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Veröffentlicht am 13.11.2021

Jetztzeit trifft finsteres Mittelalter im Kampf der Hexenmeister!

Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein!
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Im Jahre 511 n. Chr. steht Hexenmeister Merdyn vor einem Tribunal, angeklagt wegen unerlaubter Verwendung schwarzer Magie. Dass er dies mit guten Absichten tat, weiß keiner und interessiert keinen. Sein ...

Im Jahre 511 n. Chr. steht Hexenmeister Merdyn vor einem Tribunal, angeklagt wegen unerlaubter Verwendung schwarzer Magie. Dass er dies mit guten Absichten tat, weiß keiner und interessiert keinen. Sein ärgster Rivale Jeremiah Jerabo ist nur zu froh das Urteil zu vollstrecken. Dabei unterläuft ihm jedoch ein Fehler und Merdyn wird vom Strom der Zeit in die Jetzt-Zeit transportiert und landet ausgerechnet bei der unglücklichen Rosie und ihrer trostlosen Familie. Rosie ist gerade mit ihren Gesangskünsten krachend in einem Talentwettbewerb gescheitert. Merdyn verspricht ihr, einen Sangeszauber, sofern sie ihm hilft a) sein magisches Zepter zurückzuerlangen und b) ins Jahre 511 zurückzukehren. Rosie weiß zwar noch nicht wie, ist aber fest entschlossen diese Aufgabe zu bewältigen.

Ehrlich, anfangs war mir gar nicht zum Lachen zumute, da mir Rosie viel zu leid tat. Ihr geliebter Vater gestorben, ihre Mutter verbringt die Tage depressiv vor dem Fernseher und futtert Pralinen, ohne sich um ihre Kinder zu kümmern und Bruder Chris interessiert sich nur für Mode und sein Aussehen. Rosie mit ihrem wirren roten Kraushaar, Brille und Sommersprossen hält ihre Optik nicht für ihre Stärke, doch ihr Vater war fest davon überzeugt, dass in ihr etwas ganz Besonderes steckt. Überzeugt davon, dass er sich nicht irrte, kam Rosie zum dem trügerischen Schluss, dass es wohl ihr Gesangstalent sei, immerhin beschwert sich Meerschweinchen Pupsie nicht, wenn sie ihm vorsingt... In der neuen Schule wird sie nur gehänselt, aber Rosie ist wirklich unerschütterlich und gibt nicht auf. Selbst als der komische Hexenmeister vor ihr steht, sieht sie noch eine Chance. Auch Merdyn ist kein Held für die große Liebe auf den ersten Blick. Dennoch steckt mehr in ihm, als er auf Anhieb preisgibt und davon ist nicht nur Rosie überzeugt. Gemeinsam werden sie die Welt auf den Kopf stellen, na ja, geplant war das ja eigentlich nicht.

Merdyn und seine Sprechweise erinnerte mich immer wieder an den britischen Klassiker Catweazle, allerdings durch den Strom der Zeit in eine noch schnelllebigere Zeit getragen. Die Verblüffung über die heutige Technik funktioniert immer wieder gut, ebenso wie das Erstaunen über die sprachliche Ausdrucksweise des möglicherweise, geisteskranken Hexenmeisters. Sehr schön finde ich daher immer wieder, wenn Jürgen von der Lippe beherzt den jungen Zuhörern erklärt, was denn Merdyn da so von sich gibt. Meistens erklärt er den Ursprung und die Bedeutung heute nicht mehr gebräuchlicher Begriffe, aber bisweilen geht es auch um Gepflogenheiten des finsteren Mittelalters, bzw. warum das finstere Mittelalter eigentlich finsteres Mittelalter heißt. Mit Licht und Sonne hat das wenig zu tun. Das erzählt er so vergnüglich, dass echt was hängenbleibt. Gut bei den altmodischen Beleidigungen hilft wiederholtes Anhören. Wer an diesem skurrilen Abenteuer so viel Vergnügen hat, wie Jürgen von der Lippe selbst, wird es sicherlich auch mehr als einmal hören. Zwischen einzelnen Kapiteln rappt der Comedian kurze Einsichten und Ansichten des Hexenmeisters im Merdyn-Style. Ich wage mal zu behaupten, dass er als Rapper ähnlich erfolgreich wäre, wie Rosie als Beyoncé-Nachfolgerin...

Dies ist das erste Kinderbuch des britschen Comedian und Drehbuchschreibers Simon Farnaby. Neben den kleinen Schlaumeiereien zum Mittelalter gelingt es ihm zwischen den Gags auch noch einige Weisheiten in Merdyns Raps einzubauen, die vom Mittelalter bis heute an ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Um etwas Besonderes zu sein, braucht man kein berühmter Popstar zu werden, oder anderen hinterher zu eifern. Lieber sollte man ganz tief in sich hineinhorchen um auf eventuell verblüffende Talente zu stoßen. Oder auch mit Merdyns Worten „Wird man über Nacht zum Star, sieht man erstmal nicht mehr klar.“. Diese Kombination aus Ernsthaftigkeit und britischem Humor ist schon etwas ganz Besonderes.

Empfohlen wird es als Buch ab 8 Jahren, als Hörbuch ab 7 Jahren. Tatsächlich würde ich das Alter höher ansetzten. Mit 7 Jahren kannte meine Tochter derartige TV-Shows noch nicht und auch einiges andere, worauf hier humorvoll Bezug genommen wird, ist Kindern aus lesenden Haushalten oft erst später bekannt. Empfohlen wird dieses skurril magische Abenteuer für Fans von David Williams. Ich kenne lediglich Gangsta-Oma und fand die Grundsituation in der der Junge aufwuchs so freudlos und deprimierend, dass mir das Lachen im Halse stecken blieb. Anfangs ging es mir ähnlich, aber Rosie ist pfiffig, sie schafft es sich nicht unterkriegen zu lassen und gibt nicht auf. Es ist der unerschütterliche Glaube ihres verstorbenen Vaters an sie, der ihr Halt gibt. Sie erkennt in Merdyn das Unmögliche und so geht es nach und nach mit ihrem Leben bergauf, am Ende ist wirklich alles gut, na ja, fast. Es ist wirklich ein gutes Ende und kein kitschiges. Aber davor lassen es die zwei Hexenmeister gehörig krachen und das ist ganz schön dramatisch und aufregend.

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Strukturiert, übersichtlich, verständlich

Big Fat Notebook - Alles, was du für Informatik brauchst
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Nach dem Big Fat Notebook für Mathe und Physik, Chemie & Bio gibt es nun auch die unverzichtbare Einsteigerhilfe für Informatik.

Ehrlich, das ist so ein Gebiet, von dem ich Null Ahnung habe, aber es ...

Nach dem Big Fat Notebook für Mathe und Physik, Chemie & Bio gibt es nun auch die unverzichtbare Einsteigerhilfe für Informatik.

Ehrlich, das ist so ein Gebiet, von dem ich Null Ahnung habe, aber es ist ja ein Starterkit. Dieses beinhaltet alles was man braucht um die Grundlagen der Informatik und Codierung zu beherrschen. Man lernt: Computersysteme und Programmiersprachen zu verstehen, Algorithmen und boolesche Ausdrücke anzuwenden, Scratch und Python zu programmieren, Websites mit HTML und CSS zu erstellen, also alles was ein Nerd-to-be braucht, um zu lernen, zu verstehen und zu wiederholen.

Super finde ich, dass dieses Big Fat Notebook einen Index hat, also ein Schlagwortverzeichnis. Denn wenn man so ein Greenhorn ist wie ich, ist es ganz schwierig zu beginnen, denn ich bin an Punkt Null. Wenn ich also lese, dass ich lernen werde boolesche Ausdrücke anzuwenden, habe ich gleich Fragezeichen im Hirn! Sehr praktisch, dass ich nun endlich gleich wusste, wo ich nachschlagen kann, um zu erfahren was boolesche Ausdrücke sind!
Netterweise beginnt dieses Buch tatsächlich bei Null. Denn wenn jemand keine Ahnung hat, macht es keinen Sinn vorhersehen zu wollen, was er weiß und was nicht, da fängt man einfach ganz unten an, auch gerne mit Begriffen wie RAM, Computer, Algorithmen, denn man braucht alles! Dabei sind die geheimen Fachwörter, die einem noch wie sieben Siegel erscheinen schön gelb markiert, damit man gleich weiß: Achtung, der Begriff ist wichtig, den muss ich mir merken und verstehen! Außerdem gibt es Wichtiges und Definitionen in Merkkästchen, Kernpunkte werden unterstrichen, wichtige Daten, Orte & Personen sind blau und Konzepte werden mit Skizzen, Grafiken und Diagrammen veranschaulicht! Es gibt also eine Menge zu lesen und zu durchblicken.

Damit man dennoch nicht den Überblick verliert gibt es 8 Lektionen:

1. Computersysteme
2. Datenanalyse
3. Softwareentwicklung
4. Algorithmen und Programmierung
5. Allgemeine Programmierregeln
6. Programmieren mit Scratch
7. Programmieren mit Python
8. Webentwicklung

Eines setzt dieses Buch jedoch voraus: man muss lernwillig und lesewillig sein! Wer nicht gerne liest, wird wohl auch nicht in dieses Buch schauen. Dabei ist es wirklich witzig gemacht und sieht endlich mal nicht aus wie ein Schulbuch, sondern als würde man einen Blick in die geheimen Notizen eines jungen Nerds werfen.

Mein Mann als Oberlehrer ist ganz begeistert und hat es auch sofort seinen Referendaren vorgestellt, als Möglichkeit das Interesse ihrer Schüler für dieses Fach zu wecken. Auch mein Nachbar, ein Maschinenbauingenieur, ist ganz begeistert und nun liegt es auf dem Schreibtisch seines Sohnes (5. Klasse). Dadurch, dass das Buch von der Aufmachung her nicht so typisch lehrbuchmäßig daherkommt, sondern einfach privater wirkt, bauen sich auch nicht so leicht Aversionen bei den Schülern auf. Das Buch stellt sich erst mal ganz dumm und erklärt nach und nach in einfacher Sprache komplizierte und komplexe Zusammenhänge möglichst einfach und verständlich.

Ich finde es besser strukturiert und übersichtlicher als die Vorgänger und ich habe den Eindruck, als wären Anregungen von Nutzern der Vorgängerbände aufgegriffen worden. Das finde ich super. Dabei wurde das Konzept zum Glück nicht gänzlich über den Haufen geworfen. Bewährtes durfte bleiben, wurde aber um den ersehnten Index ergänzt. Mehr kann ich mir nicht wünschen.

Ich wage ja noch zu bezweifeln, dass das Buch es schafft mich zum Computercrack zu machen, aber es hat mich doch echt neugierig gemacht und deutlich gewillter mich für diese Materie, die ich gerne delegiere, zu öffnen. Vielleicht freunden wir uns ja noch an! Das will ich jetzt wirklich nicht mehr ausschließen, aber wenn ich scheitere, muss ich ja jetzt nur noch meinem Mann dieses Big Fat Notebook in die Hand drücken!

Empfehlenswert für alle die bei Null anfangen wollen, ihre Lücken füllen oder diejenigen, die noch die Zusammenhänge und Strukturen nicht so verstanden haben. Herzlich Willkommen, hier wird Euch geholfen!

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Dystopie, die nicht einfach nur spannend ist!

Streuner - Auf der Suche nach Hoparion
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Seit dem TAG ist nichts mehr so wie es war. Die Welt ist eine graue Aschewüste, in der kaum etwas wächst. Nahrung ist knapp, sauberes Wasser sowieso und die meisten Menschen haben die Katastrophe nicht ...

Seit dem TAG ist nichts mehr so wie es war. Die Welt ist eine graue Aschewüste, in der kaum etwas wächst. Nahrung ist knapp, sauberes Wasser sowieso und die meisten Menschen haben die Katastrophe nicht überlebt. Die wenigen noch existierenden Windräder werden von den sogenannten Elektrokönigen kontrolliert und geladene Akkus sind eine harte Währung. Während die Katzen ausgestorben scheinen, machen immer größere Hunderudel die Gegend unsicher. Daher hat der Vater von Judith und ihrem kleinen Bruder Abrogast ihnen 3 Regeln eingeschärft: 1. Hunde sind gefährlich. Alle. 2. Halte dich fern von ihnen. 3. Überlebe. Anders ist es nur im legendären Land Hoparion, wo Hunde und Menschen friedlich zusammen leben und sogar miteinander sprechen können, wo es noch Äpfel an Bäumen gibt und niemand leiden muss. Doch nur den Guten, Ehrlichen und Gerechten wird der Zutritt gewährt. Dorthin wollen die Geschwister sich durchschlagen, doch nicht nur sie. Sie treffen unterwegs die junge Jägerin Bilkis, ausgestattet mit Bogen und Akkus und drei Hunde schließen sich ihnen aus für sie unerfindlichen Gründen an. Drei sind kein Rudel, das wissen auch die Hunde, aber zu sechst fühlt man sich gleich viel sicherer!

Etwas unheimlich, wenn man gleich zu Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow von dem „TAG“ einer absoluten Katastrophe, die fast alles Leben auf der Erde auslöschte, liest. Aber ein paar Überlebende gibt es ja immer. Doch es ist so trostlos und ein täglicher Kampf, dass man sich fragt, ob man so ein Leben eigentlich möchte. Auch das ständige Misstrauen und die ewige Wachsamkeit Gefahren gegenüber sind unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Es hätte sich sicherlich gelohnt, diese Energien zuvor in die Verhinderung der Katastrophe zu investieren. Doch das hilft den Geschwistern auch nicht, ihr Weg ist lang und mühsam und nur ein gefundener Walkman mit einer Drache Kokosnuss Hörspielkassette muntert den kleinen Abro auf. Ja, eine Kassette, seit dem TAG kommt man analog weiter, wobei auch Druckerzeugnisse zerstört wurden. Nur ein Navi konnten sie retten, denn die Satelliten sind fern genug, um nicht zerstört worden zu sein. Alles was heute selbstverständlich ist, existiert nicht mehr, ganz besonders das Gefühl von Sicherheit oder ein Gesundheitssystem.
Ganz schön schaurig als Gedanke und bei all der grauen Asche könnte man auch meinen, dass es irgendwie doch deprimierend sei. Erstaunlicherweise ist es das aber nicht, denn die Verbindung zwischen Judith und ihrem kleinen Bruder ist so stark und auch der Hunde untereinander, dass es echt Mut macht. Das erstaunlichste ist jedoch nicht, dass die Hunde ihnen beistehen gegen ein großes Rudel, nein, Bilkis teilt sogar mit ihnen, einfach so, ohne Zwang. Soviel Unterstützung ohne Gegenleistung haben die Geschwister seit dem Tod ihrer Eltern nicht mehr erfahren! Das gibt den jungen Lesern dann trotz der trostlosen Umstände Hoffnung und Zuversicht und prägt bei aller Härte den positiven Grundton des Buches. Dabei geht es hier bisweilen ganz schön zur Sache, denn der Weg ist ein Kampf um Leben und Tod. Das ist nicht nur sehr spannend, nicht zuletzt, weil man immer wieder gespannt ist, wie sich das kleine Grüppchen gegen die Unwirtlichkeit und Feindseligkeit der Welt behauptet, sondern auch, weil ihre Gruppendynamik wirklich fesselnd ist. Alle ihre Mitglieder wachsen einem mit ihren Eigenarten ans Herz. Es ist wirklich großartig zu lesen wie Tiere und Kinder zusammenhalten, wie viel Kraft ihnen die Gewissheit gibt, dass keiner zurückgelassen wird.
Auch wenn es keine Bücher mehr gibt, so haben sie doch das Motto der drei Musketiere absolut verinnerlicht. Gemeinsam ist ihr Leben viel reicher geworden, auch wenn ihre Umwelt noch genauso unwirtlich ist, wie vor ihrem Kennenlernen. Ein Buch, dass nicht nur zu meiner Miteinander statt Gegeneinander animiert, sondern auch zur Achtsamkeit gegenüber unserem Planeten.

Interessanterweise können die Hunde die Sprache der Menschen verstehen, aber nicht umgekehrt und es dauert eine ganze Weile, bis den Kindern das bewusst wird. Immerhin neigen wir Menschen ja dazu, uns als Krone der Schöpfung zu sehen, dabei sind wir deutlich limitiert. Da dies hier aber nun mal so ist, wird der Weg nach Hoparion sowohl aus Judiths Sicht, als auch des einohrigen Hundes Nipper geschildert. Als Hund ist Nipper zwar in der Lage die Kinder zu verstehen, allerdings ist er nicht so eloquent, sondern beschränkt sich im Ausdruck nur auf das Notwendigste. Dadurch klingt er gleich viel drängender, aber definitiv auch viel animalischer.

Absolut empfehlenswert, denn es ist nicht einfach nur spannend, sondern warnt vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit unserer Umwelt und fordert zu mehr Miteinander auf.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Man hat's nicht leicht als Privatier

Wo kommen wir denn da hin. Der Offline-Opa sorgt für Ordnung
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Günter Habicht, 63 Jahre frühpensionierter Busfahrer oder wie er sich selbst gerne bezeichnet: Privatier aus Berlin Spandau hat seine Nachbarschaft, die Seniorenresidenz seiner Mutter, den Kleingartenverein ...

Günter Habicht, 63 Jahre frühpensionierter Busfahrer oder wie er sich selbst gerne bezeichnet: Privatier aus Berlin Spandau hat seine Nachbarschaft, die Seniorenresidenz seiner Mutter, den Kleingartenverein und den Campingplatz fest im Griff. Je nach Jahreszeit passt er seinen Lebensmittelpunkt, flexibel wie er ist, an. Dabei entgeht seinem messerscharfen Blick keine Verfehlung seiner Mitmenschen und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten schreitet er ein! Seine Frau Brigitte bringt das auf die Palme, wenn sie sich nicht gerade in Grund und Boden schämt. Verzweifelt sucht sie nach einer Beschäftigung für ihren Gatten. Doch egal was er tut, der Kiez ist ja auch nur ein Dorf, kreuzt sein Weg den von der vierfachen Eisenbahner Witwe Renate Bergmann. Mit deren Ansichten und Tricks ist er meistens nicht einverstanden. Aber immerhin sauber und ordentlich ist sie ja! Doch dann hat sie ja immer dieses neumodische Handy, dass ist er ja nichts für ihn, er verlässt sich voll und ganz auf das Altbewährte und hat mit so einem Schnickschnack wie dem Internet nichts zu tun!

Günter Habicht ist zwar erst 63, aber definitiv offline! Dafür kennt er sich aus mit der Welt und der Gesetze und jetzt da er Zeit hat, will er unsere Ordnungshüter unterstützen, das sieht er als seine Bürgerpflicht an! Entrüstet erzählt er hier den geneigten Zuhörern, was er für große und kleine Verstöße im Alltag so beobachten muss, wie er ihnen Herr wird, und wie seine Umwelt voller Unverständnis reagiert! Leider freut sich keiner der Nachbarn darüber, dass sie jetzt etwas weiter laufen müssen, um ihre Pakete abzuholen, nachdem er die ständig falsch parkenden Paketboten vergrault hat! Dachten ja, er und Brigitte hätten ja jetzt Zeit, jetzt da sie Privatiers sind, aber denen hat er erst mal gesagt, was denn die Stunde geschlagen hat!

Meine Kinder lieben ja Renate Bergmann und sie hat uns schon so manche vergnügliche Urlaubsreise beschert. Sie finden, dass Günter der Renate ja in nix nachsteht in Sachen Unterhaltsamkeit, auch wenn er ja deutlich jünger und viel pedantischer ist. Alle möglichen lieb gewonnenen Persönlichkeiten des Bergmannschen Universums tauchen auch hier wieder auf. Klar, Kiez ist Kiez, da kennt man sich, da trifft man sich! Man muss ja auch nicht über 80 sein, umso seine Schrullen zu haben. Ja, Günter ist kein ganz einfacher Zeitgenosse, aber 100 % loyal, auch seinem Freund Erbse gegenüber, der fast mal ein Schlagerstar geworden wäre, denn Geschmack hat er natürlich auch! Leider musste ich meinen Kindern gestehen, dass ich den Hammerhit „Die Sonne von Saint Tropez“ von Erbse nicht kenne, aber wenn sich nun Günter um das Management kümmern will, wird das sicher nicht lange so bleiben.

Gustav Peter Wöhler trifft genau den leutseligen Ton des bisweilen pedantisch, bisweilen grundlos unverstandenen Spandauer Originals, das nicht mit seinen reichen Erfahrungen aus seinem langen Berufsleben als Berliner Linienbusfahrer hinterm Berg hält. Energie geladen empört er sich über die Missstände um ihn herum, sofern er nicht gerade leidet, unter einer überraschend zugezogenen gefährlichen Männererkältung. Dann hört man ihm auch dieses Leiden an, das ihn auslaugt, seine letzte Kraft raubt und dennoch Brigitte einfach kalt lässt. Aber Renate Bergmann hat ja eh den Verdacht, dass er mächtig unter Brigittes Pantoffel steht. Ganz ehrlich, bei aller Korinthenkackerei ist er irgendwie nicht nur unterhaltsam, sondern wächst einem auch ans Herz....

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Cooles Konzept, spannender Krimi

Langenscheidt Krimis für Kids - Detective Invisible - Kommissar Unsichtbar
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Josy ist mäßig begeistert als ihre Mutter von ihrer Großtante ein altes Herrenhaus in der Nähe von Brighton erbt. Tante Feodora kannte Mutter Sabines Traum von einem Bed & Breakfast ganz genau und wusste, ...

Josy ist mäßig begeistert als ihre Mutter von ihrer Großtante ein altes Herrenhaus in der Nähe von Brighton erbt. Tante Feodora kannte Mutter Sabines Traum von einem Bed & Breakfast ganz genau und wusste, dass ihr Sohn Edward ihr geliebtes Haus wohl abreißen würde. Nun wohnen sie dort zu Probe, aber immerhin Jared, der Enkel der Haushälterin entpuppt sich als unterhaltsame Feriengesellschaft. Allerdings kann er nicht mit dem Geist des verstorbenen Meisterdetektivs Jonathan Smartypants mithalten. Dieser muss solange durch das Manor spuken, bis er seinen letzten Fall gelöst hat und den gestohlen Rubin von Lady Lavinia, der einstigen Hausherrin, aufgespürt hat.
Ein bisschen peinlich ist es, dass nur Josy den Geist Jonathan sehen kann und anfangs immer fürchtet, dass Jared sie für verrückt halten könnte. Doch als die Lage immer brenzliger wird, hat sie keine Zeit mehr für solche Sorgen.

Eine coole Detektivgeschichte, die mit englischen Dialogen gespickt ist, da es Josy ja nach England verschlagen hat. Anfangs ist ihr Englisch noch eingerostet, da stottert sie noch etwas, aber dann geht es immer besser. So werden auch die jungen Leser sich schnell beim Lesen an den wachsenden Fremdsprachenanteil gewöhnen. Dass die möglicherweise unbekannten Vokabeln per Fußnoten übersetzt werden, hilft beim Lesen und Wiederholen der Sprache ungemein. Je spannender die Geschichte wird, desto mehr wächst der Englischanteil, aber dann ist der Leser auch schon so neugierig, dass ihn auch die Sprachbarriere nicht abhalten kann. Dabei werden gerade zu Beginn oft Begriffe verwendet, die aus dem Alltag stammen und nach und nach der Wortschatz erweitert. So war ich zu Beginn bei der Testamentseröffnung noch etwas enttäuscht, weil fast alles noch auf Deutsch geschrieben war. Doch das änderte sich schnell! Neben den Vokabelhilfen gibt es auch noch einige schwarz-weiß Illustrationen, die gerade Geist Jonathan gut verbildlichen und die Gesichtsausdrücke prima einfängt. Natürlich wird der Fall gelöst, bis dahin passiert hier aber so einiges und bei manch einem Leser wird sicherlich der Wunsch nach einem eigenen Hausgeist aufkommen! Am Ende gibt es sogar noch eine überraschende Wendung, die im Falle des Erfolgs dieses Buches sogar eine Fortsetzung ermöglichen würde. Ich würde es mir wünschen!

Ab dem 2. Lernjahr Englisch, mit 30 % Englischanteil, durch englische Dialoge. Durch die deutsch-englische Erzählweise finden Schüler leichter den Zugang, weil die Handlung tiefgründiger sein kann und auch komplexer erzählt werden kann, als mit einem reinen Anfängerwortschatz. Dafür werden Ängste vor dem Lesen in einer fremden Sprache abgebaut, ganz ohne große Anstrengungen. Ein sehr schönes Konzept, gerade für Anfänger und Anfängerinnen, das nur noch dadurch besser werden könnten, indem es noch eine Vertonung gäbe, um die Aussprache und die Sprachmelodie hören zu können. Dennoch absolut empfehlenswert, gerade jetzt wo wieder das Schreckgespenst des Lockdowns droht...

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