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Veröffentlicht am 14.01.2025

Das das Leben in Afrika ist wie ein langes Gebet...

Andy Africa
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Der Roman "Andy Africa" von Stephen Buoro erzählt die Geschichte des 15jährigen Andrew, genannt Andy Africa, der mit seiner Mutter im Noden Nigerias lebt.
Seinen Vater kennt er nicht, seine Mutter schweigt ...

Der Roman "Andy Africa" von Stephen Buoro erzählt die Geschichte des 15jährigen Andrew, genannt Andy Africa, der mit seiner Mutter im Noden Nigerias lebt.
Seinen Vater kennt er nicht, seine Mutter schweigt zu diesem Thema, doch im Laufe der Geschichte tun sich hier einige Abgründe auf, erst gegen Ende erfährt Andy die bittere Wahrheit.
Andy schreibt Gedichte, interessiert sich für Mathematik, hängt mit seinen Kumpels ab und ist mit der schlauen Fatima befreundet. Manchmal denkt er sogar, dass er sie heiraten möchte, aber insgeheim träumt er von Blondinen, auch wenn er noch nie eine getroffen hat. Da begegnet er eines Tages Eileen, der Nichte des örtlichen Pfarrers, sie ist der Inbegriff der blonden Schönheit. Von da an träumt Andy nicht nur von ihr, sondern auch von einem besseren Leben in Europa. Denn inzwischen spitzt sich die Lage in Nigeria zu...
Stephen Buoro schreibt sehr bildhaft und lyrisch, die Geschichte ist ziemlich dramatisch, war mir aber streckenweise etwas zu ausschweifend.

"So oft will ich Ydna sagen, das ist nicht leicht ist zu leben. (Warum sonst hat er sich der Geburt verweigert und ist zurückgegangen?) Tod und Sterben sind einfach. Sogar langweilig. Das Leben ist schwer. Und sinnlos. Das Leben hebt Berge, ohne sie zu berühren, löscht Vulkane ohne einen einzigen Tropfen Spucke. Das Leben wacht auf und findet Haken in deinem Herzen. Wenn du sie entfernst, stirbst du. Wenn du sie stecken lässt, stirbst du auch. Am Ende bohrst du dir immer mehr Haken ins Herz, damit du am Leben bleibst."

"Ich wünschte, sie würde mit mir reden. Nicht, dass ich es nicht genauso mache, wenn Haken mir Löcher in die Brust reißen. Ich sage zu niemandem ein Wort. Alle in unserem Alter sind so. Die meisten Erwachsenen glauben, dass es uns gut geht, das alles relativ problemlos läuft, nur weil wir noch nie versucht haben, uns aufzuhängen."

"Und einen minikurze Sekunde lang wünsche ich mir wieder, ich könnte sie heiraten. Wir würden zusammen Yoga machen, Kochbananen essen, lachen, uns experimentelle Filme ansehen. Aber Musliminnen aus dem Norden heiraten keine Christen aus dem Süden. Eher stößt du im Hinterhof auch ein knutschendes paar Aliens. So eine Ehe ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil, wo soll zum Beispiel die Trauung stattfinden? Und wären die Kinder dann muslimische Christen oder christliche Muslime, nordnigerianische Südniherisner oder südnigerianische Nordnigerianer?"

"Ich erzähle ihr, dass bei uns jeder lernt, an Gott zu glauben. Dass das unsere einzige Möglichkeit ist zu überleben. Weil unser ganzes Dasein aus Unsicherheiten besteht. Und nur eine Superkraft wie Gott diese Unsicherheiten beherrschen kann. Wenn du das Haus verlässt, betest du das bei deiner Rückkehr Strom da ist, hoffst, dass die Sonne dich nicht zu schlimm verbrennst. Draußen betest du, dass du nicht vom Auto überfahren wirst, weil die Straßen voll mit Schlaglöchern sind und die Fahrer keinen Führerschein haben. Wenn dich eins erwischt, betest du, dass die Ärzte nicht gerade streiken, dass die Krankenhäuser alles Nötige für die Behandlung haben. Wenn du stirbst, betest du, dass es deiner Familie gelingt diesen Kreislauf zu entkommen. Du weißt dass sie es - wie du - nicht schaffen werden, dass dein Gebet nicht erhört wird. Aber du betest trotzdem.
"Das das Leben in Afrika ist wie ein langes Gebet", sage ich."

" jeder Augenblick in diesem Land ist ein Fluch. Mama ist an dem Fluch gestorben. Und ich werde auch daran sterben. Außer ich verschwinde."

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Kunstvoll illustrierte Kafka-Häppchen

Kafka
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Das Buch "Kafka", erschienen im Sauerländer Verlag, enthält ausgewählte Texte von Franz Kafka, die auf eine ganz besondere Art von Stefanie Harjes illustriert wurden. Nun muss jeder selbst entscheiden, ...

Das Buch "Kafka", erschienen im Sauerländer Verlag, enthält ausgewählte Texte von Franz Kafka, die auf eine ganz besondere Art von Stefanie Harjes illustriert wurden. Nun muss jeder selbst entscheiden, ob er das ohne weitere Vorkenntnisse von Kafkas Literatur lesen mag oder nicht. Ich denke, beides ist möglich: als Einstieg für alle, die Kafka noch nicht kennen und sich mit seiner Literatur befassen wollen. Aber auch für Menschen wie mich, die schon etwas von Kafka gelesen haben, ihn aber mal auf eine ganz andere Art und Weise entdecken wollen.
Diese Veröffentlichung ist zwar kein Ersatz für die Bücher und Texte von Franz Kafka und ja, ganz klar: man muss so etwas mögen. Ich mag es. Ich liebe es, wenn Literatur auf besondere Art und Weise dargestellt und illustriert wird. Für mich ist das Buch auf jeden Fall ein sehen ms- znd lesenswertes Schätzchen!

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Veröffentlicht am 13.01.2025

"Mir haben sie den Stempel in der vierten Klasse verpasst."

Tornado im Kopf
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"Mir haben sie den Stempel in der vierten Klasse verpasst." -
Die 12jährige Frances, lieber Frankie genannt, hat Tornados im Kopf. In mehrfacher Hinsicht. Nicht nur, dass Tornados schon immer eine gewisse ...

"Mir haben sie den Stempel in der vierten Klasse verpasst." -
Die 12jährige Frances, lieber Frankie genannt, hat Tornados im Kopf. In mehrfacher Hinsicht. Nicht nur, dass Tornados schon immer eine gewisse Faszination auf sie ausüben - auch in ihrem Kopf tobt öfter mal ein Tornado. Denn bei ihr wurde eine neurologische Abweichung festgestellt; sie mag keinen Körperkontakt, braucht feste Routinen und hasst Lärm.
Sie ist gar nicht glücklich darüber, dass man ihr "den Stempel" verpasst hat. Sie möchte so gerne "normal" sein, wie ihre Zwillingsschwester Tess und andere Kinder in ihrem Alter. Frankie versucht es ohne Medikamente und ohne Therapie zu schaffen, doch das ist gar nicht so einfach, vor allem weil gerade ihre ehemals beste Freundin Colette spurlos verschwunden ist. Sie muss sie finden, bevor es zu spät ist – denn Frankie hat einen Verdacht, was passiert ist...
Das Buch liest sich zum Teil ein bisschen wie ein Kinderkrimi, eine spannende Suche nach ihrer vermissten Freundin. Aber es behandelt auch die Themen Freundschaft und neurologische Störungen auf kindgerechte Art.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Frau zu sein bedeutet....sich nicht mehr zusammenzureißen

Verdammt wütend
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Die 43jährige Britt wurde von ihrer Mutter verlassen, als sie zwölf Jahre alt war. Ihr ganzes Leben lang hat sie versucht, es immer allen recht zu machen. Sie hat immer "das Richtige" getan und sich an ...

Die 43jährige Britt wurde von ihrer Mutter verlassen, als sie zwölf Jahre alt war. Ihr ganzes Leben lang hat sie versucht, es immer allen recht zu machen. Sie hat immer "das Richtige" getan und sich an sämtliche Regeln gehalten. Regeln, die sich sich selbst auferlegt hat genauso wie die ungeschriebenen Regeln, die die Gesellschaft Frauen auferlegt.
Und schon ihr ganzes Leben lang ist sie wütend. Doch sie zeigt diese Wut nicht, kann sie nicht zeigen. Bis jetzt. Im Sommerurlaub mit ihrer Familie und Freunden lässt sie ihrer Wut freien Lauf, schreit sie vor allen heraus, allen mitten ins Gesicht. Endlich.
In einem Wechsel aus Rückblenden und dem aktuellen Geschehen erfahren wir von Britts Leben.
Das ist wohl auch das Leben vieler andere Frauen, die ähnliche Gründe zum wütend sein haben sein dürften, diese Wut aber nicht zeigen können. Nicht zeigen sollen. Aber Wut zu zeigen statt sie zu verstecken, ist auch eine Chance zur Änderung...
Ich fand den Vorgänger-Roman "Nie, nie, nie" von Linn Strømsborg unfassbar gut. "Verdammt wütend" kommt meiner Meinung nach nicht ganz an diesen heran, ist aber dennoch ein durchaus würdiger Nachfolger und sehr lesenswert.

"Ich werde immer sauer, wenn ich diesen Satz irgendwo höre. Ich werde sauer, stellvertretend für alle aufräumenden Mütter. Ich werde sauer, weil ich selbst so eine Mutter geworden bin, eine, die ständig anderen hinterherräumt, dem Mann und der Tochter, und keinen Bock mehr hat, was zu sagen, sondern es einfach tut, weil sie weiß, dass nichts passieren wird, wenn sie es nicht selbst macht."

"Als Mama fortging, ging sie da von uns weg oder kam sie zu sich?"

"Wir sind das, wozu unsere Eltern uns gemacht haben und was uns im Leben widerfährt.
Wen wir treffen, mit wem wir sprechen und uns anfreunden, mit wem wir uns zerstreiten und wen wir verlieren. Wen wir wieder zurückgewinnen und wen wir niemals bekommen.
Ich habe eine Mutter verloren, weil sie fortgegangen ist, und einen Vater, weil er starb. Ich habe Freunde verloren und den Körper, den ich hatte, bevor ich Mutter wurde. Ich habe meine Jugend und meine Kindheit verloren, und irgendwo dort in der Ferne lauert schon das Alter auf mich, aber wegen dem Knubbel in meiner Brust kann es sein, dass ich auch das verliere, bevor ich es überhaupt bekomme."

"Ich hab mir nie das genommen, was ich wollte, ich hab mich mit dem begnügt, was ich bekommen hab."

"Ich kann mein Leben ändern. Schlaflos lag ich da und schrie stumm in mich hinein, immer und immer und immer wieder, wie ein Refrain: Nichts wird so sein, wie es mal war. Nichts wird so sein, wie es mal war. Nichts wird so sein, wie es mal war."

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Frau zu sein bedeutet....sich nicht mehr zusammenzureißen

Verdammt wütend
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Die 43jährige Britt wurde von ihrer Mutter verlassen, als sie zwölf Jahre alt war. Ihr ganzes Leben lang hat sie versucht, es immer allen recht zu machen. Sie hat immer "das Richtige" getan und sich an ...

Die 43jährige Britt wurde von ihrer Mutter verlassen, als sie zwölf Jahre alt war. Ihr ganzes Leben lang hat sie versucht, es immer allen recht zu machen. Sie hat immer "das Richtige" getan und sich an sämtliche Regeln gehalten. Regeln, die sich sich selbst auferlegt hat genauso wie die ungeschriebenen Regeln, die die Gesellschaft Frauen auferlegt.
Und schon ihr ganzes Leben lang ist sie wütend. Doch sie zeigt diese Wut nicht, kann sie nicht zeigen. Bis jetzt. Im Sommerurlaub mit ihrer Familie und Freunden lässt sie ihrer Wut freien Lauf, schreit sie vor allen heraus, allen mitten ins Gesicht. Endlich.
In einem Wechsel aus Rückblenden und dem aktuellen Geschehen erfahren wir von Britts Leben.
Das ist wohl auch das Leben vieler andere Frauen, die ähnliche Gründe zum wütend sein haben sein dürften, diese Wut aber nicht zeigen können. Nicht zeigen sollen. Aber Wut zu zeigen statt sie zu verstecken, ist auch eine Chance zur Änderung...
Ich fand den Vorgänger-Roman "Nie, nie, nie" von Linn Strømsborg unfassbar gut. "Verdammt wütend" kommt meiner Meinung nach nicht ganz an diesen heran, ist aber dennoch ein durchaus würdiger Nachfolger und sehr lesenswert.

"Ich werde immer sauer, wenn ich diesen Satz irgendwo höre. Ich werde sauer, stellvertretend für alle aufräumenden Mütter. Ich werde sauer, weil ich selbst so eine Mutter geworden bin, eine, die ständig anderen hinterherräumt, dem Mann und der Tochter, und keinen Bock mehr hat, was zu sagen, sondern es einfach tut, weil sie weiß, dass nichts passieren wird, wenn sie es nicht selbst macht."

"Als Mama fortging, ging sie da von uns weg oder kam sie zu sich?"

"Wir sind das, wozu unsere Eltern uns gemacht haben und was uns im Leben widerfährt.
Wen wir treffen, mit wem wir sprechen und uns anfreunden, mit wem wir uns zerstreiten und wen wir verlieren. Wen wir wieder zurückgewinnen und wen wir niemals bekommen.
Ich habe eine Mutter verloren, weil sie fortgegangen ist, und einen Vater, weil er starb. Ich habe Freunde verloren und den Körper, den ich hatte, bevor ich Mutter wurde. Ich habe meine Jugend und meine Kindheit verloren, und irgendwo dort in der Ferne lauert schon das Alter auf mich, aber wegen dem Knubbel in meiner Brust kann es sein, dass ich auch das verliere, bevor ich es überhaupt bekomme."

"Ich hab mir nie das genommen, was ich wollte, ich hab mich mit dem begnügt, was ich bekommen hab."

"Ich kann mein Leben ändern. Schlaflos lag ich da und schrie stumm in mich hinein, immer und immer und immer wieder, wie ein Refrain: Nichts wird so sein, wie es mal war. Nichts wird so sein, wie es mal war. Nichts wird so sein, wie es mal war."

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