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Veröffentlicht am 29.09.2021

Eine Freunschaft für die Ewigkeit

Scary Harry. Das Skelett mit der goldenen Sense
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Das große Finale! Oh Mann, diese Warterei ist zermürbend! Seit über 54 Tagen hat Otto schon keine Nachricht mehr von Darko, dem fiesen Chef des SBI, dem Herrscher des Jenseits erhalten. Ebenso lange wartet ...

Das große Finale! Oh Mann, diese Warterei ist zermürbend! Seit über 54 Tagen hat Otto schon keine Nachricht mehr von Darko, dem fiesen Chef des SBI, dem Herrscher des Jenseits erhalten. Ebenso lange wartet er nun schon auf ein Lebenszeichen seiner Eltern, die noch immer von Darko in Qualcatraz festgehalten werden. Onkel Archibald scheint das gar nicht zu beunruhigen, der hockt Tag und Nacht in seinem Labor und forscht. Heimlich reisen Otto, Harry und Vampirfledermaus Vincent mit dem Jenseitstransporter nach Qualcatraz. Dort müssen sie feststellen, dass die Lage viel ernster ist, als gefürchtet. Ottos Mutter ist lebensgefährlich erkrankt und muss sofort zu einem Diesseitsarzt. Entgegen seiner bisherigen Vorsätze denkt nun sogar Harrys Vater an Flucht. Doch sowohl Zellennachbar Joe, als auch Darko machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Otto, Harry und Vincent können nur knapp entkommen, aber zu einem hohen Preis und von nun an, wird alles noch komplizierter. Soll Otto sich auf einen Deal mit Darko einlassen?

Jaaa, keine Sorge, Emily, Ottos beste Freundin und Stimme der Vernunft ist auch wieder mit dabei, ebenso wie die Hausgeister rund um Sir Tony. Immerhin ist das das große Finale und da sollen alle noch mal zu ihrer Bestform auflaufen dürfen. Allerdings ist Emily mit ihren 14 Jahren einfach vernünftiger als Otto mit fast 14 und stets bemüht, bei allen Rettungsaktionen auch den Rückweg einzuplanen. Da Otto verzweifelt ist und es eilig hat, versucht er es dieses Mal immer wieder auf eigene Faust. Aber ganz ehrlich, ohne seine Freunde klappt gar nichts! Selbst seine Freunde reichen letztendlich nicht aus, um Darko zu besiegen, da braucht er noch zusätzliche Verstärkung von fast seiner ganzen Familie! Ja, nach einer gefährlichen und sehr spannenden Rettungsaktion im Jenseits, gelingt es den ungewöhnlichen Freunden, Darko endgültig auszutricksen. Aber so hatte sich Otto sein Happy End nicht vorgestellt und ich fürchte, er wird noch etwas Zeit benötigen, ehe er sich so richtig freuen kann. Dieses Ende ist nämlich absolut überraschend und kein klassisches Happy End. Aber wenn man seit 9 Folgen und Extrabänden ein großer Scary Harry Fan ist, kann einen das Finale ja ohnehin nicht glücklich machen, da es Abschied nehmen bedeutet. Dennoch hat Sonja Kaiblinger alles gegeben, um diesen Abschied so heiter und witzig wie möglich zu gestalten. Vincent ist noch immer ein alter Nörgler und ganz schön eifersüchtig auf die Freundschaft zwischen Otto und dem Sensenmann. Aber nicht nur aus diesem eigentlich für Vincent aussichtslosen Zwist bezieht das Geheimnis um die goldene Sense seinen Spaßfaktor. Auch andere alte Bekannte und verrückte Ereignisse lassen keine Langeweile aufkommen.
Was wir auch super finden, ist dass die jungen Helden im Rahmen der Reihe älter werden. Waren Otto und Emily zu Beginn noch 11 jährige Kinder, sind sie nun ihrer Meinung nach schon fast erwachsen. Na ja, Tante Sharon findet diese sogenannte Pubertät alles andere als erwachsen und ganz schön launig! Aber so sind Erwachsene nun mal, also die richtigen, nicht die fast Erwachsenen.
Für diejenigen, die nicht alle 9 Bände kennen oder eine kleine Auffrischung benötigen, gibt es wieder die kurzen Steckbriefe der wichtigsten Helden mit den Zeichnungen von Fréderic Bertrand im beiliegenden Booklet. Auch wenn man keine Erinnerungslücken hat, sind diese immer wieder schön anzuschauen und durchzulesen. Noch mehr Illustrationen aus dem Büchern finden sich übrigens auf den Tonträgern. Wobei sich auf jeder CD andere Bilder wiederfinden lassen. Wir werden natürlich auch den klassischen Geistergroove vermissen, diese grandiose Erkennungsmusik, bei der man richtig mitgeht und die auch schon „Sherlock von Schlotterfels“ musikalisch begleitet hat. Wir hoffen, dass Jumbo bald wieder eine neue Verwendung für diesen Sound findet.
Schauspieler Christian Rudolf gibt bei der Interpretation der einzelnen Charaktere alles. Besonders gut gelingt ihm meiner Meinung nach Darko, aber ich muss meiner Tochter Recht geben, dass mir die Interpretation Vincents von Robert Missler, dem ursprünglichen Sprecher deutlich besser gefällt. Meine Tochter hat diesen Sprecherwechsel nie verwunden, was auch daran liegt, dass Robert Missler ihr absoluter Lieblingssprecher ist und für sie unersetzlich. Leider ging er 2017 komplett in Rente, wofür Christian Rudolf natürlich nichts kann. Er hat eine sehr sympathische Stimme, was besonders bei Emily und Otto zum Tragen kommt. Außerdem spricht er schön klar und deutlich und grenzt die einzelnen Rollen deutlich erkennbar von einander ab. Das klingt fast wie ein Hörspiel, auf jeden Fall sehr lebendig!

Eine super Reihe für Jungs und Mädchen ab 9/10 Jahren und besonders wenn die Herbstnebel aufziehen der perfekte Gruselspaß! Allerdings sollte man nicht mit dem letzten Band beginnen, da sie aufeinander aufbauen.

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Veröffentlicht am 27.09.2021

Ein Quell der Inspiration in der Küche

Mein grünes Familienkochbuch
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Gesunde, vitaminreiche Ernährung, die auch im Alltag gelingt und der ganzen Familie schmeckt, das klingt doch fast nach der berühmten Eier-legenden-Wollmilchsau! Die Autorin ist Ärztin und selbst Mutter, ...

Gesunde, vitaminreiche Ernährung, die auch im Alltag gelingt und der ganzen Familie schmeckt, das klingt doch fast nach der berühmten Eier-legenden-Wollmilchsau! Die Autorin ist Ärztin und selbst Mutter, hat also Erfahrung mit den Schwierigkeiten unterschiedliche Geschmäcker unter einen Hut zu bekommen und dabei an die Nährstoffversorgung des Nachwuchses zu denken.

Damit dies gelingen kann gibt es erst einmal nach dem Vorwort Besser-Esser-Wissen. Dabei wird nicht nur auf Ernährungsbasics, sondern auch Tipps für den Familienalltag eingegangen z.B. wie man die Zuckermengen im Alltag reduzieren kann und vom Industriezucker durch Alternativen wegkommen kann. Wenn alle Tipps bis dahin noch nicht geholfen haben, gibt es immer noch die Rubrik „was mache ich wenn...“ Hier finde ich Hilfen, wenn meine Lieben, nicht so leicht zu überzeugen sind. Einiges kennt man schon, bei anderem ist es gut daran erinnert zu werden oder man hätte ja auch selbst drauf kommen können... Na und, es hilft, und das ist doch die Hauptsache. Na ja, nicht immer, aber immer wieder mal (also wenn jemand eine Zutat gar nicht mag, da diskutiere ich auch nicht lange, dann wird sie ausgetauscht, gegen was anderes).

Beim Durchblättern ist mir auch direkt so einiges aufgefallen, was wir unbedingt ausprobieren mussten und müssen. So kam das Trinkmüsli so gut an, dass ich direkt nachlegen musste, für die Müsli-Esser unter uns, die 50 % der Familie ausmachen. Also hatte ich das Rezept halbiert, um es dann noch ein 2. Mal zu machen... In der Leserunde waren die Overnight-Oats der Hit, aber als Haferflockenmuffel, hatten sie bei mir keine Chance. Die Pancakes-Variationen sind aber super für die Butterbrotdose an langen Schultagen. Die Apfelpancakes kamen als Neuerung zu den üblichen Pancakes sehr gut an und lassen sich auch gut am Abend zuvor vorbereiten. Ach ja, es lässt sich einiges ganz gut schon vorher vorbereiten. Daher gibt es auch zu diesem Aspekt Hilfen. Welche Lebensmittel halten sich wie und wo, wie lange? Wie kann ich Mahlzeiten schon am Abend zuvor vorbereiten? Es gibt wirklich sehr ansprechend aussehende Vorschläge für Schichtsalate im Glas, die bei mir aber so gut ankommen wie Haferflocken (ja, irgendwo müssen die Kinder ihre eingeschränkte Essensauswahl ja herhaben...). Dafür waren die Dinkelecken prima, auch wenn ich mir die Mühe des eckigen Formens erspart habe, so dürfen sie künftig häufiger auf den Tisch, gelingen, sind lecker und gesund. Sehr lecker schmeckt dazu auch der Hummus aus dem Rezeptteil Snacks & Extras. Prima zum Dippen auch von Gemüseschnitten gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Die Mini-Omeletts sind sehr praktisch, da sie auch sehr gut variabel an den jeweiligen Geschmack angepasst werden können. Sie werden einfach in Muffinförmchen gegossen und kommen in den Ofen. Dadurch kann man dann in einigen Förmchen z.B. auf die Frühlingszwiebeln verzichten... passen auch prima in die Butterbrotdose. Dort können sie auch auf die gefüllten Pizzabrötchen mit Mozzarella und Zucchini treffen, ein Rezept, das meiner Nachbarin mit Zucchini-Überangebot sehr gelegen kam. Es lassen sich übrigens einige Rezepte mit Zucchini finden, sogar im Zitronenkuchen und das schmeckt ganz anders, als gedacht...
Die Lunchbox-Mix-Tipps und die Butterbrot-Variationen gefielen dafür meiner Freundin umso besser, die meinte, dass ihre Jungs immer nur das Gleiche mitnehmen würden. Einfach mal der Kreativität freien Lauf lassen.

Sehr verheißungsvoll klang für mich die Schüttelpizza, als echte Alternative gegenüber Tiefkühlkost. Dummerweise lehnen beide Töchter Champignons ab und eine auch noch Mais und Zucchini.... rote Paprika und Eier sind denn irgendwie etwas einsam für dieses Rezept. Dafür kam das Bananeneis um so besser an. Tja, wir sind halt wohl eher so Bruncher und Nachtischler... wer braucht schon das dazwischen drin?

Je kulinarisch aufgeschlossener die Familienangehörigen sind, desto mehr wird man hier an Rezepten für den Alltag finden und desto nachhaltiger wird sich wohl auch die Ernährung umstellen lassen. Aber auch wenn wir echt langweilige Esser sind, wie meine Oma zu sagen pflegte, haben wir doch reichlich Tricks und Tipps erhalten, um doch schon einiges zu ändern und auch einige Rezepte, denen wir treu bleiben werden. Meine Große möchte nun unbedingt die vegane Schokoladencreme nachmachen.... Ich räume derweil die Küche...

Ein Quell der Inspiration, der sich in vielen Bereichen auch gut umsetzen lässt, vor allem bei experimentierfreudigen Familien. Aber vielleicht hilft dieses Buch ja auch so manch einer Familie ein wenig offener kulinarischen Neuerungen gegenüber zu werden und den Fleisch und Zuckerkonsum zu reduzieren. Ich hätte mehr Suppen- oder Eintöpfe erwartet bei gesunden Gemüsegerichten ohne Fleisch, aber da ich mit solchen schon bestens ausgestattet bin, kamen wir auf unsere Kosten. Es werden viele Anregungen für vegane Möglichkeiten gegeben, die für mich immer wieder erstaunlich bis befremdlich sind, dann aber doch immer wieder genüsslich überraschen, wenn ich mich überwinde es zu probieren.

Ich habe meine Rezeptpalette definitiv erweitert und werde auch viele Tipps immer wieder und hoffentlich öfter beherzigen.

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Überraschen einzigartig!

Annemone Apfelstroh
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Lockdown in Deutschland Frühjahr 2020, alle Lesereisen sind abgesagt und was machen nun Deutschlands Kinderbuchautoren mit der unerwartet freien Zeit? Dem Aufruf in den sozialen Medien von Karin Müller ...

Lockdown in Deutschland Frühjahr 2020, alle Lesereisen sind abgesagt und was machen nun Deutschlands Kinderbuchautoren mit der unerwartet freien Zeit? Dem Aufruf in den sozialen Medien von Karin Müller folgend schreiben 10 von Ihnen gemeinsam ein Buch, jeden Tag wird auf Instagram das nächste Kapitel vorgelesen. Einen ausgearbeiteten Plot gibt es nicht, alle müssen sich genauso wie die Zuhörer überraschen lassen, wie es weitergeht, jede/jeder von ihnen drückt der Geschichte von Annemone Apfelstroh seinen eigenen Stempel auf. Verderben da viele Köche den Brei oder lässt so viel geballte Kreativität die Funken nur so sprühen?

Annemone Apfelstroh wohnt mit ihrem Vater, einer einhornigen Ziege namens Madonna, dem dicken Kater Herrn Kuhn in einem einsamen Tal, in einem Haus mit grünen Klappläden und roter Tür und jeder Menge Blumen und sogar Pfeffersträuchern. An ihre Mutter kann sie sich leider nicht mehr erinnern, sie war eines Tages fort und seither spricht ihr Vater kaum noch und wenn nuschelnd, er lacht nicht mehr. Doch als ihr Vater mal wieder auf dem Markt ist, um seine Töpferwaren zu verkaufen, findet Annemone die verbotene Werkstatt plötzlich unverschlossen vor und Madonna spaziert einfach so hinein. Einer vagen Ahnung folgend, betritt sie den Raum und setzt die Töpferscheibe in Bewegung. Das ist ihr strengstens untersagt! Der Duft von Lavendel und Koriander erfüllt den Raum gemeinsam mit lila Funkelstaub und sie wird durch Zeit und Raum getragen, auf der Suche nach ihrer Mutter. In einer völlig anderen, digitalen Welt kommt Annemone aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie gut, dass sie Finn, den Jungen mit den blauen Haaren getroffen hat!

Willkommen auf Annemones fantastischer, völlig unvorhersehbaren Reise! Das macht diese Geschichte so aufregend. Es gibt keinen Plot, den ein Autor sich erdacht hat, auf den alles zusteuert! Als die letzten Worte zu Papier kamen, hatten 9 Autoren und Autorinnen keine Ahnung wie Annemones Abenteuer denn nun enden würde. Das fanden wir unglaublich reizvoll und immer wieder von Neuem überraschend. Auch wenn die Schreibweisen den verschiedenen Autoren entsprechen, so harmonieren sie erstaunlich gut zusammen. Nie denkt man beim Lesen, dass etwas ein störender Bruch sei, es ist einfach immer überraschend anders. Anders als Finn, lebt Annemone nicht im Hier und Jetzt. Wann und Wo ihr Leben jedoch spielt, ist nicht so ganz klar, das spielt aber auch wirklich keine Rolle. Es ist einfach ein anderes Mal, früher eben und woanders.... Finn hingegen ist ein Kind unserer Zeit, neugierig und aufgeweckt, dazu zugewandt und offen. Dass Annemone anders ist als alle anderen Mädchen, die ihm bisher begegnet sind und über Selbstverständlichkeiten staunt und vieles nicht kennt, juckt ihn nicht. Er nimmt sie so, wie sie ist. Na ja, er beschließt auch auf sie aufzupassen, was soll man auch sonst mit einem Mädchen machen, das keine Skateboards oder Autos kennt, aber hinter einem entflohenen Vogel her rennt... Das macht er so selbstverständlich, dass es nicht übergriffig oder bevormundend wirkt, sondern einfach eine Mischung aus lässig und nett. Er kann gut verstehen, dass sie ihre Mutter vermisst und sie wiederfinden will, auch wenn er einige ihrer Entscheidungen gefährlich findet. Aber gemeinsam lösen sie das Rätsel, wenn auch nach einigen Fehlschlägen und Umwegen. Doch ist nun alles schon ganz klar? Nein, da bleibt doch noch eine Frage offen: „Was um alles in der Welt ist denn nun Apfelstroh?“

Die zehn Autoren Karin Müller, Rüdiger Bertram, Sven Gerhardt, Wolfgang Hänel, Nikola Huppertz, Anja Janotta, Juma Kliebenstein, Dagmar H. Müller, Alice Pantermüller und Chantal Schreiber sind während dieses Schreibexperiments zu so einem harmonischen Team zusammen gewachsen, dass wir doch sehr hoffen, dass sie uns auch noch das Geheimnis hinter dem Apfelstroh verraten, ganz ohne einen weiteren Lockdown. Die Illustrationen sollten dann aber auch bitte wieder von der märchenhaft, fantastischen Florentine Prechtel stammen, die dieses Abenteuer absolut zauberhaft und großzügig illustriert hat. Die Geschichte ist von 8 – 12 Jahren zu empfehlen und meine Tochter (12) fand es super, dass so zahlreiche und oft ganzseitige Illustrationen die Seiten zieren.

Wer nun neugierig ist, kann sich die Geschichte auch von den Autoren selbst vorlesen lassen, einfach die Autorennamen bei Instagram gemeinsam mit #AnnemoneApfelstroh eingeben....

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Solider Fall - Anna Thalbach enttäuscht

Die Studentin
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Die 22-jährige Taryn Moore stand am Anfang eines voraussichtlich erfolgreichen Lebens. Jung, schön und nicht nur klug, sondern geradezu brillant in dem von ihr gewählten Fachbereich englische Literatur ...

Die 22-jährige Taryn Moore stand am Anfang eines voraussichtlich erfolgreichen Lebens. Jung, schön und nicht nur klug, sondern geradezu brillant in dem von ihr gewählten Fachbereich englische Literatur stand sie kurz vor der Aufnahme eines Promotionsstudiums und der Zusammenarbeit mit einer renommierten Professorin. Warum sollte solch eine junge Frau aus dem Fenster gesprungen sein, kurz nachdem sie ihre Aufgabe für die Uni erledigt und ihr Abendessen zubereitet hatte? Auch ihr Handy ist nirgendwo zu finden. Während ihre Kollegen den Tod gerne schnell als Freitod abhaken würden, nagen an Inspector Frankie Loomis, Mutter von 17-jährigen Zwillingstöchtern, Zweifel. Sie schaut genauer hin, spürt ihre Kontakte auf und findet immer weniger ein Motiv für einen Selbstmord, aber immer mehr ungeklärte Details. Was auch geschehen sein mag, sie ist entschlossen es herauszufinden.
Anders als in der Verfilmung von Tess Gerritsens Erfolgsserie Rizzoli & Isles ist Detective Frankie Loomis keine glamouröse Erscheinung, sondern eine ganz normale Frau, mit der das Leben es nicht immer gut meinte. Umso besser kann sie sich in die Besonderheiten dieses Falles hineinfühlen. Trotz ihrer Verantwortung als Mutter, deren Töchter sich für den Geschmack einer Mordermittlerin nicht immer umsichtig genug verhalten, bleibt sie am Ball und scheut die Mehrarbeit nicht, die auf sie wartet, wenn sie die Akte nicht sofort schließt. Sie fühlt sich Taryn und ihrer Mutter gegenüber dazu verpflichtet. Zu sehr ähneln deren Lebensumstände ihren eigenen. Ihr Kollege Mac ist zwar nicht begeistert, aber traut ihrem Instinkt. Ansonsten bleibt ihr Sidekick eher blass. Der Fall spielt im Umkreis einer renommierten Universität, dennoch kann sich jeder in diesem Thriller wiederfinden. Es gibt reiche und arme Studenten, Dozenten in den besten Jahren, ebenso wie die Ermittler und es gibt den Schwiegervater des Mentors der Toten, der bereits pensionierter Detective ist und sich nichts sehnlicher als ein Enkelkind wünscht. Das finde ich sehr geschickt gemacht, so dass sich eigentlich niemand zu alt oder zu jung für diese Mordermittlung fühlen kann. Sprachlich nehmen einen die Autoren gekonnt und flüssig mit, ohne dass man merken würde, dass die Erzählung aus zwei statt aus einer Feder stammt. Es gibt keine Brüche, es fließt. Anders als das Leben von Taryn, die trotz ihrer Talente mit ihrem Leben haderte, da sie nicht auf der bright side of life, in einem privilegierten Elternhaus aufwuchs. Ganz klar werden hier die Unterschiede zwischen Studenten aus arme und reichen Familien vorgeführt. Dennoch wird deutlich gezeigt, dass weder Geld noch Talent alles ist, auch Attraktivität kann den Ausschlag geben, aber nicht unbedingt...
Die Geschichte fand ich solide. Die Auflösung nicht völlig vorhersehbar, aber auch nicht völlig überraschend und daher auch absolut schlüssig und nicht an den Haaren herbeigezogen. Es lohnt sich immer wieder auf die Details zu achten, wenn man miträtseln möchte. Was für mich nicht stimmig war, war leider Anna Thalbach, die mich diesmal enttäuschte. Eigentlich mag ich sie als Sprecherin sehr gerne, weshalb für mich klar war, dass ich dieses Buch hören und nicht lesen würde. Aber schon früh stutzte ich und fragte mich, ob mein MP3 Player eine Macke hätte. Bei der Rolle der Maggie und später auch bei Frankie hatte ich den Endruck, als hätte jemand die Geschwindigkeit höher gestellt. Es klang wie bei meiner Tochter, wenn sie Nightcore einstellt. Für mich klang das nicht spannend, sondern gehetzt, aber gerade am Anfang sollte sich der Fall ja langsam entfalten können. Dabei war ihre Stimme für mich unangenehm quietschig, was zum Glück bei den männlichen Rollen nicht vorkam. Ich empfehle sich eine Hörprobe anzuhören, denn so etwas ist ja immer eine Geschmacksfrage. Sehr gut finde ich hingegen die Aufnahmequalität auf den zwei Tonträgern. Dadurch dass die Aufnahme von über 6 Stunden nicht auf einen Tonträger gequetscht wird, spielen sie jeder MP3-Player ohne Probleme oder Hänger ab und zwar vollständig. Das kommt immer seltener vor, weshalb ich immer häufiger MP3 nur im Auto hören kann (mit dem Risiko, dass beim Einlegen des Rückwärtsganges, die Geschichte zurück auf 1 springt) oder auf mein Handy überspielen muss. Abgesehen davon sehen sie auch wirklich schick aus in der Klapphülle mit dem passenden Coverdruck auf den einzelnen Tonträgern.
Leider konnte mich das Hörbuch trotz des stimmigen Falls, der guten Tonqualität und der hochwertigen Aufmachung leider nicht völlig überzeugen.

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Veröffentlicht am 22.09.2021

Junger Zwerg ganz groß!

Der Ring des Zwergenkönigs
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Heute ist es soweit, der 45. Geburtstag von Zwergensohn Luwin! Er ist fest entschlossen, dass dies sein großer Tag werden soll! Auch wenn er noch nicht 60 und somit erwachsen ist, möchte er vom Ältestenrat ...

Heute ist es soweit, der 45. Geburtstag von Zwergensohn Luwin! Er ist fest entschlossen, dass dies sein großer Tag werden soll! Auch wenn er noch nicht 60 und somit erwachsen ist, möchte er vom Ältestenrat in die Gemeinschaft der Großen aufgenommen werden. Doch die Ältesten hören ihm gar nicht richtig zu, sie plagen ganz andere Sorgen. So merken sie auch nicht, dass er mitanhört, was nicht für seine Ohren bestimmt ist. Der Ring des weisen Zwergenkönigs ist gestohlen worden. Offensichtlich ist er verstorben und ohne den Ring kann sein Sohn das Amt nicht weise und gerecht ausüben. Entschlossen zu zeigen, was in ihm steckt, begibt er sich auf die Suche und trifft dabei auf die Pixie Eldrid, deren Hilfe und Freundschaft er zunächst harsch zurückweist. Sie erweist sich aber schon bald als ebenso unschätzbar und loyal, wie der Druide Alba. Ob sie gemeinsam die Zukunft der Hundert-Hügel-Zwerge retten können?

Echte Fantasy für Kinder, die sich sowohl für junge Leseanfänger ab 2./3. Klasse aber auch für Schüler mit Leseschwäche eignet. Das Druckbild ist relativ groß und fettgedruckt, so dass es die Augen nicht anstrengt, der Text klar gegliedert. Durch einfache Sprache mit Sätzen in überschaubarer Länge wird den Kindern erleichtert in ein wirklich spannendes Abenteuer in einem fantastischen Reich einzutauchen. Inhaltlich wird eine vollwertige Geschichte mit Humor und magischen Elementen erzählt, ohne jedoch die Kinder zu überfordern. Für Kinder, die mit der Reihe Zauberfeder das Lesen für sich entdecken, wird die Reihe hoffentlich in Kürze fortgesetzt. So können sie spannende Abenteuerwelten erobern, ohne sich vom Anblick epischer Werke wie „Der Herr der Ringe“ überfordert zu fühlen. Ja, auch der kleine Hobbit ist nicht so umfangreich, aber sprachlich deutlich schwieriger für Leseanfänger oder Kinder mit Leseschwäche zu erlesen. Anders als die meisten Anfängerbücher, hat die Geschichte aber wirklich einen Inhalt und erzählt nicht nur von Alltäglichem, Piraten oder Prinzessinnen.

Mit Luwin ist Silke Farmer ein sympathischer Held gelungen. Sein Bedürfnis „schon groß zu sein“ ist für viele Kinder absolut verständlich. Immerhin überlegen Kinder oft, was wäre, wenn sie oder er groß wären. Auch dass Freundschaft nicht immer direkt auf den ersten Blick klappt, ist nicht nur tröstlich, sondern direkt aus der kindlichen Realität. Pixie Eldrid ist pfiffig und nicht so leicht zu erschüttern. So findet mit diesen beiden sicherlich jedes Kind eine Identifikationsfigur, mit der sie mitfiebern kann. Dabei ist jede Seite farbig von Elif Siebenpfeiffer illustriert. Das lockert nicht nur den Textteil auf, dieser kann sich dann auch wirklich auf das Geschehen konzentrieren, ohne sich lange mit für Kinder langweiligen Beschreibungen aufzuhalten. Wer noch nicht so sicher im Lesen ist, möchte sich nicht mit Landschaftsbeschreibungen abkämpfen, sondern lieber die Essenz der Geschichte in sich aufsaugen. Das ist hier sehr gut gelungen. Klar wird die Geschichte damit nicht höchsten literarischen Ansprüchen gerecht, aber das ist auch nicht ihr Ziel. Kinder sollen erst einmal lesen und schreiben lernen. Dabei ist dieses Abenteuer ein gutes Vorbild für Kinder, wie sie selbst gut verständlich formulieren können und helfen Sprachgefühl zu entwickeln. Ist das Abenteuer dann vorbei, kann das Kind noch Punkte bei Antolin sammeln und somit seinen Lesefortschritt dokumentieren.

Eine schöne Idee, dass nicht nur Alltagsgeschichten in einfacher Sprache verfasst sind, sondern auch große, fantastische Abenteuer, die zum Träumen, Lesen und Spielen einladen!

Ach, das Buch ist übrigens klimapositiv, dank kurzer Wege innerhalb von Österreich!

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