Profilbild von danielamariaursula

danielamariaursula

Lesejury Star
offline

danielamariaursula ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit danielamariaursula über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2020

Magisches Erstlesebuch!

Petronella Apfelmus - Wer schleicht denn da durchs Erdbeerbeet?
0

Dies ist der zweite Erstleseband ergänzend zur beliebten Reihe rund um die beliebte kleine Apfelhexe und ihre Freunde.

Ein neuer Tag für Petronella, die Apfelmännchen, die Zwillinge Luis und Lea und Hirschkäfer ...

Dies ist der zweite Erstleseband ergänzend zur beliebten Reihe rund um die beliebte kleine Apfelhexe und ihre Freunde.

Ein neuer Tag für Petronella, die Apfelmännchen, die Zwillinge Luis und Lea und Hirschkäfer Lucius beginnt im alten Müllerhaus und dem riesigen Garten drumherum. Lucius ist richtig sauer! Die ganzen Erdbeerpflanzen, die sie letztes Jahr im Sommer so eifrig pflanzt haben, sind alle zertrampelt worden! Das müssen sie sich alle genauer ansehen. Doch welch Überraschung, durch das Beet führt nicht nur eine Spur, sondern zwei! Eine große und eine kleine Spur, die auch noch dazu völlig unbekannt aussehen. Ob sie wohl mit Petronellas Lexikon der magischen Wesen weiter kommen? Dort sind viele aufregende Monster und Gestalten zu entdecken, die aber alle nicht so wirklich zu den gefundenen Spuren passen wollen. Dafür machen Luis und Lea nachts eine aufregende Beobachtung, die sie näher an die Lösung heranbringen könnte.

Damit Geschichten für Erstleser auch mal interessanter werden, werden immer öfter zu beliebten Reihen für junge Leser Spin offs für Erstleser entwickelt. Dann sind die Figuren bereits vom Vorlesen oder Hörbüchern bekannt und benötigen keinerlei Einführung mehr, so dass direkt mit einer altersgerechten Geschichte durchgestartet werden kann. So auch hier, wobei für Neulinge aber zuerst eine kurze Episode folgt, in denen sich Petronellas magische Fähigkeiten zeigen.

Die unbekannten magischen Wesen fanden meine Kinder witzig, sowohl ihre Namen und Merkmale, als auch ihre Abbildungen. Ob sie vielleicht durch unseren Garten laufen? Die Erdbeeren und Himbeeren verschwinden immer auf geheimnisvolle Weise... Über die Auflösung dieses Abenteuers mussten wir allerdings diskutieren. Haben sie wirklich solche Abdrücke? Sehr gut gefiel meinen Töchtern, dass auch die Hühner mit ihren vielsagenden Kommentaren wieder vorkommen. Natürlich ist die Geschichte nicht so raffiniert ersonnen, wie die Bände für junge Leser. Aber für ein Erstlesebuch hat es doch eine wirklich lustige zusammenhängende Geschichte, voller Forscherdrang und Magie und natürlich hinreißenden Bildern. Ach ja, natürlich gibt es auch wieder ein Happy End, denn auch wenn die Erdbeerpflanzen zertrampelt wurden, war kein Unhold unterwegs.

Sehr gut gefällt uns, dass der Verlag auch für die Erstlesereihe der Illustratorin treu geblieben ist und sie nicht gewechselt hat. So kann man bereits auf den ersten Blick erkennen, dass es ein echter Petronella-Band ist, wenn auch ein sehr kurzer. Alle Seiten sind farbig illustriert, teilweise sogar ganze Seiten. Der Stil von SaBine Büchner ist unverwechselbar, wir lieben ihn. Die gewählte Erstleseschrift ist klar, deutlich und schön groß, auch wenn es bisweilen schon recht viel Text pro Seite ist. Sehr schön ist die Lesbarkeit. Es wird komplett auf Fremdwörter verzichtet und alle Wörter, selbst die erdachten oder zusammengesetzten werden regelkonform ausgesprochen. Außerdem erklären die Wörter sich selbst und ermuntern ebenfalls neue Wortkombinationen zu testen. So bekommen die Kinder echte Erfolgserlebnisse, selbst bei scheinbar komplizierteren Wörtern und regen ihr Sprachgefühl an. Zur Belohnung haben sie dann nicht nur nach 59 Seiten ein ganzes Buch gelesen, sondern wurden mit einer lustigen neuen Petronella Geschichte, rund um ein Riesenkaninchen belohnt. So macht Lesen lernen Spaß!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Bloggerjury für unser Rezensionsexemplar, das schon zum Frühstück verschlungen wurde!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2020

Eine ganz außergewöhnliche Geschichte

Das Beste kommt noch
0

Andrew ist Mitte 40 und lebt einsam und zurückgezogen in einem Ein-Zimmer-Appartment in London. Sein Vater starb plötzlich, als er noch klein war, seine Mutter wurde daraufhin schwer depressiv und starb, ...

Andrew ist Mitte 40 und lebt einsam und zurückgezogen in einem Ein-Zimmer-Appartment in London. Sein Vater starb plötzlich, als er noch klein war, seine Mutter wurde daraufhin schwer depressiv und starb, als Andrew gerade mit der Schule fertig war. Sein Verhältnis zu seiner älteren Schwester Sally war noch nie einfach. Seit 7 Jahren hat er sie nicht mehr gesehen. Als er vor 5 Jahren seine Arbeit verlor und er verzweifelt eine neue suchte, erfand er in seiner Einsamkeit, um dazuzugehören eine glückliche Familie, die zu Hause auf ihn wartet: die liebevolle, erfolgreiche Ehefrau Diane und zwei süße Kinder. Mit dieser Fantasie lässt sich der bisweilen unglaublich deprimierende Job als Nachlassinspektor besser verkraften. Er untersucht Wohnungen und Zimmer von Menschen, die alleine verstarben nach Hinweisen auf Hinterbliebene und genügend Vermögen um die Bestattungskosten zu decken. Was er dort sieht, ist teils erschreckend und wird nur vom Geruch getoppt. Aber seine Kollegen Keith und Meredith machen ihm fast noch mehr zu schaffen, während Chef Cameron stets bemüht ist, aus ihnen ein vertrautes Team zu bilden. Er präsentiert hierzu eine schrecklichere Idee nach der anderen. Doch neben seiner Modelleisenbahn tritt plötzlich ein Lichtblick in sein Leben: die neue strahlende Kollegin Peggy, mit ihrer Lebensfreude, die unerschütterlich scheint und keine Zweifel an seinem glücklichen Familienleben hat.

Das Leben hat es nicht gut mit Andrew gemeint, dabei sieht er nicht schlecht aus und ist ein wirklich netter Kerl, auf unauffällige Art und Weise. Allerdings traut er sich und dem Leben nicht so recht und schließt es so lange aus, bis er überzeugt ist, dass er eines Tages genauso sterben wird, wie die Menschen, deren Nachlass er sichtet. Doch er ist in seinem Alltag gefangen und vermag ihn nicht zu durchbrechen. Das ist bisweilen sehr traurig. Aber je mehr man von seiner Geschichte hört, desto mehr Verständnis hat man auch für ihn. Oft geht es mir bei Geschichten, dass ich ungeduldig mit den Helden werde und sie gerne wachrütteln würde. Bei Andrew ist das anders, man wünscht ihm zwar von Herzen, dass sich endlich mal was zum Guten wendet, aber ich kann gut verstehen, dass er weder Mut noch Energie hat, sein Leben umzukrempeln. Bisher hat es das Leben mit ihm nicht gut gemeint und ihm auch keinen Grund zur Annahme gegeben, dass es das noch mal geschehen könnte. Doch dann kommt Peggy, die nach und nach seinen Panzer mit Rissen durchzieht. Je mehr man von dieser scheinbar lebensbejahenden Person erfährt, desto mehr merkt man allerdings, dass auch bei ihr nicht alles eitel Sonnenschein ist. Die beiden geben sich Kraft. Natürlich erwartet man von einem Hörbuch dieses Titels, dass alles gut ausgeht. In dieser Gewissheit wird man zum Glück auch nicht enttäuscht. Es ist ein wunderschönes Happy End, dass ich so in seiner Konsequenz nicht zu erhoffen gewagt habe. Keine einfache Lovestory, sondern tiefer gehend. Eine neue Liebe alleine hätte wohl auch nicht gereicht, um Andrew dauerhaft das Leben lieben zu lehren. Das Ende ist umfassend genug, um vertrauensvoll in seine Zukunft zu blicken, lässt aber noch Raum zum Träumen und erschlägt die eigene Vorstellung nicht mit zu vielen Details, das gefällt mir sehr gut. Ich empfinde es auch weder als trivial, noch kitschig und vor allem siegt mein Gerechtigkeitsempfinden!

Den Anfang fand ich etwas zu lang und ausführlich, wobei mein Mann über die trockene Darstellung seines Lebens durchaus auch lachen konnte. Es ist z.T. wirklich zu absurd, allerdings, tat er mir zu sehr leid, um darüber lachen zu können. Das ist aber offensichtlich eine Typfrage. Mein Mann mag Matthias Matschke nicht, hat seine Stimme aber sofort erkannt und musste dennoch lachen. Ich finde ja seine Stimme sehr passend für diesen etwas verschrobenen, einsamen und zutiefst Verletzten. Er klingt freundlich und zurückhaltend und lässt immer wieder die Hoffnung durchblitzen. Obwohl er ebenso liebenswert wie seltsam ist, vermittelt Matthias Matschke, dass ja eigentlich Andrew weniger seltsam ist als seine Kollege, die von ihrem Selbstverständnis her, voll die Macher sind. So verschiebt sich der Blickpunkt: je mehr man Andrew versteht, desto befremdlicher werden seine Kollegen, oder die Menschen, die unaufgefordert bei den Nachlassinspektionen erscheinen. Trotz tiefsitzender Traumata erscheint Andrew immer normaler, bis er mit dem nächsten Trauma konfrontiert wird. So vermittelt Richard Roper tiefe Einblicke in das menschliche Spektrum der Merkwürdigkeiten, Rücksichtlosigkeiten, Schicksale und verpasster Chancen. All diese feinen Nuancen beherrscht der Melancholiker unter den deutschen Comedians und Schauspieler von Professor T. im Schlaf. So ist diese Geschichte zwar wunderschön zum Schluss und voller Hoffnung, aber stets unterlegt von einer großen Traurigkeit. Dies liegt nicht nur an Andrews bisher verpfuschten Leben, sondern auch an all den einsamen Schicksalen derer, die im Vergessenen verstorben sind und deren letzten Kontakte stets einräumten, dass man sich irgendwie aus den Augen verloren habe...

Eine bittersüße Symphonie des Lebens und Sterbens, die auf einer positiven, offenen Note endet. So verschroben, wie das Leben bisweilen sein kann. Ein außergewöhnliches Hörbuch, das im Gedächtnis bleibt und sich aus der Masse der Normalität wohltuend abhebt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2020

Sehr gut erklärt, Stichwortverzeichnis fehlt

Big Fat Notebook - Alles, was du für Physik, Chemie und Bio brauchst
0

Wir verzweifeln im Homeschooling an den Naturwissenschaften der 7. Klasse Gymnasium. Es musste unbedingt verständliche Hilfe her und am Besten eine die Spaß macht! Wir arbeiten ausschließlich mit den alten ...

Wir verzweifeln im Homeschooling an den Naturwissenschaften der 7. Klasse Gymnasium. Es musste unbedingt verständliche Hilfe her und am Besten eine die Spaß macht! Wir arbeiten ausschließlich mit den alten Schulbüchern, deren Definitionen für Anfänger nicht verständlich sind, weil sie gefühlt Chinesisch mit Japanisch erklären. Es mag ja richtig sein, aber wie soll das helfen? Hier fehlt einfach sprachsensibler Unterricht in Naturwissenschaften.

Das Big Fat Notebook sieht schon mal völlig anders aus und hemmt schon durch seine andere Aufmachung nicht. Jeder der es sieht greift sofort zu und schaut hinein.

Mein Problem war: Wenn ich mir die Bücher für Physik, Chemie, Bio und Erdkunde anschaue, kann das doch nicht alles in ein Buch passen, oder? Reicht das wirklich?

Leider nicht für unsere Hausaufgaben. Die Optik wird hier super gut und verständlich erklärt und entspricht ungefähr der Einleitung in unserem Schulbuch. Dieses Buch kommt aus dem amerikanischen Schulsystem, von dem mein Onkel immer meint, dass das College unserem Gymnasium entspricht. So ganz abwegig finde ich es nicht. Aber: der Physiklehrer räumt ein, dass der Grad der Abstraktion wie er für Physik und Chemie erforderlich ist, bei 12 Jährigen nicht erreicht ist und sie es tatsächlich nicht verstehen können. Leider ändert er seinen Unterricht nicht dieser Erkenntnis entsprechend.

Die Definitionen sind total gelungen. Man versteht sie, auch als Kind. Leider fehlt ein Schlagwort- verzeichnis so muss man wirklich eine Weile suchen, bis man endlich gefunden hat, was man sucht.
Sehr schön finde ich gerade den Einstieg in die Chemie! Meine Tochter hatte bisher 2 Stunden Chemieunterricht vor dem Lockdown und sollte dann etwas in Exponentialschreibweise aufschreiben. Hä? Da hilft mir dieses Buch nicht, nur die Diplommathelehrerin von nebenan, die übrigens schlaflose Nächte über diese Aufgabe bekam. Aber den Einstieg über die Atome und deren Aufbau und Materie fand ich total super! Ich wünschte die Lehrer hätten sich für den Lockdown auf dieses Niveau beschränkt und dieses zur Erklärung verwendet, es wäre den Familien viel Druck erspart geblieben.

Sehr gut gefällt mir, dass erst einmal in die Methodik des naturwissenschaftlichen Arbeitens eingeführt wird, was auch oft Teil der Schulbücher ist und die andere auch z.T. Real in der 5. Klasse gemacht hat.

Das Buch ist didaktisch unglaublich gut aufgemacht und ist richtig anschaulich und verständlich. Leider umfasst es einfach nicht das geballte Wissen von der 5. bis zur 9. Klasse Gymnasium. Klimadiagramme, die wir im Homeschooling mal wieder (zum 2. Mal) dem Lehrplan entsprechend auswerten dürfen, werden hier nicht mal erwähnt. Allerdings gibt einen der Einführungsteil das methodische Werkzeug an die Hand diese auszuwerten. Die Fachbegriffe wie humides und arides Klima werden jedoch nicht verwendet.

Wirklich sehr interessant, beschränkt es sich auf das, was eigentlich vernünftiges Wissen ist und Wissen was bleibt. Leider reicht es nicht für den gymnasialen Lehrplan, dessen Sinn man eventuell mal in Frage stellen sollte. Ob es für andere Schularten reicht vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist sehr klar strukturiert und mit Übungen und Lösungen, um zu sehen, ob man den gerade gelesenen Stoff auch verstanden hat.

Es macht wirklich Spaß zu lesen und sich Zusammenhänge zu erschließen. Zum Stöbern und Entdecken ist es richtig toll. Gerade weil es nicht auf deutsche Lehrpläne abgestimmt ist, würde ich mir ein Schlagwortverzeichnis wünschen, damit man die sehr griffigen Erklärungen, die einem wirklich helfen können, schneller findet.

Erdkunde finde ich doch sehr kurz, das hätte man sich wohl auch sparen können.

Ein wirklich tolles und hilfreiches Buch, das ich mir für Lehrer als Anleitung im Homeschooling helfen würde, uns bei unseren überzogenen Anforderungen während der Schulschließung nur bedingt weiterhilft. Es vermag zumindest das Interesse zu wecken und zu zeigen, dass Naturwissenschaften nicht doof und sinnlos sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 21.05.2020

Geisterhafte Ferien!

Irmelina Geisterkind - Das Geheimnis der Dorfeiche (Band 1)
0

Irmelina (Irmi) Geisterkind ist ein Naturgeist und total aufgeregt, denn zu ihrem 10. Geburtstag bald, soll sie ihr eigenes Geisterreich erhalten und von zu Hause ausziehen! Ihr Bruder Iwo ist Windgeist ...

Irmelina (Irmi) Geisterkind ist ein Naturgeist und total aufgeregt, denn zu ihrem 10. Geburtstag bald, soll sie ihr eigenes Geisterreich erhalten und von zu Hause ausziehen! Ihr Bruder Iwo ist Windgeist geworden, wie aufregend! Sie kennt ja nur die Kastanienalle vor Hügelhausen, in der sie mit ihren Eltern, zwei Wurzelgeistern, lebt. Sie träumt von Abenteuer und Freiheit! Welch eine Enttäuschung, als sie erfährt, dass sie auf die alte Dorfeiche, das Wahrzeichen von Hügelhausen aufpassen soll! Sie hat doch schon ihr ganzes Leben in Bäumen und Wurzeln verbracht. Enttäuscht verlässt sie entgegen der Naturgesetze ihren Baum und geht zum Tümpelbach um zu Plantschen. Dorthin ist auch die fast gleichaltrige Juna hingeflohen. Kaum haben ihre Sommerferien begonnen und sie sich auf die sturmfreie Bude gefreut, um Klavier zu üben, als der nervige Moritz vor der Tür steht. Der will unbedingt mit ihr spielen und schleicht sogar ums Haus! Schnell huscht sie durch die Hintertür, klettert über den Gartenzaun und läuft zum Bach! Als sie die tanzende Irmi dort trifft ist es der Beginn einer wunderbaren, aber heimlichen Freundschaft. Denn eigentlich darf Irmi sich Menschen auch nicht zeigen....

Welch ein Traum, eine geheime, kleine Freundin, nur für einen alleine und sie ist nicht ausgedacht, oh nein, sie existiert wirklich und hat sogar ganz besondere magische Fähigkeiten! Um ihre Freundschaft zu besiegeln, nimmt Irmi Juna sogar einen Freundschaftsschwur ab. Wie aufregend! Wenn doch nur nicht Moritz überall seine neugierige Nase reinstecken und petzen würde! Denn schon ziemlich bald fällt auf, dass Juna nicht alleine zu Hause bleibt, während ihre Eltern arbeiten... Nun muss Juna zu Moritz Mutter in die Kinderbetreuung und kann Irmi nicht wie verabredet treffen! Ui, das könnte zu Missverständnissen führen! Während Juna sich ganz brav auf die Ferien freut und überhaupt nicht vor hat, die Regeln zu brechen, pfeift Irmi auf sie! Sie hat einfach keine Lust darauf! Auch wenn sie Juna anstiftet das Grundstück zu verlassen, besteht für das Menschenkind nie Gefahr! So vernünftig ist Juna dann schon, nur Irmi zwickt hin und wieder das schlechte Gewissen, aber davon ahnt ihre neue Freundin nichts!

Diese zwei verstehen sich auf Anhieb! Auch wenn ich es nicht gut finde, dass Irmi sich nicht an ihre Pflichten hält, wendet sich alles doch zum Guten. Vor allem wird aber klar, dass Juna nichts wirklich Verbotenes unternimmt, was ich als wichtiges Signal für die jungen Leser empfinde.
Juna lebt in einem ganz kleinen Ort, umgeben von viel Natur. Jeder kennt jeden, und so haben alle ein Auge auf die Kinder. Eigentlich kann dann nicht viel passieren, sofern die Kinder schwimmen können. Doch auch in dieser Gemeinschaft sind nicht alle nett und Juna muss feststellen, daß Moritz doch nicht ganz so nervig ist, wie sie dachte. Auch das fanden wir schön, dass Juna bereit ist ihre Meinung zu ändern und offen für Neues ist. Irmi strotzt nämlich nur so vor Unternehmungsgeist und hat tausend Ideen im Kopf! Genauso energisch ist sie aber auch, wenn Not an Mann ist und dann sind Juna und Irmi wirklich gefragt!

Uns gefällt sehr gut, die Bedeutung der Natur, auch für eine aufregende Kindheit. Man muß nicht in der Großstadt leben, um aufregende Ferien zu verbringen. So wird auch die Bedeutung von Umweltschutz und -erhalt gegenüber finaziellen Interessen Einzelner gezeigt. Außerdem zeigt es die Stärke der Natur, die sich auch selbst regenerieren kann, wenn man sie lässt. Alte Bäume sind robust, weitere Verletzungen machen sie nur noch markanter. Allerdings brauchen sie dann Pflege und nicht unbedingt die Axt.

Frisch und frech erzählt Lydia Ruwe eine Feriengeschichte mitten in der Natur. Viele kleine und größere Illustrationen von Julia Bierkandt lockern den Text auf. Sie sind wirklich sehr süß und mit viel Liebe für Details und Schattierungen. Die Schrift ist wieder sehr angenehm für junge Leser. Schön groß und mit großzügigem Zeilenabschnitt, strengt es nicht so an! Viele kleine Geisterreime laden zum Mitsingen oder Reimen ein.

Im Anhang gibt es noch ein paar Naturtipps von Geisterkind Irmelina: wie erkenne ich einen Baum an seinen Blättern und eine Anleitung für Samenbomben für insektenfreundliche Lebensräume. Die Samenkugeln haben wir auch gleich ausprobiert und wir sind gespannt, wie die Insekten sie finden, wenn sie blühen.... Sie sehen zumindest schon mal cool aus! Hoffentlich keimen sie auch gut.

Ein lustiges und spannendes Kinderbuch ab 8 Jahren, das zu mehr Beschäftigung mit der Natur anregt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2020

Ein Muss für jede Kindheit

Der Räuber Hotzenplotz - Hörspiele 1: Der Räuber Hotzenplotz - Das Hörspiel
0

Großmutter hat Geburtstag und Seppel und Kasperl haben sich etwas ganz Besonderes für sie ausgedacht: eine Kaffeemühle, die beim Mahlen „Hänschen klein!“ spielt, damit die Arbeit mehr Freude bereitet! ...

Großmutter hat Geburtstag und Seppel und Kasperl haben sich etwas ganz Besonderes für sie ausgedacht: eine Kaffeemühle, die beim Mahlen „Hänschen klein!“ spielt, damit die Arbeit mehr Freude bereitet! Ihre ganz eigene Erfindung! Großmutter ist überglücklich und möchte gleich noch einen Pflaumenkuchen zum leckeren Kaffee backen. Drum schickt sie die Jungs zum Einkaufen, während sie die Bohnen mahlt. Von der Melodie angelockt, erscheint der finstere Räuber Hotzenplotz, mit seinem Säbel, den sieben Messern und der Pfefferpistole und raubt der Großmutter ihr liebstes Geschenk! Das können die zwei Jungs nicht zulassen und so begeben sie sich in den dunklen Wald auf der Suche nach der Räuberhöhle, um die Kaffeemühle zurück zu holen. Doch der Räuber Hotzenplotz ist mit allen Wassern gewaschen und nimmt die zwei gefangen!

Dieser Klassiker von Otfried Preußler ist für mich eine Kindheitserinnerung, von der bei Oma und Opa noch die Schallplatten liegen, deshalb hatte ich Lust diese Geschichte ab 5 Jahren, nochmal zu hören! Erstaunlicherweise rief gleich meine Jüngste (10) als sie das Hörspiel sah, daß sie es hören wolle, an einem Stück! Das wäre im Kindergarten und in der Grundschule immer so lustig gewesen! Irgendwie süß, wenn auch Kinder in Kindheitserinnerungen schwelgen. Zu meiner Zeit gab es im Kindergarten noch solche Handmühlen, allerdings ohne Musik. Inzwischen gibt es so etwas nicht mehr in den Kindergärten, aber die Kinder wissen dennoch was es ist, immerhin gibt es ja auch ein Bild von der Großmutter, die auf der Bank sitzt und eifrig kurbelt, während der Räuber Hotzenplotz auftaucht!

Wie heutige Bösewichte ist Hotzenplotz bis an die Zähne bewaffnet, aber seine Pistole schießt mit Pfeffer! Dennoch ist er nicht weniger furchteinflößend. Kasperl und Seppel sind aber immerhin zu zweit, mutig und einfallsreich, auch wenn sie dem Räuber versuchen das Gegenteil weis zu machen. So ist das Abenteuer sehr spannend, aber ohne je zu brutal für die Zielgruppe ab 5 Jahren zu sein, Da es später noch absolut märchenhaft magisch wird, können Kinder gut unterscheiden, dass dies „nur“ eine Geschichte ist und sie derartiges nicht zu befürchten haben.

Der Klassiker wurde hier sanft modernisiert, wobei einige Begriffe einfach nicht getauscht werden können, wie die Kaffeemühle oder das Spritzenhaus. Das ist aber nicht schlimm, denn alle Eltern kennen die Geschichte ja und können den Kindern erklären was es ist (ich wußte im Kindergarten auch nicht, was ein Spritzenhaus ist, habe es aber nie wieder vergessen, weil ich es so lustig fand, die Verbrecher bei der Feuerwehr einzusperren). Die Geschichte hat seinen Reiz bis heute nicht verloren, mit seiner Mischung aus Abenteuer, Schelmengeschichte und Magie, denn immerhin tauchen ja später noch die schöne Fee Amaryllis und der böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann auf.

Diese Neuinszenierung ist sehr liebevoll gestaltet mit Illustrationen und Zitaten aus dem Buch und mit herausragenden Sprechern besetzt. Erzählt wird von Felix von Manteuffel, der mit seiner tiefen Stimme perfekt als Erzähler passt und daher sehr gut herauszuhören ist. Charly Hübner scheint als böser Räuber Hotzenplotz mindestens so viel Spaß als Bösewicht zu haben, wie der ???-Klassiker Jens Wawrczeck (2. Detektiv Peter Shaw) als gemeiner Zauberer Petrosilius Zwackelmann. Tim Kreuner (Kasperl) und Julian (Greis) beweisen viel Witz, Esprit und Spielfreude, klingen aber mit ihren jungen, männlichen Stimmen doch recht ähnlich, so dass man beim Zuhören bisweilen überlegen muss, wer gerade spricht. Den Geist Otfried Preußlers treffen sie jedoch auf den Punkt. Hedi Kriegesgotte klingt nach der herzensguten Großmutter, die sich furchtbare Sorgen, um die zwei Jungs macht und die man gerne auf ein Stück Pflaumenkuchen mit Kaffee treffen würde. Ilka Teichmüller gelingt mühelos die Verwandlung von der mit Warzen übersäten Unke zur wunderschönen guten Fee. Die lebendige Geräuschkulisse verstärkt den Eindruck sich im Theater zu befinden.

Ein Fest für die Ohren, egal ob aus Gründen der Nostalgie oder zum Kennenlernen! Gehört für mich in jede glückliche Kindheit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere