Cover-Bild Vielleicht ist die Liebe so
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25,00
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  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 22.10.2025
  • ISBN: 9783257073447
Katja Früh

Vielleicht ist die Liebe so

»Der Termin ist am 18. Februar um vier. Trag dir das ein!«, sagt Anjas Mutter und schlürft genüsslich ihre Won-Ton-Suppe. Sie meint damit weder Friseur noch Zahnarzt, sondern ihr eigenes Ableben. Anja, Anfang vierzig, früher Schauspielerin, nun Barkeeperin, wirft diese Ankündigung aus der so oder so ungeraden Bahn, auch wenn das Verhältnis zu ihrer eigenwilligen Mutter schon immer kompliziert war und sie unentwegt um Abstand und ihr eigenes Leben und Lieben ringt. Und außerdem: Was soll denn nur aus Mamas Hund werden?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

Zwischen Todesplan und Lebensdurcheinander

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Man sitzt da, liest ein paar Seiten – und plötzlich fühlt sich alles erstaunlich nah an. Diese Geschichte hat keine Angst vor großen Themen, aber sie trägt sie mit einem lakonischen Schulterzucken, als ...

Man sitzt da, liest ein paar Seiten – und plötzlich fühlt sich alles erstaunlich nah an. Diese Geschichte hat keine Angst vor großen Themen, aber sie trägt sie mit einem lakonischen Schulterzucken, als wäre das Leben selbst der Erzähler. Eine Mutter, die ihren eigenen Tod plant, als würde sie ein Dinner ausrichten. Eine Tochter, die irgendwo zwischen Wut, Überforderung und Galgenhumor versucht, nicht den Verstand zu verlieren. Klingt absurd? Ist es auch. Und gleichzeitig erschreckend menschlich.

Anja stolpert durch Gespräche, Erinnerungen und innere Monologe, die sich anfühlen wie echte Gedanken. Unsortiert, widersprüchlich, manchmal fies, dann wieder zärtlich. Genau das macht es so stark. Niemand wird hier geschont, am wenigsten die Familie. Kontrolle, Nähe, Schuld und diese ewige Frage, was man seinen Eltern eigentlich schuldet, hängen wie Rauch in der Luft.

Was dieses Buch besonders macht, ist der Ton. Schweres wird leicht erzählt, ohne es kleinzumachen. Humor blitzt dort auf, wo man ihn am wenigsten erwartet, und bleibt trotzdem respektvoll. Die Nebenfiguren wirken wie Menschen aus dem echten Leben – die Sorte, die man in einer Bar trifft und plötzlich über die eigenen Abgründe spricht.

Zwischendurch ertappt man sich dabei, wie man nickt, schluckt oder leise lacht. Nicht, weil alles lustig ist, sondern weil es wahr ist. Diese Geschichte urteilt nicht. Sie beobachtet. Und genau darin liegt ihre Kraft.

Am Ende bleibt kein lauter Knall, sondern ein stilles Nachdenken. Über Liebe, über Autonomie, über das Chaos, das Familie heißt. Und über die Erkenntnis, dass man nicht immer eine klare Haltung haben muss, um ehrlich zu sein.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Nein, so ist die Liebe nicht!

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Meine Meinung

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war mir sofort klar, das Buch muss ich lesen. Das hat man schließlich nicht alle Tage, dass eine Mutter ihrer Tochter beim ...

Meine Meinung

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war mir sofort klar, das Buch muss ich lesen. Das hat man schließlich nicht alle Tage, dass eine Mutter ihrer Tochter beim gemeinsamen Mittagessen den genauen Zeitpunkt ihres Ablebens nennt. Der Schreibstil liest sich wie Butter und ich war sofort mitten im Geschehen.

Anja ist Anfang vierzig und kommt mit ihrer dominanten Mutter nicht klar. Die Schauspielerei hat sie an den Nagel gehängt und kellnert leidenschaftlich gerne in einer Bar. Ihre Mutter interessieren die Gründe für diese Entscheidung nicht. Sie gibt stets ihrer Tochter an allem Schuld.

Anja ringt um Liebe und ein selbstbestimmtes Leben; packt aber leider vieles falsch an. Jetzt soll sie auch noch anwesend sein, wenn ihre Mutter den genehmigten Suizid begeht.

Der sympathischen, gutherzigen Frau bleibt wirklich nichts erspart. Muss sie wirklich mit dabei sein, wenn die Mutter ihren kerngesunden Hund einschläfern lässt? Da war ich ehrlich gesagt richtig glücklich darüber, dass die Tierärztin diesen Auftrag verweigert hat. Anja musste ihrer Mutter versprechen, dass sie einen Tierarzt findet, der den Hund einschläfert. Natürlich hatte Anja eine bessere Lösung und versteckte den süßen Vierbeiner bei einem Freund.

Die Geschichte spielt in Zürich. In der Schweiz darf man, nach genauen Überprüfungen, sein Leben selbst beenden. Das Thema selbstbestimmtes Leben und Sterben nimmt eine große Rolle in dem Geschehen ein und bietet Zündstoff für Diskussionen.

Anjas Mutter möchte ihr Leben beenden, bevor sie krank und dement ist und nicht auf Pflege angewiesen sein. Anja fühlt sich in Gegenwart ihrer Mutter klein und unbedeutend. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie beleidigend diese sich ihr gegenüber verhält.

Mir hat diese Mutter schier den Atem geraubt; ob der vielen Gemeinheiten ihrer eigenen Tochter gegenüber. Die gesamte Aufmerksamkeit der attraktiven Witwe galt früher ihrem Mann, einem berühmten Dirigenten. Die Tochter war von jeher eine Randfigur.

Der Mutter und Tochterkonflikt sitzt tief und wirkt unlösbar. Glück und ein Gefühl von Geborgenheit empfindet Anja ausschließlich bei ihrem Chef und den Kunden in der Bar, die zum Teil richtige Freunde geworden sind. Sie fühlt sich dort getragen und darf sie selbst sein. Die Wertschätzung stärkt sie für alles, was noch kommen wird. Ihr dürft mir glauben, es kommt noch sehr, sehr viel.



Fazit
Echte Freunde sind Retter in der Not. Die waren für Anja eine große Notwendigkeit; denn, wer so eine Mutter hat, braucht keine Feinde mehr.

Ob sich die Mutter tatsächlich das Leben genommen hat? Ich empfehle euch, das selbst zu erkunden.

Von mir eine klare Empfehlung. Der Inhalt hält, was der Klappentext verspricht.

Herzlichen Dank, Katja Früh. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

Ein Dankeschön an den Diogenes Verlag. Das war wieder mal ein literarisches Sahneschnittchen.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Über das Recht auf den selbstbestimmten Tod

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Katja Früh ist mit ihrem Debütroman "Vielleicht ist die Liebe so" etwas Bemerkenswertes gelungen: viel Leichtfüßigkeit und Humor in einem Buch, das eigentlich voll ist von Themen, bei denen ein einziges ...

Katja Früh ist mit ihrem Debütroman "Vielleicht ist die Liebe so" etwas Bemerkenswertes gelungen: viel Leichtfüßigkeit und Humor in einem Buch, das eigentlich voll ist von Themen, bei denen ein einziges schon reichen hätte können, um eine unglaubliche Schwere zu transportieren: es geht unter anderem um assistierten Suizid, weitere Suizide in der Familiengeschichte, eine toxische Mutter-Tochter-Beziehung sowie on top auch noch um eine Familie mit jüdischen Wurzeln, die sich mit dem Gefühl der Überlebensschuld, Entwurzelung, Heimatlosigkeit und transgenerationaler Traumatisierung herumschlagen muss. Das könnte ein Buch sein, das so traurig und düster ist, dass es kaum zu bewältigen ist.

Aber so ein Buch hat die Autorin trotz all dieser herausfordernden Themen nicht geschrieben, sondern im Gegenteil einen leichtfüßig-humorvollen Zugang dazu gewählt. Das ist ein durchaus cleverer Schachzug, um beim Lesen nicht gleich in die komplette Abwehr zu gehen, sondern sich auf das Buch und die damit verbundenen Themen intellektuell und vor allem auch emotional einlassen zu können. Denn ist man erst einmal in das Buch hineingezogen, dann möchte man es fertig lesen und dann regt es insgesamt sehr zum Nachdenken über die erwähnten Themen und noch viele weitere an.

Endgültige Antworten oder gar Positionen möchte dieses Buch nicht vermitteln. Wir nähern uns stattdessen der Geschichte ausschließlich durch die Perspektive der Mitte-40-jährigen Anja an, einer unzuverlässigen Erzählerin. Anja hat es nicht leicht gehabt im Leben bisher: der Vater ist früh an seinem Alkoholismus zugrunde gegangen, die Oma hat sich das Leben genommen, genauso wie eine Cousine der Mutter, und als einzige Tochter einer narzisstischen, zynischen und mit allem unzufriedenen Mutter kriegt Anja von dieser ständig zu hören, was für eine Versagerin sie in deren Augen doch sei und in wie vielen Bereichen sie den Ansprüchen der Mutter nicht genüge. Angespornt durch die ehrgeizige Mutter hat Anja in jungen Jahren eine Karriere als Schauspielerin versucht, diese aber nach einem schockierenden Erlebnis mit einem sexuell übergriffigen Regisseur erst einmal ad acta gelegt, zur Enttäuschung ihrer Mutter. Momentan arbeitet sie als Kellnerin in einer Bar - ein Job, der ihr durchaus gut tut, weil sie sich dort sicher fühlen und erholen kann und gute Freunde hat, der aber natürlich nicht so prestigeträchtig ist, wie ihr immer vermittelt wird, dass ihr Job und ihr Leben sein sollte. Auch bezüglich romantische Beziehungen läuft es herausfordernd für Anja: eigentlich hätte sie sich immer Kinder gewünscht, doch nie den richtigen Mann dafür gefunden. Sie hofft immer noch vergeblich, dass es mit ihrem Ex Carlos wieder etwas werden könnte, obwohl dieser klar mit ihr abgeschlossen hat und das eigentlich auch deutlich wird - für alle, außer für Anja.

Das war schon mal ganz schön viel über Anja und ich könnte noch viel mehr über sie schreiben, denn aus ihrer Perspektive ist, wie gesagt, der ganze Roman erzählt. Doch gibt es noch den wichtigsten Gegenpart in dieser Geschichte: ihre Mutter, die ihr eines Tages so lapidar wie nebenbei erzählt, dass sie entschieden hat, sich am kommenden 18. Februar um 4 Uhr nachmittags, unterstützt von einer Schweizer Sterbehilfeorganisation, das Leben zu nehmen. Am Anfang können wir Lesende - und auch Anja - gar nicht glauben, dass die Mutter, auch wenn sie eine sehr willensstarke und entschlossene Persönlichkeit ist, das tatsächlich ernst meint. Doch die Vorbereitungen für ihren Sterbetag schreiten voran: die Mutter verlangt allen Ernstes von Anja, sie dabei zu unterstützen, ihren gesunden und lebensfrohen Hund einschläfern zu lassen, da sie meint, dieser würde ihren Tod nicht verkraften und es sei besser so. Sie wählt passende Kleidung für ihren Sterbetag, die ruhig hinten offen sein könne, denn dann werde sie ja nur mehr am Rücken daliegen. Auch die Beerdigung und der Leichenschmaus werden geplant. Wenn man eines dieser sonst so egozentrischen Mutter nicht vorwerfen kann, dann ist es, der hinterbliebenen Tochter viel Arbeit zu hinterlassen: die Mutter kümmert sich vor ihrem geplanten Suizid um jedes erdenkliche Detail. Und so rückt der geplante Sterbetag immer näher, ohne dass die Mutter Anstalten macht, ihren Plan abzusagen.

Kann das sein? Ist es möglich, dass eine zumindest äußerlich gesund wirkende Frau Anfang 70 sich so einfach das Leben nehmen "darf", nur weil sie sich immer so über Schönheit und Status definiert hat und ihren eigenen Verfall nicht erleben will? Und, um noch einmal eines draufzulegen: kann es sein, dass sie dabei auch noch von einer Organisation für assistierten Suizid unterstützt wird? Wie steht Anja als Tochter (die entsetzt ist und gerne ihre schwierige Mutter weiter bei sich hätte), aber wie stehen vor allem wir als Lesende zu diesem ethisch sehr kontroversen Thema?

Wie stehen wir dazu, dass wir von der Häufung von Suiziden in der Familiengeschichte erfahren, von den jüdischen Wurzeln, dem religiösen Sich-Entwurzelt-Fühlen der Mutter auch nach Wechseln vom Judentum erst zum Katholizismus, dann zum Protestantismus und schließlich zur Abkehr vom Glauben? Da liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dieser Mutter, auch wenn und gerade weil sie sich oft der Tochter gegenüber so unfreundlich und abwertend präsentiert, um eine innerlich tief verwundete Person handeln könnte? Würde diese nicht viel eher Psychotherapie brauchen als Unterstützung beim Suizid? Doch wie gehen wir damit um, wenn diese Person das nunmal nicht möchte? Wäre es ethisch angebrachter, ihr den assistierten Suizid zu verweigern (und damit eventuell einen unassistierten Suizid mit allen Konsequenzen in Kauf zu nehmen)?

Auf all diese Fragen gibt es keine leichten oder eindeutigen Antworten. Diese will und kann dieses Buch auch gar nicht geben, aber es kann zum tiefgehenderen Nachdenken und Diskutieren anregen, und das tut es auch. Damit ist es ein sehr intelligentes Buch, dem, wie eingangs erwähnt, es bei aller Schwere gelingt, die erwähnten Themen mit einer Leichtfüßigkeit zu behandeln, die den Zugang öffnet, sich darauf einzulassen. Das ist schon eine besondere Kunst, die ich bewundere. Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich mit diesen Themen zu beschäftigen.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Sonst noch was?

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Die Trennung von Drehbuchautor Carlos hat Anja, Anfang 40, noch nicht überwunden. Da trifft die ehemalige Schauspielerin und jetzige Barkeeperin der nächste Schock: Ihre Mutter plant einen assistierten ...

Die Trennung von Drehbuchautor Carlos hat Anja, Anfang 40, noch nicht überwunden. Da trifft die ehemalige Schauspielerin und jetzige Barkeeperin der nächste Schock: Ihre Mutter plant einen assistierten Suizid, und zwar am 18. Februar. Die Witwe will ihre depressive Tochter dabei haben. Und das bleibt nicht die einzige Zumutung für Anja…

„Vielleicht ist die Liebe so“ ist der Debütroman von Katja Früh.

Erzählt wird die Geschichte in 57 kurzen Kapiteln in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Anja - in chronologischer Reihenfolge, aber mit Rückblicken. Die Handlung umfasst ungefähr einen Monat und spielt in der Schweiz.

Zwar nehmen der assistierte Suizid und seine Vorbereitung viel Raum in der Geschichte ein. Dennoch ist die Sterbehilfe nicht das dominierende und bei Weitem nicht das einzige Thema des Romans.

Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die zwei Charaktere werden glaubwürdig und mit Tiefe dargestellt. Beide Protagonistinnen sind in psychischer Hinsicht auffällig. Anja kämpft mit depressiven Verstimmungen, mit einer traumatischen Erfahrung und ihrer Familiengeschichte. Ihre Mutter ist narzisstisch, übergriffig und egozentrisch. Sie hätte ebenfalls traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, nimmt anders als Anja jedoch keine therapeutische Hilfe in Anspruch. Zwar konnte ich nicht immer Anjas Verhalten komplett nachvollziehen. Dennoch kommt man ihr nahe und kann ihre Gedanken und Gefühle verfolgen.

Auf den rund 300 Seiten gibt es darüber hinaus weitere ernsthafte Themen: Verfolgung, Flucht und Vertreibung, Tod, Suchterkrankung, emotionale Abhängigkeit, sexuelle Übergriffe und einiges mehr. Das macht die Geschichte, die auch ethische Fragen aufwirft und zum Nachdenken angeregt, unerwartet facettenreich.

Obwohl der Inhalt beileibe keine leichte Kost ist, liegt der Roman nicht schwer im Magen. Immer wieder gibt es tragikomische bis skurrile Momente, bei denen das Lachen allerdings im Hals stecken bleibt.

Auch der leichtfüßige Schreibstil macht den Roman zu einer angenehmen Lektüre. Die Dialoge wirken glaubhaft. Die Sprache ist ungekünstelt, aber nicht zu salopp.

Das Covermotiv zeigt das Gemälde „Jewelry“ von Anna Weyant. Obwohl ich eine reduzierte Optik auf dem Buchdeckel mag, spricht mich die Gestaltung diesmal leider gar nicht an. Ein inhaltlicher Bezug erschließt sich zudem allenfalls im metaphorischen Sinn. Der Titel hingegen passt sehr gut zur Geschichte.

Mein Fazit:
Als ein Highlight im Lesejahr 2025 hat sich der Roman von Katja Früh zwar nicht entpuppt. Dennoch kann ich „Vielleicht ist die Liebe so“ als leichtfüßige und kurzweilige Geschichte mit ernsthaften, anspruchsvollen Themen gerne empfehlen.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Darf man selbstbestimmt sterben?

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Was macht man, wenn einem die eigene Mutter den Zeitpunkt ihres Ablebens mitteilt?
Anja ist fassungslos, als ihre Mutter ihr den Termin ihres Ablebens mitteilt. Das Verhältnis war nie einfach, die Mutter ...

Was macht man, wenn einem die eigene Mutter den Zeitpunkt ihres Ablebens mitteilt?
Anja ist fassungslos, als ihre Mutter ihr den Termin ihres Ablebens mitteilt. Das Verhältnis war nie einfach, die Mutter zu ehrgeizig, Lob oder Anerkennung gab es nicht, Anja sieht sich als Enttäuschung und konnte den Ansprüchen nie gerecht werden. Verzweifelt versucht sie, sie davon abzuhalten. Viele Fragen tun sich auf: Warum macht sie das? Ist sie krank, unglücklich oder einsam? Was ist der Grund?
Das Buch greift das Thema des selbstbestimmten Todes auf und zeigt, wie Anja damit umgeht – beziehungsweise nicht umgeht. Denn die Frage ist ja: Kann man damit überhaupt zurechtkommen?
Ich fand das Thema hochinteressant, konnte vieles nachvollziehen und kam dabei selbst ins Grübeln. Katja Früh beschreibt sehr gut das Verhältnis zwischen Anja und ihrer Mutter, das nicht immer einfach war. Die Protagonistinnen sind in sich stimmig gestaltet, was mir gut gefallen hat. Ob die Geschichte mit dem Hund nötig war, weiß ich nicht – mich hat sie eher gestört.
Alles in allem ist es ein lesenswertes Buch über ein Thema, das immer aktueller wird, da man inzwischen auch in Deutschland selbstbestimmt sterben darf. Ich empfehle es allen, die sich gern mit solchen Fragen auseinandersetzen.

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