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Veröffentlicht am 12.11.2019

Sehr süß

bayala - Das Buch zum Film
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Meine Töchter lieben Schleichelfen, warum auch immer. Aber sie spielen schön damit. Als die Jüngste sah, dass es ein Buch zum Film geben würde, war klar, dass wir es dringend brauchen und den Film wollte ...

Meine Töchter lieben Schleichelfen, warum auch immer. Aber sie spielen schön damit. Als die Jüngste sah, dass es ein Buch zum Film geben würde, war klar, dass wir es dringend brauchen und den Film wollte sie auch sehen!
Sie sah den Film – ohne mich. Da die Schrift recht klein ist und recht viel Text pro Seite abgedruckt ist, erklärte ich mich bereit, es vorzulesen. Zu meiner Verblüffung, wollte die Große (12!) auch zuhören!
Die Elfenwelt bayala ist ein Land voller wundersamer Magie, mit magischen Blüten und zauberhaften Pflanzen die zum Wohnen und Essen benutzt werden. Es gibt mehrere Elfenkönigreiche die friedlich und in Eintracht miteinander und den Drachen leben. Solange, bis Ophira die Königin der Schattenfeen mit diesem Zustand nicht mehr zufrieden ist und mächtiger sein will, als alle anderen. Sie lässt alle Dracheneier verschwinden, die den Nachwuchs der Drachen und somit den Erhalt der Magie garantieren. Dadurch wächst ihre Macht, während die Magie in den anderen Königreichen schwindet. Zudem entführt sie Surah, eine der kleinen Zwillingstöchter des Königs der Sonnenelfen. Diese wächst mit ihrer Nichte Nuray gemeinsam auf. Dadurch, dass sie stets im Dunkeln lebt, wachsen ihr dunkle Schattenelfenflügel und auch sonst scheinen die dunklen Zaubermächte auf sie abzufärben, was sie ängstig. Zum Glück ist Nuray anders, sie wird ihre beste Freundin. Als sie flieht, hilft sie ihr, wird selbst aber von ihrer Tante gefangen. Auch wenn Surah glücklich in ihrer alten Heimat ist, kann sie die Freundin doch nicht vergessen. Das Königreich welkt immer stärker. An dem Tag, an dem Eyela den Thron der Sonnenelfen besteigt, will ohr die Jungelfe Marween einen besonderen Stein schenken, welcher sich als Drachenei entpuppt. Um die Drachenmagie zu retten, beschließt die junge Königin ein Drachenfest zu feiern, denn wenn ein Drache schlüpft und nicht als erstes seine Eltern sieht, geht seine Kraft für immer verloren.
In der Mitte des Buches findet sich ein umfangreicher Bildteil mit Fotos aus dem Film, mit Unterschriften. Vorsicht, diese spoilern, bitte nicht zu Beginn durchlesen. Wer den Film kennt, kann in Erinnerungen schwelgen, wer ihn verpasst hat, kann sich die Helden besser vorstellen. Es kann auch eine Anregung fürs Spiel mit den Figuren sein.
Die Geschichte verwendet viele bereits bekannte Elfenelemente. Es erinnerte mich an eine Mischung aus „Mia and Me“ und Sandra Regniers Anderwelt. Ich könnte nun also schreiben, es sei eine Aneinanderreihung von Klischées und Altbekannten, aber wäre das richtig? Ich liebe die Anderwelt, und habe ich dann das Recht, eine ähnliche Kinderversion abzulehnen, als Abklatsch? Ehrlich, es ist fast alles schon geschrieben und erzählt worden. Als ich das erste Mal Harry Potter las, dachte ich ständig an Narnia und Erdsee und den Herrn der Ringe. Jeder Autor ist ja irgendwie von den Geschichten vor seiner Zeit beeinflusst und geprägt. Für mich war die Frage also, ist es gut gemacht? An den Namen der Elfen habe ich mir bisweilen einen abgebrochen, weil ich den Film nicht gesehen habe. Das wurde dann aber besser und irgendwann holperte ich nicht mehr durch den Text, sondern gab ihm Gestalt. Es wurde zu meiner Überraschung sogar bisweilen witzig und spannend!
Klar, das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber wozu auch. Ich finde, dass die Geschichte durchaus einen Wert nicht nur für Elfen- und Schleichfans hat. Da es sehr stark auch um Respekt und Zusammenhalt geht. Als Eyela die junge Königin den Thron besteigt, halst sie sich gleich eine schwierige Aufgabe auf: sie will ein Drachenfest organisieren, obwohl seit Ewigkeiten keines mehr stattgefunden hatte, da die Drachen verloren schienen. Ganz frisch auf dem diplomatischen Parkett, muss sie die übrigen Elfenregenten zu dem Fest einladen, denn nur gemeinsam kann es gelingen, die Magie des Elfenreiches zu retten und der bösen Schattenelfe Ophira die immer stärker werdende Macht zu entziehen, zu Gunsten eines gemeinsamen Erstarkens aller anderen Elfen.
Die Geschichte ist wie gesagt nicht sonderlich originell, aber liebevoll erzählt. Schön finde ich die Sorge Surahs, dass die Boshaftigkeit Ophiras auf sie abgefärbt haben könnte, da sich ihre Flügel in der Zeit der Gefangenschaft verändert haben und sie auch einige Zauberkräfte übertragen bekam. Die tierischen Freunde der Elfen sorgen für Spaß und Vergnügen und können auch dramatische Szenen aufheitern. Meinen Töchtern (12 und 10!) hat die Geschichte gefallen.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Ein Meisterwerk für Ohren, Hirn und Herz

Wer die Nachtigall stört ...
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Alabama in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts: Die Geschwister Scout (getauft auf Jean Louise zu Beginn sechs Jahre alt) und ihr vier Jahre älterer Bruder Jem wachsen im liberalen Haushalt ihres Vaters, ...

Alabama in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts: Die Geschwister Scout (getauft auf Jean Louise zu Beginn sechs Jahre alt) und ihr vier Jahre älterer Bruder Jem wachsen im liberalen Haushalt ihres Vaters, des Anwalts Atticus Finch und der schwarzen Haushälterin Calpurnia auf. Ihre Mutter verstarb, als Wildfang Scout noch ganz klein war, weshalb sie sich nicht mehr an sie erinnern kann. Rückblickend erzählt Scout, wie es eigentlich kam, daß Jems Arm und Hand nach einem komplizierten Ellbogenbruch schief verheilten. Eigentlich begann alles, als im Sommer bei der Nachbarin der siebenjährige recht exzentrische Dill einzog. Nachdem sie alle Theaterspiele durch geprobt hatten, zog der geheimnisvolle Nachbar Arthur (genannt Boo) Radley seine Aufmerksamkeit auf sich. Es wurde zur Mutprobe die Aufmerksamkeit des scheinbar unsichtbaren und vielleicht verrückten oder gefährlichen Nachbarn zu wecken. Doch dann wird das Interesse des Städtchens durch ein bislang beispielhaftes Verbrechen erschüttert. Ein bis dato unbescholtener Schwarzer, wird beschuldigt, die 19-jährige Tochter, eines weißen Tunichtguts vergewaltigt zu haben. Atticus wird von Richter Taylor die Pflichtverteidigung übertragen. Nun kippt auch die Stimmung der vermeintlich „ehrbaren“ Bürger gegen Atticus. Doch dieser folgt seinem Gewissen und seinem Sinn für Gerechtigkeit. Dies bringt er auch seinen Kindern bei und einige Nachbarn und Freunde sehen dies auch so. Die Prozessvorbereitungen heizen die Gemüter in den heißen Sommertagen an, ehe der Prozess sie zum Überkochen bringen könnte.

Dies ist eines meiner Lieblingsbücher und gewann 1962 den Pulitzerpreis. Es wurde schon kurz nach dem Erscheinen zu einem Welterfolg, der 1964 mit Gregory Peck verfilmt wurde. Vor Jahren habe ich es im Original gelesen und es geliebt. Für die Vielschichtigkeit seiner Themen, für seine Warmherzigkeit und Denkanstöße. Dadurch, dass es aus der Sicht eines Kindes erzählt wird, dachte ich, dass es ein gutes Familienhörbuch sei. Nach dem gemeinsamen Hören wollte ich mit den Kindern über Toleranz, Rassismus und Inklusion reden. Denn in diesem Klassiker geht es nicht nur um Vorurteile auf Grund der Hautfarbe. Es geht auch um die Vorurteile gegenüber Nachbar Arthur „Boo“ Radley, der einfach völlig anders ist, auch wenn die Kinder nicht wissen warum, denn sie sehen ihn ja nie. Was man nicht kennt oder sieht, kann manchmal eine unglaubliche Faszination ausüben. Eine Faszination, die Erwachsenen bisweilen entgeht, die kindliche Fantasie aber zu Höhenflügen ermutigt. So lernt man auch durch Scouts unvoreingenommenen Blick ihre Tante kennen, die eine echte Südstaatenlady ist, aber wenn man ihre Motive und ihr Verhalten mal genauer überdenkt, durchaus auch Anlass zu Kritik geben vermag. Ein wunderbarer Kontrast bildet hierzu die gewissenhafte Calpurnia, die das Richtige tut, auch wenn es gerade nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Sie ist gebildet: als eines von 4 Mitgliedern der schwarzen Gemeinde kann sie Lesen und Schreiben. So blickt man ins Herz der damaligen Südstaaten, die auch heute noch in einigen Köpfen weiterleben. Es ist ein einfühlsames Gemälde der damaligen Zeit, der Gesellschaft, ihrer Sitten und Gedanken, die auch von der Hitze des Landes geprägt wird. Immer wieder wird die Unerträglichkeit der Temperaturen betont. Es ist ein Gesellschaftsroman, eine Story of initiation (denn Scout und vor allem Jem reifen im Rahme dieser Geschichte unheimlich heran) und ein Justizkrimi in einem, ohne dass einem der relevanten Themen nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt würde, aber vor allem ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für Toleranz, nicht nur im Hinblick auf den gelebten Rassismus.

Eva Mattes ist nun wirklich älter als 6 Jahre, immerhin lieh sie Tommy in den legendären Pippi Langstrumpf Filmen ihre Stimme, aber man hört es ihr nicht an. Ihre unglaublich warme Stimme klingt zeitlos und passt ebenso zu Scout als Kind, wie Vater Atticus oder der resoluten Calpurnia. Ihre Stimme umarmt die Charaktere, ohne sich zu verstellen. Sie trägt die Geschichte in all seinen Facetten und seiner Tiefe. Sie gibt ihr die Leichtigkeit der kindlichen Sicht und transportiert doch auch das Grauen und die Ernsthaftigkeit der Lage. Eine sehr gute und einfühlsame Wahl. Lediglich bei einigen wenigen Wörtern, habe ich etwas bei der Übersetzung gezuckt, da ich an zwei/drei Stellen andere Begriffe verwendet hätte. Insgesamt ist aber auch die Übersetzung sehr gelungen. Der Film wird ab 12 Jahren empfohlen, das Buch ab 14 Jahren. Da nicht alle Erzählstränge glücklich enden, sollte man wirklich bis mind. 12 Jahren warten...

Ein Werk für die Ewigkeit, über dessen ständige Verfügbarkeit für meine Ohren ich mich sehr freue und das ich dank der Interpretin auch noch mehrfach hören werde. Noch immer eines meiner Lieblingsbücher, da man es in verschiedenen Lebenslagen auch anders wahr- und aufnimmt.

Ein Meisterwerk für Ohren, Hirn und Herz.

Veröffentlicht am 09.11.2019

An dieser Kinderbande hätte Robin Hood seine Freude

Wenzel und die wilden Räuber
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Die Waisenjungen Wenzel und Ulle leben mehr recht als schlecht im Kloster und müssen hart arbeiten, während die Oberen es sich gut gehen lassen. Eines nachts reicht es ihm und er reißt aus! Allerdings ...

Die Waisenjungen Wenzel und Ulle leben mehr recht als schlecht im Kloster und müssen hart arbeiten, während die Oberen es sich gut gehen lassen. Eines nachts reicht es ihm und er reißt aus! Allerdings hat er ein schlechtes Gewissen, den zarten, zaghaften Ulle alleine zurückzulassen. Doch diese Sorge ist unbegründet, Ulle folgt ihm schon kurz darauf und will bei ihm bleiben. Sie wollen fortan als Räuber leben! Als sie ein Mädchen vor dem Ertrinken im Fluss retten, wächst ihre Räuberbande weiter an, denn schon bald gesellt sich auch noch ihr Bruder Jakob mit Pony dazu. Mit Bandenspruch begeben sie sich auf ihren ersten Raubzug und erbeuten nicht nur Geld, sondern auch eine Prinzessin als Bandenverstärkung. Diese denkt nämlich nicht daran, den ihr zugedachten alten reichen einfältigen Egbart zu heiraten! Dann doch lieber Räuberabenteuer erleben. Als die Kinder merken, wie schlecht es den Bauern in den Dörfern um ihre Räuberhöhle herum geht, beschließen sie mit ihnen zu teilen, von den bösen, gierigen Mächtigen zu nehmen, nur so viel zu behalten, wie sie brauchen und den Rest an Bedürftige zu geben. Dabei hoffen sie immer, Annes und Jakobs Vater zu finden, der von dem bösen Graf Fuchs von Kaltenbach überfallen wurde. Ein gefährlicher Gegner, vor dem man auf der Hut sein muss.

Eine schöne Geschichte für Kinder von 7-9 Jahren zum Vorlesen und für sehr geübte auch schon zum Selbstlesen. Die farbigen Illustrationen von Sabine Wilharm (der Schöpferin der Harry Potter Cover der deutschen Standard-Ausgabe) sind fröhlich, sehr schön und vor allem sehr zahlreich. Leider sind sie bisweilen früher abgedruckt, als der Teil der Geschichte, zu dem sie gehören, der erst auf der darauffolgenden Seite kommt. Das hat uns etwas verwundert.

Die Idee mit den Überfällen hat mir nicht so gefallen, ich hätte den Kindern ja gerne ein „Überleben im Wald-Buch“ geschenkt. Doch sind sie gutherzig und machen sich Sorgen um andere. Sie behalten nur was sie brauchen und verschenken ihre übrige Beute an Bedürftige. Dadurch werden aber auch ständig, neue waghalsige Überfälle nötig. Als Kind fand ich den Robin Hood Gedanken super und sehr gerecht. Meine Tochter (10) hatte damit auch keinerlei moralische Probleme. Die einen sind in Not, die anderen haben sich gierig mehr genommen, als ihnen zusteht, da wird ihnen wieder etwas abgenommen.... Sehr gut finde ich, dass die Kinder mit List und Tücke vorgehen, statt mit Gewalt. Das ist sehr witzig, besonders, wenn sie den einfältigen Verlobten von Prinzessin Elsbeth immer und immer wieder überfallen und ihn immer noch schaffen auszutricksen. Dabei sind die Kinder sehr vorsichtig und gegen wohl überlegt vor. Das wird sehr schön und anschaulich geschildert. Für Kinder sehr gut verständlich und nachvollziehbar. Jedes Bandenmitglied hat seine Stärken, die zusammen sie fast unbesiegbar machen. Jeder wird auf seine Weise geschätzt. Natürlich findet die Geschichte ein gerechtes und gut durchdachtes Happy End! Doch der letzte Satz, als es allen gut geht und sie glücklich und zufrieden sind, der mag spaßig gemeint sein, ist für mich aber ungerecht. Hätte ich besser aufgepasst, hätte ich ihn nicht vorgelesen.
Meiner Tochter hat es als spannendes und lustiges Abenteuer gut gefallen. Dass es so zahlreich und farbenfroh illustriert ist, ist sicherlich auch ein Pluspunkt. Mir gefiel wie die extremen Unterschiede zwischen Arm und Reich damals dargestellt werden. Der Wert eines Laib Brotes, dessen Diebstahl mehr als nur Mundraub ist, sondern Familien aus Hunger ins Unglück stürzen kann, wird ganz deutlich. Aber keine Sorge, das ist ein Thema am Rande, denn es ist eine starke Freundschaftsgeschichte, über Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Familie. Manchmal ist Familie nämlich auch die, die man sich dazu erwählt hat und einige leben am Besten mit der Natur, als unter Menschen. Außerdem ist es eine Liebeserklärung ans Lesen und Schreiben, einer Fähigkeit, die damals den Mönchen und einigen Adeligen vorbehalten war, den Geist aber öffnet und bereichert.

Ein schönes Buch, daß wir gerne gelesen haben.

Veröffentlicht am 07.11.2019

William und der Weihnachtosaurus retten das Weihnachtsfest durch Zeit und Raum

Der Weihnachtosaurus und die Winterhexe (Teil 2)
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Vor einem Jahr ist William Trudel mit dem Weihnachtosaurus am Nordpol beim Weihnachtsmann gewesen. Gemeinsam haben der Junge im Rollstuhl, dessen Vater, der der größte Weihnachtsfan ist und der auffällige ...

Vor einem Jahr ist William Trudel mit dem Weihnachtosaurus am Nordpol beim Weihnachtsmann gewesen. Gemeinsam haben der Junge im Rollstuhl, dessen Vater, der der größte Weihnachtsfan ist und der auffällige Saurier das Weihnachtsfest gerettet und das Glück von Vater Bob gefunden. Diesmal reisen William und seine Fast-Stiefschwester Brenda wieder gemeinsam zum Nordpol zum Weihnachtsmann, denn William hat Sehnsucht nach dem Weihnachtosaurus und der Weihnachtswelt. Brenda hat sich mittlerweile mit dem Weihnachtskonzept angefreundet und freut sich, nicht mehr auf der Liste der unartigen Kinder zu stehen. Endlich wird sie auch etwas vom Weihnachtsmann geschenkt bekommen. Doch was ist das? Nur William bekommt eine Weihnachtsbohne geschenkt, die man in den arktischen Permafrost oder den Tiefkühlschrank pflanzen muss, nachdem man seinen Herzenswunsch darauf gesprochen hat. Etwas eingeschnappt macht sie sich auf die Suche nach der Winterhexe, die für den Weihnachtsmann die Zeit anhält, damit dieser es schaffen kann, innerhalb nur einer Nacht alle Kinder der Welt zu beschenken. Doch irgendetwas ist aus dem Lot geraten, die Zeit kommt durcheinander und William und der Weihnachtosaurus müssen durch die Zeit reisen, um Weihnachten zu retten und einen gierigen Geschäftsmann aufzuhalten.

Mit Weihnachten im christlichen Sinn, hat diese Geschichte wenig zu tun, aber das kann man schon am Titel erkennen. Obwohl, die Macht des Glaubens und der Liebe als Gegensatz zu Gier und Eigennutz spielen hier durchaus eine zentrale Rolle. Auch hat William seiner ehemaligen Peinigerin Brenda verziehen und betrachtet sie fast als Schwester. Vor allem auf der ersten CD wird immer wieder Bezug auf den ersten Teil genommen, so daß man auch ohne Vorkenntnisse einsteigen kann. Besser durchdringen kann man die Welt der Weihnacht aber auf jeden Fall, wenn man den Anfang kennt. Wir empfehlen daher schon, sich beide Bände der Reihe nach anzuhören.

Auch in diesem Teil kommen wieder die Weihnachtswichtel mit ihren aberwitzigen Namen vor, die nur in Reimen sprechen. Die Reime aus dem Englischen zu übersetzen hat Autorin Franziska Gehm, vor einige Herausforderungen gestellt. Sie hat es aber ganz gut gelöst Inhalt und Reimschema in der Übersetzung beizubehalten. Sprecher Simon Jäger wurde dieses Mal von Martin Baltscheit abgelöst, der ihm alle Ehre machte, nur die Weihnachtswichtel gefielen uns in der alten Interpretation besser. Als Weihnachtsmann dröhnt und brummt er jedoch herrlich durch die offenen Weiten des Nordpols, wohlwollend und nachsichtig. Brendas Vater trieft die Gier und die Durchtriebenheit ebenso aus der Stimme, wie William der gute Glaube und der Eifer alles wieder ins Lot zu bringen.

Auch wenn die farbigen Illustrationen von Shane Deveries sehr bunt und fröhlich sind, ist dies kein Abenteuer für kleine Dinofans im Kindergartenalter. Die Geschichte ist zu lang, zu komplex und zu gefährlich für 5 jährige, wenn auch nicht so brutal wie Band 1. Hier bleiben diesmal alle am Leben und die Gierigen bekommen eine Lektion erteilt. Insofern finde ich den Inhalt diesmal deutlich weihnachtlicher, weil der Geist der Weihnacht die Geschichte durchdringt, ohne an Magie und Zauber zu verlieren. Es ist Weihnachtsfantasy in der britischen Tradition von C.S. Lewis (Narnia) und J.K. Rowling (Harry Potter). Ungefähr so aufregend und abenteuerlich kann man sich dieses Weihnachtsabenteuer auch vorstellen. Allerdings sitzt hier der Held im Rollstuhl, doch das ist nun einmal so, kein Grund das Leben nicht zu lieben oder sich zu bemitleiden. Diese Selbstverständlichkeit mit der William Trudel durch das Leben rollt, finde ich eine ganz starke Inklusionsbotschaft, denn immer wieder beim Hören schafft er es, einen vergessen zu lassen, das er anders ist und das nicht nur, weil er schon beim Weihnachtsmann war. William ist einfach er selbst, mit seinen Sorgen, Wünschen, dem Glauben an Weihnachten und seinem guten Herzen.

Ein starkes spannendes Weihnachtsfantasyabenteuer, das diesmal auch verzeiht und vergibt. Da geht bei allem Tempo die Weihnachtsbotschaft nicht verloren!

Veröffentlicht am 06.11.2019

Der Geheimtipp in Lehrerzimmern aktuell!

Big Fat Notebook - Alles, was du für Mathe brauchst
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Egal welches Bundesland, egal welcher Schultyp, alle Probleme in Mathe von der 5. bis zur 9. Klasse finden hier eine Lösung! Es gibt Definitionen, Lerntipps, Übungsseiten, Lösungen und Doodles. Für mehr ...

Egal welches Bundesland, egal welcher Schultyp, alle Probleme in Mathe von der 5. bis zur 9. Klasse finden hier eine Lösung! Es gibt Definitionen, Lerntipps, Übungsseiten, Lösungen und Doodles. Für mehr Spaß mit Mathe, mehr Verständnis und bessere Noten! Das Buch ist bunt und auf Linien-/Rechenkästchenpapier gedruckt. Es erweckt daher wirklich den Anschein einer Mitschrift, mit vielen Tipps und Zeichnungen. Jedes Thema ist farblich von den anderen abgesetzt, so dass man sich mittels dieses Farbcodes schneller zurecht findet. Es gibt Übungsseiten, um das neue oder endlich verstandene Wissen zu üben, es gibt Prüfe Dein Wissen-Seiten und die Lösungen direkt im Anschluss, Multiple-Choice und Lückentexten.

Die Aufmachung spricht Eltern total an. Es sieht anders aus, nicht wie ein Mathebuch. Das müssen Kinder doch super finden! Weil dem so ist, wollte ich dieses Buch auch meinen Nachbarn (Ingenieur und Mathematikerin) stolz zeigen. Meine Nachbarin grinste und erklärte mir, sie hätten es schon, ihr Mann habe es in einer Buchhandlung in Düsseldorf gesehen und so toll gefunden, dass er es gleich gekauft habe! Sie fände es sehr gut gemacht, so anders, mit wirklich anschaulichen Darstellungen und zeigte mir begeistert die Illustration der rationalen Zahlen. Sie fände ja didaktisch die Amis schon sehr viel weiter. Sie selbst habe im Studium auch am liebsten mit amerikanischen Mathebüchern gearbeitet. Mein Fachleitergatte (das sind diejenigen, die Lehrer nach dem Studium mit der Realität sprich dem Schulalltag konfrontieren, Unterrichtsmöglichkeiten erarbeiten und die Stunden beurteilen) meinte, er kenne das, das läge bei ihnen im Seminar! Ich war so stolz auf meine Neuerscheinung und alle außer den Kindern, schienen sie schon zu kennen!

Die Kinder fanden die Aufmachung interessant. Beide griffen zu. Die Eine hat nicht auf Anhieb das Inhaltsverzeichnis gefunden, da erst eine Erläuterung zum Buch erfolgt. Dann hat sie willkürlich eine Seite aufgeschlagen, es war nicht ihr aktuelles Unterrichtsthema, damit wurde es zur Seite gelegt, mit dem Kommentar: Das ist viel zu dick und zu schwer, um es mit in die Schule zu schleppen. Zu dick und zu schwer, fand auch die Zweite. Aber sie meinte auch: das Buch erkläre ihr aktuelles Mathethema anders als der Lehrer und wende eine andere Methode an. Das bringt mich durcheinander, da ich es ja verstanden habe. Für Kinder, die den Stoff beherrschen, mag es irritierend sein, sie benötigen aber auch keine Nachhilfe. Wenn man aber die Erklärmethode des Lehrers nicht versteht, kann gerade eine andere Herangehensweise die Erleuchtung bringen. Logisch ist Mathe alle mal, man muss nur den Weg dahin finden. Gerade wenn Kinder unwillig sind, muss man als Eltern vielleicht mal mitdenken und den Kindern, die entsprechenden Seiten zum aktuellen Schulthema vor die Nase legen, so als Initialzündung, gegen den ursprünglichen Widerstand.

Das Inhaltsverzeichnis, ist inhaltlich gegliedert, wobei die Themen nicht unbedingt den Themenbezeichnungen jedes einzelnen Mathebuches im Schuldienst entspricht. Wer eh schon unwillig ist, gibt an dieser Stelle vielleicht schon lustlos auf! Ein Schlagwortverzeichnis könnte hier die Ausreden der Unwilligen schon im Keim ersticken. Ich habe schon einige Lernhilfen gesehen, die sich als frisch und modern empfinden und bei denen meine Tochter lediglich maulte: noch ein Schulbuch. Auch ich fand da eigentlich bei diesen Büchern keinen großen Unterschied zu den Lernmaterialien in der Schule, außer, dass ich 45 minütige Selbsttest zur Ermittlung des Wissensstands gerade bei unwilligen Schülern, an der Realität vorbei empfinde. Hier ist es anders. Es ist vom Format, der Haptik und der Darstellung tatsächlich anders, als die Materialien, die die Kinder wirklich schon aus der Schule her kennen. Oft bedarf es einfach einer anderen Herangehensweise, um Widerstände zu brechen. Das sehe ich hier wirklich als gegeben an. Da es ja gerade mit der Notizbuchoptik spielt und mehrere Schuljahre umfasst, kann man es auch gut für mehrere Kinder in einer Familie benutzen. Daher hätte ich mir Lesebändchen gewünscht, die zum Farbcode jedem Kind markieren, wo es stehen geblieben ist. Mehr Kritik habe ich aber nach dem Praxistest nicht.

Wie bei allem im Leben gilt aber auch hier: es gibt keine Wundermittel, der Besitz des Buches alleine hilft nicht, man muss schon reinschauen, sich mit dem Inhalt auseinander setzen und wollen!