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Veröffentlicht am 06.03.2025

Ein geheimnisvolles Gift, bedroht die Lehrer....

Baskerville Hall – Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente. Teil 2: Das Zeichen der Fünf
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Der junge Arthur Doyle freut sich nach den Ferien bei seiner Familie endlich wieder zurück auf sein ganz besonderes Internat Baskerville Hall zurückzukommen. Doch irgendwie ist es anders als erwartet. ...

Der junge Arthur Doyle freut sich nach den Ferien bei seiner Familie endlich wieder zurück auf sein ganz besonderes Internat Baskerville Hall zurückzukommen. Doch irgendwie ist es anders als erwartet. Sein bester Freund und Zimmergenossen Jimmie Moriarty scheint ihm aus dem Weg zu gehen. Hat er Geheimnisse vor ihm? Statt ihn zu fragen, schnüffelt er hinter ihm her und macht dabei beunruhigende Beobachtungen in der Schule. Das geheimnisvolle „Kleeblatt“ das er hoffte, das nun zerschlagen wäre, scheint weiter sein Unwesen zu treiben und Nachwuchs für die Mächtigen und Reichen, mit bisweilen bitterbösen Absichten zu rekrutieren. Als Arthur dann ausgerechnet zu spät zu einer Verabredung mit Professor Holmes erscheint und diesen dann vergiftet im Koma vorfindet, gehen bei ihm alles Alarmglocken los! Die örtliche Polizei nimmt den Vorfall nicht ernst sondern geht von Selbstmord aus, oder einem Unfall. Doch der schnell auftauchende Detetive Smith von Scottland Yard teilt Arthurs Sorge und hört sich dessen Befürchtungen an. Wer ist dieser ominöse grüne Ritter, der immer wieder erwähnt wird? Und wie soll Arthur eine brauchbare Erfindung für den Ideenwettbewerb entwickeln, wenn er den Täter hinter den Anschlägen auf noch weitere Lehrkräfte ermitteln will?

Hier auf Baskerville Hall trifft man alle Legenden des Baker Street Universums wieder, wenn auch in etwas anderen Funktionen, als üblich. Kein Wunder also, dass auch die Namen von Arthurs Freunden für Fans keine Unbekannten sind und junge Einsteiger lernen so Irene Adler und Jimmie Moriarty mal ganz anders kennen. Dessen Vater James ist hier natürlich auch ein übler Schurke und ganz offensichtlich kein Freund von Professor Holmes. Doch was ist mit Jimmie? Wie der Vater so der Sohn? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm? Arthur bekommt leise Zweifel, gerade weil Jimmie sich so rar macht.... So tritt Grover ins Scheinwerferlicht, worüber Arthur nur mäßig begeistert ist. Umso mehr überrascht es ihn, dass Grovers „Geisterfimmel“ doch etwas für sich hat und keine reine Spinnerei ist. Auch erweist er sich als echter Freund und ist stets da, wenn man ihn braucht. Doch auch Pocket und Irene sind ebenso klug, wie einfallsreich und bräuchte man Pferde, könnte Arthur sie sicherlich auch mit ihnen stehlen. Ali Standish hat mit ihnen für die damalige Zeit sehr fortschrittliche junge Heldinnen erschaffen, die man einfach mögen muss, genau wie den Rest dieser ungewöhnlichen Truppe. Die Geschichte ist wieder sehr einfallsreich und verworren. Na klar, denn wir wissen ja, nur wenn man das Unmögliche ausschließt, finden wir die Lösung, mag sie noch so unwahrscheinlich sein... Also muss man gut zuhören und sollte sich kein Detail entgehen lassen....

Johann von Bülow übernimmt für den Der Audio Verlag auch die Rolle des Sherlock in der fiktiven Hörspielfortsetzung der legendären Romanreihe „Neues aus der Baker Street“ was für mich als Fan der Serie natürlich ein besonderes Hörbonbon ist. So klingt für mich die ganze Geschichte einfach nur nach Holmes und Watson! Auch hier zeigt der Schauspieler sein Talent für lebendige Rollenwechsel, die bisweiligen notwendige „stiff upper lip“ denn einige Schüler von Baskerville Hall sind, ihrer Meinung nach, doch was besseres als andere. Der junge Arthur belehrt sie auch dieses mal eines Besseren und Johann von Bülow lässt uns an Arthurs Triumph elegant teilhaben.

Sehr interessant fand ich, dass am Ende der Geschichte auf Parallelen zur Biografie des echten Sir Arthur Conan Doyle gezogen wurde, der am Ende seines Lebens tatsächlich Erfinder und Spirituist war. Wo dann aber der Adelstitel des legendären Krimiautoren herkommt, habe ich aber noch nicht erfahren...

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Wem kannst Du noch trauen, wenn schon Deine Sinne Dich trügen?

Deep Fake
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Mira (37) ist mit Leib und Seele Lehrerin an einer Berliner Gemeinschaftsschule und arbeitet am liebsten mit den schwierigen Schülern. Zu ihnen findet sie besonders gut Zugang, auch wenn ihre 10. Klasse ...

Mira (37) ist mit Leib und Seele Lehrerin an einer Berliner Gemeinschaftsschule und arbeitet am liebsten mit den schwierigen Schülern. Zu ihnen findet sie besonders gut Zugang, auch wenn ihre 10. Klasse sie gerade richtig fordert! Ausgerechnet Alex, ihr bester Schüler hat auf den Schultablets ein verächtlich machendes Meme von der Klassenbeauty Hanya hochgeladen. Doch hier wieder Ruhe und Vertrauen hineinzubringen ist nichts, im Vergleich zu dem was Hanya ihr am nächsten Tag zeigt: ein Sexvideo von Mira, das expliziter kaum sein könnte! Das muss fake sein! So etwas hat sie nie gemacht! In kürzester Zeit geht es viral und Miras Ruf ist runiert, alles was sie sich bisher aufgebaut hat, sogar um ihre Ehe und ihre Kinder fürchtet sie. Dieses Deep Fake ist so gut gemacht, dass sich die Fälschung mit den gängigen Mitteln nicht nachweisen lässt. Ausgerechnet ihr Schüler Alex hilft ihr dabei und rät ihr, ganz woanders zu suchen, nach einer Person, die sie kennt und brillante Computerkenntnisse hat.
Mira muss sich nun ihren schlimmsten Erinnerungen stellen und kehrt unverzüglich nach Tannwinkl, das bayrische Nest, jenseits sämtlicher Funklöcher zurück, in das sie nie wieder zurück wollte. Können die Sünden ihrer Jugend der Grund für diese Kampagne sein?

Nur 40 Sekunden um ihr Leben in Trümmern zu legen und nicht nur ihres, wie sie in ihrem Heimatdorf feststellen muss, den auch ihre Jugendfreunde erhielten Deep Fakes. Sie alle haben damals dem Dorf den Rücken gekehrt, doch nun holt es sie ein. Das Dorf mit all seinen Vorurteilen, seiner Boshaftigkeit und der Bigotterie. Es scheint nicht nur Mira die Luft zum Atmen zu nehmen, umso erstaunter sind sie, dass einer dort geblieben ist und ihnen nur zu gerne behilflich.

Ein atmosphärisch dichter Psychothriller, der umso beklemmender ist, als er reale Bedrohungsszenarien zeigt und die Zuhörenden erkennen lässt, dass es jeden treffen könnte. Warum hat er oder sie getan, was ihnen angetan wurde und warum gerade jetzt?

Je tiefer sie bohren, desto mehr erkennen sie, das Tannwinkl noch schlimmer und verdorbener ist, als sie immer annahmen. Doch wer war ihre damalige Freundin Kat wirklich? Hätte sie ihnen das wirklich angetan?

Mit jeder neuen Erkenntnis steigt auch die, dass sie in noch viel größerer Gefahr sind, als befürchtet. Nicht nur ihr Ruf steht auf dem Spiel, sondern ihr Leben. Nur gemeinsam, haben sie eine Chance, gegen die Technik und die Dorfbewohner.

Immer wenn die Geschichte sich einzugrooven scheint, gibt es eine neue Wendung, eine Erkenntnis oder eine Katastrophe, ein verwirrendes Detail, das alles in Frage stellt, das sie bislang herausgefunden zu haben glaubten. Gewiss ist nur, dass ihr Gegner im Verborgenen agiert und vor keiner Heimtücke zurückschreckt. Auch stellt man sich beim Hören die Frage, ob die Kindheitsfreunde aus dieser Geschichte überhaupt unbeschadet herauskommen können? Sind die Folgen des Deep Fakes wirklich zu beseitigen, oder bleibt etwas für immer? Man denke an Donald Trump und seine Mär von der gestohlenen Wahl....

Cleo Konrad ist ein ausgesprochen dichtes und erschreckendes Szenario gelungen, dass gerade wegen der Hinterwäldlerei von Tannwinkl, wo die Vergangenheit auf die Zukunft treffen, besonders beklemmend wirkt. Das Böse lauert nicht zwangsläufig in der Großstadt... Mir gefällt auch, wie sie zum Schluss wieder einen Haken schlägt und zu Miras Schülern zurückkehrt, wir also erfahren, was aus dem Anfangskonflikt wird. Sie vermag damit auf mehr als einer Ebene zu überraschen.

Daniela-Bette Koch war für mich eine wirklich erfrischende stimmliche Neuentdeckung, die es geschafft hat, sämtliche Charaktere auf Anhieb für mich akustisch erkennbar zu machen, so dass ich mit den Personen nie durcheinander kam. Dabei treiben sich dort im Wald in den Bergen so einige herum, die es nicht gut mit Mira meinen..... Diese Spannung bringt sie wirklich gekonnt und lebendig rüber....

Ein sehr spannender Psychothriller, der schon jetzt möglich sein könnte, sehr gut gelesen.....

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Fesselnd und wendungsreich!

One Perfect Couple
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Lyla (32) ist Virologin in der Forschung an der Uni und steckt in einer beruflichen Sackgasse. Ihr Vertrag läuft in Kürze aus und kein neues Projekt zeigt sich am Horizont. Ihr Freund Nico (28) sieht ...

Lyla (32) ist Virologin in der Forschung an der Uni und steckt in einer beruflichen Sackgasse. Ihr Vertrag läuft in Kürze aus und kein neues Projekt zeigt sich am Horizont. Ihr Freund Nico (28) sieht gut aus, doch wartet er als Schauspieler noch immer auf seinen großen Durchbruch und auch für ihn tickt die Uhr, als er von einem Produzenten einen Anruf erhält und zur Teilnahme an dem angeblich völlig neuartigen Reality Format „One Perfect Couple“ auf einer Trauminsel im indischen Ozean eingeladen wird. Lyla hat so ihre Zweifel, ob die Teilnahme an diesem Format ihre berufliche Chancen nicht noch mehr schmälert, aber aus Liebe zu Nico willigt sie ein. Neben den anderen 4 Paaren, die hauptsächlich aus Influcencern und Teilzeit-Models bestehen, fühlt sie sich wie das obligatorische Mauerblümchen, doch wie der andere Wissenschaftler unter den Teilnehmern erklärt, ist genau das die Strategie. Die Strategie kommt ihr immer entsetzlicher vor, als sie merkt, dass sie nicht nur völlig abgeschnitten von der Aussenwelt sein sollen, sondern das Traumresort so neu ist, dass es noch unvollendet ist und das Personal fehlt. War es auch eingeplant, dass ein Troßensturm aufzieht,während des Team den ersten Verlierer ausfliegt und sie ohne Strom und Frischwasser, auf der Insel festsetzt? Hier geht es mehr als um den Kampf um Popularität und eine Realitystar-Krone, es geht ums Überleben!

Julia Nachtmann klingt meistens klar, präzise, sachlich, aber auch sympathisch. Die nette Wissenschaftlerin, die nicht so leicht den Kopf verliert und ganz sicher nicht zu Hysterie oder Brust-OPs neigt. Bescheiden, aber intelligent und pragmatisch, lässt sie sich kein X für ein U vormachen. Doch gerade sie erkennt recht schnell die wahre Gefahr ihrer Situation, eigentlich schon direkt nach ihrer Ankunft auf der Insel. Ihr Freund Nico, sieht zwar gut aus und ist für jeden Spaß zu haben, aber reicht das auf Dauer? Bei der Bewerbung müssen sie sich unangenehmen Fragen stellen: wo sehen sie sich in 5 Jahren?

Doch Lyla werden nicht nur einige unangenehme Wahrheiten über sich selbst und Nico klar. Unter der stetig wachsenden Druck zeigen sie alle ihr wahres Gesicht und nicht selten kommen dabei erschreckende Fratzen ans Licht. Natürlich wurden die Paare danach gecastet, dass die Charaktere möglichst ungeschiedlich sind, doch wer hätte gedacht wie unterschiedlich...

Während der Großteil der Geschichte aus Lylas Perspektive geschildert wird, kommen zwischendurch immer wieder Auszüge, aus einer anderen Sicht. Wie Einträge aus einem Tagebuch. Es scheint sich um eine weibliche Verfasserin zu handeln, die wohl diesen Überlebenskampf gewonnen hat, doch wer könnte es sein? Werden sie noch immer beobachtet? Diese Sequenzen, die sich teilweise in wirklich entscheidenden Punkten von der Darstellung Lylas unterscheiden, sind verwirrend und geheimnisvoll. Sie bringen stilistisch noch mal eine besondere Würze in die Spannung. Dieser Kniff der erfolgreichen Thrillerautorin Ruth Ware gefällt mir unglaublich gut. Es gibt einem auch das Gefühl, eine geheime Mitwisserin zu sein, auch wenn diese Schilderungen durchaus für die spätere öffentliche Wahrnehmung geschönt scheinen. Was das ganze soll, erfähren wir fast zum Schluss, als es dann noch einen weiteren Twist gibt und man fast laut aufstöhnen möchte. Dieser Ausflug auf eine scheinbar traumhafte Insel hat das Leben der Überlebenden geprägt. Auch wenn diese Teilnehmenden kaum unterschiedlicher sein könnten, zumindest als sie, wie Lyla zu Beginn denkt, ist dies der Beginn von Freundschaften, die sie wohl ihr Leben lang begleiten werden.

Ein scheinbar traumhaftes Setting, das schon bald in einen Albtraum umschlägt und das nicht nur, weil sie ihre Handys abgeben müssen.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ein wahrer Romantiktrhiller!

Der Tunnelbauer
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Berlin 1961: Achim ist glücklich, er hat das Abi in der Tasche, einen Studienplatz als Ingenieur sicher und Chris, die neue Freundin seiner Schwester Bea scheint seine Gefühle zu erwidern! Ein Sommer voller ...

Berlin 1961: Achim ist glücklich, er hat das Abi in der Tasche, einen Studienplatz als Ingenieur sicher und Chris, die neue Freundin seiner Schwester Bea scheint seine Gefühle zu erwidern! Ein Sommer voller Verheißungen liegt vor ihm, als er mit seinen Freunden und den seiner Schwester in ein Jugendcamp an der Ostsee fährt. Zu dumm nur, dass ihn am letzten Abend die eigene Courage verläss und der Chris nicht offenbart, wie es um ihn steht. Als dann aber ausgerechnet der Spaßvogel der Truppe verhaftet wird, weil er angeblich West-Musik auf dem Dorffest spielte und gleichzeitig bekannt wird, dass nun eine Mauer Ost.Berlin von West-Berlin trennt und somit auch die Studenten von ihren Studienplätzen, wird Achim klar, dass er weg muss! Seine Flucht aus der geteilten Stadt, erfordert schon alle seine Nerven. Doch dieser Fluchtweg wird kurz darauf an die Stasi verraten und besteht für Bea und seine Freunde nicht mehr. Fieberhaft sucht er nach Möglichkeiten, wie er Bea, Chris und die anderen aus der DDR rausholen kann. Er schließt sich den Fluchthelfern an. Da die Arme und Ohren der Stasi immer weiter zu reichen scheinen, ein sehr riskantes Unterfangen. Wem können sie überhaupt trauen? Doch egal war passiert, Achim gibt nicht auf und lässt trotz aller Rückschläge sein Ziel nicht aus den Augen.

Der Einstieg in diesen Schicksalssommer gelingt sehr lebendig und man kann es sich richtig gut vorstellen, wie diese Clique ihre Jugend, den Sommer und das Leben feiert, bis eine Mauer dem ein Ende setzt. Die Ungerechtigkeit dessen, was da vor sich geht, ist für Achim einfach zu viel, doch es wird noch schlimmer kommen, Die ewige Bespitzelung ist unerträglich, muss aber immer mit eingeplant werden, denn auf Republikflucht stehen strenge Strafen, unfassbar strenge, wobei sich der Zentralrat alle Mühe gibt, den Bürgern das Leben in der Heimat zu vermiesen, denn Freiheit ist ein unschätzbares Gut. Wer sie hat, weiß sie oft nicht zu schätzen, bemerkt sie vielleicht nicht einmal, doch ihr Fehlen ist allzu schmerzhaft und wird einem dann ständig bewusst.

Schon sehr schnell wird es wirklich spannend und gefährlich. Wobei wir die Tricks von Achims Ausreise wirklich gewitzt fanden, allerdings mit deren Verrat, diese Möglichkeit endete und jede neue, weitere Fluchtmöglichkeit gefährlicher wurde.....

Autorin Maja Nielsen hat, als sie sich an dieses Thema wagte, im Mauermuseum nach Zeitzeugen gefragt und hierdurch den echten Tunnelbauer Achim kennen gelernt, der auch heute noch, nun wieder in Berlin, lebt und seine Freiheit genießt. Alle aus dieser Zeit, die noch leben, stehen noch mit einander in Kontakt, es waren Erfahrungen, die sie lebenslang zusammengeschweißt haben. So kommt es auch, dass wir nicht nur Achims Gründe und Schicksal kennen lernen, sondern auch die seiner Freunde und einiger anderer Fluchthelfern, denen die Autorin zu packenden Worten verhilft, mit faszinierenden Infos und Details zu den Gefahren und Risiken, die diese friedlichen Freiheitskämpfer auf sich nahmen.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind keine Zufälligkeiten, sondern basieren auf den Erinnerungen der realen Hauptfigur Achim. Aus rechtlichen Gründen wurden ihre Namen bis auf die von Achims Familie geändert. Er spricht sowohl die Einleitung dieses Hörbuchs, als auch den Epilog und man hört ihm sein Alter und seine Lebenserfahrung an. Das verdeutlicht ganz klar, dass die Strapazen, die Achim auf sich geommen hat um seine Schwester und Freunde in den Westen zu schmuggeln real waren und ihre Spuren hinterlassen haben. Dennoch ist er noch heute froh darüber, dass er all diese Gefahren und Anstrengungen auf sich genommen hat, denn es hat sich gelohnt! Den Hauptteil der Geschichte spricht vor allem Mio Lechenmayr als Achim, gemeinsam mit Diana Gantner.

Sehr spannend und leider nach realen Begebenheiten ab 14 Jahren. Ich hatte immer wieder während des Hörens Gänsehautmomente und musste mich daran erinnern, dass Achim ja überlebt haben muss, sonst hätte er seine Geschichte nicht erzählen können.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Anders? Was solls!?

Alberto einfach einzigartig
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Alberto ist ein fröhliches junges Kamel und sucht Anschluss, weil Kamele nunmal Herdentiere sind. Als er bei Sonnenaufgang in der Wüste eine lange Karawane sieht, freut er sich und fragt sie, ob er sich ...

Alberto ist ein fröhliches junges Kamel und sucht Anschluss, weil Kamele nunmal Herdentiere sind. Als er bei Sonnenaufgang in der Wüste eine lange Karawane sieht, freut er sich und fragt sie, ob er sich ihnen anschließen könne. Doch zu seinem grenzenlosen Erstaunen wollen sie ihn nicht. Sie drehen ihm ihre Hinterteile zu und sagen, dass er seltsam aussehe! Was haben die denn bloß? Doch Alberto gibt nicht so schnell auf und macht sich weiter, verwundert auf die Suche. Er kann ja nichts seltsames an sich finden und so wandert er weiter durch die Wüste und erfreut sich an den prächtigen Pflanzen dort, auch wenn sie ganz schön pieksen. Er bewundert auch einen Skorpion und ein Krokodil und er freut sich, dass alles so unterschiedlich ist. Diesen Gedanken möchte er gerne mit den anderen Kamelen teilen, Deren Reaktion ist dieses Mal aber noch erstaunlicher, bis auf das kleinste Kamel, das versteht ihn, denn es ist ja auch anders, und doch auch wieder so wie die anderen, genau wie Alberto.....

Es fängt ja schon etwas traurig an, weil Alberto so freundlich und fröhlich ist und es überhauüt nicht verdient hat von den übrigen Kamelen so gemein behandelt zu werden. Er hat ihnen nichts getan und gefährlich ist er auch nicht. Zum Glück hat Alberto wie die anderen Kamele ein dickes Fell und geht nun alleine auf Entdeckungsreise. Klar wäre das gemeinsam noch schöner, aber die Welt ist in ihrer Vielfalt auch sehr aufregend. Alberto versteht das sofort, genau wie das kleine Kamel. Nur diejenigen die scheinbar wie alle anderen sind, begreifen es nicht sofort. Ebenso wenig, was es für ein Glück ist, das jeder und jede etwas anders ist. Unsere Vielfalt macht uns aus und das ist überhaupt kein Grund jemanden zu verstoßen, sondern sich an den neuen Möglichkeiten zu erfreuen.

Gusti hat diese Geschichte geschrieben und illustriert. Man spürt den Illustrationen sofort die Freude an der Vielfalt an. Die jeweiligen Tiere und Pflanzen sind alle ganz besonders und ganz besonders einzigartig. Dabei lässt Gusti der Fantasie freien Lauf inwieweit sich Kamele eigentlich innerhalb der Art unterscheiden können. Die Bandbreite ist da echt breit! Zuerst mutet Alberto mit seinen 3 Höckern wirklich etwas ausgefallen an, aber wenn man nachher sieht, was für Kamele noch so den Erdball bevölkern: mit rauchenden Kaminen, grünen Hügelhöckern oder Leoprint, es gibt nichts, was es nicht gibt und das ist ebenso witzig, als auch tröstlich. So geht es auch Alberto, inmitten dieser bunt gemischten Schar ist er rundum glücklich!

Was macht es also, wenn man etwas anders ist? Egal, Hauptsache wir genießen es!

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