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Veröffentlicht am 17.10.2025

Tolles Mitmachbuch für kreative und neugierige Kinder ab 5

Dudu forscht. Von A bis Z
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„Dudu forscht: Von A bis Z: Rätsel, Experimente, Bastelspaß“ ist ein wirklich tolles Mitmachbuch für Kinder ab ca. 5 Jahren.

Auf ca. 80 Seiten gibt es jede Menge Wissen, spannende Rätsel, dazu tolle und ...

„Dudu forscht: Von A bis Z: Rätsel, Experimente, Bastelspaß“ ist ein wirklich tolles Mitmachbuch für Kinder ab ca. 5 Jahren.

Auf ca. 80 Seiten gibt es jede Menge Wissen, spannende Rätsel, dazu tolle und kreative Bastelideen und Malprojekte sowie einfache Experimente, die auch schon die Kleinen gut machen können.
Die tollen Bastelarbeiten und Stickerbogen sind meiner Meinung nach das größte Highlight.

Dieses interaktive Mitmachbuch ist perfekt gegen Langeweile und man kann dabei noch viel lernen. Dabei werden die Kinder unterhaltsam begleitet vom Roboter Dudu und dem Hund Schnüffel.

Sehr empfehlenswertes und vielseitiges Wissens- und Mitmachbuch!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Wenn Familie zerbricht, macht es kein Geräusch: Vererbte Kriegstraumata

Blinde Geister
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„Blinde Geister“ von Lina Schwenk war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025 und thematisch hatte mich der Roman stark angesprochen.

Vorab bedanke ich mich herzlich beim Beck-Verlag für die Bereitstellung ...

„Blinde Geister“ von Lina Schwenk war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025 und thematisch hatte mich der Roman stark angesprochen.

Vorab bedanke ich mich herzlich beim Beck-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die hier geäußerte Meinung zum Buch ist meine eigene.

Die Protagonistin Olivia wächst mit einem vom Krieg schwer traumatisierten Vater auf. Nach wie vor hat er Angst vor dem Krieg, dass die Russen wieder kommen könnten. Regelmäßig verbringt Olivia ganze Tage und Nächte mit ihrer Schwester und den Eltern im Keller.

„Der Keller, der Keller, der Keller. Unser geliebter Bunker. In den wir immer mitmussten, alle zusammen, während all der fernen Kriege. Es ist ständig irgendwo Krieg. Bloß stört das die meisten nicht. Für uns hieß das Familienzeit, die Füße in dicken Strümpfen, ohne Tageslicht zusammenhocken, nächtelang. Das erste Mal erinnere ich 1962, während der Kubakrise. Aber auch ’64, ’65, ’66, wir waren immer wieder unten. Karl wärmte Dosenravioli für uns auf, blieb in der Nähe des Radios und drehte sich durchs Rauschen. An den Wänden bröckelte der Putz. Wir lehnten uns oft so lange und fest dagegen, dass es juckende Abdrücke am Rücken gab. Martha und ich kratzten uns gegenseitig. Es war stickig und roch nach toten Ratten. Wir wollten wieder hoch. Aber Rita hob die Hand und sagte: „Als Familie bleiben wir zusammen.‘“

Es ist kaum verwunderlich, dass Olivia als Erwachsene selbst eine Angststörung entwickelt, viel Zeit in der Psychiatrie verbringt. Besser geht es ihr erst, als sie Paul kennenlernt und mit ihm eine Familie gründet.

„Trotzdem gibt es Dinge, die habe ich ihm nicht erzählt. Dass man einen Keller braucht. Dass es nicht falsch ist, eine gepackte Tasche im Schrank zu haben, mit Büchern und Batterien. Dass es mit Kind schwieriger wird, sich zu verstecken.“

Erst jetzt versteht Olivia richtig, wie das Trauma über Generationen hinweg vererbt wurde. Ihre Tochter Ava wächst frei von diesen Ängsten auf.

„‘Ich musste in der Schule keine russischen Flüsse auswendig lernen. Ich musste keine Schützengräben im Sportunterricht bauen. Mich auf Ellbogen zur nächsten Turnmatte ziehen. Meine Angst hält sich in Grenzen.‘
Sie klingt sarkastisch.
Ich habe ihr zu oft efrzählt, wie blau meine Arme damals waren, dass ich mich im Bett nicht ohne Schmerzen drehen konnte. Ich hatte lange geglaubt, es auszusprechen, würde es irgendwann aus meinem Kopf lösen, würde Ava eine Angst nehmen, die sie noch gar nicht kannte. Doch trotz all der Jahre, in denen ich das Vergessen geübt hatte, fließen sie weiter durch meinen Kopf: Jenissei, Ob, Wolga, Amur, Ural, Irtysch, Kolyma, Don.“

Obwohl ich das Thema wie gesagt sehr interessant finde, konnte mich der Roman nicht so begeistert wie erhofft. Sprachlich fand ich das Geschriebene größtenteils gelungen, das generationenübergreifende Kriegstrauma authentisch dargestellt.

„Wie sollte sie sonst alles zusammenhalten? Wenn Familie zerbricht, macht es kein Geräusch. Es ist, als würden Wolken sich trennen.“

Doch leider fand ich das Buch wirklich schwer zugänglich. Die Kapitel sprunghaft aneinandergereiht, die Charaktere konnten mir auf den wenigen Seiten leider nicht wirklich nahekommen. Obwohl wir quasi Olivia von der Kindheit bis ins Alter begleiten, gibt es viele Lücken. Daher konnte mich dieses bewegende Thema in dieser Umsetzung leider nicht so begeistern und berühren, wie ich gehofft hatte.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Absolutes Highlight: Herzerwärmender, leiser Roman, der glücklich macht

Lass uns noch bleiben
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"Lass uns noch bleiben" von Saskia Luka ist schon jetzt eines meiner diesjährigen Buch-Highlights!

Vorab vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley.
Das ...

"Lass uns noch bleiben" von Saskia Luka ist schon jetzt eines meiner diesjährigen Buch-Highlights!

Vorab vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley.
Das Buch werde ich mir defitiniv noch als Hardcover holen, das MUSS in meinem Bücherregal stehen!

Zum Buch:
Anna hat einen kleinen Pflanzenladen mitten in Berlin. Seit ihre Freundin Vinnka ohne Abschied aus ihrem Leben verschwunden ist, zieht sie sich immer mehr zurück. Nur ihrem Geschäfts-Nachbarn, dem liebenswerten Antiquar Henning, bringt sie täglich einen Kaffee vorbei; ansonsten lebt sie isoliert.

"Anna mochte alle Pflanzen. Vielleicht besonders die, die secondhand oder in alten Töpfen zu ihr kamen und schon ein Leben und eine Geschichte hatten. Manche waren schön, manche so traurig, dass sie eingingen, manche blühten auf. Und alle waren still."

„Es gab Leute, die sich davor fürchteten, einen Samstagabend allein zu Hause zu verbringen, sie fürchtete sich davor, es nicht zu tun."


Eines Tages steht plötzlich Alex in Annas Laden, er sucht verzweifelt so schnell wie möglich eine Wohnung. Eigentlich möchte Anna das nicht, doch sie nimmt ihn als Mitbewohner bei sich auf. Dadurch ändert sich nach und nach alles in Annas Leben. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Annas verschwundener Freundin. Diese Reise wird alles ändern, bis sie wieder nach Berlin zurückkommen.

„‘Wusstest du, dass es Pflanzen gibt, die nur an einem ganz bestimmten Ort wachsen, unter ganz speziellen Bedingungen?‘ Anna hatte die Schuhe ausgezogen und saß im Schneidersitz auf dem Beifahrersitz. ‚In einem bestimmten Gebirge zum Beispiel. Egal wie weit der Wind die Samen trägt, sie wachsen ausschließlich dort. Manchmal denke ich, ich bin so eine Pflanze. Ich versuche zu wachsen, aber am falschen Ort.‘
‚Dann musst du doch nur herausfinden, welche Bedingungen du brauchst.‘
‚Und wo es sie gibt.‘
‚Wer weiß, vielleicht liegen sie am Weg dieser Reise.‘“

Was für ein wunderschöner Roman - wie ein Sonnenstrahl an einem grauen Tag!
Es ist ein sehr ruhiges Buch, aber ich habe es geliebt!
Es ist ein wahres Kunststück, wie Saskia Luka es schafft, auf nur 192 Seiten so viel Liebe und Leben in ihre Charaktere zu schreiben. Die leisen Töne haben mein Herz sehr berührt.

"'Ich glaube, dass man einfach ins Leben zurückkommen muss', sagte Alex.
Als Anna schwieg, fuhr er fort.
'Nicht verschwinden.'"

Ich vergebe hier 5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für diesen feinfühligen, wunderschönen Roman über Liebe, Verlust, das Leben und Neubeginn.

Absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Groteske Geschichte einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung

Vielleicht ist die Liebe so
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„Vielleicht ist die Liebe so“ von Katja Früh hatte mich aufgrund des schräg und gleichzeitig interessant klingenden Klappentextes sehr angesprochen, zumal aus dem diogenes-Verlag viele tolle Bücher kommen.

Erzählt ...

„Vielleicht ist die Liebe so“ von Katja Früh hatte mich aufgrund des schräg und gleichzeitig interessant klingenden Klappentextes sehr angesprochen, zumal aus dem diogenes-Verlag viele tolle Bücher kommen.

Erzählt wird die Geschichte von Anja, Mitte 40, deren Mutter ihr gleich zu Beginn des Romans ihren geplanten Todestermin mitteilt. Anja ist geschockt. Zwar stand sie ihrer Mutter nie nah, ihre Beziehung war und ist schwierig. Ihre sehr narzistische Mutter hatte immer hohe Erwartungen an sie, nie konnte Anja es ihr recht machen, echte Nähe gab es nicht zwischen ihnen. Seitdem Anja ihren Beruf als Schauspielerin aufgegeben hatte und als Barkeeperin arbeitet und ihr Freund Carlos von ihr getrennt hatte, ist das Mutter-Tochter-Verhältnis nicht besser geworden.
Doch nun erwartet ihre Mutter Verständnis für ihr geplantes Ableben mit Sterbehilfe und fordert Anjas Unterstützung bei den Formalitäten rund um Beerdigung; und für ihren geliebten Hund bittet sie um etwas, was Anja nicht leisten will.
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Das toxische Verhältnis zwischen Mutter und Tochter war sehr gut dargestellt, vor allem gegen Ende hin konnte man Anja gut verstehen:

„Benjamin denkt bestimmt, dass ich über den Verlust meiner Mutter weine. Ich weine aber um einen ganz anderen Verlust.
Falls man etwas, das nie da gewesen ist, einen Verlust nennen kann. Dieses Loch, das Menschen in sich fühlen, die ihr ganzes Leben einer Liebe, einer Geborgenheit hinterherrannten, die es einfach nicht gab, eine Jagd nach einem Phantom. Die heiße Liebe, die ich als Kind für meine Mutter empfand und die sich in tausend Versuchen, sie für mich einzunehmen, äußerte, ist mit den Jahren verschwunden. Das Loch aber bleibt für immer.“

Dennoch konnte mich der Roman leider nicht so abholen, wie ich gehofft hatte.
Die Charaktere blieben mir zu distanziert, ich konnte mich nur schwer in sie hineinversetzen. Vor allem Anjas Bericht über ihre Gründe, mit der Schauspielerei aufzuhören, waren für mich nicht authentisch dargestellt, mir fehlte hier die Tiefe bei ihrem Charakter.
Auch die anderen Protagonist*innen blieben für mich zu oberflächlich; das Thema Sterbehilfe hat mir in dieser Umsetzung nicht so zugesagt. Ich hatte höhere Erwartungen an den Roman. Zwischendurch hatte er einige Längen und konnte mich nicht wirklich fesseln.

Insgesamt eine ziemlich schräge Geschichte, die mich leider nicht so überzeugen konnte.

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley.
Die geäußerte Meinung zum Buch ist meine eigene.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Schönes Kinderbuch über Herkunft und Familie

Von hier aus kann man die ganze Welt sehen
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„Von hier aus kann man die ganze Welt sehen“ von Enne Koens ist eines der Kinderbücher, die für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 nominiert sind.

Erzählt wird die Geschichte der neunjährigen deetje. ...

„Von hier aus kann man die ganze Welt sehen“ von Enne Koens ist eines der Kinderbücher, die für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 nominiert sind.

Erzählt wird die Geschichte der neunjährigen deetje. Sie lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter in einem Hochhaus in der Stadt. Von ihrem Vater weiß Dee nichts. Eines Tages findet sie auf der Straße einen Brief, den der nette Postbote offenbar verloren hat. Weder den Namen des Empfängers noch des Absenders kann man entziffern und Deetje wird neugierig, sie öffnet den Brief heimlich. Im Brief schreibt jemand, dass er jemanden vermisst, und Dee vermutet hier ein Geheimnis. Und mit Geheimnissen kennt sich Deetje aus, denn sie glaubt schon länger, dass ihre Mutter ein Geheimnis hat, immerhin ist sie so ganz anders als Dee selbst. Deetje glaubt, sie könnte adoptiert sein.
Gemeinsam mit ihren Freunden Vito und Kevin macht Dee sich auf die Suche nach dem Empfänger des Briefs. Dabei trifft sie viele verschiedene Menschen, doch es tauchen immer neue Fragen auf – nicht nur, as den Brief angeht, sondern auch Deetjes Fragen nach ihrer wahren Herkunft.

„‘Deine Mutter hat wohl ein Geheimnis, Dee. Wie kommt sie an ein Kind wie dich?‘
Was sie danach noch sagt, weiß ich nicht. Ich sehe, dass sie redet, aber ich kann sie nicht hören. Ich starre sie an.
Ganz kurz verstehe ich nicht, warum ich es so schlimm finde, dass sie laut sagt, was ich schon hunderttausendmal gedacht habe. So schlimm, dass ich nichts mehr hören kann.
Dann weiß ich es.
Ich dachte, ich sei die Einzige, die es sieht. Ich dachte, ich könnte in aller Ruhe von einem anderen Leben träumen, ohne dass andere Leute auch etwas über mich denken. Natürlich nicht. Wie konnte ich so dumm sein?
Plötzlich begreife ich die vielen Male, als die Leute uns etwas zu lange ansahen. Ich verstehe alle kleinen und großen Bemerkungen in Geschäften, auf der Straße und in der Klasse. Als ich mich auf dem Spielplatz zu meiner Mutter stellte und die Frau, mit der sie redete, fragte: ‚Ist das dein Kind?‘ Wonach sie neugierig von mir zu meiner Mutter und wieder zurück schaute. Meine Mutter, die mich von einem Fest abholte. Die Mutter des Geburtstagskindes, die rief: ‚Deetje, deine Babysitterin ist da.‘ Wir verwirren die Leute, das wusste ich. Jedes Mal, wenn ich spürte, dass wir unterschiedlich waren, dachte ich niemals darüber nach, was der Rest der Welt dachte. Jetzt, da Grazia es gesagt hat, weiß ich, dass der Rest der Welt auch sieht, wie verschieden wir sind, und ich fühle mich verschiedener denn je.“

Deetje mochte ich als Protagonistin sehr gerne, ein gleichermaßen kluges, aufgeschlossenes wie liebenswertes Kind. Sie weiß, was sie will – das kam auch oft sehr witzig daher:

„Er zwinkert mir zu.
‚Igitt, Vito. Du bist neun.‘
‚Fast zehn. Und übrigens, auch neunjährige Menschen haben Gefühle.‘
‚Hilfst du mir beim Suchen?‘
‚Und gehen wir dann danach miteinander, Deetje?‘
‚Bestimmt nicht, Vito.‘
‚Warum nicht?‘
‚Ich will frei sein.‘“

Die Geschichte hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Sie ist flüssig und unterhaltsam geschrieben, vom Inhalt her werden die Fragen nach Herkunft und Familie kindgerecht, aber doch mit gewissem Anspruch behandelt. Die Altersempfehlung passt meiner Meinung nach ab 9 Jahren, auch wenn es relativ viel Text zu lesen ist. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach auch gut zum Vorlesen.

Wiedermal ein sehr schönes Kinderbuch von Enne Koens!

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