ganz verschiedene Arten von Liebe. Mal romantisch mit Blumenstrauß und mal geschwisterlich.
Ich hätte das ja jetzt ein bißchen banal gefunden. Aber meine Tochter (8 Jahre) fand es wirklich interessant und hat es mit mir diskutiert, auch einige Wörter, die sie noch nicht kannte. Sie kann ganz ruhig der Geschichte lauschen, schläft schnell dabei ein und hat tiefe ruhige Träume.
Ich schlafe auch bei dieser Geschichte ein, da ich sie einfach etwas banal finde und Britta Sabbag bisweilen einfach so leise wird, im Vergleich zur kräftigen Stimme von Maite Kelly, daß ich einschlafe, sobald eine längere leise Passage von Britta Sabbag folgt. (Nicht bei der Autofahrt, nein keine Sorge, ich habe sie zum Einschlafen gehört und dafür ist sie hervorragend geeignet). Sowohl Britta Sabbag, als auch Maite Kelly haben sehr angenehme Stimmen, denen ich gerne zuhöre.
Das Lied singt Maite Kelly sehr schön, es ist allerdings weniger ein klassisches Kinderlied, sondern mehr musicalmäßig. Ich habe keine Ohrwurmprobleme. Ich höre es, es beruhigt und schon habe ich es vergesssen. Es ist wirklich eine sehr beruhigende CD und daher für die Altersgruppe ab 4 Jahren und vielleicht sogar schon ab 3 Jahren, weil sie ja sehr kurz und sehr liebevoll bebildert ist, sehr geeignet. Für sehr sensible ältere Kinder auch wirklich zu empfehlen, denn als die Kleine letztens zu aufgewühlt von einer Geschichte ab 6 Jahren war, die sie sehr beschäftigte und sie sehr unter der Ungerechtigkeit der anderen Geschichte litt, mußten wir auf schnell die Nachtruhe mit der kleinen Hummel Bommel retten.
„Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten“ haben wir bereits live mit allen 3 Schöpferinnen erlebt und auch das Bilderbuch gekauft.
Diese Geschichte ist wirklich eine süße Weihnachtsgeschichte, die mir persönlich besser gefällt, weil ich mich nur an der schönen Geschichte erfreue und dem gemeinsamen harmonischen Fest der unterschiedlichsten Tiere am Ende, die feststellen, daß Freunde und Zusammensein wichtiger sind als Baum und Plätzchen.
Hier spricht Maite Kelly den Marienkäfer mit starkem russischen Akzent, den vielleicht nicht jedes Kleinkind auf Anhieb versteht, im Halbschlaf hatte ich da so meine Schwierigkeiten, bei der Livelesung war das kein Problem.
Franziskas Meinung: Sehr gut finde ich, daß immer wieder wiederholt wird, was Liebe ist. Die Wiederholungen finde ich sehr beruhigend. Auch gefällt mir, daß es die gleichen Stimmen wie beim ersten Hörbuch sind. Das Lied finde ich sehr schön, es hilft mir beim Einschlafen und die Plätzchen von Marie Marienkäfer möchte ich unbedingt backen, auch wenn Papa keinen Honig mag.
Auch ohne Kenntnisse der anderen zwei Bände kann man dieser CD sehr gut folgen.
Auch wenn Franziskas Meinung, als Zielgruppe ausschlaggebend ist, muß ich dennoch einen Stern für die Lautstärkedifferenzen abziehen, da mir diese wirklich zu laut und zu deutlich waren, gerade bei einem Hörbuch für Kinder.
Franziska findet das Hörbuch aber wunderschön!

Veröffentlicht am 17.10.2017

Neue Frauen fand das Land!

Der Frauenchor von Chilbury
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England, Grafschaft Kent im Frühjahr 1940: Die meisten Männer des Dorfes Chilbury sind im Krieg, nur die alten Kranken oder kleine Jungs sind noch dort. Da beschließt der Pastor, daß der Chor aufgelöst ...

England, Grafschaft Kent im Frühjahr 1940: Die meisten Männer des Dorfes Chilbury sind im Krieg, nur die alten Kranken oder kleine Jungs sind noch dort. Da beschließt der Pastor, daß der Chor aufgelöst wird, da ein Chor ohne Männerstimmen nicht funktioniere. Einige Frauen sind empört, hat ihnen das Singen in der Gemeinschaft das Leben in der schwierigen Zeit erleichtert. Doch kaum zieht die leicht exzentrische, lebenslustige Musikprofessorin Primrose Trent ins Dorf und hört von der Chorschließung, lässt sie ihn als Frauenchor von Chilbury unter ihrer Leitung wieder auferstehen. Sie fördert Talente, spricht Mut zu und versprüht Lebensfreude. Nur weil die Männer im Krieg sind, ist das kein Grund sich unterkriegen zu lassen! So erzählen vier Chormitglieder ihr Schicksal im Sommer 1940 aus ihrer Sicht: die verwitwete Krankenschwester Mrs. Tilling, die ermuntert und trostspendet, die raffgierige, skrupelose Hebamme Edwina, die nur mitsingt, um über den Chor an Informationen zu gelangen und die zwei unterschiedlichen Schwestern Kitty (13) und Venetia (18). Die schöne Venetia verdreht allen Männern die Köpfe, einfach nur, weil sie es kann, doch der gutaussehende Neuzugang Alastair Slaytor, scheint immun gegenüber ihren Reizen. Kitty träumt davon eines Tages eine berühmte Sängerin und mit Henry Brompton dem Sohn der reichsten Familie des Ortes verheiratet zu sein. Doch der Krieg ändert vieles, einige wachsen an den Herausforderungen, andere zerbrechen an dem Erlebten und Frauen werden sich ihrer Stärken und ihres Wertes bewußt.
Wer eine Geschichte vor allem eines Chores erwartet, der sollte vielleicht eher zu einem anderen Hörbuch greifen. Ja, es werden Passagen von Chorstücken angespielt und der Chor und seine Leiterin spielen auch eine Rolle, aber eben nicht die Hauptrolle. Anders als Geschichten wie „Die Kinder des M. Mathieu“ oder „Wie im Himmel“ ist dies vor allem ein Frauenroman, über vier sehr verschiedene Frauenschicksale im Kriegsjahr 1940, als das Leben nicht einfach war, aber das Schlimmste noch vor ihnen liegt. Wie und ob die 4 den Krieg überleben, bleibt der Fantasie der Zuhörerin überlassen, denn es werden nur die zentralen Schicksalserlebnisse dieses Sommers erzählt. Wer bereit ist sich darauf einzulassen und seine Erwartungen nicht zu sehr auf den Chor fixiert, darf sich auf emotionale und bewegende Frauenschicksale und teilweise empörende Intrigen freuen. Ob der Chor in der Romanvorlage für diese gekürzte Hörfassung eine größere Rolle spielt, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ich fand den Aspekt der fast-männerlosen-Gesellschaft sehr interessant und wie der Krieg dadurch die Emanzipation wahrscheinlich viel stärker voran brachte, als vielen bewußt ist. Interessant fand ich auch daß es sich hier lediglich um die Kriegsbeginn handelt, die wirklich schlimmen Zeiten stehen noch bevor, aber es ist eben weniger eine Erzählung über das Kriegsleid oder den Wiederaufbau, sondern eben um diese Frauenschicksale, deren Wege sich in diesen Monaten besonders kreuzen, ehe sie auseinander gehen.
Mir haben die Dorfbewohnerinnen und ihr Leben wirklich sehr viel Freude bereitet und auch viele der Nebenrollen sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Jasna Fritzi Bauer spricht die junge Kitty wunderbar natürlich und lebenshungrig. Ihre Schwester Venetia wird wirklich hervorragend von der mir bis dato unbekannten Monika Oschek verkörpert, der auch ganz toll den Wandel in Venetias Persönlichkeit gelingt. Elena Wilms als warmherzige Mrs. Tillings ist die ideale Besetzung, schon ihre warme Stimme lässt sie einen ins Herz schließen. Andrea Sawatzki hatte hörbar ihre Freude an der Rolle der intriganten, egomanischen Hebamme Edwina, deren vermeintliche Cleverness immer schiefgeht. Ich finde die Stimmen ganz ausgezeichnet gewählt, aber, und das empfinde ich als den einzigen Makel der Hörbuches: Nicht alle Stimmen sind gleich laut! Gerade auf CD 5, als Venetia ihre schlimmste Zeit mitmacht, ist ihre Tonspur deutlich leiser, als Andrea Sawatzki. Das fällt nicht sonderlich auf, wenn man in Zimmerlautstärke hört, hört man die CD jedoch leise, im Auto oder zum Einschlafen, kann man Monika Oschek nicht verstehen, obwohl ihr Part ganz entscheidend ist. Stellt man den Ton lauter, wird insbesondere die Stimme von Edwina so laut, dass man die ganze Nacht wach bleibt, um der Geschichte zu folgen. Meine Augenringe sprechen da eine deutliche Sprache.
Als großer Fan von CD’s als Tonträgern statt MP3, mochte ich die kurzen Tracks und die autofreundliche Taschenhörbuchverpackung. Diese Variante nimmt weniger Raum ein und der schnelle CD-Wechsel während der Fahrt ohne anzuhalten ist deutlich einfacher. Dabei lässt sich der Pappeinband durchaus ausdrucksstark bedrucken. Für die Kritiker, die sich über die geringe Chorpräsenz beschweren: schon das Cover zeigt ein ziemlich menschenleeres Dorf zu Kriegsbeginn und kein Chorgestühl.
Mir hat es ausgezeichnet gefallen, bis auf die Lautstärkedifferenzen in der Aufnahme der zwei besagten Sprecherinnen, die jedoch nur bei niedrigen Hörstärken ins Gewicht fallen. An der Qualität der Sprecherinnen als solche ändert dies nichts. Wer ohnehin in Zimmerlautstärke hört, dem wird dies nicht weiterauffallen, es ist nur ein Punkt, der mir bei Hörbüchern am Herzen liegt.
Ein wirklich tolles Frauenhörbuch mit starken Charakteren, ausdrucksstarken Stimmen und wunderschönen, wenn auch kurzen Choreinlagen.
Gerne vergebe ich 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Kleiner Hund bringt große Freude

Liliane Susewind – Ein kleiner Hund mit großem Herz
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Dieser Leseanfängerband ist quasi eine Prequel zu den übrigen Bänden, denn er erzählt, wie Lilli zu Bonsai kam.
Lilli ist mit ihren Eltern und ihrer Oma im Urlaub in einem Hotel. Mama Susewind lebt immer ...

Dieser Leseanfängerband ist quasi eine Prequel zu den übrigen Bänden, denn er erzählt, wie Lilli zu Bonsai kam.
Lilli ist mit ihren Eltern und ihrer Oma im Urlaub in einem Hotel. Mama Susewind lebt immer noch in der totalen Panik, daß jemand hinter Lillis Gaben mit Tieren reden und Pflanzen zum Wachsen zu bringen, kommen könnte, daß sie es Lilli streng verboten hat, mit auch nur einem Tier zu sprechen. Aber wer Lilli kennt, der weiß, das kann einfach nicht funktionieren! Sobald sie ein Tier in Gefahr weiß, muss sie ihm einfach helfen. So beobachtet sie z.B. den großen fiesen Theo, der die Finken als Zielscheibe für seine Steinwürfe nimmt und andere Gemeinheiten plant. Da nimmt Lilli all ihren Mut zusammen und stellt sich ihm entgegen. Dort lernt sie auch einen kleinen strubbeligen Streuner, ohne Namen kennen, der Unmengen von Lebensmitteln aus der Hotelmülltonne in die Hecke schleppt. Was kann so ein kleiner Hund, nur mit so viel Futter anfangen?
Das Buchcover und der fette Hinweis: „Wie Bonsai zu Lilli kam“ sind dann wohl doch so verführerisch, daß meine große Tochter das Buch heimlich in einem Rutsch gelesen hat, als sie früher Schule-aus hatte und Mama noch in einem Termin feststeckte. Das scheint nichts Besonderes zu sein, ist es aber schon, wenn man weiß, dass dieses Kind freiwillig eigentlich gar nichts liest! Sie war dann auch so begeistert, dass sie uns alles verraten wollte, aber so nicht! Wir haben es diesmal alle getrennt voneinander gelesen. Fazit: ohhhh, das Ende war sooooo schön!
Da es eine Prequel ist, kommt natürlich auch Jesajah noch nicht vor und Lillis Mutter muss noch viel mehr lernen, als in den neueren Büchern! Dafür ist Lilli schon ganz sie selbst! Sie kann Tiere einfach nicht leiden sehen und auch Pflanzen nicht. Auch wenn sie eher schüchtern und zurückhaltend ist, kann sie in der Not über sich hinaus wachsen. Dadurch erfährt sie auch, daß selbst der scheinbar böse Konrad eigentlich auch ein Geheimnis hat. Denn Kinder sind ja eigentlich nicht böse, da steckt meistens viel mehr dahinter, man muss nur mal genauer hinschauen! Auch das Geheimnis hinter Bonsais scheinbarerer Verfressenheit fanden wir wirklich spannend.
Meine Kinder lieben den großen fetten Druck dieser Geschichten und auch die vielen farbigen Illustrationen. Auf der Messe noch stellte sich Johanna vor ein Regal und zeigte mir ein Buch mit dem Hinweis: „schau mal, das muss von der Illustratorin der kleinen Lilli-Bücher sein!“ Tatsächlich, sie hatte Florentine Prechtels Stil sofort erkannt! Die Kinder kommen offensichtlich gut klar mit zwei verschiedenen Illustrationsstilen, für die verschiedenen Altersstufen. Der Wortschatz ist für junge Leser angemessen, aber nicht so schlicht, daß es langweilt, sondern auch noch Ältere die Geschichte mögen. Wie bei Lilli üblich, seine einige erfundene Begriffe dabei, aber diese finde ich eigentlich ganz gut, weil man sie, wenn man sie richtig, Silbe-für-Silbe liest, versteht, sie aber nicht erraten kann.
Ich würde mir sehr wünschen, dass auch für ältere Kinder die Bücher manchmal größer gedruckt würden, dass würde sicher vielen Kindern das Lesen erleichtern und die Leseprofis würden sich an größerer Schrift sicherlich auch nicht stören.
Ein sehr schönes Buch, nicht nur für Leseanfänger, sondern eigentlich auch für ältere Kinder, die gerne größere Schrift lesen. Es gibt viel mehr Menschen, die eine größere Schrift benötigen, als den Verlagen bewußt zu sein scheint…
Wir haben uns gefreut, daran erinnert zu werden, wie einsam Lilli ohne Freunde war und zu erfahren, wie Lilli und Bonsai zueinander gefunden haben. Vergnügliche Lesestunden, die 5 von 5 Sterne verdient hat.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Wollig, wuschelig, witzig

Tildas Tierbande - Ein Wollschwein im Wohnzimmer
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Die neunjährige Tilda ist mit ihren Eltern in den Trüffelweg gezogen. In dieser Straße, die an Bauer Hartwigs Hof grenzt gibt es genau 6 Häuser, die sich als Dreierreihe gegenüber stehen. Tilda erhofft ...

Die neunjährige Tilda ist mit ihren Eltern in den Trüffelweg gezogen. In dieser Straße, die an Bauer Hartwigs Hof grenzt gibt es genau 6 Häuser, die sich als Dreierreihe gegenüber stehen. Tilda erhofft sich vom Umzug aufs Land, daß ihre Eltern ihr endlich ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen: ein Schaf, dafür hat sie sich schon eine Leine zum Gassi gehen gekauft! Als sie ihre Umgebung erkundet, entdeckt sie ein Baumhaus und trifft Tomma. Sie ist so alt wie sie und ganz schön kess! Von ihr erfährt sie, daß gegenüber die neunjährigen Gabriel, Gonzo und Gregor. Wer in dem andern Haus neben Tilda wohnt, weiß Tomma auch nicht. Bei einer Erkundung des Bauernhofs entdecken Tilda und Tomma einen Stall, deren Tür ihnen entgegenfällt. Darin lernen sie Wollschwein Muffin, Angorakaninchen Wühler und Seidenhuhn Kasi kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick, auch wenn Muffin einen sehr eigenen Kopf hat und vor keiner Tür halt macht. Er hat sich ganz klar Tilda als neuen Lieblingsmenschen ausgesucht und Kasi Tomma, aber wer soll sich um Wühler kümmern? Das soll Wühler selbst bestimmen und so organisieren sie ein Casting.
Kinder, Tiere und Banden, das gibt es häufiger, aber Anna Lott hat Tildas Tierbande einige wirklich schöne Ideen und Charaktere geschenkt, die diesen Reihenauftakt auszeichnen. Es sind oft die Kleinigkeiten, die den Charme ausmachen.
Die Mädchen aus dem Trüffelweg, übernehmen die Verantwortung für 3 Tiere, die Bauer Hartwig andernfalls weggeben würde. Während die Mädchen so zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen und Verantwortung übernehmen, fühlen sich die Jungs ausgeschlossen und unfair behandelt. Das kann auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben und diese sind zum Teil sehr lustig und skurril! Denn auch die Jungen sind recht eigen. So trägt Gabriel stets ein schwarzes Kapuzencape und eine Darth-Vader-Maske und Gonzo trägt stets schleimige Nacktschnecken mit sich herum. Die Jungs bringen die Aufregung in die Idylle und lassen so manch gruselige, abgefahrene Idee einfallen.
Blass wirken die Mädchen aber nicht neben ihnen, sie versuchen nur nicht stets mit abgefahrenen Aktionen Aufmerksamkeit zu erlangen, was ihnen auch wirklich gelingt. Nicht nur bei den Mädchen, sondern auch bei Bauer Hartwig, der doch einfach nur in Ruhe seine Arbeit machen will. Aber nichts da, vor den Tieren und Kindern ist nichts sicher und da kann auch er sich ein Lächeln nicht verkneifen.
Die Schrift ist für das Lesealter ab 8 Jahren noch etwas größer und durch die zahlreichen Illustrationen und sehr kurze Kapitel haben auch ungeübtere Leser wirklich tolle Fortschrittserlebnisse, ohne zu ermüden. Dabei ist die Sprache sehr kindgerecht und wenn mal ein ungewöhnlicher Begriff, wie z.B. Casting vorkommt, wer er gut verständlich erklärt.
Sehr gut gefallen uns die Zeichnungen der drei Mädchen Tilda, Tomma und Tati links im Klappeneinband und Gregor, Gonzo und Gabriel rechts im Einband. So kann man bei den gleichen Anfangsbuchstaben nicht durcheinander kommen und sie sich noch besser vorstellen. Die Illustrationen von Verena Körting sind wirklich sehr liebevoll und die wolligen Tiere, die oft noch zusätzlich am unteren Seitenrand entlang wuscheln einfach zum Liebhaben.
Ein richtig schönes Buch für Tierliebhaber und Geschichten um Kinderbanden und Freundschaften. Da wird Freundschaft, Trubel und Spaß geboten und schon hat der junge Leser es beendet!
Gerne vergeben wir 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 11.10.2017

Der Kinderkrimiklassiker auch als Hörkinoerlebnis!

Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs
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Meine Kinder hatten das Kino noch nicht vollständig verlassen, da stand für sie fest, wir brauchen dringend das Hörbuch Mama, der Film war soooooo toll!
Wie gut, daß es tatsächlich ein Original-Hörspiel ...

Meine Kinder hatten das Kino noch nicht vollständig verlassen, da stand für sie fest, wir brauchen dringend das Hörbuch Mama, der Film war soooooo toll!
Wie gut, daß es tatsächlich ein Original-Hörspiel zum Kinofilm gibt! Mama mag ja Hörspiele nicht so, die Kinder schon:
Mia und Benny (eigentlich Bennet) sind derzeit die einzigen Pfefferkörner. Bei einem Einsatz zu Beginn hätte das auch ganz schön in die Hose gehen können, da die Überwachung zu zweit bisweilen ganz schön löchrig ist. Dank Mias kleiner Schwester Alice (10 Jahre) kommt dennoch rechtzeitig die Polizei, um die Täter dingfest zu machen. Dennoch wollen Mia und Benny Alice nicht als drittes Pfefferkorn aufnehmen, sie sei einfach zu jung. Das kann Alice nicht auf sich sitzen lassen.
Am nächsten Tag steht die Abfahrt zur Klassenfahrt nach Tirol auf den Bauernhof, auf dem Mia früher immer ihre Ferien verbracht und mit Luca, dem gleichaltrigen Sohn des Bauern gespielt hat. Noch vor Abreise warnt Luca Mia, dass es dort nicht mit rechten Dingen vor sich geht und fleht sie an, doch bitte dem Hof fern zu bleiben. Beni wäre diesem Wunsch nur allzu gerne nachgekommen, denn seine etwas extrovertiert/exzentrische Mutter kommt als Begleitperson, so wie der neue Mitschüler Johannes, dem sein schlechter Ruf als Abzocker bereits voraus eilt.
In Südtirol geht es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zu, irgendjemand scheint Lucas Vater bewußt ruinieren zu wollen, denn an die Sage des schwarzen Königs wollen die Pfefferkörner nicht glauben.
Auch wenn für mich stets Lutz Mackenzie die Stimme des Hörspiel-Erzählers verkörpern wird, macht Martin Baltscheit seine Sache gut. Die Informationen, die man im Kino über die Bilder transportiert bekommt, vermittelt er mittels seiner angenehmen Stimme. So kann man der Geschichte auch folgen, ohne den Film bereits zu kennen. Die z.T. namenhaften Schauspieler erkennt man stimmlich ohnehin, wie z.B. Devid Striesow, Katharina Wackernagel oder Susanne von Borsody kann man alle sehr gut auseinander halten und die Kinder klingen echt, wirklich natürlich. Da es sich um einen Kinderkrimi handelt, sind die Charaktere natürlich überzogen, aber das dafür richtig gut. Susanne von Borsody kann es in ihrer Rolle als Böse durchaus mit Glenn Close als Cruella deVille aufnehmen, so eisig kann ihre ansonsten warme Stimme werden. Dass der Fall natürlich etwas überzogen ist, hat uns nicht weitergestört, schon bei Enid Blyton habe ich gelernt, daß Kinder in Krimis die Erwachsenen richtig alt aussehen lassen. Das ist aber auch Teil des Spaßes für Kinder, deren größter Traum es ja oft ist, endlich groß zu sein.
Neben Action, Spannung und Spaß widmet sich die Geschichte einem wichtigen Thema, unseren natürlichen Ressourcen und ihre Bedrohung durch skrupellose Ausbeutung und Überbeanspruchung für kommerziellen Erfolg. Da dieses 9. Team technisch bestens ausgestattet und versiert ist, kommen Sie mithilfe der neuen Medien und natürlich Alice, die sich im Hauptquartier in der Hamburger Speicherstadt nun doch um alles kümmern darf, zu ganz erstaunlichen Ermittlungsergebnissen. Neben den traditionellen Pfefferkornrangeleien zwischen den Schwestern, keimen auch in dieser Konstellation zarte Gefühle auf, aber ganz entscheidend sind der Zusammenhalt, die Freundschaft und der Einfallsreichtum des Teams.
Sehr gut gefällt mir die Tonbalance, man kann der Geschichte gut akustisch folgen, ohne große Lautstärkeschwankungen. Durch die zahlreichen Tracks findet man nach Pausen wieder schnell hinein und natürlich kommt zu Beginn der Pfefferkörner-Titelsong, der auch nach 17 Jahren immer noch ins Ohr geht.
Durch die Länge des Hörspiels werden keine Szenen weggelassen, auch der Lieblingsgag, über den sich meine Töchter noch täglich kaputt lachen, ist erhalten geblieben, so können sie ihr Kinoerlebnis immer wieder nach erleben, denn Franziska sagt: „Mama, das ist mein Lieblingsfilm“ . Am 12. November 2017 beginnt dann demnächst die 15. Staffel mit eben dieser Crew plus einem weiteren Pfefferkorn.
Das Booklet führt den Cast auf und zeigt Szenen aus dem Film und vom Set.
Die Kinder sind sich einig: 5 von 5 Sternen!