Was die Welt besonders macht
Die seltsamste aller ZahlenJamies Welt ist besonders. Abläufe, Rituale und Muster bestimmen seine Tage und geben ihnen Struktur, Rot ist seine Lieblingsfarbe, und Menschen sind ihm fremd und unheimlich. Doch vor allem ist es seine ...
Jamies Welt ist besonders. Abläufe, Rituale und Muster bestimmen seine Tage und geben ihnen Struktur, Rot ist seine Lieblingsfarbe, und Menschen sind ihm fremd und unheimlich. Doch vor allem ist es seine Welt. In die nur wenige Zugang finden.
Ausgenommen sind hier sein Vater Eoin und seine Großmutter Marie. Seine Mutter Noelle, die bei Jamies Geburt unter tragischen Umständen zu Tode kam, hat eine nicht zu füllende Lücke in dem Leben ihres Sohnes hinterlassen. Eine Lücke, welche jener in Hoffnung und Verzweiflung mit dem Bau eines Perpetuum mobile zu überbrücken versucht, einer Maschine, die in ihrer unendlichen Bwegung seine tote Mutter wieder zum Leben erwecken soll.
Der Schulwechsel bringt Jamies fein austarierte Welt ins Schwanken. Sicherheit und Unterstützung findet er überraschend in seiner Lehrerin Tess, die sich des sensiblen Neuzugangs annimmt. Und dabei doch ihre ganz eigenen eigenen Sorgen und Nöte zu tragen hat. Der neue Werklehrer Tadgh macht das Trio komplett und bringt mit seiner Unvoreingenommenheit und unkonventionellem Auftreten Dynamik und Veränderung in das Leben der Drei und der gesamten Dorfgemeinde.
Die Geschichte hat mit Jamie einen Protagonisten, der mit seinem offenen, unverstellten Blick auf Menschen und Dinge und zugleich seiner Fragilität und scheinbaren Schutzlosigkeit das eigene Herz rührt. Und auch Tess und Tagh sprechen durch ihr auf Menschlichkeit beruhendem Handeln die Leser*innen auf einer emotionalen Ebene direkt an. Doch zugleich lässt dies die Geschichte für mich in großen Teilen wenig überraschend und neu erscheinen, in ihrem Fortgang vorhersehbar sein. Gut unterhalten fühlte ich mich dennoch, bei einer heißen Tasse und winterlichen Keksen.