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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2020

Die Reihe wird immer besser

Funkenmord (Kluftinger-Krimis 11)
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Nachdem Kluftinger im gleichnamigen 10.Band feststellen mußte, dass er bei seinem ersten Fall vor 30 Jahren einen großen Fehler begangen hat und dadurch ein Unschuldiger jahrzehntelang im Gefängnis saß, ...

Nachdem Kluftinger im gleichnamigen 10.Band feststellen mußte, dass er bei seinem ersten Fall vor 30 Jahren einen großen Fehler begangen hat und dadurch ein Unschuldiger jahrzehntelang im Gefängnis saß, befaßt er sich nun intensiv mit diesem Cold Case. Seine Vorgesetzte wird weggelobt und er ist nun Interimspräsident. Jetzt soll er auch noch Reden schreiben und nette Worte sprechen. Seiner Frau Erika geht es sehr schlecht, sie hat der Vorfall, bei dem Klufti verletzt und dessen Kollege Eugen Strobl getötet wurde, sehr runtergezogen und sie schrammt an einer Depression vorbei; die Hausarbeit bleibt liegen. Richie Maier versucht ein Wohlfühlklima im Büro herzustellen, seine Art den Tod von Strobl zu verarbeiten. Und Lucy Beer, die Ersatzkraft für Strobl, scheint auch von einem anderen Planeten zu kommen, sodass Klufti sie erst einmal unter seine Fittiche nimmt. Aber als ob das alles nicht genug wäre, steht die Taufe des Enkelkindes an (tja, welchen Geschlechts ist es denn nun? Seit zwei Büchern halten die beiden Autoren diese Aussage penetrant zurück), sein Vater hat einen neuen Nebenverdienst, der Klufti sehr gegen den Strich geht und Langhammer bekommt einen neuen Hund.
Wie soll er diese ganzen Aufgaben und Widrigkeiten nur bewältigen? Aber er hat ja immer wieder Unterstützer, die ihn eben trotz seiner kleinen unbedachten Fehler und Äußerungen gern haben und helfen.
Ich kenne die Reihe von Anfang an und nach einigen schwächeren, teilweise zu albernen Bänden, gefällt sie mir jetzt richtig gut. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Nachdem die erste Hälfte des Buches viel privates enthält, ist die zweite Hälfte dann doch dem Krimi, seinen Ermittlungen und der Aufklärung vorbehalten. Ich hatte ein vergnügliches Lesewochenende mit Klufti und seinem Team und freue mich auf weitere Abenteuer, bevor er dann wohl irgendwann in Rente gehen wird.
Ich bedanke mich bei Vorablesen und dem Ullstein Verlag, welche mir ein Exemplar zeitnah als Prämie zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Eben kein Harry Hole

Ihr Königreich
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Seit Jahren lese ich die Harry Hole Reihe von Jo Nesbo sehr gerne. Obwohl ich vor Jahren einen Einzelband des Autors nach 200 Seiten abgebrochen hatte, habe ich mit 'Ihr Königreich' einen weiteren Versuch ...

Seit Jahren lese ich die Harry Hole Reihe von Jo Nesbo sehr gerne. Obwohl ich vor Jahren einen Einzelband des Autors nach 200 Seiten abgebrochen hatte, habe ich mit 'Ihr Königreich' einen weiteren Versuch gestartet und wurde leider wieder enttäuscht. Die ersten 250 Seiten zogen sich endlos dahin. Es geht um die Geschichte der zwei Brüder Roy und Carl, welche auf einem abgelegenem Berghof in der kleinen norwegischen Stadt Os leben. Roy ist der Erzähler und seine Geschichte erzählt meist in der Gegenwart, aber auch viel in der Vergangenheit, als seine Eltern noch lebten, später als die beiden Jugendlichen elternlos auf dem Hof wohnten und Carl dann den Hof verließ, um 15 Jahre später mit seiner Frau Shannon zurückzukehren. Die beiden habe den Plan oben auf dem Berg ein Luxushotel zu erbauen und als Geldgeber wollen sie die Einwohner von Os gewinnen.
Carl wurde immer von seinem großen Bruder beschützt und gerächt. Dieser geht dafür keiner Schlägerei aus dem Weg und schreckt auch nicht vor Morden zurück.
Nach einem kurzen spannenden Teil flacht die Handlung wieder ab, um zum Schluß dann endlich etwas an Fahrt aufzunehmen. Leider aber auch nur mit einer völlig aus der Luft gegriffenen Handlung. Jeder der sich den Brüder in den Weg stellt, wird niedergeschlagen, bedroht oder gar ermordet.
Ich habe mich teilweise durch das Buch gequält, habe es diesmal aber bis zum Schluß durchgelesen. Es war in diesem Monat bereits die zweite Leseenttäuschung von einem Autor, den ich sonst schätze.
Ich bedanke mich bei Vorablesen und dem Ullstein Verlag, welche mir ein Exemplar zeitnah als Prämie zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 15.09.2020

Hawthorne zum Zweiten

Mord in Highgate
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Nach: 'Ein perfider Plan' ist nun mit 'Mord in Highgate' der zweite Band der Trilogie erschienen. Anthony Horowitz hatte sich ja gegenüber Daniel Hawthorne verpflichtet, ihn bei drei Mordermittlungen als ...

Nach: 'Ein perfider Plan' ist nun mit 'Mord in Highgate' der zweite Band der Trilogie erschienen. Anthony Horowitz hatte sich ja gegenüber Daniel Hawthorne verpflichtet, ihn bei drei Mordermittlungen als stiller Beobachter zu begleiten und jeweils ein Buch darüber zu schreiben.
Als der Scheidungsanwalt Richard Pryce tot aufgefunden wird, zieht Scotland Yard den Ex-Polizisten Daniel Hawthorne zu den Ermittlungen hinzu. Der Privatdetektiv vermutet einen lukrativen Fall und zieht seinerseits Anthony Horowitz dazu, damit er alle Gespräche und Ermittlungen beiwohnt und ihn zum Schluß im Buch als genial darstellen kann.
Anthony Horowitz erzählt aus seiner Sicht, wie Hawthorne ermittelt und seine Schlüsse zieht, welche mit seinen eigenen nicht übereinstimmen. Er erkennt: er ist eben Autor und kein Ermittler. Der Fall wird natürlich geklärt, aber mit einigen überraschenden Wendungen und einem ebensolchen Ende.
Wie bereits bei anderen Büchern des Autors, bedaure ich meine schwachen Englischkenntnisse, die mich daran hindern, die Bücher im Original zu lesen. Fehlende Film- und Fernsehserienkenntnisse kommen noch dazu, um die versteckten Hinweise zu erkennen. Was aber dem Lesevergnügen der deutschen Übersetzung nicht schadet.
Besonders amüsant finde ich, wie sich Anthony Horowitz selbst als schlechten Ermittler darstellt, obwohl er die ganze Geschichte mit allen Drehs und Kniffen erdacht hat.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, aber nicht so 'banal' wie bei manchen anderen Krimiautoren.
Ich freue mich schon auf den dritten Fall mit dem Gespann Hawthorne/Horowitz
Ich bedanke mich bei Vorablesen und dem Insel-Verlag, welche mir zeitnah und kostenlos ein Exemplar zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 08.09.2020

Nicht mein Fall

Paradise City
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Ich hatte schon Bücher von Zoe Beck gelesen, welche mir gut gefallen hatten. Deshalb habe ich bei Paradise City - Thriller einfach zugegriffen. Ohne den Klappentext zu lesen. Ein Fehler. Denn Zukunftsthriller, ...

Ich hatte schon Bücher von Zoe Beck gelesen, welche mir gut gefallen hatten. Deshalb habe ich bei Paradise City - Thriller einfach zugegriffen. Ohne den Klappentext zu lesen. Ein Fehler. Denn Zukunftsthriller, Dystopien liegen mir gar nicht.
Es spielt wahrscheinlich im 22.Jahrhundert und Liina ist Rechercheurin bei der Wahrheitspresse. Sie soll in der Uckermark einem Todesfall nachspüren. Angeblich wurde dort eine Frau von einem Schakal gebissen und verstarb daran. Sie findet die Aufgabe nicht sehr interessant und ist sauer auf ihren Chef Yassin. Als dieser allerdings zwischenzeitlich einen Unfall hat und im Koma liegt und kurze Zeit später eine andere Kollegin getötet wird, vermutet sie mehr hinter der Sache.
Die Welt hat sich geändert. Durch einige Pandemien ist die Weltbevölkerung stark dezimiert und man achtet darauf, dass sie nicht wieder zu stark ansteigt. Das Klima hat sich gewandelt, es herrschen dauerhaft Temperaturen über 30 Grad Celsius, Teile des Landes sind bereits unter Wasser. Frankfurt ist die Hauptstadt. Eine Megacity. Die Menschen tragen einen Chip und sind beim Gesundheitssystem unter Kontrolle. Ihre Medikamente und deren Einnahme werden kontrolliert, außerdem trägt man ein Smartcase und somit wird jeder Schritt überwacht. Aber es gibt auch eine Parallelwelt.......
Der Schreibstil war gewohnt flüssig und das Buch gut zu lesen. Aber es war für mich total langweilig. Die Protagonistin unsympathisch, egoistisch und ohne Empathien. Unabhängig davon, dass es mein Fehlgriff war, kann ich trotzdem nur 3* für die Handlung vergeben.

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Veröffentlicht am 07.09.2020

Ein Halleluja für diese Geschichte

Zwei Schwestern für ein Halleluja
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Konny ist mal wieder schockverliebt. Ausgerechnet in Pater Robert Eberhard. Dieser verweilt in der Pension, weil er in der Nähe eine Bibel erwerben möchte. Kurz nachdem das Geschäft zustande gekommen ist, ...

Konny ist mal wieder schockverliebt. Ausgerechnet in Pater Robert Eberhard. Dieser verweilt in der Pension, weil er in der Nähe eine Bibel erwerben möchte. Kurz nachdem das Geschäft zustande gekommen ist, reist er ab und überläßt Konny die Bibel zur Aufbewahrung.
Kaum angekommen im Frauenkloster Mistelau am Walde, scheidet er durch einen Herzinfakt aus dem Leben. Ganz klar, Konny muß zur Beerdigung, Kriemhild natürlich mit dabei. Und da sich die Frau von Herrn Hirsch auf einem Symposium befindet, wird auch er unter ihre Fittiche genommen. Als Konny mitten auf dem Friedhof plötzlich eine SMS des toten Priesters empfängt: 'Ich wurde ermordet - führen Sie meinen Mörder seiner gerechten Strafe zu!' Bricht die Hölle los. Konny dreht durch. Nach ersten kurzen Verwicklungen verlängern die drei ihren geplanten Aufenthalt erst einmal, denn das Aufklären von Mordfällen ist ja ihre Leidenschaft.
Dies ist bereits der vierte Fall der K+K Schwestern. Zwillinge um die 60, aber so verschieden, wie zwei Menschen nur sein können. Vom Aussehen und charakterlich. Wie das Leben so spielt, sind sie irgendwann, notgedrungen,  zusammenkommen und führen seitdem eine Pension. Mittlerweilen sind sie finanziell unabhängig und können ihrem liebsten Hobby nachgehen: Mörder jagen. Diesmal in einem alten Kloster, in dem sich einige mysteriöse Gestalten einquartiert haben bzw. zu den Bewohnern gehören. Es bleibt natürlich nicht nur bei dem einen Todesfall!
Man muß die Vorgängerbände nicht kennen, um der Handlung folgen zu können. Aber man hat was verpaßt. Der Autorin gelingt es, mit ihrem unnachahmlichen Schreibstil, aus einem eigentlich normalen Krimi, ein sehr lustiges Buch zu schaffen, ohne dass es lächerlich oder grotesk wirkt.
Ich habe auf jeden Fall ein paar humorvolle Lesestunden mit den Schwestern (!!) verbracht.

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