Das das Leben in Afrika ist wie ein langes Gebet...
Andy AfricaDer Roman "Andy Africa" von Stephen Buoro erzählt die Geschichte des 15jährigen Andrew, genannt Andy Africa, der mit seiner Mutter im Noden Nigerias lebt.
Seinen Vater kennt er nicht, seine Mutter schweigt ...
Der Roman "Andy Africa" von Stephen Buoro erzählt die Geschichte des 15jährigen Andrew, genannt Andy Africa, der mit seiner Mutter im Noden Nigerias lebt.
Seinen Vater kennt er nicht, seine Mutter schweigt zu diesem Thema, doch im Laufe der Geschichte tun sich hier einige Abgründe auf, erst gegen Ende erfährt Andy die bittere Wahrheit.
Andy schreibt Gedichte, interessiert sich für Mathematik, hängt mit seinen Kumpels ab und ist mit der schlauen Fatima befreundet. Manchmal denkt er sogar, dass er sie heiraten möchte, aber insgeheim träumt er von Blondinen, auch wenn er noch nie eine getroffen hat. Da begegnet er eines Tages Eileen, der Nichte des örtlichen Pfarrers, sie ist der Inbegriff der blonden Schönheit. Von da an träumt Andy nicht nur von ihr, sondern auch von einem besseren Leben in Europa. Denn inzwischen spitzt sich die Lage in Nigeria zu...
Stephen Buoro schreibt sehr bildhaft und lyrisch, die Geschichte ist ziemlich dramatisch, war mir aber streckenweise etwas zu ausschweifend.
"So oft will ich Ydna sagen, das ist nicht leicht ist zu leben. (Warum sonst hat er sich der Geburt verweigert und ist zurückgegangen?) Tod und Sterben sind einfach. Sogar langweilig. Das Leben ist schwer. Und sinnlos. Das Leben hebt Berge, ohne sie zu berühren, löscht Vulkane ohne einen einzigen Tropfen Spucke. Das Leben wacht auf und findet Haken in deinem Herzen. Wenn du sie entfernst, stirbst du. Wenn du sie stecken lässt, stirbst du auch. Am Ende bohrst du dir immer mehr Haken ins Herz, damit du am Leben bleibst."
"Ich wünschte, sie würde mit mir reden. Nicht, dass ich es nicht genauso mache, wenn Haken mir Löcher in die Brust reißen. Ich sage zu niemandem ein Wort. Alle in unserem Alter sind so. Die meisten Erwachsenen glauben, dass es uns gut geht, das alles relativ problemlos läuft, nur weil wir noch nie versucht haben, uns aufzuhängen."
"Und einen minikurze Sekunde lang wünsche ich mir wieder, ich könnte sie heiraten. Wir würden zusammen Yoga machen, Kochbananen essen, lachen, uns experimentelle Filme ansehen. Aber Musliminnen aus dem Norden heiraten keine Christen aus dem Süden. Eher stößt du im Hinterhof auch ein knutschendes paar Aliens. So eine Ehe ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil, wo soll zum Beispiel die Trauung stattfinden? Und wären die Kinder dann muslimische Christen oder christliche Muslime, nordnigerianische Südniherisner oder südnigerianische Nordnigerianer?"
"Ich erzähle ihr, dass bei uns jeder lernt, an Gott zu glauben. Dass das unsere einzige Möglichkeit ist zu überleben. Weil unser ganzes Dasein aus Unsicherheiten besteht. Und nur eine Superkraft wie Gott diese Unsicherheiten beherrschen kann. Wenn du das Haus verlässt, betest du das bei deiner Rückkehr Strom da ist, hoffst, dass die Sonne dich nicht zu schlimm verbrennst. Draußen betest du, dass du nicht vom Auto überfahren wirst, weil die Straßen voll mit Schlaglöchern sind und die Fahrer keinen Führerschein haben. Wenn dich eins erwischt, betest du, dass die Ärzte nicht gerade streiken, dass die Krankenhäuser alles Nötige für die Behandlung haben. Wenn du stirbst, betest du, dass es deiner Familie gelingt diesen Kreislauf zu entkommen. Du weißt dass sie es - wie du - nicht schaffen werden, dass dein Gebet nicht erhört wird. Aber du betest trotzdem.
"Das das Leben in Afrika ist wie ein langes Gebet", sage ich."
" jeder Augenblick in diesem Land ist ein Fluch. Mama ist an dem Fluch gestorben. Und ich werde auch daran sterben. Außer ich verschwinde."