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Veröffentlicht am 17.05.2026

Wort-Spaziergänge mit Mely Kiyak

Gute Momente
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Seit ich das berührende Buch „Frausein“ von Mely Kiyak gelesen habe, bin ich ein großer Fan!
Daher habe ich mich sehr auf ihre neueste Veröffentlichung „Gute Momente“ gefreut.

In ihrem unverkennbaren ...

Seit ich das berührende Buch „Frausein“ von Mely Kiyak gelesen habe, bin ich ein großer Fan!
Daher habe ich mich sehr auf ihre neueste Veröffentlichung „Gute Momente“ gefreut.

In ihrem unverkennbaren Stil versammelt die Autorin hier persönliche Geschichten und Texte, die teilweise auch aus ihrer ZEIT-Kolumne stammen. Diese literarischen „Wort-Spaziergänge“ nehmen uns Leser*innen mit in ihren Alltag: Ob persönliche Beobachtungen über ihren Vater, Begegnungen mit Handwerkern, Reiseerlebnisse oder gesellschaftspolitische Stimmungsbilder - all das fügt sich zu einem vielschichtigen, stimmigen Mosaik zusammen.

„Da sind sie ja wieder, die guten alten Zeiten, wo die Führer der Welt Worte von vorgestern ausgraben und alle leeren Versprechen nach hinten zeigen. Und erneut sind es die Schriftsteller, die den Lügen hinterherräumen und Schicht für Schicht den Schutt abtragen, weil irgendwo darunter verborgen liegt, welche Ungeheuerlichkeiten aus der Vergangenheit Vorlage fürs Heute sind.
[...]
Längst nicht alle haben das Glück, fliehen zu können. Und also hören wir auch die Gefängnisketten wieder rasseln, damit aus Schreibenden Schweigende werden. Was die Staaten lenkenden Analphabeten jedoch nie begreifen werden, ist: Auch das Schweigen schreibt Bände. So wandern wir die Weltliteratur Buchrücken für Buchrücken ab, lesen, wie es war, und wissen, was wird. Nur ein Rätsel, das sich nie ganz lösen ließ, bleibt. Wer folgt eigentlich wem? Die Wirklichkeit der Fiktion oder umgekehrt?“

„Wie war ich als junger Mensch? Mit vierzehn oder fünfzehn. Wenn man glaubt, dass zwanzig noch ewig hin ist? Ich kann mich erinnern, was ich von meiner Tante zu Weihnachten bekam (einen Föhn von Braun). Aber wie habe ich gefühlt? Wie dachte ich über das Glück nach? Und darüber, wie es wohl ist, wenn man Schulden hat oder ein Kind verliert. Was dachte ich über Helmut Kohl? Dachte ich irgendwas über ihn? Meine Vergangenheit ist wie ein Buch, von dem ich weiß, dass ich es schon viele Male las, aber ich habe die Details vergessen. Ich kenne noch ungefähr den Plot.“

Die Texte sind ein gelungener Mix aus feinsinnigem Humor („Ich hoffe auf Zeichen, Erkenntnis, irgendwas. Aber hier fährt nur die Straßenreinigungsmaschine auf und ab.") und tiefgründigen Gedanken. Auch wenn mich (wie bei solchen Textsammlungen wohl üblich) nicht jeder Beitrag gleichermaßen angesprochen hat, waren etliche Hightlighs dabei.

„Deshalb: mit Worten gegen Worte wehren. [...]
Das Hadern hat hier keinen Platz. Es ist ein Luxus für bessere Zeiten. Hadern ist ein Ausdruck von Ohnmacht. Erzählen ist Macht.“

Vielen Dank an Mely Kiyak für diese wunderbare Mischung aus tiefgründigen Impulsen und herrlich amüsanten Momenten!

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Reich oder arm kann sich für jeden anderes anfühlen

Was ist arm und was ist reich?
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„Was ist arm und was ist reich?“ aus der Reihe „Große Themen, einfach erklärt“ ist ein Sachbuch von Kristina Scharmacher-Schreiber, das sich kindgerecht dem Thema Armut und Reichtum widmet.

Die Autorin ...

„Was ist arm und was ist reich?“ aus der Reihe „Große Themen, einfach erklärt“ ist ein Sachbuch von Kristina Scharmacher-Schreiber, das sich kindgerecht dem Thema Armut und Reichtum widmet.

Die Autorin zeigt auf, dass arm und reich nicht immer eindeutig ist: was für manche wenig ist, ist für andere viel. Während "absolute Armut" das Fehlen von existenziellen Grundbedürfnissen wie Nahrung, Trinkwasser und ein Dach über dem Kopf bedeutet, ist "Reichtum" dagegen relativ: Für den einen bedeutet es, jeden Tag ein warmes Mittagessen zu haben, für den anderen den jährlichen Luxusurlaub.

Auf kindgerechte Art und Weise gibt es Antworten auf schwierige Fragen, z.B. die Folgen und Ursachen von Armut sowie die Tatsache, dass Geld und Wohlstand oft ungleich verteilt sind.
Auch die unterschiedlichen Lebensbedingungen in verschiedenen Teilen der Welt weden dargestellt.

Das Buch nimmt Kinder mit auf eine kleine Zeitreise, die zeigt, dass Dinge, die wir heute als selbstverständlich sehen (z.B. Strom und fließend warmes Wasser), früher purer Luxus waren.

Das Buch regt zum Nachdenken über die Frage nach Gerechtigkeit an sowie dazu, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu hinterfragen. Die am Ende gestellte philosophische Frage: "Wie können wir unser Leben tatsächlich reicher machen?“ hat mir sehr gut gefallen.

Die humorvollen, farbenfrohen Illustrationen von Tine Schulz lockern das Buch auf.

Ich vergebe für dieses kluge, wertvolle Sachbuch für Kinder ab ca. 7 Jahren auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Zuckersüß illustriertes Abenteuer mit Flauschi und Schuff

Flauschi und Schnuff büxen aus
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„Flauschi und Schnuff büxen aus“ von Ross Motgomery hatte uns durch das süße Cover und den Klappentext sofort angesprochen. Diese Abenteuergeschichte mit zwei Meerschweinchen hat unsere Erwartungen mehr ...

„Flauschi und Schnuff büxen aus“ von Ross Motgomery hatte uns durch das süße Cover und den Klappentext sofort angesprochen. Diese Abenteuergeschichte mit zwei Meerschweinchen hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt.

Meerschweinchen Schnuff ist ganz zufrieden zuhause, in seinem gemütlichen Stall. Doch sein Freund Flauschi hat große Träume - er möchte unbedingt in den Dschungel von Peru, um Palmen und vor allem andere Meerschweinchen zu sehen! Welch ein glücklicher Zufall, dass die Menschen genau dort Urlaub machen. Flauschi versteckt sich im Gepäck und los geht die Reise! Als Schnuff merkt, dass Flauschi weg ist, muss er seine Ängste überwinden, denn er kann seinen Freund ja nicht alleine lassen! Ein großes Abenteuer beginnt …

Die Geschichte ist in Reimform geschrieben, super unterhaltsam, aber mit tiefgründiger Botschaft: Manchmal findet man Mut erst unterwegs und eine Reise erweitert den Horizont.
Hier ein ganz großes Lob an die tolle Übersetzung von Maria Höck – es ist eine Kunst, solche schönen Reime in einer anderen Sprache so gut zu formulieren.

Das größte Highlight des Buchs sind für uns die lustigen, farbenfrohen Illustrationen von Sarah Warburton: Einfach zu süß! Ich bin mir sicher, dass wir allein wegen dieser knuffigen Bilder das Buch noch sehr oft in die Hand nehmen werden, denn wir haben uns schockverliebt in Flauschi, Schnuff und die anderen süßen Tiere!

„Flauschi und Schnuff büxen aus“ ist ein absolutes Highlight von Bilderbuch, das uns sehr begeistert hat!

Vielen Dank an den Thienemann Verlag & Vorablesen.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Zwei Frauen, ein Wunsch: Freiheit und Selbstbestimmung

Eine Frau verschwindet
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Alice ist geschockt, als ihr Mann ihr völlig unerwartet mitteilt, dass er sich von ihr trennen möchte.
Sie flieht für ein paar Tage nach Korsika, um dies zu verarbeiten. Wie soll sie das ihrer Tochter ...

Alice ist geschockt, als ihr Mann ihr völlig unerwartet mitteilt, dass er sich von ihr trennen möchte.
Sie flieht für ein paar Tage nach Korsika, um dies zu verarbeiten. Wie soll sie das ihrer Tochter beibringen?
Zurück in Paris, nimmt sie sich heimlich eine kleine Wohnung; nicht weit weg von ihrem Zuhause, aber ohne die Gefahr, sich im Alltag zu begegnen. Während Alice tagsüber wie gewohnt zur Arbeit ins Labor geht, wird sie nachts von Schlaflosigkeit geplagt. Als sie eines Nachts betrunken nach Hause kommt, nimmt ihre junge Nachbarin Siham sie bei sich auf. Und Alice kann zum ersten Mal ruhig schlafen ... Daraufhin bekommt sie länger Asyl bei Siham, sie schlafen beide in der kleinen Wohnung. Auch Siham, gerade mal Anfang Zwanzig, befindet sich in einer schwierigen Situation.
Aus der einen Nacht wird eine längerfristige Verbindung. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe merken die beiden Frauen, dass sie einander guttun und gegenseitig unterstützen können.

„Eine Frau verschwindet“ von Cécile Tlili ist mit nur 144 Seiten ein sehr kurzer Roman, ich würde fast sagen, wir bekommen hier „nur“ einen kurzen Einblick ins Leben der beiden Protagonistinnen. Vieles bleibt offen, auch das Ende.
Der Autorin gelingt es jedoch gut, sich in der kurzen Zeit in die beiden Frauen hineinzuversetzen.
In Alice und ihre Reaktion nach der unerwarteten Trennung kann man sich gut einfühlen:
„Weißt du, ich habe das auch durchgemacht. Die Verleugnung, die Schockstarre. Eine Trennung ist wie die Trauer um jemanden, der nicht gestorben ist.“

Siham wirkt anfangs etwas undurchsichtiger, doch gegen Ende nimmt ihre Geschichte eine Wendung, die zeigt, dass auch sie einen unbändigen Wunsch nach Leben, Freiheit und Selbstbestimmung in sich trägt.

Ein kurzer, aber intensiver Roman über weibliche Solidarität und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.

Vielen Dank an den Kein & Aber Verlag & an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Wenn das Sams auf die Olchis trifft ...

Die Olchis und das Sams. Die kaputte Wunschmaschine
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... dann ist ein unterhaltsames Abenteuer sicher!

Mein Kind ist vom Alter her eigentlich aus dem Sams- und Olchi-Alter heraus, aber dieses von Paul Maar und Erhard Dietl gemeinsam geschriebene Buch konnten ...

... dann ist ein unterhaltsames Abenteuer sicher!

Mein Kind ist vom Alter her eigentlich aus dem Sams- und Olchi-Alter heraus, aber dieses von Paul Maar und Erhard Dietl gemeinsam geschriebene Buch konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen.

Alles beginnt damit, dass die Wunschmaschine kaputt ist, also suchen das Sams und Herr Taschenbier den berühmten Professor Brausewein auf in der Hoffnung, dass er sie reparieren kann. Der Professor hat gerade an einem Verjüngungsmittel gearbeitet, in seinem Labor stand eine Sprühflasche davon herum. Dummerweise macht das Sams Quatsch damit und verwandelt seinen Papa Taschenbier vesehentlich in ein Baby, oh je! Was sollen sie nur tun?
Professor Brausewein hat die Idee, dass hier die Olchis weiterhelfen könnten, die haben immerhin selbst ein Baby. Außerdem muss er sowieso zum Schrottplatz, um Ersatzteile für die Reparatur der Wunschmaschine zu suchen. Leider klappt die Bespaßung von Baby Taschenbier nicht so recht. Vielleicht kann Frau Rotkohl ihnen weiterhelfen? Wird es Professor Brausewein inzwischen gelingen, ein Gegenmittel für die Rückverwandlung von Baby Taschenbier zu finden – und auch noch die Wunschmaschine zu reparieren?

In gewohnt lustig-unterhaltsamem Ton und illustriert mit witzigen Bildern ist dieses Abenteuer mit dem Sams und den frechen, schmutzigen Olchs viel zu schnell vorbei. Wir haben uns köstlich amüsiert!

Vielen Dank an den Oetinger Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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