dystopischer Sprachkunstversuch
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die LuftBEDRÜCKENDES ZUKUNFTSSZENARIO
Ich hab mich sehr gefreut, dass dieses Exemplar der @muenchner_stadtbibliothek zeitgleich mit der Bekanntgabe der Shortlist für den @buchpreis bei mir ankam.
Era ist 15, ...
BEDRÜCKENDES ZUKUNFTSSZENARIO
Ich hab mich sehr gefreut, dass dieses Exemplar der @muenchner_stadtbibliothek zeitgleich mit der Bekanntgabe der Shortlist für den @buchpreis bei mir ankam.
Era ist 15, geht zur Schule, interessiert sich für aussterbende Vögel und verliebt sich in ihre Mitschülerin Maja. Die sprengt mit ihrer kleinen Schwester samstags Dinge in die Luft. Später dann geht es für Maja um mehr- sie will ihre Privatsphäre um jeden Preis schützen (sie ist als Tochter zweier Mütter,Momfluencerinnen, aufgewachsen).
Dazu planen sie und ihre Mitstreiter einen ganz großen Coup.
Die Geschichte spielt in der Zukunft, die Folgen des Klimawandels sind deutlich sichtbar: Die Hitze regiert den Alltag, die Versorgung mit frischen Lebensmitteln gestaltet sich schwierig, Brände zerstören Häuser. Ein bedrückendes Szenario.
Das Buch wurde mir von vielen Seiten empfohlen und steht ja nun auch auf der Short List. Aber – #unpopularopinion – ich bin null mit der Story warm geworden. Sorry. Und das lang vor allem an der Sprache. Für mich hört sich das alles genau nach dem an, was die Autorin studiert hat: Sprachkunst. Um jeden Preis.
Diese Sprachkunstakzente in der Geschichte und manche Einschübe tragen für mich nichts zur Geschichte und deren Fortgang bei (o.Ä., mobiles Device), die vielen Trennstriche (/) bei alternativer Wortwahl haben mich nach dem vierten Mal echt ziemlich genervt. „Tante“ immer nur als solche zu benennen, obwohl das Verhältnis von Era zu ihr vielleicht das einzig Beständige in der ganzen Geschichte ist, passt für mich echt gar nicht. Genauso wenig wie von „Person“ zu sprechen, wenn Era einem anderen Mädel auf einer Party begegnet. Das ist für mich einfach zu gewollt. Und der Safe? Den schleppt man in der Zukunft immer mit sich rum? Echt?
Um es kurz zu machen- die Wut, die Verzweiflung, der Kampf um Selbstbestimmung und gegen den Verlust der Identität sind durchaus spannende Themen/Bereiche 😉, aber die Sprache hat mich gar nicht abgeholt.
Trotzdem: Der Titel ist sagenhaft, da gibt’s mal nix.
„Da war ich mit Heulen und Hoffen und Kotzen ganz gut ausgelastet.“