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Veröffentlicht am 02.09.2024

Herrlich schwobbelig!

Der Schwobbel – Ein Schleim zieht ein
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Akim ist einsam. In der Grundschule hat er keine Freunde, weil Norbert die ganze Klasse tyrannisiert und ihnen mit älteren Schülern die Hausaufgaben abpresst. Alle leiden still vor sich hin. Seine Mutter ...

Akim ist einsam. In der Grundschule hat er keine Freunde, weil Norbert die ganze Klasse tyrannisiert und ihnen mit älteren Schülern die Hausaufgaben abpresst. Alle leiden still vor sich hin. Seine Mutter arbeitet nur,seine Schwester Tiffany ist 14, immer schlecht gelaunt und schnauzt nur rum, während Markus, der Freund seiner Mutter immer alles besser weiß.... Er flüchtet sich in ein Videospiel, bei dem er ständig scheitert, aber dennoch nicht aufgibt.
Eines Tages traut er seinen Augen nicht: Ein Haufen grüner Schleim glibbert vor seiner Zimmertür und will hinein. Er kann die Farbe und Form wechseln und ernährt sich von Müll. Er ist gekommen, um zu bleiben, denn vor 365 Jahren, hat ihn, den italienischen Edelmann eine Hexe in diesen zeitlosen Schwobbel verwandelt und ihn zu erlösen scheint unmöglich, denn dazu müsste er jemandem mal so richtig die Meinung sagen, bei dem es nie jemand wagt, seinen ärgsten Feind mit dessen eigenen Waffen schlagen und etwas schaffen, woran er schon 1.000 Mal gescheitert ist. Das scheint unlösbar, aber seit der Schwobbel in sein Leben geschwabbelt ist, hat sich schon so einiges zum Besseren gewandelt und deswegen will Akim ihm helfen.

Oh Gott, Akim hat es nicht leicht, bei der Familie und besonders bei der Schwester! Aber irgendwie ist er doch sympathisch und zum Glück merken das dank des Schwobbels nicht nur die Lesenden und Zuhörenden! Doch trotz des Mitleids, das man anfangs für ihn empfindet, kommt alles ganz anders, wird ganz schön rasant und vor allem ganz schön abgedreht! Kein bisschen so deprimierend, wie ich anfangs befürchtet habe und vor allem, wirklich sinnvoll ;) Mehr will ich aber nun wirklich nicht verraten, sonst wäre die Geschichte nicht mehr so überraschend.

Mechthild Großmann klingt als hätte sie in ihrem Leben schon so manchen Zigarillo mit Whiskey genossen und könnte auch gut und gerne 385 Jahre alt sein. Ihre tiefe, herbe Stimme passt sehr gut, zu dem Schwobbel mit seinem trockenen Humor und seiner Hartnäckigkeit, die das Herz am rechten Fleck jedoch nicht verbergen kann. Für die netten Kinder in diesem Spaß, kann sie aber auch deutlich sanfter sprechen, oder verzweifelter, oder wie auch immer Akim sich gerade fühlt.

Mars-Leo Frei noch nie gehört? Kein Wunder, es ist das Anagramm von Mario Fesler, dem preisgekrönten Kinderbuchautor, der auch in dieser Geschichte gerne mit Anagrammen spielt. Könnt Ihr sie entdecken? Sein Schreibstil ist voller Witz und absolut kurzweilig! Das kann so richtig die Leselust wecken!

Die Illustrationen von Marine Ludin peppen das Ganze richtig auf! Vor allem den Schwobbel finde ich unwiderstehlich! Die Schrift ist noch relativ groß mit komfortablem Zeilenabstand, so dass junge Leser nicht so leicht verrutschen. Dazwischen gibt es dann immer noch fett gedruckte Zeilen für seltsame Geräusche, Gebrauchsanweisungen oder ähnliches. Richtig schwobbelig wird es ab Ende mit einem Rezept für Schleim (ohne Kontaklinsenflüssigkeit, sondern als newtonsche Flüssigkeit mit viskosem Fließverhalten) und für Tiffanys Limonade! Viel Spaß beim Nachmachen, aber Küche saubermachen nicht vergessen!

Das Ende ist noch mal richtig originell, schwobbelig und sinnvoll. Es rundet die Geschichte wunderbar ab, ohne langatmig zu werden!

Irre witzig, irre menschlich und herrlich schwobbelig! Ab 6 Jahren als Hörbuch ab 8 Jahren als Buch.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Zwischen zwei Welten....

Silvercliff Hall – Vom Zauber geküsst
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Der 17 jährige, ebenso gut aussehende, wie mittelose Astrophysikstipendiat stößt auf dem Weg zur Bibliothek der Universität Oxford mit Emilia zusammen und stutzt: kommt sie aus einem Jane-Austen-Cosplay? ...

Der 17 jährige, ebenso gut aussehende, wie mittelose Astrophysikstipendiat stößt auf dem Weg zur Bibliothek der Universität Oxford mit Emilia zusammen und stutzt: kommt sie aus einem Jane-Austen-Cosplay? Wie redet die denn? Während Lady Emilia Vandercould als Elevierte zwischen ihrer magischen Welt und der der Unmagischen (also unserem Jetzt und Hier) wechseln wollte, hat der Zusammenstoß sie und Nathan auf magische Weise über ihre Auren miteinander verbunden. Nathan ist jetzt sozusagen Emilias Schatten und für seine Welt unsichtbar. Zwangsläufig folgt er Emilia zur magischen Akademie Silvercliff Hall, die ihre Vorfahren gegründet haben und ihre Großtante Octavia leitet. Ein magischer Ruf aus der Bibliothek hat sie gerufen und so will sie diese Bildungsstätte die sie bereits seit über 5 Jahren besuchen sollte, nun betreten, um dem Notsignal an ihre Familie zu folgen. Doch Nathan darf als „Ordinary“ nicht den Zugang zur Akademie übertreten, Emilia kann sich von ihm aber auch nicht trennen und muss zu einem Trick greifen. Endlich in Silvercliff Hall angekommen, muss sie erfahren, dass ihre Großtante verschwunden und als Leiterin abgesetzt wurde. Mit Lord Delmor hat nun erstmals ein Nicht-Vandercould als Oberhaupt und Silvercliff Hall scheint ernsthaft in Gefahr. Ob es der magischen Lady Emilia mit dem schneidigen Nerd an ihrer Seite gelingt, die Gefahr zu orten und zu bannen?

Klingt gut? Dann achtet auf die Gewinnspielregeln in den Kommentaren, verlost wird ein Hardcover mit süßer Charakterkarte!

Nathans Aura verschmilzt nicht nur mit Emilias, er stellt auch alles, was diese zuvor für selbstverständlich hielt auf den Kopf! Denn Nathan hinterfragt ihren Standesdünkel, der sie dazu bewegte, die alltäglichen Zaubereien ihrer treu ergebenen Zofe Missy zu überlassen, um sich alleine der höheren Magie zu widmen. Da führt leider dazu, dass sie an Alltäglichem zu scheitern droht, wie dem Öffnen einer Tür. Zum Glück kennt da Nathan ganz ordinäre Abhilfe, der drückt einfach die Klinke! In Silvercliff Hall wirklich shocking, funktioniert aber dennoch! Zwischen den zwei jungen Protagonisten aus verschiedenen Welten knistert es, im positiven, wie im negativen Sinne. Es scheint sowohl eine magische Anziehung zwischen ihnen zu bestehen, doch ihre unterschiedliche Herkunft und das gewisse Unverständnis für die jeweils andere Lebensweise zusammen mit Emilias familiärem Snobbismus lässt bisweilen verbal die Fetzen fliegen.

Das Konzept der 2 Sprecher für die jeweiligen Erzählperspektiven, die in der Buchvorlage in den Vignetten klar gekennzeichnet sind, finde ich super. Dagmar Bittner klingt so jung und quirlig, dass sie bisweilen, an die Grenze des Überdrehten gelangt. So sympathische ich Dagmar Bittners Stimme finde, so versnobt klingt zu bisweilen, während sie Nathans geordnetes System der Quanten auf den Kopf stellt. Doch ihre Zimmergenossinnen holen die junge Vandercould zurück auf den Boden der gefährdeten magischen Realität. Der schneidige Nathan, gesprochen von Timmo Niessner klingt dagegen erfrischend bodenständig, aber manchmal auch sehr belehrend. Da sind zwei Dickköpfe aneinander gestoßen! Denn so gegensätzlich sie auch scheinen, verbindet sich doch auch einiges und dass ist nicht nur ihre Aurenanziehung.

Die Vignetten zu Beginn eines jeden Kapitel nennen nicht nur, aus wessen Sicht jeweils erzählt wird, sondern geben mit ihren Überschriften auch schon den Ton der nächsten Szenen vor. Gehalten im Empire-Style passen sie perfekt zu den Seitenabschlussvignetten und dem romantischen Cover im Perlmuttschimmer und zarten Tönen. Die erste Auflage enthält noch dazu eine Character Card von Emilia und Nathan inklusive Gewinnspiel.

Für mich könnten die neckend-streitenden Dialoge auch etwas sparsamer ausfallen im zweiten Band und dafür mehr Action, wie gegen Ende des Auftaktbandes, als eine Verschollene wieder auftaucht und dennoch noch mehr Rätsel vor ihnen liegen als bisher. Was hat das alles zu bedeuten und wer bedroht Silvercliff Hall bis in seine Grundfesten?

Für Romantasyliebhaberinnen ab 12 Jahren gefühlvoll, magische Unterhaltung voller Geheimnisse.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Eine gelungene Mischung

Die Morde von Salisbury. Lockyer & Broad ermitteln
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Der zweite Fall für Inspector Matt Lockyer und Constable Gemma Broad von der Abteilung für Cold Cases. Der Sommer 2022 ist unerträglich heiß in der Grafschaft Wiltshire und die Corona Schutzmaßnahme noch ...

Der zweite Fall für Inspector Matt Lockyer und Constable Gemma Broad von der Abteilung für Cold Cases. Der Sommer 2022 ist unerträglich heiß in der Grafschaft Wiltshire und die Corona Schutzmaßnahme noch nicht vollständig gelockert. Die verweste Leiche des ebenso riesigen, wie einfältigen Lee Geary, den seine Schwester vor rund 9 Jahren als vermisst meldete, wird in einem ausgetrockneten Flussbett unter einem Weißdornbusch gefunden. Er war damals einer von 3 Verdächtigen im mysteriösen Todesfall der zwanzigjährigen Holly Gilbert, der großes Aufsehen erregte. Doch obwohl die drei Verdächtigen frei gelassen und der Tod als Selbstmord deklariert wurde, starben die 3 jungen Verdächtigen kurz danach auf tragische Weise. Lees jüngere Schwester versichert ihnen, dass Lee niemals zu Gewalt fähig gewesen wäre, trotz seiner Statur und er kurz vor seinem Verschwinden völlig verstört gewesen sei, weil er sich mit jemandem treffen wollte, um mit ihm über eine Beobachtung zu sprechen. Trotz der Hitze versuchen die Ermittler einen kühlen Kopf zu bewahren und versuchen Verbindungen zwischen Lee Geary und Holly Gilbert zu finden. Diese führen sie auf eine Nachbarfarm von Lockyers Eltern, die alternativ betrieben wird und Menschen mit Spiritualität zu innerer Ruhe verhelfen soll. Die Atmosphäre dort finden die Ermittler ebenso faszinierend wie befremdlich. Irgendwas versucht man dort vor Ihnen zu verstecken.

Der Tod des eigentlich so freundlichen Riesen hätte die normale Mordkommission nicht wirklich interessiert, aber Matt Lockyer erkennt, das dieser ungeklärte Todesfall ein Mord sein muss und die auffällige Häufung und zeitliche Nähe zu dem geheimnisvollen Todesfall von Holly Gilbert, der einst als Suizid eingestuft wurde, kann kein Zufall sein! Das hat mich wirklich berührt, denn eigentlich wäre Lees Tod, nicht so ernst genommen, da er bis auf seine jüngere Schwester keine Verwandten mehr hatte und er ja minderbegabt und kriminell war. Viel verschenktes Potenzial entdeckt das Ermittlerteam. Aber nach all den Jahren, sind die Spuren alles andere als frisch und bei der Vergangenheit und dem Ruf ist auch nicht mit viel Unterstützung aus der Bevölkerung zu rechnen. Dennoch, nach und nach, durch Hartnäckigkeit und einem nach allen Seiten offenen Geist kommen sie weiter, wenn auch nicht wirklich bei Lee. Bei diesem Riesen stellt sich ja auch schon die Frage, wie man einen solchen Koloss, gegen seinen Willen an einen anderen Ort hätte bringen sollen? Daher müssen sie wohl oder übel bei Holly anfangen und deren letzter Wohnung bei deren leiblichem Vater, ist alles andere als gewöhnlich.... dieses Setting finde ich sehr interessant, so wohl die Geisteshaltung, als auch die Charaktere, die diese besondere Farm als Ort der Ruhe und der Einkehr bevölkern. Weil dieser Ort so ungewöhnlich ist, ist es auch besonders schwierig seine Bewohner einzuschätzen und dann noch die lange Zeit, die seit den Ereignissen vergangen ist.... Dennoch sind da diese Auffälligkeiten, die zwar bisweilen nur klein sind, aber sich nach und nach ergänzen und einem im Hinterkopf hängen bleiben und dort nagen...

In der Erinnerung sind auch noch die Corona-Einschränkungen, die hier nicht nur die Ermittlungen erschweren, sondern Matt Lockyer auch ganz persönlich treffen. Nach dem Tritt eines Kalbs sollte seine Mutter nur zur Überwachung eine Nacht im Krankenhaus bleiben, doch dann wurde die Station unter Quarantäne gestellt und nun ist es ungewiss, ob sie jeweils wieder zu ihrem Mann auf die Farm zurück kehren kann.... Neben den Schicksalen der Opfer geht es auch um das Privatleben der Ermittler und das von Matt wird ganz schön gefordert, während Gemma vor allem unter der Hitze leidet. Aber wenn ihr Privatleben soviel Raum einnehmen würde wie Matts, würde dies den Fall erschlagen. So macht es diesen Krimi zu etwas Persönlichem, aber ohne den Fokus zu verlieren. Eine wirklich gelungene Mischung finde ich, mit verworrenen Geschehnissen aus der Vergangenheit, die langsam und logisch entworren werden und sehr dramatisch aufgelöst werden. Besonders gut gefällt mir, dass das Ende nicht abrupt ist, sondern auch die Nebenstränge noch dezidiert aufgelöst werden.

Peter Lonzeks Stimme passt sehr gut, zu dem sehr britischen, nach außen hin stets beherrschten Matt Lockyer, der Gefühle ebenso selten zeigt, wie er über sie spricht. Das heißt aber nicht, dass er keine hat, nein, sie nagen ganz schön von innen an ihm. Lebendig und eindringlich spricht Peter Lonzek diesen Ermittler, dem seit dem letzten Fall seine Kollegen nicht mehr alle trauen und der versucht, sich dagegen ein dickes Fell wachsen zu lassen. Würde dieses nur auch gegen die Hitze helfen!

Dies ist der 2. Band von Lockyer und Broad und der Einstieg ist sicherlich leichter, wenn man den 1. Teil kennt, aber noch ist der Einstieg ohne weiteres möglich.

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Cooler Reihenauftakt!

Spionieren ist (k)ein Kinderspiel
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1940 Der 2. Weltkrieg tobt noch über Europa und May (10) und ihre Schwester Rose Wong, werden wie zuvor ihre älteste Schwester Hazel von Hong Kong nach England auf das renommierte Mädcheninternat Deepdean ...

1940 Der 2. Weltkrieg tobt noch über Europa und May (10) und ihre Schwester Rose Wong, werden wie zuvor ihre älteste Schwester Hazel von Hong Kong nach England auf das renommierte Mädcheninternat Deepdean geschickt. Während Rose sich wohlfühlt, hasst May es auf Anhieb. Als sie eine Anzeige in einer Zeitung entziffert, in welcher Nachwuchsspione gesucht werden, reißt sie aus, um sich in London zu bewerben. Doch es ist ausgerechnet Hazels beste Freundin Daisy Wells die die Tür öffnet und May und ihren Mitbewerber Eric als zu jung fortschickt. So einfach gegen die zwei nicht auf. Einem aus Hazels Tasche entwendeten Zettel entnehmen sie Hinweise, wo deutsche Spione aus englischen Landsitzen vermutet werden. Eric und May beschließen nach einem Bombenangriff als sich als Evakuierte aus den Landsitz Elysium Hall in Sicherheit bringen zu lassen und zu ermitteln, ob von dort geheime Informationen an die Nazis weitergeben werden. Bei der Ankunft treffen sie als erstes auf die hochnäsige ungefähr gleichaltrige Enkelin des Friedensrichters, Nuala und sie und May hassen sich auf Anhieb! Ausgerechnet mit ihr soll May das Zimmer teilen. Relativ bald machen die zwei Nachwuchsspione verdächtige Beobachtungen und sie ahnen, wer der Spion ist. Als sich kurz darauf ein Mord ereignet haben sie eine neue Mission und einen weiteren Grund zu bleiben.

Endlich ein Wiedersehen mit Daisy und Hazel von Wells & Wong, wenn auch nur in Nebenrollen. Dafür stehen nun Hazels widerspenstige jüngste Schwester und ihre Komplizen im Mittelpunkt. Inzwischen ist der Krieg im Gange und die Bomben fallen. Erfolgreiche Spione können den Lauf des Krieges bestimmen und für ein baldiges Ende sorgen. May hofft, dass sie mit Kriegsende zurück zu ihrer Familie nach Hong Kong darf und nicht in dieser komischen Mädchenschule bleiben muss. Klar, dass sie alles daran setzt, was ihr in den Sinn kommt, um den Krieg zu beenden. Ja, man sollte Kinder nicht unterschätzen und selbst Daisy tappt in diese Falle, als sie May und Eric als Nachwuchsspione ablehnt. Dabei waren sie uns Hazel ja auch erst 13 als sie ihren ersten Fall lösten! Allerdings sind May und Eric schon rein äußerlich durch ihre fremdländische Herkunft nicht gerade unauffällig und wenn man bei Eric genau hinhört, kann man wie May einen deutschen Akzent hören! Kein Wunder, dass seine Eltern, zwei erfolgreiche Musiker bei der dunklen Haut und krausem Haar sobald wie möglich Deutschland verlassen haben.

Doch es geht nicht um Politik, wenn auch an einigen konkreten Beispielen für junge Leser ganz klar wird, was das 3. Reich für Menschen bedeutete, die eben nicht blond und blauäugig waren und wie schwierig es irgendwann wurde, Deutschland zu verlassen. Deswegen sind May und Eric ja auch so entschlossen gegen die Nazis zu helfen! Das wird auch für Kinder gut verständlich erklärt, nicht direkt, aber indirekt. May ist eine echte Kratzbürste, hat aber viel von ihrer großen Schwester gelernt und notiert sich ebenso sorgfältig wie sie ihre Beobachtungen und legt systematische Verdächtigenlisten an, in der Hoffnung früher oder später alle bis auf einen/eine streichen zu können. Dabei legen die Kinder eine erstaunliche Beobachtungs- und Kombinationsgabe an den Tag. Alles ist rein logisch und wer gut aufpasst, hat auch die Chance den Fall gemeinsam mit dem Spionagenachwuchs zu erfolgreich zu lösen! Dabei helfen natürlich auch die Notizen, die May und Fiona/Nuala anfertigen. Robin Stevens erzählt die Geschichte nämlich aus zwei Perspektiven, die von May und aus den Tagebucheinträgen der irischen Enkelin des Friedensrichters. Dabei merkt man gleich, wie ähnlich sich die zwei schroffen Mädels eigentlich sind, die sich nur darin einig sind, dass sie sich ewig hassen werden! Die drei Kids sind der Hit!

Ein abwechslungsreicher, historisch interessanter und humorvoller Krimiauftakt ab 10 Jahren! Keine Vorkenntnisse von Wells & Wong erforderlich, mit ihnen aber umso besser!

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Eine prima Vielfalt für den Alltag!

Heute back ich ... Brot!
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„Vom Korn zum Brot“ ist ein beliebtes Grundschulthema und sowohl ich, als auch eine meiner Töchter waren in der Grundschule in einer entsprechenden Ausstellung. Es ist offensichtlich ein ganz zeitloses ...

„Vom Korn zum Brot“ ist ein beliebtes Grundschulthema und sowohl ich, als auch eine meiner Töchter waren in der Grundschule in einer entsprechenden Ausstellung. Es ist offensichtlich ein ganz zeitloses Thema für Kinder im Grundschulalter.

Hier gibt es keine Exponate, aber hier wird Sachwissen rund um den Anbau von Getreiden, von Getreidearten und dem Backen und dessen Grundlagen vermittelt. Damit erhalten die Kinder einen ganz anderen Zugang zu diesem Grundnahrungsmittel und lernen es mehr zu schätzen, statt es zu verschwenden.

Da es ein Buch für Kinder und somit absolute Anfänger in der Küche und am Backofen handelt, werden erst einmal die wichtiges Küchenregeln zur Sicherheit vorgestellt, unerlässliche Küchenutensilien und Grundlagen des Backens vorgestellt, die häufigsten Abkürzungen, Erklärungen zu Zutaten und Utensilien und zur Sauberkeit in der Küche (ganz wichtig!) kindgerecht bebildert. Die Utensilien sind einzeln fotografiert und benannt, so dass es auch wunderbar den Wortschatz erweitert.

Hinzu kommen Rezepte mit Schritt für Schritt Anleitungen mit Fotos der jeweiligen Arbeitsschritte von wichtigen und besonders beliebten Brotarten wie Ciabatta, Laugenbrezel. Einfaches Sauerteigbrot, Focaccia, Glutenfreies Brot, Sonnenblumenbrote im Topf, Roggenbrot, Fladenbrote, Zimtschnecken, Pizza. Bei jedem Rezept sind die Vorbereitungszeit, Gehzeit, Backzeit und die Anzahl der Brote angeben wird. Beim Durchlesen der Rezepte musste ich schon grinsen, weil eigentlich alles dabei war, was meine Große immer sagt, was ich unbedingt noch mal backen soll: Kannst Du mal Foccacia backen? Das war in Berlin so lecker? Wann backst Du noch mal Laugenbrezel? Warum gab es solange kein Ciabatta mehr? Das gab es nun alles, kinderleicht und ich musste nicht lange nach den Rezepten suchen. Es war ganz einfach, auch wenn meine Tochter etwas enttäuscht von der Foccacia war, weil ihre Mutter kein Rosmarin und kein Olivenöl mag.... ;)

Der Rezeptteil ist zwar recht übersichtlich, aber für den Einstieg absolut ausreichend und sehr abwechslungsreich. Besonders schön fanden wir, dass ein Rezept für Glutenfreies Brot dabei war und das Rezept auch zwei Mischungen in hell und dunkel für Glutenfreies Brotmehl vorschlägt.

Was mich tatsächlich stört, ist dass in vielen Rezepten Zucker verwendet wird, da es das gehen von Hefe beschleunigt (die Stärke im Mehl muss erst gespalten werden) und es dann schneller geht. Wir backen extra selbst, damit wir zuckerfreies Brot erhalten und gerade bei Kindern sollte man auf versteckten Zucker achten, dass ich es extrem schade finde. Man kann es auch weg lassen und dem Brot mehr Zeit geben...

Schön finde ich für Kinder besonders die Sonnenblumenbrote aus den Tontöpfen... allerdings hätte ich dann erst mal neue Tontöpfe kaufen müssen, was aber sicherlich noch passieren wird.

Die Rezepte sind extra so entwickelt worden, dass Kinder mit wenig Hilfe auskommen, das betrifft besonders das Laugengebäck, dass mit Natron, statt Natronlauge aus der Apotheke arbeitet. Bei gefährlicheren Schritten, bei denen Hilfe von Erwachsenen erforderlich ist, ist dies extra fett mit einem Warnzeichen versehen!

Zwischen den einzelnen Rezepten gibt es immer wieder Sachwissen zu Getreidearten oder wie das Korn zum Mehl wird, oder einfach wichtige Zahlen rund ums Brot Da lernt man Brot noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen und schätzen.

Nachdem man zum Schluss alles über Brot in Zahlen gelernt hat, werden am Ende noch die wichtigsten Begriffe vorgestellt, wobei dies extra kindgerecht mit Begriffe, statt mit Glossar überschrieben ist, damit auch Kinder sofort wissen, worum es geht. Die Verständlichkeit des Textes für Kinder wird hier groß geschrieben, was ich super finde. Hier wird nicht nur viel mit Bildern verdeutlicht, sondern auch auf eine kindgerechte Sprache geachtet, damit die Kinder auch Erfolgserlebnisse bekommen können. Daran schließt sich das Register an und ganz zum Schluss folgen Danksagungen und die Vorstellungen weiterer passender Themenbücher für Kinder rund um Nahrungszubereitung und Sachwissen, wie es früher nur typisch für die Maus war.

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