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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2025

Ein Lesevergnügen!

Das Haus der Türen
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Das gut situierte Leben von Robert und Lesley Hamlyn mit ihren zwei Söhnen im Cassowary House in George Town auf Penang Island, ehemals Malaya, wird sehr lebendig in vielen Details beschrieben. In drei ...

Das gut situierte Leben von Robert und Lesley Hamlyn mit ihren zwei Söhnen im Cassowary House in George Town auf Penang Island, ehemals Malaya, wird sehr lebendig in vielen Details beschrieben. In drei Büchern, den Zeitraum von 1910 bis 1947 umfassend, enthüllen sich Geheimnisse um Homosexualität, Affären und Ängste, um das Scheitern von Ehen. Die Szenerien spielen sich vor allem im asiatischen Raum in Malaysia und um Doornfontein in Südafrika ab. Die Geschichten und politischen Fakten rund um Sun Yat-Sen, einem chinesischen Revolutionär und Staatsmann, und dem Bund der Tongmenghui sind ebenso interessant wie die Erlebnisse mit dem Schriftsteller Willie Somerset Maugham um 1921 während seines Aufenthaltes im Haus seines Freundes Robert. Aber auch der Prozess von Ethel Proudlock im Jahre 1910 in Kuala Lumpur ist schockierend zu verfolgen, berücksichtigt man die verzwickte Lage einer verheirateten Frau in der damaligen britischen Kolonialgesellschaft. Die Hauptfigur Lesley schildert ihr (für uns doch exotisches) Alltagsleben in Penang zwischen Rikschas, Hamsa, Sor Hei, uns fremder Fauna und Flora im Monsumklima, auch über ihre Affäre mit einem Chinesen.
Der Schreibstil ist sehr poetisch und feinfühlig in sinnlichen Momenten des gemeinsamen Schweigens, des vertrauten, innigen Kontaktes. Der auch historisch ausgerichtete Roman beschreibt eine kultivierte, angenehm komponierte Existenz unter britischem Diktat.
Ein Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Über Verlust und Liebe zweier Familien

Beeren pflücken
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Auf dem Cover springen die Blaubeeren fast dreidimensional heraus, zum Zugreifen nahe. Die Szenerien spielen hauptsächlich in Maine und Nova Scotia. Auf zwei Erzählebenen geht es ab Juli 1962 um zwei Familien: ...

Auf dem Cover springen die Blaubeeren fast dreidimensional heraus, zum Zugreifen nahe. Die Szenerien spielen hauptsächlich in Maine und Nova Scotia. Auf zwei Erzählebenen geht es ab Juli 1962 um zwei Familien: Eine Mi'kmaq-Familie mit ihren vielen Kindern und eine wohlhabende, weiße Familie mit Norma als Einzelkind. Über 50 Jahre verfolgt man in wechselnden Perspektiven je Kapitel aus der Sicht von Joe bzw. von Norma die langsame Enthüllung eines großen Geheimnisses in angenehmem, berührendem Schreibstil. Interessant dabei ist der Verlust der traditionellen Lebensweise und auch der Sprache der Mi'kmaq. Wie erfolgreich die Christianisierung bei diesem indigenen Volk war, ist ebenfalls kurz festgehalten. Thematisiert werden neben der Lebenssituation und den Alltagsproblemen nicht nur dieser Indianer auch Albträume, Alkoholismus, Gewalt, Schuldgefühle, Krankheit, Tod, Lügen, Rassismus und Hoffnung.
Ein informativer, teils sehr berührender Lesespass!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Zu langatmig.

Die Garnett Girls
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Das Cover mit drei jungen Frauen im klaren Wasser in sommerlichem Ambiente passt zum Buchtitel. Vorwiegend spielt die Szenerie abwechselnd in London und auf der Isle of Wight, deren Historie mit der immer ...

Das Cover mit drei jungen Frauen im klaren Wasser in sommerlichem Ambiente passt zum Buchtitel. Vorwiegend spielt die Szenerie abwechselnd in London und auf der Isle of Wight, deren Historie mit der immer noch statt findenden Cowes Regatta Week positiv vorgestellt wird. Die Familiengeschichte mit der Party süchtigen Mutter Margo und ihren drei Töchtern ähnelt nicht einem glücklichen Familienleben, aus dem der alkoholsüchtige Vater vor 20 Jahren entflohen ist und Traumata hinterließ. Margos Wunsch nach einer guten Ehe für ihre Töchter scheint nicht so einfach zu verwirklichen zu sein. Und so plätschert die Handlung wenig spannungsgeladen dahin, die Ehen dieser Frauen mit ihren Problematiken thematisierend. Eine enge, vertraute Beziehung untereinander wird durch viel Alkoholgenuss erschwert statt mit Kommunikation zu überzeugen. In Rückblicken zu Margo und Rachel wird die häusliche, bedrückende Situation gut beschrieben, voller Vernachlässigung und Alkoholmissbrauch. Das Familiengeheimnis stellt sich nicht als besonders spektakulär heraus.
Insgesamt zwar eine langatmige Beschreibung vieler Konflikte, aber kein emotional berührendes Ganzes.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Wildlife und Thriller – passt hier.

Kodiak Echoes – Hide me
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Die abenteuerliche Szenerie in der abgelegenen Kleinstadt Echo Cove auf Kodiak Island in Alaska mit dem Wildtierschutzgebiet für Kodiakbären und weiteren Tierarten sorgt für Spannung. Auch die Einbeziehung ...

Die abenteuerliche Szenerie in der abgelegenen Kleinstadt Echo Cove auf Kodiak Island in Alaska mit dem Wildtierschutzgebiet für Kodiakbären und weiteren Tierarten sorgt für Spannung. Auch die Einbeziehung der Geschichte und Lebensrealität der Alutiiq ist interessant, wäre sicher ausbaufähig gewesen in diesem Thriller hinsichtlich deren Kultur und Traditionen. Die Hauptfiguren, die Nachbarn Archer Flint und Brynn Callahan sind charakterlich und beruflich sehr verschieden. Ihre wachsende Zuneigung und Vertrauensbasis wird realistisch beschrieben. Deren Kontakt mit einer Kodiakbärin und einem Vielfraß er frischt die allgemeine Atmosphäre und betont den richtigen Umgang mit Wildtieren. Die Nachlässigkeiten im Zeugenschutzprogramm wirken hingegen sehr konstruiert. Thematisiert werden überdies Wilderei und Trauerbewältigung eines jungen Familienmitgliedes nebst Rache selbst nach zehn Jahren noch und sehr schmerzhaftes Mobbing innerhalb einer kleinen Gemeinde. Der Schreibstil gefällt.
Insgesamt ein spannendes Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein guter Thriller rund ums Surfen

The Surf House
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Das Cover der deutschen Ausgabe mit Palme, rotem Strand mit Blutstropfen und viel Wasser spiegelt gut das Ambiente im Thriller wider. Der Titel „The Surf House“ verrät auch bereits den abseits gelegenen ...

Das Cover der deutschen Ausgabe mit Palme, rotem Strand mit Blutstropfen und viel Wasser spiegelt gut das Ambiente im Thriller wider. Der Titel „The Surf House“ verrät auch bereits den abseits gelegenen Surfer-Spot. Diese Idylle beruhigt zunächst nach dem spannenden Erlebnis des Models Bea in dunklen Gassen von Marrakesch in Marokko. Auf zwei Erzählebenen entwickelt sich ein Plot mit vielen verlogenen Wendungen. Geht es bei der eher einsamen, introvertierten, nach einem Neuanfang suchenden Bea zunächst um Erpressung bei der Beschaffung ihres gestohlenen Reisepasses, entwickelt sich auf dem zweiten Erzählstrang rund mit Savannah aus Kalifornien ein weiterer, völlig anders gestalteter, menschlich schwieriger Charakter. Auch die Nebenfiguren sind kreativ in ihrer Ausgestaltung und verhelfen diesem Thriller zu einer unerwarteten Offenbarung.
Ein überaus spannendes Lesevergnügen.

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