Toleranz und Rücksichtnahme
Der Dinosaurier von nebenanDie kleine Liz ist sich ganz sicher, dass ihr Nachbar Herr Wilson, von nebenan ein Geheimnis hat: er ist kein Mensch, sondern ein Dinosaurier. Ein Dinofan wie sie, merkt das natürlich sofort, aber wieso ...
Die kleine Liz ist sich ganz sicher, dass ihr Nachbar Herr Wilson, von nebenan ein Geheimnis hat: er ist kein Mensch, sondern ein Dinosaurier. Ein Dinofan wie sie, merkt das natürlich sofort, aber wieso fällt das sonst niemandem auf, dass sein Hals so lang und seine Haut so grün ist? Außerdem hören die Erwachsenen nicht wirklich zu und glauben ihr schon gar nicht. Da entschließt sich Liz ins Museum zu gehen und es dort einer berühmten Paläotologin zu erzählen. Doch auch die scheint es nur für eine Kinderspinnerei zu halten, oder doch nicht? Die Folgen sind auf jeden Fall erschreckend und doch ganz anders, als die Wissenschaftler es sich gedacht hatten....
Ich hatte mal im Studium eine Freundin, die fest davon überzeugt war, dass unser Kommilitone ein Alien sei! Das fand ich etwas fies, aber auch etwas bizarr. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Liz mit ihrer Überzeugung nicht immer auf viel Verständnis stößt, sondern bestensfalls belächelt wird. Aber sie hat eine Mission und gibt nicht auf. Sie beobachtet Herrn Wilson ganz genau und der ist sehr freundlich und ein ganz hervorragender Bäcker! Er stört eigentlich niemanden und gefährlich ist er auch nicht, dafür sind seine Backkünste äußerst beliebt. Warum kann es Liz dann nicht einfach dabei belassen? Die Geschichte wird angeprisen als herzerwärmende Geschichte: Bleib dir selbst treu, egal welcher Spezies du angehörtst. Ich finde sie wirklich herzerwärmend und sie hinterlässt ein wunderbar warmes Gefühl, wenn man sie beendet hat, aber es steckt noch viel mehr dahinter. Einmal: hört den Kindern zu und außerdem: Lasst Eure Mitmenschen doch in Ruhe, wenn sie Euch nichts getan haben und immer freundlich sind, seid freundlich zurück! Außerdem zeigt es auch, dass manchen Geheimnisse besser nicht öffentlich gemacht werden sollten. Also eine kurze Geschichte, mit so vielen Botschafen. Was macht einen eigentlich aus? Was kennzeichnet mein „Ich“?
Der Illustrationsstil ist typisch für den Autor, mit aquarellartigem Hintergrund und Lichtakzenten, wenn es wundbar/wundersam wird. Die Gesichter sind auf das Wesentliche konzentriert, auf ihren Ausdruck. Und so kann man richtig mit Mr. Wilson mitfühlen, dass die Dinge ganz anders kommen, als Liz es sich gedacht hatte und wenn sie ehrlich ist, hat sie es so auch nicht gewollt. Aber zum Glück, sind die meisten Menschen viel besser als ihr Ruf und so geht diese Geschichte auch ganz wunderbar für Mr. Wilson aus und alle sind hochzufrieden damit! So verstehen auch schon Kinder ab 4 Jahren worauf es angekommt. Die Sprache ist dabei gut verständlich, aber dennoch lebendig und ausdrucksstark.
David Litchfield ist ein preisgekrönter Illustrator und Kinderbuchautor, ganz zurecht, wie dieses kleine Meisterwerk ab 4 Jahren verdeutlicht.