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Veröffentlicht am 14.12.2025

Ein Charakter auf der Suche nach?

Der Flügelschlag des Paarfalters
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Es gibt Momente im Leben, in denen sich ein unsichtbarer Schalter umlegt und man beginnt, seine bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen. Anschließend folgt die nächste Frage: Habe ich etwas verpasst? ...

Es gibt Momente im Leben, in denen sich ein unsichtbarer Schalter umlegt und man beginnt, seine bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen. Anschließend folgt die nächste Frage: Habe ich etwas verpasst? Hätte ich mich irgendwann anders entscheiden sollen? Diesen und vielen weiteren Fragen gehen Jonas durch den Kopf, als er nicht wie geplant in die USA fliegt, sondern zurück in die Stadt Wien fährt.
Nach dieser Entscheidung beginnt er mit offeneren Augen durch seine Heimat zu laufen und entdeckt Dinge, die er bisher übersehen oder ignoriert hat. Aber ganz ehrlich: Wer interessiert sich wirklich für Menschen in seinem Umfeld, die nicht zum Freundes-, Arbeits- oder Familienkreis gehören? Eben. Zugegeben, oft hat das zeitliche Gründe, oder Hemmungen sind auch oft dafür verantwortlich. Jonas hingegen erkundet in diesem Buch bewusst Teile von Wien, unterhält sich mit Menschen, die scheinbar nur eine Nebenrolle spielen, aber dennoch viel zu erzählen haben.
Das Buch ist voll von Situationen, in denen jeder von uns schon einmal gewesen ist. Gerade diese Tatsache macht das Buch umso zugänglicher. Ich verstand so ziemlich jede Handlung und fast jeden Gedankengang von Jonas. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, über scheinbar belanglose Dinge nachzudenken, können sich einem plötzlich andere Welten eröffnen. Die einen nennen es sich vom Umfeld inspirieren lassen, die anderen tun es als „Hirnschaß“ ab, weil Gedanken wohl zu ineffizient sind. Interessant waren auch die Situationen zum Thema „es muss nicht immer alles einen Sinn haben, oft reicht es einfach da zu sein und zu schauen, was kommt“. Gerade diese Passagen haben mir am meisten gefallen. So macht das Leben doch viel mehr Spaß, oder? Wie Jonas sein weiteres Leben bestreiten wird, bleibt ein Geheimnis. Das ist okay. Insgesamt hatte ich eine wundervolle Zeit mit diesem Buch. Und ja, was ein Paarfalter ist, wird natürlich erklärt.
Den Autor dieses Buches kannte ich bisher nur vom Instagram-Account Wiener Alltagspoeten, dem ich schon seit einer Weile folge und mir mit so ziemlich jedem Beitrag ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Danke für dieses Buch und deine Mühe, lieber Andreas.


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Veröffentlicht am 14.12.2025

Düstere und spannende Anthologie

Dunkle Wesen, stille Schatten
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Am 1.9.25 habe ich bei dem Cover Reveal dieser Anthologie mitgemacht und nun durfte es auf meinem E-Book-Reader einziehen. Binnen weniger Stunden habe ich diese zu Ende gelesen. Hat es sich gelohnt? Immerhin ...

Am 1.9.25 habe ich bei dem Cover Reveal dieser Anthologie mitgemacht und nun durfte es auf meinem E-Book-Reader einziehen. Binnen weniger Stunden habe ich diese zu Ende gelesen. Hat es sich gelohnt? Immerhin erwarten uns düstere Geschichten mit ausreichend Stoff für Albträume. Ist es wirklich so gruselig? Manche Geschichten definitiv, andere wiederum überlassen sehr viel der eigenen Fantasie. Manchmal möchten die Protagonisten auch nicht wissen, was in den Schatten lauert. Und da gibt es einiges, wie die erste Geschichte eindrucksvoll gezeigt hat.
Was mir gut gefallen hat, waren die Bezüge zu Wesen aus verschiedenen Sagen und Mythologien. Diese beiden Themen mag ich sehr, daher ist es nicht verwunderlich, dass mir besonders jene Geschichten gefallen haben, in denen diese vorgekommen sind. Die Handlungen selbst waren logischerweise, da es sich ja um Kurzgeschichten handelt, recht kurz gehalten, dennoch hatten sie alles, was eine gute Geschichte braucht. Interessante Charaktere, eine spannende Idee, einen Auslöser (um die Geschichte ins Rollen zu bringen) und natürlich eine gute Umsetzung.
Insgesamt eine tolle Zusammenstellung und ein großes Lob an die Autoren, die bei diesem Projekt mitgemacht haben. Es wurde im Übrigen auch darauf geachtet, Trigger-Warnungen einzubauen, denn manche Geschichten können durchaus unter die Haut gehen. Habe ich etwas vergessen? Achja. Das Cover. Es gefällt mir auch nach über zwei Monaten immer noch gut.


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Veröffentlicht am 14.12.2025

Starker Einstieg

Lilienopfer. Dein Tod gehört mir
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Ich fahre mit dem Zug und nehme mit: Einen Thriller von Leo Born. Aber nicht irgendeinen, sondern den Anfang einer Reihe, die schon lange auf meiner Wunschliste vor sich hin vegetiert. Seit ich den ersten ...

Ich fahre mit dem Zug und nehme mit: Einen Thriller von Leo Born. Aber nicht irgendeinen, sondern den Anfang einer Reihe, die schon lange auf meiner Wunschliste vor sich hin vegetiert. Seit ich den ersten Teil der Mara Billinsky Reihe gelesen habe, ließ mich die Reihe rund um die Ermittlerin, die auch die Krähe genannt wird, nicht mehr los. Aber da gibt es noch jemanden.
Nämlich Jack Diehl. Klingt nicht nur cool, der Typ ist es definitiv. Zumindest, wenn man den Menschen in diesem Buch glauben darf. Selbstverständlich hat er wie seine Genre-Kollegin auch seine Schattenseiten und einen guten Musikgeschmack, welcher ihn nicht weniger sympathisch macht. Viola Hendrick ist sein Sidekick, wenn man so will. Diese hat es faustdick hinter den Ohren und kann, wenn sie ein Ziel hat, ihren Mitmenschen tierisch auf die Nüsse gehen. Eine tolle Kombination. Aber können die beiden die brutale Mordserie, die erneut für Schrecken sorgt, stoppen? Denn eigentlich hätte diese ja enden sollen, da der Mörder gefasst wurde.
Was unser Dream-Team jedoch stutzig macht, sind die feinen Unterschiede im Vergleich zu den alten Morden. Diesen gehen die beiden auf die Spur. Was gleich geblieben ist: Frauen werden gequält und anschließend brutal ermordet. Je weiter der Fall voranschreitet, desto mehr geraten die Ermittler selbst ins Visier des Mörders.
Die Handlung hat mir ausgezeichnet gefallen. Ebenso der Schreibstil. Toller Einstieg. Zwischenkapitel, die Ereignisse aus der Vergangenheit des Mörders zeigen. Spannende Einblicke in das Privatleben von Jack und Viola. Ebenso gibt es Einblicke in die Ermittlungsarbeit der beiden. Apropos Ermittlungen. Natürlich laufen diese nicht alleine durchs Gebäude, sondern arbeiten natürlich mit anderen Kollegen zusammen. Diese spielen oft „nur“ eine Nebenrolle. Das reicht aber vollkommen aus.
Dieser Thriller ist nicht unbedingt etwas für schwache Mägen. Auch wenn nicht gezeigt wird, WIE die Opfer zugerichtet werden, reichen die Informationen, die wir von Jacks Eindrücken bekommen, vollkommen aus, um das Kopfkino anzuwerfen. Welches manchmal echt brutal ist.
Die Auflösung hat mich etwas überrascht. Leo Born hat die Fäden elegant wie immer zusammengeführt und uns ein tolles Ende spendiert. Denke, ich werde die Jack Diehl Reihe ebenso weiterlesen.


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Veröffentlicht am 14.12.2025

Guter zweiter Teil

Unwritten Love (Unwritten, Bd. 1)
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Livia schreibt unter ihrem Pseudonym A. Lovelace supererfolgreiche Liebesromane. Ihr Buch soll nun verfilmt werden. ein männlicher Schauspieler für die Hauptrolle ist schnell gefunden. Jedoch handelt es ...

Livia schreibt unter ihrem Pseudonym A. Lovelace supererfolgreiche Liebesromane. Ihr Buch soll nun verfilmt werden. ein männlicher Schauspieler für die Hauptrolle ist schnell gefunden. Jedoch handelt es sich bei Julian um einen A….. Ja, wirklich. Der Typ hat es in Rekordverdächtiger Zeit geschafft, die zurückhaltende Livia zur Weißglut zu bringen. Da er weder von Livia noch von der Rolle sonderlich begeistert ist, lässt er beide sausen.
Wie es der Zufall so will, gehen Livia und Julian nach ihrem ersten Treffen nicht getrennte Wege. Aber warum und wieso? Genau das ist der spannende Teil dieses Buches. Wer meine Rezension zu „Unplayed Love“ gelesen hat, weiß, dass ich mit Julian als Nebencharakter so gar nicht warm geworden bin. Daher war ich neugierig, wie er sich als Hauptcharakter neben Livia, die ich im genannten Buch recht gern hatte, schlägt.
Im ersten Drittel des Buches ist er genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ein absoluter Vollhonk. Livia tat mir stellenweise echt leid. Sie hat sich doch nur eine akzeptable Besetzung für die Hauptrolle gewünscht. War das zu viel verlangt?
Ab der Mitte des Buches bessert sich Julians Verhalten nach und nach. Der Typ war mir zeitweise sogar sympathisch. Aber vermutlich auch nur, weil er Livia aus diversen Situationen geholfen hat. 😉 Sie als laufendes Chaos zu bezeichnen ist, denke ich, recht treffend. Aber wie zuvor erwähnt, ist sie sonst super sympathisch. Toppen kann das nur Julians Schwester Charlotte, welche mit ihrer aufgedrehten und liebenswerten Art vor allem im ersten Drittel für sehr viel Auflockerung gesorgt hat.
Was mir ebenfalls ausgezeichnet gefallen hat, war Livias Liebe zu Büchern und wie sie darüber gesprochen hat. Da wurde mir warm ums Herz. Generell sind Bücher und Schreiben ein großes Thema. Wundervoll. Was mag Julian so? Schlechte Filme? Auf Livia herumhacken und sie „liebevoll“ Gremlin nennen? Das kommt fast hin.
Was wäre ein Liebesroman ohne Dramen? Richtig, entspannt. Hier gab es gleich zwei größere Stimmungskiller, auch Dramen genannt. War jetzt nicht unbedingt nötig, hätte locker vermieden werden können. Aber zum Glück wurden diese recht schnell wieder aufgelöst. Danke.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Ein solider Einstieg

Unplayed Love (Unwritten, Bd. 2)
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Dieses Buch bietet einem auf den ersten Blick recht viele Gründe für einen Kauf an. Queere Liebesbeziehung, Einblick in den Gaming-Bereich, etwas Drama zwischendurch, Konkurrenzkampf und vieles mehr. Vorausgesetzt, ...

Dieses Buch bietet einem auf den ersten Blick recht viele Gründe für einen Kauf an. Queere Liebesbeziehung, Einblick in den Gaming-Bereich, etwas Drama zwischendurch, Konkurrenzkampf und vieles mehr. Vorausgesetzt, ihr mögt diese Art von Liebesroman. Mir persönlich ist die Umsetzung wichtiger als das Umherwerfen von Begrifflichkeiten. Also, wie siehts aus?
Der Anfang wurde recht einfach gestaltet. Gleiches gilt für ihr Umfeld und natürlich auch Serenity. Kein großes Tam Tam oder zu lange Leerläufe. Dinge wie die Vergangenheit der beiden Protagonistinnen und deren Vorlieben werden fein säuberlich über die Zeit aufgedeckt. Alles schön entspannt, bis Serenitys Konkurrent die Bildfläche betritt und ein paar Aussagen vom Stapel lässt, die sich unsere Gamerin nicht gefallen lässt. Ihre Schlagfertigkeit mochte ich sehr. Sie ist keine Frau, die gerettet werden muss. Sie macht ihr Ding und das ist toll. Heidi wirkt zunächst unschuldig und unsicher, aber sie bietet zum Glück noch weit mehr als das. Die Nebencharaktere voran Julian waren dagegen etwas blass. Das empfand ich als nicht so schlimm, jedoch ging er mir etwas auf die Nerven. Sein Verhalten war zwar nachvollziehbar, aber etwas „erwachsener“ hätte er sich durchaus geben können. Der queere Anteil im Buch hielt sich in Grenzen und wurde zum Glück nicht zum Hauptthema gemacht. Es gab immer irgendwo einen logischen Grund für bestimmte Konstellationen.
Richtig gut haben mir die Verweise auf bestimmte Video- und Kartenspiele, die ich selbst spiele oder gespielt habe, gefallen. Musste jedes Mal grinsen, vor allem bei der Erwähnung von Persona 5. (Liebe die Reihe) Das gab der Handlung etwas mehr Detailreichtum. Spannend war diese natürlich auch. Es gab zwar ein paar kleinere Dramen und ein größeres zum Schluss, jedoch hielt sich das Ausmaß zum Glück in Grenzen. Genauso wie die intimen Momente von Heidi und Serenity. Ihr Kennenlernen und das Eingestehen der Liebe am Ende fanden in einem angenehmen Tempo statt.
Alles in allem ein grundsolider Liebesroman, den man sich durchaus näher anschauen kann.

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