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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2023

Hier fühlen sich alle herzlich Willkommen!

Willkommen im Hotel Zur Grünen Wiese
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Willkommen zum neuen Vorleseabenteuer in der Welt der wuseligen Insekten, bei denen immer was los ist! Weil Grashüpfer Adlon nur von Abenteuern träumt, sich aber nicht in die weite Welt hinaus traut, hat ...

Willkommen zum neuen Vorleseabenteuer in der Welt der wuseligen Insekten, bei denen immer was los ist! Weil Grashüpfer Adlon nur von Abenteuern träumt, sich aber nicht in die weite Welt hinaus traut, hat er entschieden die Welt zu sich kommen zu lassen, mit einem eigenen Hotel auf seiner herrlichen grünen Wiese am Fluss! Seine Zuvorkommenheit und Gastfreundschaft ist so beliebt, dass es stets ausgebucht ist und er bisweilen sein eigenes Zimmer vermieten muss. Unterstützt wird er von Azubi Alexa, der Ameise und der sensationellen Köchin Fliege Margot, die niemanden in ihrem Reich duldet, noch nicht einmal königliche Garden auf Inspektion zur Gewährleistung der königlichen Sicherheit. Denn während Adlon und Alexa einen Mistkäfer dazu bewegen wollen, seine stinkige Kugel auf der Wiese zu lassen und Spinnendiva Madame Spinoza ihre üppigen Rechnungen zu begleichen, hat sich die liebreizende Bienenprinzessin angekündigt und wirbelt nicht nur den Hotelalltag durcheinander! Die Prinzessin ist so anders, als Adlon es sich vorgestellt hat und auch ganz schön mutig! Mit ihr traut sich Adlon auch auf die Suche nach einem verschwundenen Gast!

Wie alle Bücher dieser Reihe ist es durchgehend vollfarbig illustriert. Die farbigen Illustrationen und Vignetten von Christiane Fürtges sind freundlich und liebevoll und selbst in den aufregendsten Momenten rund um die geheimnisvollen Vorgänge um und in dem Hotel sind sie niemals Angst einflößend! Die Kapitel haben eine wirklich gute Länge für ein Gute-Nacht-Kapitel, die die Konzentrationsspanne von Kindern nicht überfordert. Geübten Zuhörenden kann man ja auch gerne zwei Kapitel vorlesen, das Interesse werden sie nicht verlieren bei diesem lebhaften Gewusel in diesem Hotel! Natürlich werden hier Tiere vermenschlicht und natürlich kochen Fliegen nicht und schon gar nicht für andere, aber es ist ja auch kein Sachbuch. Es geht viel mehr darum, keine Angst vor Insekten jeglicher Art zu haben. Auch Spinnen und Mistkäfer haben unseren Respekt verdient und sind nützlich, ja vielleicht sind sie sogar freundlich, ich verstehe sie nur leider nicht so gut, wie der wehrte Rüdiger Bertram. Das Geheimnis des Erfolges des Grashüpfers Adlon liegt darin, dass er jeden Gast ernst nimmt und ihn mit der gleichen Zuvorkommenheit und Aufmerksamkeit behandelt wie alle anderen. Dass dieser Respekt von Herzen kommt spüren seine Gäste sofort und fühlen sich wie zu Hause, selbst die jenigen, die anfangs skeptisch sind, weil morderne Annehmlichkeiten wie ein Aufzug fehlen. So ein Aufzug hört nicht zu und erfüllt keine Herzenswünsche....

Dieses Buch ist nicht nur ein Plädoyer für ein freundliches Miteinander, sondern regt die kleinen Zuhörer vielleicht auch mal an, sich das wuselige Treiben auf der Wiese genauer anzuschauen. Einen Bienenhofstaat werden sie wohl eher nicht finden, Grashüpfer, Ameisen, Fliegen und Spinnen auf jeden Fall! So unterschiedlich die Insekten auch sind, in einem sind sie sich einig: die riesigen Menschen sind gefährlich! Hier können die Kinder richtig die Angst der Tiere nachfühlen und denken dann hoffentlich daran, wenn sie ein Tier zum Anschauen gefangen haben, es nicht zu töten und alsbald wieder frei zu lassen. Insekten lieben ihre Freiheit ebenso sehr wie die kleinen Zuhörer! Nach der großen Aufregung zu Schluss, gibt es am Ende auch noch eine wunderschöne Überraschung, die Christiane Fürtges wunderbar illustratorisch umgesetzt hat...

Ein liebevoll humorvolles Insekten-Vorleseabenteuer und Plädoyer für ein freundliches Miteinander!

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Veröffentlicht am 30.08.2023

Für die ganze Familie! Sogar Babys

Backen macht glücklich
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Das Familienbackbuch mit 80 liebevoll ausgewählten Rezepten des Erfolgsblogs „Backen macht glücklich“.
Die Rezepte sind ebenso gelingsicher wie lecker! Damit wirklich jedes Rezept gelingt, gibt es natürlich ...

Das Familienbackbuch mit 80 liebevoll ausgewählten Rezepten des Erfolgsblogs „Backen macht glücklich“.
Die Rezepte sind ebenso gelingsicher wie lecker! Damit wirklich jedes Rezept gelingt, gibt es natürlich eine Einführung mit den Basics, Dinge, die man beim Backen mit Kindern beachten sollte und Rezepte für die Grundteigarten, auf denen man aufbauen kann, um auch mal selbst kreativ zu werden und ein Grundverständnis für die Geheimnisse des Backen zu erhalten.

Ausprobiert haben wir die Knabberbrötchen für die Kleinsten. Beikostfähige kleine oder größere vegane Hefedineklbrötchen mit Apfel und Möhre, die man schnell und einfach zum Mitnehmen für jeden Tag backen kann. Ich hatte ehrlich süße Brötchen erwartet, tatsächlich sind sie aber neutral, so dass man sie pur, oder aber wahlweise mit süßem oder herzhaften Aufstrich essen kann.

Außerdem gab es die leckere Tomatenquiche, weil gerade so viele Tomaten reif waren und wir zu viele Eier hatten. Alle haben ihr Stück komplett aufgegessen, obwohl die Große seit einer französischen Jugendherberge eine erklärte Quiche-Hasserin ist. Huldvoll meinte sie, sie sei o.k, ihr wäre nicht schlecht geworden (und bei der Geschwindigkeit, mit der sie gegessen hat, muss sie ihr auch geschmeckt haben.)

Da wir einen zuckerfreien Teenager im Haus haben, war ich sehr froh, ein neues Cookie-Rezept ohne Zuckerzusatz gefunden zu haben. Die gesunden Kinderkekse sind ausschließlich mit geraspeltem Trockenobst (bei uns Datteln) und Äpfeln gesüßt und mit Zimt aromatisiert. Durch die Haferflocken haben sie Biss und eine zarte Süße. Leider waren sie ganz schnell aufgefuttert, aber es war eines der Blitzrezepte, ich kann es also ganz schnell wieder backen, auch weil es nur Zutaten enthält, die wir ohnehin im Haus haben. Wir haben wirklich immer viele verschiedene Backzutaten im Haus, dennoch muss ich bei den meisten Backbüchern mehrere Zutaten extra kaufen, um losbacken zu können. Hier ist es anders, ich kann auf Anhieb so ziemlich alles, bis auf die Fanta-Kuchen/Muffins nachbacken. Dabei gibt es auch noch mehrere Seiten „Backzutaten und Alternativen“ was ich sehr wichtig finde, da es immer mehr Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Dabei fand ich es spannend, dass man, wenn man statt Butter Öl nimmt, man statt 100 g Butter nur 80 g Öl benötigt. Das werde ich demnächst bei meinen Crèpes beachten, da ich diese aus Faulheit mit Rapsöl statt geschmolzener Butter anrühre.

Es finden sich auch einige Rezepte zu Verwertung angegammelter Lebensmittel wie überreifer Bananen in Bananen-Blondies oder alte Brötchein im Klassiker Kirschenmichel, sowie weitere nützliche Tipps gegen Lebensmittelverschwendung.

Dieses Familienbackbuch ist unglaublich schön gestaltet, so dass man es sofort in die Hand nimmt, es durchblättert und sofort los backt. Es sind so viele köstliche Rezepte, dass es gespickt ist mit Lesezeichen für all die Rezepte, die wir noch ausprobieren möchten. Viele der Rezepte enthalten auch vegane Varianten, ohne dass es eines großen Aufwands und exotischer Austauschprodukte bedarf. Zudem empfinde ich sie als zuckerreduziert, was ich sehr sympathisch und immer noch lecker finde. Einfache Symbole kennzeichnen Blitzrezepte die max. 30 min. dauern, solche mit max. 5 Zutaten, leicht variierbare Rezepte, besonders unkomplizierte Rezepte, die man besonders gut mit Kindern und Jugendlichen backen kann, vegane, glutenfreie und Rezepte ohne zugesetzten Zucker, die dann besonders gut geeignet für Babys in der Beikostzeit sind, oder aber alle Familienmitglieder, die auf Zuckerzusatz verzichten.

Dieses Buch erhält eine wirklich leckere Auswahl für alle Familiengelegenheiten mit absolut einfach erhältlichen Zutaten, so dass man eigentlich gleich loslegen kann, man muss sich nur erst mal entscheiden, womit man anfangen möchte.

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Veröffentlicht am 29.08.2023

Auf mit 50 kann man noch mal durchstarten!

Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert
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Welch rauschendes Fest! Ja, es gibt wirklich keinen Grund, die 50. zu fürchten, denkt Floriane und denkt dankbar darüber nach, wie gut sie es hat, bis ihr Ehemann ihr direkt nachdem sie die Wohnung fertig ...

Welch rauschendes Fest! Ja, es gibt wirklich keinen Grund, die 50. zu fürchten, denkt Floriane und denkt dankbar darüber nach, wie gut sie es hat, bis ihr Ehemann ihr direkt nachdem sie die Wohnung fertig geputzt und aufgeräumt hat, eine Frist von 1 Stunde setzt, zu packen und seine Wohnung zu verlassen! Ganz ohne Vorwarnung nach 25 gemeinsamen Jahren! Aber es kommt noch dicker, denn als sie an ihren Arbeitsplatz im Hotel flüchtet, wird ihr dort gekündigt: zu alt, zu schlecht für das neue jugendliche Image! Doch ihren liebsten Kollegen geht es nicht besser, denn sie sind ebenfalls zu alt. Zum Glück gibt es noch Tante Ilse, die sie bittet die nächsten 3 Monate ihre Wohnung zu hüten, während sie den Sommer auf Gran Canaria verbringt. Bis auf die rustikalen Möbel und die angestaubte Deko ist die Wohnung ein Traum, ebenso wie Gustav der gutaussehende Nachbar, der ihre Tante gut zu kennen scheint, aber sein Job „Rent a Husband“ geht ja nun gar nicht! Immerhin bringt das Brainstorming mit ihren Ex-Kollegen sie auf eine neue Job-Idee: Sie bietet ihre Dienste als professionelle Zuhörerin an, denn darin ist sie nach Jahrzehnten als Hotelmanagerin ein echter Profi. Dennoch überrascht und berührt es sie bisweilen, was man ihr anvertraut und sie merkt, wie hilfreich es sein kann, seine Probleme und Ängste laut auszusprechen. Bisweilen findet sich die Lösung dann von selbst. Auch wenn man sich zwischen zwei Männern entscheiden soll?

Floriane und ihre beste Freundin Rena haben nun endlich Zeit für den seit Ewigkeiten geplanten Wellnesstag und so kam es mir auch vor, als ich dieses Buch las: Wellness für die Seele! Egal was passiert, irgendwie findet man seinen Weg und der kann eigentlich durchaus viel besser sein, als der Alte, den man gerade unfreiwillig verlassen hat.!

Heike Abidi kombiniert hier ganz unterschiedliche Typen und Schicksale zu einem beschwingten Potpurri, das Mut und gute Laune macht. Daran ist nicht zuletzt Tante Ilse Schuld, Florianes ebenso extravagante, wie extrovertierte Tante, die stets darauf bedacht ist, das beste aus der Zeit zu machen, die ihr noch bleibt. Allerdings hat sie ja auch keine Jobsorgen und wurde nicht gerade vor die Tür gesetzt.... Dennoch ist ihre Haltung nicht selbstverständlich, denn wie Floriane beim Zuhören merkt, sind es oft alte Menschen, die ihre Dienste brauchen, denn sie sind einsam, selbst wenn sie im Gegensatz zu ihr Kinder haben. Das Leben geht bisweilen seltsame Wege, die zu Entfremdung führen, aber muss das sein? Kann man nicht einfach umkehren und einen anderen Weg wagen?

All diese Schicksale bringen sie zum Nachdenken und hinterlassen ihre Spuren. Dabei gefiel mir besonders gut, dass wir auch erfahren, was aus den interessantesten Erzählern eigentlich wird, ob sie es geschafft haben, ihrem Leben die entscheidenden neuen Impulse zu geben. Mit viel Respekt werden hier die unterschiedlichsten Sorgen und Nöte des Lebens geschildert, niemand wird lächerlich gemacht, na ja, Männer in der Midlife Crisis oder Yuppies im Jugendwahn, bekommen schon ihr Fett weg... aber für die wurde dieses Buch ja nicht geschrieben. Die Mitte des Lebens hat durchaus ihre guten Seiten, das stellt Floriane beim Zuhören immer wieder fest! Selbst wenn es mal nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat, aber was soll's? Man hat genügend Erfahrungen und Freunde gesammelt, um auch diese Planänderungen anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Nicht Nutze den Tag/Seize the Day/Carpe Diem sondern Nutze das Leben und liebe es!

Einfach schön! Beschwingt, hurmorvoll, mit kleinen Überraschungen und Herzklopfen!

Ganz herzlichen Dank für mein Leserundenexemplar an die Lesejury!

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Schule geht uns alle an!

Nicht, dass noch einer sitzenbleibt! Die Online-Omi packt den Ranzen
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Enkelkinder hat und ihre Tochter Kirsten ihr wohl auch keine mehr schenken wird, ist es doch umso schöner, wenn Stefan, der Neffe eines ihrer verstorbenen Gatten, sie als festen Familienbestandteil sieht! ...

Enkelkinder hat und ihre Tochter Kirsten ihr wohl auch keine mehr schenken wird, ist es doch umso schöner, wenn Stefan, der Neffe eines ihrer verstorbenen Gatten, sie als festen Familienbestandteil sieht! Nun ist es soweit und seine und Arianes älteste Tochter Lisbeth wird eingeschult! Da gibt es so einiges zu bestaunen, denn schon die Lokale sind Jahre im Voraus ausgebucht! Sie hätte ja gerne ein paar leckere Kuchen gebacken, man hilft ja gerne! So wie auch die Schlode, die mit ihren Chören und Gruppen überall dabei sein muss! Nun hilft sie sogar in Lisbeths Grundschule aus und als sie Notenblätter liegen lässt, bringt Renate sie ihr kurzerhand in der Schule vorbei. Da geht es ja schon ganz anders zu als damals bei ihr und Lehrer gibt es auch kaum noch. Daher werden händeringend Seiteneinsteiger gesucht, die in der Schule unterrichten, bei der Hausaufgabenbetreuung helfen, oder sich sonstwie nützlich einbringen können. Kaum hat Renate einem Kind einen Rechtschreibtrick verraten, wird sie auch schon Teil von Frau Schlodes Klasse, die sie als ihre Mutter ausgibt. Ausgerechnet! So soll es aber nicht bleiben und sie bekommt einen anständigen Vertrag und wird Frau Westermann, einem echten Knödelmädchen mit zu kurzen Blusen, aber mit ausgebufften Tricks aus dem Studium, zugeteilt. Was man da nicht alles im Schulalltag erleben kann!

Die vierfache Witwe und ehemalige Eisenbahnerin hat zwar nicht studiert und schon gar nicht auf Lehramt, ist mit 82 auch wirklich alt genug, um das Leben zu genießen, aber was will man tun, wenn man noch fit ist und gebraucht wird? Manchmal hilft der gesunde Menschenverstand ja auch weiter! Manchmal lässt dieser Renate im Schulalltag aber auch verzweifeln! Auch in der Schule ist es wie sonst im Leben, es gibt solche und solche! So erzählt sie frei Schnauze von Missständen im deutschen Bildungssystem und Berlin ganz besonders, liebevolle Anekdoten von ihren Schülern und ihrer eigenen Schulzeit und von dem Miteinander unter den Lehrkräften, Seiteneinsteigern oder nicht, mit den Eltern und von den gewieften Tricks, die sich die Online Omi von der studierten Frau Westermann abschaut. Auch wenn sie ein echtes Knödelmädchen mit zu kurzem Oberteil ist, weiß sie doch was sie tut und auch Renate kann noch so einiges von ihr lernen und umgekehrt. Respektvoller Umgang ist das Zauberwort!

Wir als Familie haben uns prima amüsiert, immerhin bin ich ja die Einzige, die mit Schule wenig am Hut hat, während alle anderen die Schule von verschiedenen Seiten betrachten. Unser hauseigener Fachleiter (Ausbilder für Lehramtsanwärter) kam bisweilen über das Kopfschütteln über diese verzweifelten Auffangmaßnahmen ohne Ausbildung gar nicht mehr heraus! Dabei ist er ja derjenige, der uns nie glaubt, wie es bei uns in RlP läuft…. Ja, das Bildungssystem ist am Limit, aber hier wird humorvoll und respektvoll erzählt und es geht weder um Lehrerbashing noch darum die Seiteneinsteiger zu kritisieren. Renate Bergmann ist ganz klar, dass das eine Aufgabe der Politik ist. Dennoch ist es humorvolle Unterhaltung mit Anekdoten allerart aus dem Bergmannschen Kosmos und dieses Mal besonders der ollen Schlode. Wobei ihr diese sogar tatsächlich das eine oder andere Mal Respekt abnötigt! Sehr gut gefällt uns, dass der Autor zum Schluss ausdrücklich allen Lehrenden dankt und ihnen den nötigen Respekt erweist, es geht nicht darum sie lächerlich zu machen und der Eindruck ist bei uns auch nie entstanden!

Wir waren sehr froh, dass Carmen-Maja Antoni auch dieses Mal ihrer Rolle als Renate Bergmann treu blieb! Mit ihrer unvergleichlich herzlich-schnodderigen Berliner Schnauze verkörpert sie die patente 82-jährige Witwe, als wäre ihr die Rolle auf den Leib geschneidert! Mit Schalk und Esprit hat sie uns wieder mal in eine neue Berliner „Subkultur“ geführt. Egal ob Schrebergarten, Campingplatz, Krippenspiel oder Schule, sie fühlt sich überall zu Hause und spannt auch schon mal gerne Freunde und Bekannte wie Offline Opa Günter Habicht ein!

Ein neues erfrischendes Anekdoten-Abenteuer mit Renate Bergmann, die uns wieder in einen uns allen vertrauten Mikrokosmos mitnimmt

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Veröffentlicht am 24.08.2023

Tödlich

Toxin
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Berlin, in naher Zukunft: ein schier unendliche Hitzewelle liegt über der Stadt, nachdem es zuvor zu sintflutartigen Regenfällen kam, die Überschwemmungen insbesondere durch die Panke kam. Durch die ehemaligen ...

Berlin, in naher Zukunft: ein schier unendliche Hitzewelle liegt über der Stadt, nachdem es zuvor zu sintflutartigen Regenfällen kam, die Überschwemmungen insbesondere durch die Panke kam. Durch die ehemaligen Gerbereien dort, sind Anthraxsporen aufgeschwemmt worden und Ziegen haben sich infiziert... Steht das in einem Zusammenhang mit den zwei Milzbrandtodesfällen im Obdachlosenmilieu? Ganz in der Nähe wird in einem Hochsicherheitslabor an den medizinischen Nutzen eines uralten Anthraxstammes geforscht, als letzte Hoffnung bei bestimmten Krebsarten. Dieser Stamm wurde vor über 10 Jahre bei einer Katastrophe in einem indigenen Dorf auf Permafrostboden entdeckt, als dieser in einem ungewöhnlich warmen Sommer, anfing zu tauen... Die halbe Dorfbevölkerung damals. Nina Falkenberg als Wissenschaftsjournalistin und engagierte Klimaaktivistin fürchtet die Gefahren, die der tauende Permafrost noch so freilegen könnte. Der Klimawandel ist für sie unverkennbar und für ihre Leugner hat sie kein Verständnis, doch greifen sie zu immer radikaleren Mitteln! Als ihr Freund Gereon Kirchner, der renommierte Arzt, Forscher und Mitinhaber von JanuThrax in Alaska verschwindet und wegen Mordes gesucht wird, bittet sie Reise- und Foodblogger Tom Morell um Hilfe. Dieser ist gerade im Norden Kanadas unterwegs und der tauende Permafrost hat ihm gerade die Route abgeschnitten, da kann er ebenso gut nach Alaska... In Berlin untersuchen das LKA, Terrorspezialisten und Mikrobiologen hingegen fieberhaft die neuen Anthraxfälle und machen auch vor JanuThrax nicht Halt...

Dies ist der zweite Thriller mit der Mikrobiologin und Wissenschaftsautorin Dr. Nina Falkenberg und dem Reise- und Foodblogger Tom Morell, was mir zu Beginn aber nicht aufgefallen ist. Man kann diesen Band also auch ohne Vorkenntnisse lesen, da die Bände jeweils abgeschlossen sind. Die Kenntnis von Band 1 erleichtert es aber vielleicht zu verstehen, warum Tom so ungeplant nach Alaska aufbricht, auf Ninas Bitte hin. Seine familiäre Situation ist gerade kompliziert und Ninas Bitte eine ebenso willkommene Abwechslung wie eine Kontaktmöglichkeit mit Nina. Während wir Tom in die Labore und unterirdischen Gänge des Permafrost-Forschungszentrums begleiten, gewährt und Nina, ebenso wie Mikrobiologe Frank Berghammer Einblick in die hiesigen Forschungen, aber auch die Politbürokratie, die teils mit blindem Aktivismus vorangeht, statt besonnen zu ermitteln oder zu forschen.... Diese Einblicke finde ich ebenso interessant, wie die Auszüge aus Live-Polittalksendungen, die auszugsweise geschildert werden. Hier wird sehr gut der Ton getroffen und es entstehen sofort TV-Bilder vor dem inneren Auge... Die Mikrobiologischen und klimatischen Themen werden für meinen Geschmack gut und nachvollziehbar erklärt, so, dass die Laien im Ermittlerteam es auch sicher verstehen, ebenso wie die Leser.

Die Klimakrise wird hier schon sehr real, und erschreckend plastisch geschildert. Ich bezweifle, dass man nach der Lektüre dieses Thrillers das Thema einfach abhaken wird. Hier werden mehrere Erzählstränge ineinander verwoben, auf verschiedenen Kontinenten, aus verschiedenen Blickwinkeln, denn die Ermittler tappen im Dunkeln und wissen nicht immer, wie sie Nina, Morell und JanuThrax einschätzen sollen. Immer wieder gibt es daher einen Wechsel der Orte und bisweilen auch der Zeiten, denn auch diese Tragödie hat ihre Wurzeln in der Vergangenheit. Daher kommen natürlich auch die menschlichen Beziehungen nicht zu kurz und gewähren Einblick nicht nur in das Gefühlschaos der zwei Hauptpersonen Nina und Tom, sondern auch des ermittelnden Mikrobiologen Frank vom ZBS (auch ein alter Bekannter aus Band 1 und wahrscheinlich ein fester Bestandteil in Band 3). Gerade Franks Geschichte kann ich sehr gut nachfühlen und auch wenn ich noch nicht kurz vor der Pensionierung stehe, fühle ich mit ihm und sympathisiere mit ihm. Nina finde ich bisweilen schwerer nachzuvollziehen. Tatsächlich würde ich mich bisweilen an anderen Punkten an den Männern in ihrem Leben stören, aber die Geschmäcker sind ja unterschiedlich (und ich mag keine Raucher küssen). Tja, Toms Rauchen stört mich. Seine Tochter hat Mukoviszidose, wie kann er da rauchen? Na gut, ich muss ihn ja nicht küssen... Er ist so der Typ einsamer Wolf, was seine Frauen dann auch bemeckern.... Die Thematik rund um die indigene Bevölkerung Alaskas und die Folgen des tauenden Permafrosts für sie, fand ich sehr spannend.

Lange Zeit werden wir an der Nase herum geführt und gegen Ende kommt es hart auf hart, nachdem es in der Mitte für meinen Geschmack etwas rasanter sein könnte.

Auch wenn dieser Band in sich abgeschlossen ist, so bleibt doch die Identität des bösen Drahtziehers hinter diesem teuflischen Plan noch im Ungewissen, aber ich habe da so eine Ahnung...

Ein intelligenter Thriller, der in der Mitte etwas mehr Tempo hätte vertragen können, bei dem sich am Ende die Ereignisse aber überschlagen...

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