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Veröffentlicht am 22.10.2020

Magische Reise in fremde Welten

Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein! (Band 1)
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Felicity, genannt Flick (12) ist etwas genervt, als ihre Eltern ihr eröffnen ein kleines Häuschen im irgendwo gefunden zu haben, das sie sich mit ihren bescheidenen Mitteln leisten können und da ziehen ...

Felicity, genannt Flick (12) ist etwas genervt, als ihre Eltern ihr eröffnen ein kleines Häuschen im irgendwo gefunden zu haben, das sie sich mit ihren bescheidenen Mitteln leisten können und da ziehen sie in den Ferien hin! Nun sitzt Flick die ganzen Ferien über in der Pampa und darf auch meistens noch zu Hause auf ihren kleinen Babybruder Freddy aufpassen! Als sie endlich mal Zeit für sich hat, zieht sie los, um den Ort zu erkunden und entdeckt dabei das skurrile Reisebüro „Strangeworlds“. Als sie den Laden betritt, sieht sie der Inhaber Jonathan ebenso misstrauisch an, wie sie ihn. Ist der denn eigentlich schon erwachsen? Doch da geschieht etwas ganz erstaunliches: Durch Jonathans Lupe sieht sie die Magie im Raum schillern und Jonathan wird klar, dass Flick über ungeahntes Potenzial verfügt! Er verrät ihr, dass jeder der vielen Koffer, die sich dort stapeln, in eine andere Welt führt, sobald man in diesen steigt und den Koffer wieder schließt. Damit sie entscheiden kann, ob sie Mitglied in der geheimen Strangeworlds Gesellschaft werden will, nimmt er sie mit auf aufregende Reisen in unbekannte Welten. Doch irgendetwas stimmt hier nicht, beide spüren eine Bedrohung aufziehen.
Die Aufmachung des Buches finde ich hammerstark! Das Cover erinnert an die englischen Reisetruhen von Internatsschülern, oder Reisekoffern aus vergangenen Zeiten. Entsprechend sind auch die Seiten alle ein wenig künstlich ergraut und mit einem Lesebändchen kann man stilecht die jeweilige Stelle im Buch markieren. Wenn man das Buch liest und dann noch mal das Cover genauer betrachtet, wird man feststellen, dass es sich bei den dargestellten Aufklebern samt und sonders um Sticker von den jeweiligen Reisewelten handelt.
Etwas schade finde ich, dass der Klappentext in all seiner Kürze schon so viel verrät! Meine Jüngste wollte daraufhin gar nicht mehr mitlesen, weil sie meinte, dass wir solche Geschichten in der letzten Zeit schon x-mal gelesen hätten. Doch so ganz, wird der Klappentext diesem Abenteuer nicht gerecht und so sollte man diesen besser überspringen und sich nur von der Aufmachung verzaubern lassen. Allerdings habe ich mich schon zu Beginn sehr darüber aufgeregt, dass Flick in so jungen Jahren so viel Verantwortung aufgebürdet bekommt und so wenig Aufmerksamkeit im Gegenzug erhält. Das hat mich richtig traurig gemacht, vor allem, weil sie in Jonathan eine weitere einsame Seele auf der Suche, getroffen zu haben scheint. Jonathan ist auch etwas verschroben, während Flick vor allem neugierig und aufgeschlossen gegenüber jedem Abenteuer als Abwechslung zum Babybrei ist. Dabei erweist sie sich nicht nur als clever, sondern auch richtig mutig. Man kann ja nie wissen, was in fremden Welten so auf einen zukommt! Diese fremde Welten sind zwar aufregend, aber anfangs sind es so viele, in die sie reisen, das man schon etwas das Gefühl bekommt, dass die Geschichte sich ein wenig verzettelt, trotz der originellen Idee. Im letzten Drittel nimmt das Abenteuer deutlich an Fahrt und Fokus auf. Die Geheimnisse und Geschehnisse verdichten sich und nur gemeinsam können Flick und Jonathan sich und alle anderen retten. Doch damit ist erst ein Problem gelöst, das das Jonathan am meisten unter den Nägeln brennt, wartet noch immer auf sie und so können Leser gewiss sein, dass es nicht das letzte Abenteuer, dieser im Geheimnis verbundenen Freunde sein wird.
Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und ich gut verständlich für Kinder von 10 – 12 Jahren. Es ist mir gut gelungen, mich in die Figuren einzufühlen. Ich gehe auch davon aus, dass der nächste Band rasanter starten wird, nachdem Flick nun die wesentlichen Grundzüge der Gesellschaft und ihrer Gabe kennengelernt hat!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Lesejury und dem Baumhaus Verlag für diese coole Lese- und Bastelrunde!

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Veröffentlicht am 20.10.2020

Wehmut mischt sich ins Lachen....

Die Ältern
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Die Pubertiere werden erwachsen, sie werden vernünftiger und reagieren immer seltener irrational. Da muss sich der Autor nach seinem Sinn und Zweck im Leben fragen, wenn sein Erziehungsauftrag erlischt! ...

Die Pubertiere werden erwachsen, sie werden vernünftiger und reagieren immer seltener irrational. Da muss sich der Autor nach seinem Sinn und Zweck im Leben fragen, wenn sein Erziehungsauftrag erlischt! Doch das ist nicht die einzige Veränderung. Nicht nur der Vernunftgrad des Nachwuchses steigt, auch die Lebensform von Land zu Stadt wird angepasst, mit erheblichen familiären Veränderungen. Außerdem hat die Corona-Pandemie auch vor „Die Ältern“ nicht halt gemacht. Diesmal ist es keine Live-Lesung vor Publikum, nein, es wird das komplette Buch eingelesen. Um die Live-Atmosphäre ein wenig zu ersetzen, werden dafür zwischen die Tracks Live-Mitschnitte aus dem Studio mit Jan Weiler und dem Aufnahmeteam eingespielt, um das Gefühl zu vermitteln, man wäre live bei der Aufnahme dabei und könne sogar seinen
Magen knurren hören! Anfangs ist Carla zwar erwachsen, wohnt aber noch zu Hause, dennoch spürt der im Home-Office schreibende Autor, dass sein Erziehungsauftrag schwindet und damit sein jahrelanges Selbstverständnis von seiner Unabkömmlichkeit und sei es auch nur als Taxifahrer. Selbst der erbitterte Kampf um den Lieblingsjoghurt im Kühlschrank könnte demnächst nur noch eine wehmütige Erinnerung sein. Darum muss der letzte gemeinsame Familienurlaub zelebriert und genossen werden, was allen gelingt, nur dem Vater nicht so recht.

In diesem Band heißt es Abschiednehmen, von dem Dasein als Eltern, in der Gewissheit bald überflüssig zu sein und daher zur Generation der Ältern zu mutieren, obwohl man sich selbst doch mind. 10 – 15 Jahre jünger fühlt, als der Ausweis es sagt. Bei uns sind Jan Weilers Pubertiere Teil der Familienurlaubskultur. Sie müssen einfach gemeinsam auf dem Weg in den Urlaub zelebriert werden. Doch nun standen wir vor demselben Problem wie diese Buchaufnahmen. Das neue Hörbuch ist erschienen, die Herbstferien stehen vor der Tür, doch keine Reise ist geplant, aufgrund des Infektionsgeschehens! Also schauten wir auf die Karte, um die Lieblingsverwandten mit dem Wohnort mit dem niedrigsten Infektionsgeschehen zu ermitteln und so zog es uns von der groben Nähe von Manderscheid ins nicht minder aufregende Erlangen, die perfekte Entfernung für dieses Hörbuch! Wir haben viel gemeinsam gelacht, auch wenn ein Pubertier plötzlich von starker Übelkeit befallen wurde und das Lachen nicht half. Dennoch entging ihr nicht, dass einige Pointen, wie die mangelnde Intelligenz von Carlas gut aussehendem Freund bereits im letzten Band ganz ähnlich thematisiert wurden, als auch die Studiomitschnitte leiser sind, als die eigentliche Lesung. Diese Tracks, die man auch überspringen kann, nahmen wir im Auto lediglich als Hintergrundrauschen wahr, mit vereinzelten Worteinspielungen. Hier ist die Balance der Lautstärke zwischen Lesung und Mitschnitt leider nicht geglückt. Die familiären Veränderungen im Hause Weiler beginnen mit Ende des ersten Tonträgers und haben uns mit Unglauben und Fassungslosigkeit getroffen. Das kann doch nicht wahr sein! Nun begleiten wir das Wohl und Wehe dieser Familie schon über viele Jahre und nun so was! Mein Göttergatte hat dies noch immer nicht verwunden und diskutiert mit mir noch immer über die Bedeutung. Wahrscheinlich fürchtet er ähnliche Einschnitte und lacht sich auch immer noch über die Vorstellung kaputt, wie Jan Weiler sich verzweifelt am Bein seines Sohnes Nick festklammert! Das kann ich mir lebhaft vorstellen und da auch bei uns ähnliche Szenen drohen könnten, versprach unsere Jüngste einfach wohnen zu bleiben, um uns den Schmerz zu ersparen. Zu schade, dass wir es nicht aufgenommen haben. Wie immer erzählt Jan Weiler aus seiner Familienerinnerungsschatzkiste mit viel Humor und hohem Wiedererkennungseffekt. Daher haben wir mit ihm gelacht, aber gleichzeitig auch über uns selbst. Dennoch beschleicht uns die Wehmut, wenn wir an den Zerfall dieses von uns so geliebten Familienverbundes denken.

Am Ende werden als Zugabe noch im Buch nicht veröffentliche Lieblingssätze des Autors aus seiner langjährigen Kolumne „Mein Leben als Mensch“ präsentiert. Diese sind zwar witzig, in ihrer Aneinanderreihung verlieren sie leider ein wenig an Glanz.

Jan Weiler hat noch immer seine sympathisch-selbstironische Art und seine angenehme Stimme behalten. Er vermag es, seine Pointen perfekt zu setzen. In seinen Zwischenszenen und seinen Sprachproblemen als Rheinländer finden wir uns selbst wieder und können daher auch kein Problem hören ;) Wir finden: Er kann's einfach! Daher hören wir ihn immer wieder gerne, auch das gleiche Hörbuch nochmal.

Möge die Pandemie hoffentlich bald ihr Ende finden und Live-Mitschnitte wieder möglich werden.

Kann es das nun wirklich gewesen sein, mit den Anekdoten aus dem Leben der Weilers? Wir wären sehr traurig, fürchten es aber schon....

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Veröffentlicht am 19.10.2020

Toll geschrieben, leider fehlen Fotos

Physik ist, wenn's knallt
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Physik zum Staunen und Nachmachen! Wie man selber Trockeneis herstellt und mit Käse einen Menschen schweben lässt – Experimentierspaß aus dem echten Leben mit den Physikanten.

Ein Buch der beliebten Wissenschaftsshows, ...

Physik zum Staunen und Nachmachen! Wie man selber Trockeneis herstellt und mit Käse einen Menschen schweben lässt – Experimentierspaß aus dem echten Leben mit den Physikanten.

Ein Buch der beliebten Wissenschaftsshows, bekannt z.B. aus der Sendung „Frag doch mal die Maus!“ oder „Wer weiß denn so was?!“ Der Diplom-Physiker Marcus Weber steht regelmäßig mit seiner Science-Show-Firma auf Deutschlands Fernsehbühnen und lässt mit seinen physikalischen Experimenten staunen. Einfach und anschaulich präsentiert er physikalische Phänomene die verblüffen. Nun hat er gemeinsam mit seiner Frau Judith, einer Diplom-Journalistin ein Buch geschrieben, von dem ich mir erhoffte, viele Experimente zu entdecken, mit denen ich meine Kinder und mich für Physik begeistern könnte. Anders als Elton, der das Vorwort schrieb, bin ich ja tatsächlich gerne in die Schule gegangen, vor allem nachdem ich in der Oberstufe Physik und Latein abgewählt hatte...

Den Schreibstil von Judith Weber finde ich klasse. Es lässt sich wunderbar unterhaltsam und verständlich lesen, sogar am Strand, an dem ich sogar ein Experiment zu den Unterschieden zwischen Männer und Frauen nachmachen konnte. Locker flockig erzählt sie von Experimenten aus dem Alltag und wie dieser ihren Mann zu neuen Experimenten animiert. Dabei räumt sie allerdings schon zu Beginn ein, dass es sich um fiktive Rahmenstorys handelt, die sich so aber in ihrer Familie ereignen könnten. Zumindest muss ihren 3 Kindern nun nichts peinlich sein, wobei dies ja bei Eltern und Kindern quasi Pflicht ist. Die Erklärungen scheinen auch wirklich einleuchtend und verständlich. Bei der Umsetzung hapert es bei mir dann aber. Also das Trockeneis aus dem Wassersprudler, funktioniert leider nur mit dem Plastikflaschenmodell. Haben wir nicht im Büro, also ging es zu den Nachbarn. Deren Kohlensäurezylinder war leer, aber da konnte ich aushelfen, immerhin wollte ich ja Trockeneis. Ich schraubte den frischen Zylinder ein und das Gerät zischte ab, wie eine Rakete. Das war im Versuchsaufbau so nicht vorgesehen, also kauften die Nachbarin und ich schnell ein neues Gerät. In der Zwischenzeit war der benachbarte Maschinenbauingenieur erwacht, der ein dringendes Reparaturbedürfnis hatte und schlechte Laune über die Ersatzanschaffung... dann fehlten die Kinder zum Zuschauen...., es sollte ja auch tolle Fotos geben.... Das Experiment scheiterte leider an einem einsatzfähigen Gerät und schlechter Laune.

Das Hoverboard war mir zu aufwendig, ich mag einfach auch keine lauten Laubsauger und dann soll ich auch noch Löcher in Bretter sägen... nee, also so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Es gab zum Glück auch Experimente mit der Mikrowelle, die man nicht auseinanderbauen muss, aber viel Fingerspitzengefühl oder Wagemut erfordern. Bei meinem miesen Elektrokarma habe ich mich da nicht dran getraut.

Aber hey, da konnte man coole Zauberstäbe mit Plastiktüten herstellen! Voll motiviert bin ich zum französischen Gemüsehändler, um eine Plastiktüte zu erhaschen.... aber leider bin ich zu unmagisch, einfach entladend, oder die französischen Plastiktüten sind auch nicht mehr das was sie mal waren...oder die Filzstifte oder Plastikstrohhalme, es klappte leider nicht. Beim Umsetzen habe ich allerdings festgestellt, dass einige Anweisungen natürlich auch Auslegungssache sind, aber darüber sollte man mit einer Juristin wohl besser nicht diskutieren.

Ziemlich ernüchternd, aber immerhin ist mein Körperbau so wie er sein soll und bei meinem Mann auch, es ist also noch nicht alles verloren, da das Experiment zu dem kleinen Unterschied zwischen den Geschlechtern tatsächlich funktionierte. Uff, noch mal Glück gehabt!

Ich fühlte mich schon ein bisschen wie in der Schule, die Experimente hatten sich gegen mich verschworen, aber es war wirklich kurzweilig zu lesen, anders als das Physikschulbuch. Allerdings, fehlten mir beeindruckende bunte Bilder, die mich zu mehr Engagement und Hartnäckigkeit animiert hätten. Der Ingenieur, der uns doch bitte das Trockeneis zaubern sollte, ist über der Zeichnung eingeschlafen. Da hätten etwas mehr Effekte statt trockener Illustrationen sicher Wunder gewirkt. So ist der Titel der Knaller, aber aufgrund von viel Text und wenig Bild für Jugendliche und Tüftler, also eher lesephobe Gestalten, nicht so ansprechend. Da schaue ich mir die Experimente lieber im Fernsehen an und staune, als hier großen Schaden anzurichten, weil ich die Zeichnung nicht ganz nachvollziehen kann...

Viele Ideen und Experimente, aber bisweilen braucht man wirklich einen Heimwerkerkeller und Lesemuffel bräuchten dringend farbige Illustrationen. Mangels geglückter eindrucksvoller Experimente, konnte ich leider auch keine für die Rezension beisteuern.... Aber das Lesen hat mir Spaß gemacht, wenn es auch mehr die Familiengeschichten waren, die mich amüsierten.

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Eines meines Lieblingsbücher als Hörspiel!

Die Chroniken von Narnia – Teil 1: Das Wunder von Narnia
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Diggory muss wegen einer familiären Abwesenheit seines Vaters in Indien, mit seiner schwerkranken Mutter vom Land nach London zu Tante Letty und Onkel Andrew ziehen. Letty soll seine Mutter pflegen. Diggory ...

Diggory muss wegen einer familiären Abwesenheit seines Vaters in Indien, mit seiner schwerkranken Mutter vom Land nach London zu Tante Letty und Onkel Andrew ziehen. Letty soll seine Mutter pflegen. Diggory gefällt die Stadt nicht, doch als er besonders verzweifelt ist, lernt er die gleichaltrige Polly kennen. Das Wetter ist britisch und so verbringen die zwei die Ferien mit Erkundungstouren durch die Häuser. Dabei entdecken sie Onkel Andrews geheimes Arbeitszimmer, in dem er mit uraltem magischen Staub experimentiert. Aus diesem hat er farbige Ringe geschaffen, die die Kinder in den Wald zwischen den Welten transportiert. Zwischen den Bäumen befinden sich Teiche, von denen ein jeder in eine andere Welt führt: alte, ersterbende und junge, gerade erst erwachendw. Die erste Welt in die es sie verschlägt ist offensichtlich kalt und ersterbend. Doch Diggory kann es nicht lassen eine Glocke zu läuten, die alle Bewohner erweckt, gemeinsam mit ihrer kaltherzigen Herrscherin, der Hexe Jadis. Als die Kinder in ihre Welt zurückkehren wollen, hält Jadis sich an ihnen fest und gelangt so nach London, wo sie für nichts als Ärger sorgt. Dort kann sie unmöglich bleiben und so werden sie, zusammen mit einem Kutscher und seinem Pferd zurückgeschickt. Diesmal erleben sie das Wunder von Narnia, die Schöpfung einer neuen Welt durch den Gesang des mächtigen Löwen Arslan.

Ich liebe diese Geschichte, die Geburt einer neuen Welt voller Möglichkeiten und Fruchtbarkeit hat mich schon als Kind fasziniert! Das Land ist jung und fruchtbar, was auch immer in die Erde fällt, es wird wachsen und gedeihen. Ein wunderschöner Gedanke! Auch Diggory und Polly sind davon fasziniert, aber auch ehrfürchtig, denn sie bekommen von Arslan eine Aufgabe, um den Schaden, den sie durch die Mitnahme Jadis in die noch unschuldige Welt angerichtet haben, wieder gut zu machen. Eine Welt von der man noch nichts weiß ist natürlich gleichermaßen aufregend, wie auch beängstigend. Dabei muss Diggory am Ziel eine Aufgabe erfüllen, die ihn und seine moralischen Grundsätze auf eine harte Probe stellen. Ähnlich wie in der Schöpfungsgeschichte führt Jadis Diggory in Versuchung. Das Hörspiel erweckt den Kinderbuchklassiker zu neuem Leben und befriedigt die Neugier all jener, die zwar die drei verfilmten Bände kennen, sich aber schon immer gefragt haben, wie denn eine fremde Welt in einen alten Kleiderschrank kommen konnte. Das ist hier nicht ganz so logisch, denn ich meine, dass der erste ursprüngliche Narnia-Band, „der König von Narnia“ auf dem Land beginnt, weil die Geschwister vor den Bombenangriffen auf London zum Onkel aufs Land geschickt werden und hier befindet sich das Arbeitszimmer mitten in London. Allerdings darf Diggory am Ende der Geschichte endlich wieder aufs Land ziehen, doch wie die Sache mit Narnia und dem Kleiderschrank möglich war, ist mir noch immer nicht klar. Dafür erfährt man aber, wie die einsame Laterne dorthin kam, die den vier Kindern beim Eintreten in die Welt von Narnia den Weg leuchtete und natürlich wieso ein so wunderbares Land von einer so grässlichen Hexe terrorisiert wird.

Dieses Hörspiel wurde für den Rundfunk von SWR/NDR produziert und ist entsprechend aufwendig in Szene gesetzt mit einigen sehr namhaften Sprechern wie Pierre Besson und Uve Teschner sogar in den Nebenrollen und Friedhelm Ptok als Erzähler, begleitet von Klängen und Geräuschen. Wenn man die Augen schließt wird man mit in das London der fünfziger Jahre und in den stillen Wald zwischen den Welten mitgenommen. Im Auto in der Raumklang klasse und dieses Hörspiel ab 10 Jahren ist wirklich für die ganze Familie zu empfehlen, also perfekt für gemeinsame Autofahrten. Da das Hörspiel im Rundfunk in zwei Teilen ausgestrahlt wurde, beginnt die zweite CD mit einer kurzen Zusammenfassung dessen, was bisher geschah. Das finde ich ganz hilfreich, bei längeren Hörpausen, oder wenn man zwischendrin mal kurz abgelenkt war, sie kann aber auch einfach übersprungen werden.

C.S. Lewis war ein irischer Literaturprofessor der englische Literatur sowohl in Cambridge als auch in Oxford lehrte. Eigentlich war er ein eingeschworener Junggeselle, bis er Joy Davidson und ihre Kinder kennenlernte. Lewis war lange Jahre sehr gut mit Tolkien befreundet, der ebenfalls Literaturprofessor in Oxford war. Seine harsche Kritik an den erfolgreichen Narnia Büchern, verbunden mit persönlichen Angriffen, beendete die langjährige Freundschaft.

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Veröffentlicht am 17.10.2020

Mein Hörhighlight des Monats!

Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht
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Penelope Stevens, oder kurz Nell ist Anfang/Mitte vierzig und fühlt sich komplett gescheitert! Nach ihrem BA in Literaturwissenschaften arbeitete sie in einem renommierte Londoner Verlag als Lektorin und ...

Penelope Stevens, oder kurz Nell ist Anfang/Mitte vierzig und fühlt sich komplett gescheitert! Nach ihrem BA in Literaturwissenschaften arbeitete sie in einem renommierte Londoner Verlag als Lektorin und bekam ein Spitzenangebot als Kinderbuchredakteurin in New York. Es klang wie ein Traum, doch Singles in New York haben es auch nicht leicht. Als sie dann den witzigen, erfolgreichen Koch Ethan kennenlernte, folgte sie ihm nach Kalifornien. Dort verwirklichten sie sich ihren Traum von einem eigenen Büchercafé, das super anlief, aber vor kurzem dennoch pleite ging. So zerbrach diese Beziehung kurz vor dem Ablauf ihres Visums, so dass sie als gescheiterte Existenz zurück kehrt. Sie muss ein Zimmer zur Untermiete bei einem durchstrukturierten Vermieter mit Energiespartick und einem von ihr an den Wochenenden zu versorgenden riesigen Hund Artemis, nehmen, weil sie sich keine Wohnung leisten kann. Auch beruflich sieht es nicht rosig aus, drum übernimmt sie den Job als Nachrufschreiberin. Gleich bei ihrem ersten Auftrag lernt sie die über achtzigjährige Cricket, Witwe des gerade verschiedenen Theaterautors Monty kennen, deren Motto lautet: Du brauchst keine Angst haben alt zu werden, Du musst nur Angst haben langweilig zu werden! Ach ja, bei einem einsamen Spaziergang an ihrem Geburtstag begegnet sie gleich noch einem hundelieben knackigen Mann unter Fünfzig...

Ich fand den Titel so lustig, dass ich sehr neugierig auf diese Geschichte war und sie unbedingt hören wollte. Der Einstieg erfolgt sehr direkt, unmittelbar in eine Podcast-Folge und zeugt von einem anderen Humor, als erwartet, reflektierter, reifer, selbstironischer. Damit hatte ich am frühen Morgen so noch nicht gerechnet und es hat meinen erwachenden Intellekt erst einmal überfordert. Aber relativ bald packte es mich dann und ich konnte nicht mehr aufhören. Beim erneuten Hören konnte ich diese Anfangsschwierigkeiten allerdings nicht mehr feststellen und amüsierte mich besser, als beim ersten Hören.

Nell steht da, kurz vor Silvester, vor einem Scherbenhaufen an Leben, so wie es sich anfühlt. In London ging das Leben für ihre Freunde weiter, nur zum Besten, nur sie selbst hat nichts vorzuweisen, außer einem Handy, auf dem ihr Bilder von den perfekten Leben all der anderen Menschen ihrer Generation entgegen leuchten... Doch Nell ist keine der Personen, die das Gras in Nachbars Garten immer grüner finden, sie hadert einfach nur damit, dass ihr Leben gar kein bisschen so verlief, wie sie es geplant hatte. Ein nicht gerade seltener Plot in der Frauenliteratur, aber dennoch eine besonders schöne Geschichte. Denn Nell berappelt sich, was auch an der gerade verwitweten Cricket liegt, die einfach nur cool und liebenswert ist und als Schauspielerin und Autorengatten, so manche Lebensweisheit beizutragen hat. Aber auch Nell ist ja keine Dumpfbacke, sondern das Jonglieren mit Worten gewohnt, so dass sie ihre Gedanken sprachlich erquickend und mit erheiternder Selbstironie zu verpacken vermag. Ich habe in Nell nicht eine Sekunde lang die Loserin gesehen, für die sie selbst sich bisweilen hielt. Sie beginnt das neue Leben in London mit einem neuen Notizbuch, in das sie sich bemüht jeden Tag 5 Dinge zu notieren, für die sie dankbar ist. Da dies für sie aktuell aber nicht so einfach ist, gestattet sie sich mit 3 solchen Dankbarkeitsempfindungen zu beginnen. Auch diese sind nicht immer ganz ernst gemeint, was zu ihrer eigenen Erheiterung beiträgt, da es hilft, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Seither versuche ich auch, derartige Momente der Dankbarkeit jeden Tag neu in meinem Leben zu entdecken. Eine schöne Angewohnheit, die ich hoffentlich beibehalten werde, da sie auch in Coronazeiten hilft, den Blick auf das Hier und Jetzt zu richten und Momente des Glücks zu würdigen, ohne vorher Yoga machen zu müssen.

Dieses Buch gibt es in gekürzter und ungekürzter Fassung als Hörbuch. Ich habe die gekürzte Fassung genossen und keinerlei Einschnitte bemerkt und nichts vermisst. Aber für all jene, die nun interessiert sind, aber prinzipiell keine gekürzten Hörbücher mögen, dieses gibt es in beiden Varianten.

Den Originaltitel: „confessions of a forty-something f#

k up“ finde ich viel treffender, wenn auch nicht so witzig, wie die deutsche Version, aber sonst habe ich an der Übersetzung nichts zu kritisieren.

Sprecherin Verena Wolfien klingt erwachsen und gereift, ohne alt zu klingen. Man nimmt ihr die forty-something f

#k up, mit Selbstironie und der Entschlossenheit nicht klein beizugeben ohne weiteres ab. Vor allem klingt sie unglaublich freundlich und wenn man sich in die Geschichte hineinhört, ist dies auch der ganz entscheidende Wesenszug von Nell: sie bleibt freundlich, auch wenn andere schon längst giften würden, sticheln oder mit sarkastischen Kommentaren verletzten würden. Dieser Wesenszug macht es der Hörerin so leicht, sich mit ihr zu freuen, wenn Licht am Ende des Tunnels auftaucht und setzt ein Zeichen gegen die leider viel zu häufige Missgunst.

Ein wirklich wunderbares Hörbuch, das vielleicht die Welt nicht neu erfindet, das mich aber tatsächlich immer wieder mit seinen Wendungen überrascht hat und beim zweiten Hören fast noch besser gefallen hat, als beim ersten Mal. Lange habe ich meinem Mann nicht mehr so viele Gedanken zu meinem aktuellen Hörbuch mitgeteilt... Ja, auch mit Mann und Kindern und ohne Hund kann man sich in dieser charmanten Erzählung wiederfinden, man sollte allerdings mind. 35 Jahre alt sein – sorry, keine Jugenddiskriminierung beabsichtigt, nur eine Altersempfehlung! Für mich definitiv ein Hörbuchhighlight!

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