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Veröffentlicht am 07.04.2020

Wunderschöner Reihenauftakt

Die Schule der kleinen Ponys - Ein Heuhaufen voller Geheimnisse
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Monka (genannt Mo) Winter ist 10 Jahre alt und lebt den Traum vieler Mädchen: sie wächst auf dem elterlichen Gestüt auf, auf dem sowohl edle Großpferde gezüchtet, als auch Ponys in der Ponyschule ausgebildet ...

Monka (genannt Mo) Winter ist 10 Jahre alt und lebt den Traum vieler Mädchen: sie wächst auf dem elterlichen Gestüt auf, auf dem sowohl edle Großpferde gezüchtet, als auch Ponys in der Ponyschule ausgebildet werden! Jetzt, da endlich die Sommerferien anfangen, kann sie die warmen Tage mit ihrem Pony Dr. Paul richtig genießen. Doch ihre Mutter die bekannte Springreiterin bricht sich bei einem Unfall den Arm und benötigt nun Unterstützung. Solange ihre Mutter verhindert ist, soll sie selbstständig die Ponyschule übernehmen.Vor so viel Verantwortung hat Mo echt Bammel. Ob sie das wohl alleine schafft? Außerdem muss sie mit Eugen, ihrem Patenonkel und Stallmeister und ihrem Bruder Ben beobachten, wie Flex, das Leitpony das Gatter öffnet und die Herde freilassen will. Einer unbekannten Reiterin gelingt es, Flex zurück zu drängen und das Gatter wieder zu verschließen. Wer ist diese Unbekannte und warum ist sie schneller geflohen, als sie sich bedanken können? Mo scheint ein aufregender Sommer bevorzustehen.

Wenn man das Buch zur Hand nimmt, fällt einem sofort die liebevolle Gestaltung auf. Nicht nur die fröhlichen Farben, die auch die Illustrationen im Inneren leuchten lassen, nein, gleich im Einband ist eine bunte Lagekarte von Hof und Umgebung abgedruckt. Neben den zahlreichen Illustrationen ranken sich auch kleine Grashalme mit Wiesenblumen um die Seitenzahlen, was einfach süß aussieht. Neben diesen gibt es auch noch liebevoll gestaltete Listen, die Mo benötigt, um ihren Lesern das Leben auf dem Hof und seine Abläufe besser zu erklären und auch für ihr Lieblingskeksrezept für Schoko-Hafer-Kekse und eine Bastelanleitung für ein passendes Lesezeichen zum Buch. Leider war Mo wohl etwas übereifrig beim Backen, denn sie hat bei der Zutatenliste das erforderliche Ei vergessen aufzuzählen. Wenn man aber das wirklich einfache und gut nachzubackende Rezept ordentlich durchliest, fällt einem diese kleine Panne direkt im 1. Arbeitsschritt auf. Wir haben das Rezept gleich nachgebacken, als Hausaufgabenmotivationshilfe in Corona-Zeiten, da wir alle Zutaten vorrätig hatten und so wenig Mehl benötigt wird, dass auch in Zeiten der Mehlknappheit backen noch möglich ist. Es ist sehr einfach und sehr lecker! Das sollen wir nun öfters backen!

Mo ist ein selbstbewusstes junges Mädchen mit einem großen Herzen für ihre Familie, die Familientiere und besonders ihr eigenes Pony Dr. Paul, dass durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Ihr Leben ist für viele Leserinnen ein Traum, der wird ihnen auch nicht genommen, denn Mo ist mit ihrem Leben rundum zufrieden, trotz der Sorgen und Nöte, die sie in diesem Auftaktband beschäftigen. Denn natürlich kommt Mo hinter das Geheimnis der fremden Reiterin, eines Mädchens in ihrem Alter, das ausgesprochen gut Reiten kann und sogar ihr noch etwas beibringen kann. Nun haben sie ein gemeinsames Geheimnis und planen zusammen, wie sie.... aber das ist ja pssst! Geheim! Diese Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und man fühlt sich dadurch sofort mit Mo verbunden und kann gleich auch mit ihr kichern, während Mo die Wahrheit hinter dem Unfall ihrer Mutter verrät, der dieser so peinlich ist, dass sie es nicht verraten will. Dass Mo auch Schwächen und Ängste hat, macht sie nur noch sympathischer und bringt sie den Leserinnen gleich näher. Meine Jüngste die so alt ist wie Mo, meinte gleich, dass sie sich die Leitung der Ponyschule wohl nicht zutrauen würde, aber das macht Mo ja selbst auch mordsmäßigen Respekt! Der Showdown ist sehr aufregend und altersgerecht. Natürlich löst sich alles in Wohlgefallen auf und man kann sich bereits auf die nächsten Abenteuer dieser Sommerferien mit Mo und ihrer geheimnisvollen neuen Freundin freuen!

Sehr schön finde ich, dass auch in diesem Buch vermittelt wird, wie wichtig es ist, dass Ponys und Pferde ihren Reitern vertrauen können. Das erreicht man am Besten dadurch, dass man ihnen nicht seinen Willen aufzwingt, sondern auch ihre Bedürfnisse berücksichtigt. Das mag zwar die Ausbildungszeit verlängern, lohnt sich aber allemal, da ein entspannterer Umgang am Ende winkt.

Das Schriftbild ist sehr augenfreundlich und entspannt für junge Leser. Die Kapitel haben eine überschaubare Länge und werden mit witzigen Überschriften, die die Neugier wecken und hühnerstarken Vignetten, eingeleitet.

Ein sehr schöner Auftaktband, der bei jungen Pferdefans die Liebe am Lesen wecken kann!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Lesejury für dieses Leserundenexemplar!

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  • Cover
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Fantasie
Veröffentlicht am 05.04.2020

Toll gelesen!

Night of Crowns. Spiel um dein Schicksal
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Die siebzehnjährige Alice Salt ist mit ihrer alleinerziehenden Mutter vor gar nicht allzu langer Zeit umgezogen. Dennoch konnte sie sich an der neuen Highschool schnell einleben und hat in der temperamentvollen ...

Die siebzehnjährige Alice Salt ist mit ihrer alleinerziehenden Mutter vor gar nicht allzu langer Zeit umgezogen. Dennoch konnte sie sich an der neuen Highschool schnell einleben und hat in der temperamentvollen Chefcheerleaderin Cordy gleich am ersten Tag eine beste Freundin gefunden. Zwischen ihr und Peter, dem Quarterback der Footballmannschaft knistert es. Doch alles wird anders, als sie mit ihnen eine verbotene Party im Wald bei den exklusiven Privatinternaten Chesterfield und St. Barrington besucht. Nach einer schrecklichen Begegnung alleine im Wald dort, hat sie das Gefühl den Verstand zu verlieren. Sie fühlt sich von Spinnen verfolgt, die außer ihr niemand sehen kann. Ihre schulischen Leistungen sacken ab und auch im Cheerleading Team verliert sie ihren Stammplatz. Ihre einzige Chance scheinen Ferienkurse im Edelinternat Chesterfield zu sein, wenn sie das Schuljahr nicht wiederholen und ihr altes Leben zurück bekommen möchte. Dort ist alles fremd und ungewohnt und irgendwie macht es sie unglaublich müde, sie könnte ewig schlafen. Die Schüler sind zwar etwas extravagant. aber offen und sympathisch, vor allem der blonde Schulsprecher Vincent, zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt. Schräg und beängstigend wird es allerdings, als sie erfährt, dass Vincent der weiße König in einem Schachspiel gegen St. Barrington ist. Denn beide Schulen haben eine tödliche Partie eröffnet, die so lange dauert, bis einer der Könige schachmatt und damit tot ist. Die Schüler sind die Spielfiguren und Alice muss sich entscheiden, für welche Seite sie spielt. In Curse, der sprechenden Katze, mit der der Albtraum erst begann, scheint sie allerdings eine geheime Verbündete zu haben.

Zuerst beginnt die Geschichte wie eine ziemlich typische, amerikanische Aschenputtel Version. Die brave, schöne Tochter, aus bescheidenen Verhältnissen, besten Noten und beliebte Cheerleaderin hat die Aufmerksamkeit des Schulprinzen geweckt. Dann kommt der harte Cut, als Alice einer unheimlichen sprechenden Katze mit dem unheilvollen Namen Curse begegnet und das Märchen zu einer Schreckensgeschichte wird. Denn der Name des Tieres ist Programm. Beide Schulen sind verflucht. Seit Generationen wiederholt sich dieser Wettkampf um Leben und Tod; immer wieder und es scheint kein Ende in Sicht. Mit dem 18. Geburtstag der Schulsprecher wird die Partie jeweils eröffnet. Beide Könige haben eine magnetische Ausstrahlung und scheinen um Alice Gunst zu buhlen, denn ihr kommt eine ganz besondere Rolle in diesem Stück zu. Sie, die keine Ahnung von den Regeln und den Verstrickungen hat, ist eventuell die Einzige die diesen Irrsinn beenden kann! Sie verfügt über besondere Gaben und Talente, wenn sie nur wüsste, welche es sind und wie sie diese beherrschen kann!

Bei dem Thema des Schachspiels auf Leben und Tod musste ich unwillkürlich an Harry Potter denken, doch diese Spiele haben nichts gemeinsam, außer, dass sie beide auf dem klassischen Strategiespiel basieren und todbringend sind. Diese Variante kommt mir jedoch grausamer und perfider vor, dauert sie doch auch viel länger. Alice als hilflose Schachfigur, die versucht ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bekommen, obwohl sie wie ein Spielball zwischen den Mannschaften hin und hergeschoben wird, ist einem unwillkürlich sympathisch, auch wenn sie eigentlich als super kluge Cheerleaderin zu perfekt und glatt wirken könnte. Doch sowohl Köpfchen, als auch ihr akrobatisches Können sind in diesem Kampf erforderlich, möchte sie überleben. Dabei wird sie nicht nur von den Kämpfern bedroht, sondern auch von der Ungewissheit, dass sie nicht weiß, wem sie trauen kann und wem nicht. Mit ihr wird man in einen Strudel der Gefühle hin- und hergerissen. Beide Könige kämpfen um sie, doch kämpfen sie um sie als Person, oder ihre Rolle und Bedeutung im Spiel. Dabei finde ich die Erzählweise sehr interessant. Immer wieder werden Auszüge aus dem Spielerhandbuch eingeschoben, wodurch man die besonderen Eigenschaften und Bedeutungen einzelner Spielergruppen kennenlernt. Langsam setzt sich das Spiel wie ein Puzzele zusammen. Ebenso bruchstückhaft wird Alice von Visionen heimgesucht. Sie kann nicht einschätzen, ob es Halluzinationen oder Erinnerungen oder Erkenntnisse sind. Wer sind diese schönen jungen Menschen in der Kleidung längst vergangener Zeiten, die ihr immer wieder erscheinen und was hat ihr Schicksal mit dem ihren zu tun? Selbst Curse scheint ihr dort nicht weiterhelfen zu können und sie muss eine Entscheidung treffen. Die trifft sie und lässt den Hörer atemlos an einem Cliffhanger zurück. Wann geht es denn bloß weiter!?

Anders als bei Büchern, kommt für Gefallen und Missfallen eines Hörbuchs der Stimme eine ganz tragende Rolle zu. Oft entscheidet sie, ob das Hörbuch aus einer Geschichte mehr herausholen kann, als die Printversion. Madiha Kelling Bergner war mir kein Begriff und eine absolut postive Überraschung. Auch wenn sie deutlich älter als Alice ist, hört man es ihr nicht an. Die Cheerleaderin mit Köpfchen und Entschlossenheit hört man ihr ebenso an, wie ihre Angst, ihre Verzweiflung und vor allem ihre innerliche Zerrissenheit. Sehr lebendig variiert sie die Gefühle und Stimmungen der Geschichte mit ihrer Stimme, und verleiht auch den Erzähleinschüben ihre geheimnisvolle Nuance. Stets gut verständlich und deutlich, beherrscht sie die stimmliche Klaviatur der Emotionen und konnte mich voll und ganz überzeugen: eine Traumbesetzung!

Stella Tacks Stern am Urban-Fantasy/Romantasy Himmel geht gerade groß auf. Sie vermag es, mit knisternden Gefühlen, geheimnisvollen Plots und ausgefallenden Geheimnissen zu fesseln. Sie vermag es sogar, eine Geschichte mit jeder Menge unheimlicher Spinnen zu erzählen, ohne dass es ekelig wird! Da kann man noch auf einiges gespannt sein!

Dennoch hat mir nicht alles hundertprozentig gefallen. Der Einstieg hätte für mein Empfinden gestrafft werden können, aber vielleicht lag dies auch an den Erwartungen des Klappentextes, der Alice Vorleben eigentlich mit keinem Wort erwähnt. So ganz ohne dieses kommt die Geschichte jedoch nicht aus, ohne unglaubwürdig zu werden. Was wirklich für einige schwierig werden könnte, ist die Tracklänge. Die Tracks sind oft über eine halbe Stunde lang und einmal sogar 52 Minuten. Hört man die Geschichte per download oder PC ist das kein Problem, aber nicht jeder MP3-Player verfügt über eine Hörbuchfunktion, die sich die Stelle merkt, an der man zuvor unterbrochen hat. Für klassische Geräte ist die Tracklänge ein echtes Ärgernis. Da dies nun immer gängiger wird, habe ich lange nach einem Gerät mit entsprechendem Erinnerungsvermögen gesucht, damit ich nicht über jeden Energiesparvorgang verzweifle, weil ich mitten aus der spannendsten Szene herausgerissen werde.

Nichts destotrotz hat mir Alice schicksalhafte Geschichte richtig gut gefallen und ich werde den Ausgang der Partie auf jeden Fall weiter verfolgen!

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Sehr cool!

Plötzlich: Millionär! (Band 1)
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Leo ist 12 Jahre alt, lebt in bescheidenen Verhältnissen, hat nette, verständnisvolle Eltern, einen besten Freund namens Masud und einen heimlichen Schwarm namens Miriam. Immer wenn er sie sieht, wird ...

Leo ist 12 Jahre alt, lebt in bescheidenen Verhältnissen, hat nette, verständnisvolle Eltern, einen besten Freund namens Masud und einen heimlichen Schwarm namens Miriam. Immer wenn er sie sieht, wird er stumm wie ein Fisch. Aber das ist nicht sein größtes Problem: er ist ein Türreisender! Ein bitte was? Ja, richtig gelesen, ein Türreisender. Immer wenn er eine Tür mit Hilfe der Klinke öffnet und sie durchtritt, kann es sein, dass er an einem völlig anderen Ort und zu einer völlig anderen Zeit landet und nicht einfach im Zimmer oder Flur nebenan. Das ist so schräg, dass er sich noch nie getraut hat, es jemanden zu erzählen, aus Angst, man könne ihn für verrückt halten. Was ihm so alles passiert, wenn er auf Türreise geht, ist bisweilen ganz schön krass und da muss er echt einfallsreich sein, um sich aus den Situationen zu befreien, in die er sich da hinein manövriert hat. Er weiß ja auch nicht, ob es hinter der nächsten Tür nicht noch schlimmer wird, oder ob er doch nur den Nachbarraum erwischt. Als er sich aus einer besonders brenzligen Situation durch eine Tür rettet traut er seinen Augen kaum: er steht in einem Palast mit livriertem Dienstboten. Ist er jetzt etwa Millionär?

Alle Welt hat gerade Probleme, aber doch nicht solche wie Leo! Die Idee der Türreisen finden wir total witzig und neu! Das glaubt einem aber doch auch wirklich niemand, gerade weil er keine Möglichkeit hat, sein Türenproblem zu beweisen!

Leo ist einem auf Anhieb sympathisch mit seiner offenen Art und seiner Schüchternheit gegenüber dem nettesten Mädchen überhaupt! Diese sympathische Art hilft ihm aber leider nicht weiter, als er mal wieder von einer Tür in eine nicht gerade gastfreundliche Parallelwelt katapultiert wird und die Flucht aus dieser es auch keineswegs besser macht. Wieviel kann Leo eigentlich noch ertragen und ist er kreativ genug, aus diesem Schlamassel wieder herauszufinden? Klar, schafft er das, immer und immer wieder. Sein Ideenreichtum ist bewunderswert und noch dazu ausgesprochen witzig! Noch witziger machen es allerdings die zahlreichen Illustrationen mit Comic-Sprechblasen oder Geräuschausdrücken. Offiziell wird diese neue Reihe des Dreamteams Bertram/Schulmeyer als Comicroman gelistet. Da meine Töchter ziemlich lesefaul sind, haben wir in der letzten Zeit viele Comicromane gelesen. Diese haben sich leider oft durch dünne Geschichten und viele Illustrationen mit kaum Text ausgezeichnet. Hier ist es anders. Diese Geschichte hat Substanz, Herz und Humor. Leo macht eine echte Entwicklung mit, er lernt die Welt in einem anderen Licht kennen, hinterfragt, auch sich. Das finden wir prima, vor allem, weil es mit stetigem Gekicher verbunden ist. Die Illustrationen sind zahlreich, ohne die Geschichte zu dominieren oder gar zu erschlagen. Sie tragen die Storyline und unterstreichen sie mit pointierten Strichen. Dadurch werden die Erlebnisse von Leo und seinen neuen Freunden bzw. seiner neuen Hauptbezugsperson Ludwig, viel unmittelbarer. Wir haben uns dadurch so in dieses Abenteuer verliebt, dass wir auf eine Fortsetzung hofften, wobei uns klar war, dass wir dann wohl auf den liebgewonnenen Ludwig würden verzichten müssen. Das ist wohl tatsächlich so, denn schon im Herbst wird Leo das nächste Türabenteuer erleben und wir freuen uns schon jetzt darauf!

Ein echter Lesespaß, der auch Lesemuffel begeistern kann mit seinem Humor, seinen Illustrationen und seiner Hintersinnigkeit. Oder wie meine Tochter (10) meint: sehr cool!

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Tolle Erklärung der Zusammenhänge, aber für 8 Jährige noch nicht alles klar

Einfach alles!
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Eine bunte Universalgeschichte über die 13,8 Milliarden Jahre der Existenz unserer Erde. Nach Zeitaltern geordnet beginnt es mit dem Kapitel „Aus dem Nichts“ mit dem Urknall bis zu „Fortsetzung folgt: ...

Eine bunte Universalgeschichte über die 13,8 Milliarden Jahre der Existenz unserer Erde. Nach Zeitaltern geordnet beginnt es mit dem Kapitel „Aus dem Nichts“ mit dem Urknall bis zu „Fortsetzung folgt: von 1945 bis heute“, dazwischen tummeln sich 13 Kapitel gespickt mit den historischen Highlights aus aller Welt von den Dinosauriern, übers Mittelalter und die Entdeckung Amerikas. Dabei ist dieses Inhaltsverzeichnis ebenso witzig, wie übersichtlich gestaltet, so dass man auch einfach die Epochen nachschlagen kann, für die man sich gerade interessiert. Zum Schluss gibt es noch das Schlusswort, Literaturhinweise, Glossar und das Register, wobei letztere für mich bei Sachbüchern unverzichtbar sind! Ein umfangreiches Stichwortregister hätte ich mir etwas umfangreicher vorgestellt, oder eben alles. Wir haben das Buch bei der Corona Schulschließung einsetzen wollen, als es um die Frage ging: Wann war die Bücherverbrennung und was war das? Leider mussten wir aber feststellen, dass dieses Thema im Rahmen der neueren Geschichte nicht angesprochen wird. So ganz alles findet dann doch nicht auf 349 Seiten Platz, auch hier müssen Schwerpunkte gesetzt werden.

Diese Schwerpunkte sind mit Bedacht gewählt, aber umfassen eben nicht alles. Mit farbigen Abbildungen machen sie neugierig und Lust auf mehr. Sie laden zum Stöbern und Vertiefen ein. Wenn man es in die Hand nimmt, bekommt man schon Lust, weiter zu blättern und zu schauen, was noch alles behandelt wird, auf einigen Seiten zu Verweilen und zu Lesen. Es gibt einen guten Überblick für Kinder ab 8 Jahren. Allerdings muss ich auch einräumen, dass wenn man ein spezielles Thema sucht und nicht einen generalisierenden Überblick bekommen möchte, man mit einer Internetsuche besser ans Ziel kommt, zumindest, wenn man es kann.

Sprachlich ist es schlüssig und verständlich geschrieben, für Erwachsene. Kinder ab 8 Jahren bringen nicht die gleichen Voraussetzungen mit. So hätte ich mir an zentraler gut auffindbarer Stelle eine Weltkarte gewünscht, bei der Kinder ohne große Mühen suchen können, wo sich die gerade beschriebenen Entwicklungen vollziehen. Im 4. Kapitel Hand und Fuss, in dem es um die Entwicklung des Klimas und der Eiszeiten, aber auch um die Entwicklung des Menschen geht, spielen zum Beispiel Panama und Indonesien eine Rolle. Die wenigsten Kinder ab 8 Jahren, wissen jedoch, wo diese Länder liegen, das übersteigt ihren Erfahrungs- und Wissenshorizont. Es ist sehr schön erklärt, wie einige Entwicklungen zusammenhängen und steigert das Verständnis für das große Ganze, dennoch hätte ich mir öfters einen kindlichen Blickwinkel gewünscht, um die Zielgruppe ab 8 Jahren noch besser erreichen zu können. Das Konzept verzichtet bewusst auf multimediale Einbindung, was ich auch ganz gut finde, denn Kinder müssen auch lernen ihr Wissen aus anderen Quellen zu beziehen, aber dann sollte es gerade in Werken mit diesem Titel auch angeboten werden, ohne dass Kinder umständlich nach Sekundärmaterialien suchen müssen. Dabei geht nämlich oft das Interesse verloren. Dieses zu fesseln ist aber offensichtlich das Ziel. Sehr schön ist hierbei, dass konkrete, aktuelle Bezüge hergestellt werden, so dass auch längst vergangene Zeiten greifbarer und weniger abstrakt wirken. So gibt es auch viele Anregungen, die dabei helfen, so ist z.B. in Kapitel „10. Erfindungen verbinden“ eine Anleitung zum Holzdruck erklärt und abgebildet.

Dieses Buch zum Stöbern, Entdecken und Nachschlagen ist gut strukturiert und die farbige Fassung der jeweiligen Kapitel erleichert das Auffinden des Gesuchten. Natürlich kann ein Buch dieses Umfangs nicht allumfassend sein, sondern muss Schwerpunkte setzten. Die Verknüpfung der Zusammenhänge empfinde ich allerdings als sehr gelungen. Leider wird bei der Zielgruppe aber bereits zu viel Vorwissen vorausgesetzt, dass heutzutage nicht mehr so selbstverständlich ist, wie früher, weil einfach auch die Wissensmenge zugenommen hat. Hier hätte ich mir ein verstärkes Eingehen auf die Bedürfnisse der Zielgruppe gewünscht.

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Veröffentlicht am 28.03.2020

Eine Hommage an den Meister des Grauens, mit Humor

Friedhof der Krustentiere. Ein Küstenkrimi
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Dieser Titel ist Programm, denn ich empfinde ihn als Hommage an Stephen King und es ist nicht nur der Titel, der dem Meister des Horrors huldigt. Aber keine Sorge, auch wenn dieser Band deutlich gruseliger ...

Dieser Titel ist Programm, denn ich empfinde ihn als Hommage an Stephen King und es ist nicht nur der Titel, der dem Meister des Horrors huldigt. Aber keine Sorge, auch wenn dieser Band deutlich gruseliger als der vorherige war, ist es immer noch ein humorvoller Krimi gespickt mit skurillen Gestalten und friesischer Frische.

Halloween naht und Tadje, eine der Zwillingstöchter des inzwischen zum Polizeihauptmeister beförderten Thies Detlefsen macht ihr erforderliches Praktikum im frisch eröffneten Hotel auf der Hallig Westeroog. Der alte Kasten zieht, die Heizung streikt und wunderliche Dinge geschehen. Die ersten Gäste machen dort ein Seminar zum Thema „Hellsehen und Hellfühlen“ unter der Leitung der ehemaligen Schulelternvorsitzenden. Doch es sind die seltsamen Erscheinungen und die Geschichte dieses ehemaligen Kinderheimes, die Tadje einen Schauer über den Rücken jagen. Der Sohn des Eigentümers hat vor 42 Jahren dort seine Zwillingsschwestern ermordet. Aber auch an der Küste geht es nicht geruhsam zu. Eine Einbruchsserie verunsichert die Bewohner, der neue Starfriseur Eddi mit seinen scharfen Scheren bringt den Salon Alexandra zum Beben und Tante Telse ist mit dem gelobten Mustang des Schimmelreiters verschwunden. Bis beide gemeinsam im Watt wieder auftauchen, wobei der geflutete Oldtimer in besserem Zustand ist, als die ermordete Tante. So hatte sich Nicole Stappenbek ihre Rückkehr in die verschlafene Dorfwache nicht vorgestellt!

Es klingt absurd, übertrieben und nach jeder Menge uriger Gestalten, die man einfach ins Herz schließen muss, um mit ihnen über das Leben und seinen Lauf zu lachen. Ein aufziehender Herbststurm erhöht nicht nur die Schwierigkeiten der Ermittler immer und überall zugleich zu sein, er macht die Situation auch dramatischer und unheimlicher. Nachdem es im letzten Band der Reihe die Runde aus dem Imbiss nach Hamburg in die Großstadt verschlagen hat, sind nun fast alle wieder da wo sie hingehören und es gibt ein Wiederhören mit allen, die das fiktive Fredenbüll zu einem unvergesslich skurrilen Ort machen. Aber natürlich kommen auch ein paar neue, interessante Charaktere hinzu, sonst würde Fredenbüll bei der Anzahl der Leichen die Thies und Nicoles Weg pflastern, bald aussterben. Sehr charmant fand ich auch, dass ein Trauernder aus einem früheren Fall wieder die Bühne betritt und die Jugend zur Digitalisierung der Verwandschaft beitragen will. Denn neben den klassischen Gruselelementen aus Klassikern des Genres gibt es hier ein neues Grauen, das der Moderne, die omnipräsente Alexa, die ihren eigenen Kopf hat, sich bestens in der Fußballgeschichte auskennt, aber unbedingt den am Knie operrierten Piet Paulsen, zur Ernährungsumstellung bringen und vom Imbiss fernhalten will. Denn Alexa hört alles, aber eben nur, solange man in ihrer Nähe und nicht im Imbiss ist! Diese Idee finde ich eine lustige Ergänzung, Alexa als Onkelsitterin. Denn auch die Imbisstruppe wird nicht jünger, da wird man bisweilen zwangsdigitalisiert, oder doch nicht? Da Alexa in Fredenbüll steht, ist sie netterweise, genauso eigensinnig wie die übrigen Bewohner und nicht vorhersehbar. So kann man sich auch von diesem Küstenkrimi des Halloweengrauens, immer wieder erschaudernd überraschen lassen.

Nach zweifachem Sprecherwechsel und dem Ausscheiden von Hinnerk Schönemann und Bjarne Mädel liest nun der Autor seine ungekürzten Werke selbst. Klar, er weiß ja schließlich am Besten, wie er sich die Pointen gedacht hat, aber er versteht sie auch wirklich entsprechend zu lesen. Nicht immer sind die Autoren auch gute Sprecher, aber Krischan Koch, der eben neben Kurzfilmen, Filmkritiken und Krimischreiben auch Kabarett macht, kann es halt. Dabei finde ich es sehr positiv, dass ich anders als bei seinen Vorgängern, beim Klang seiner Stimme kein Gesicht vor meinem inneren Auge habe und so meiner Fantasie keine Grenzen bei der Visualisierung der bunt gewürften Truppe in Fredenbüll und auf Hallig Westeroog gesetzt sind. Pointiert, aburd und frischisch trocken, erweckt er diese Verbrechensserie des Grauens zum Leben.

Ich bin ja ein bekennender Fan von Tonträgern und die Hörbuchhülle ist wieder so toll gestaltet, dass sie einfach ein Gewinn ist, außerdem findet man auf ihr Rezepte aus der Geschichte. Wer diese liest wird feststellen, dass der Autor auch gerne kocht und zwar mit Gefühl. Die Rezepte sind also auch für Köche nach Gefühl, weil genaue Mengen- Zeit- und Temperaturangaben fehlen. Dadurch ist aber auch klar: Variieren nach eigenem Geschmack erwünscht!

Eine frech-fröhliche Hommage an Stephen King und andere Klassiker des Genres, eingebettet in die beliebte Küstenkrimireihe rund um Thies Detlefsen und die skurrilen Gestalten aus dem Imbiss „De hidde Kist“. Deutlich spannender und gruseliger als der Vorgänger, blitzt die gute Laune immer wieder durch, wie die Sonne in dem aufziehenden Herbststurm über Fredenbüll.

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