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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2025

Orientierungslosigkeit und Leere im Leben junger Frauen

Dancing Queen
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Das Cover von "Dancing Queen" gibt einen vagen Eindruck von einem PKW mit junger Frau wieder, in eigentümlicher Farbgebung, sommerlich im Gesamtbild, ansprechend. Der Buchtitel geht zurück auf den Liedtext ...


Das Cover von "Dancing Queen" gibt einen vagen Eindruck von einem PKW mit junger Frau wieder, in eigentümlicher Farbgebung, sommerlich im Gesamtbild, ansprechend. Der Buchtitel geht zurück auf den Liedtext von ABBA. Die Szenerien spielen in Buenos Aires und im ländlichen Umland, in Quequén. Die Ich-Erzählerin Paulina Almada, eine junge Frau mit Ablaufdatum, um die 40 Jahre alt, erzählt von ihrem leeren Leben mit ihrem Exfreund Felipe, ihrer Arbeitskollegin Maite, der 15-jährigen Lara und dem Hund Gallardo. Ihre Probleme und Orientierungslosigkeit, ihr negatives Lebensgefühl offenbart sie in einem wirren Gedankenstrom ohne roten Faden in eigenartigem, teils frechem Schreibstil. Ihr Aufwachen in einem demolierten PKW und ihr Aufenthalt im Krankenhaus werden in staccato-artigem Schreibstil gut eingefangen, das Gefühl von Aufbruch und einem Start in ein neues Leben klingen in den letzten Kapiteln kurz an. Insgesamt mögen jedoch die emotionalen Kämpfe junger Frauen um einen liebevollen Partner, Sex, Mutterschaft etc. in dieser Darstellungsweise wenig berühren.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Ohne vorab gelesenen Band 1 etwas verwirrend.

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Das Cover von Band 2 des Mörderarchivs hat Wiedererkennungswert sowohl durch die übereinstimmende Farbgestaltung und ähnlichem Themenhintergrund von Gebäuden als auch durch ein typisch britisches Erkennungszeichen ...

Das Cover von Band 2 des Mörderarchivs hat Wiedererkennungswert sowohl durch die übereinstimmende Farbgestaltung und ähnlichem Themenhintergrund von Gebäuden als auch durch ein typisch britisches Erkennungszeichen wie z.B. hier einer roten Telefonzelle, die jedoch in diesem Cosy-Crime keine Rolle spielt - insgesamt eine passende Einstimmung. Das beschriebene Setting rund um das englische Herrenhaus, einem Landsitz in Castle Knoll/Dorset, wirkt idyllisch gelegen, exotisch mit Gewächshaus und mit der Bibliothek inclusive Mörderarchiv wie ein gelehrtes, mysteriös umwobenes ehemaliges Zuhause der bereits ermordeten Großtante Frances und nun in der Gegenwart ihrer Großnichte Annie. Auf zwei Erzählebenen entfaltet sich die verwirrende Auflösung. In der Gegenwart arbeitet sich Annie anhand von Tagebucheinträgen und Akten von Frances im Mörderarchiv ab 1967 langsam vorwärts. Die Prophezeiungen, diese kryptischen, mysteriös formulierten Botschaften der Wahrsagerin Peony Lane Frances` Freundeskreis und Dorfbewohner betreffend, erweisen sich als kreativer, unterschwellig spannender Leitfaden. Neben der intelligenten Hauptfigur Annie, der angehenden Krimiautorin und Hobbyermittlerin mit guter Kombinationsgabe, gruppieren sich einige Freunde von ihr und Frances neben vielen geheimnisumwitterten Dorfbewohnern zwischen Gut und Böse und engen Familienmitgliedern – verwirrend viele, wenn man Band 1 nicht gelesen hat. Diese Charaktere wirken eher leer, erschweren mitunter den logischen Aufklärungsprozess durch die Vielzahl an verwobenen Geheimnissen und Intrigen, der wiederum unterbrochen wird durch interessante Einschübe aus der Vergangenheit.
Insgesamt ein unterhaltsamer britischer Cosy-Crime.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Ein komplizierter Cold Case – spannend!

Dunkle Asche
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Das Cover gibt ein atmosphärisches, aufgewühltes Bild der herbstlichen Ostsee wieder in vorwiegend braun bis grün-bläulich changierenden Farben in Düne, Wasser und Himmel wieder – passend zu diesem Krimi. ...

Das Cover gibt ein atmosphärisches, aufgewühltes Bild der herbstlichen Ostsee wieder in vorwiegend braun bis grün-bläulich changierenden Farben in Düne, Wasser und Himmel wieder – passend zu diesem Krimi. Auf zwei Erzählebenen verläuft der Cold Case um Sanna Hansen, die als 18-jährige Abiturientin vor 30 Jahren im Sommer 1992 in Kalifornien bei Schönberg an der Ostsee im Ferienhaus der Familie nicht nur verbrannte, sondern vorab erstochen wurde. Ohne damalige Überführung des Mörders bearbeiten nun die zwei Kommissarinnen mit neuen Forschungsmethoden besonders hinsichtlich DNA-Spuren den Fall mit vielen unerwarteten Twists und Turns neu. Sowohl das persönliche Umfeld der zwei Kommissarinnen der Landeskriminalpolizei Schleswig-Holstein in Kiel wird eingeflochten als auch die neue Zusammenarbeit dieser charakterlich ungleichen Frauen in den Fünfzigern. Die Welt der Lügen, Geheimnisse, Verdächtigungen und finalen Geständnisse zweier sich rivalisierender Gruppen sorgt für viel komplizierte Spannung: Hier die wohlbetuchten Kieler Gymnasiasten und dort die Kalifornier Saisonkräfte mit ihrem starken Band der Freundschaft. In angemessenem Schreibstil wird dieser Cold Case realistisch und schlüssig aufgeklärt.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Ungleiche Lebensverhältnisse zweier Frauen

Halbe Leben
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Das Cover zeigt das auf Leinwand gemalte Bild zweier Frauen, unscharf grob skizziert auf grüner Wiese. Tatsächlich sind zwei Frauen, beide 38 J. alt, die Hauptfiguren dieses Romans: Die erfolgreiche Partnerin ...

Das Cover zeigt das auf Leinwand gemalte Bild zweier Frauen, unscharf grob skizziert auf grüner Wiese. Tatsächlich sind zwei Frauen, beide 38 J. alt, die Hauptfiguren dieses Romans: Die erfolgreiche Partnerin im Immobilienbereich Klara Steiner aus dem Kremstal in Österreich und die Slowakin Paulina aus Prievidza, Pflegerin für Klaras Mutter Irene, die durch zwei Schlaganfälle pflegebedürftiger wird. Besonders Paulina erfährt durch die 14-tätigen Wechsel mit ihrer gut bezahlten Tätigkeit in Österreich und ihrem häuslichen Aufenthalt in der Heimat eine zunehmende Entfremdung von ihren zwei Kindern mit stetigem Problemzuwachs und gleichzeitig bleibt eine Fremdheit und Leere in ihrer Beziehung zu den Arbeitgebern. Während Klaras Familie sogar Zuwachs erwartet, bleibt Paulinas Familie mehr und mehr auf der Strecke. In drei Teilen erhält man zunehmend tieferen Einblick in verschiedene, sich kreuzende Lebens- und Arbeitswelten zweier Frauen, tangiert von Themen wie Demenz, Narzissmus, Überforderung, Elternschaft, Fremdheit und Entfremdung. Klaras überraschender Absturz und Tod wirkt zu konstruiert, Paulines finale Reaktionen darauf sind in dieser Härte emotional nicht ganz greifbar trotz klarem Sprachstil.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Viel Stoff zum Nachdenken über angerissene Themen

Only Margo
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Die farbliche Gestaltung vom Cover mit viel schriller Farbgebung, mit Margo auf dem Sofa liegend, mit linker Hand am Laptop ruhend und vergessenem orange-farbigen Schnuller gefällt. – verdeutlicht sie ...

Die farbliche Gestaltung vom Cover mit viel schriller Farbgebung, mit Margo auf dem Sofa liegend, mit linker Hand am Laptop ruhend und vergessenem orange-farbigen Schnuller gefällt. – verdeutlicht sie doch die Situation einer jungen, allein erziehenden, berufstätigen Mutter Margo treffend. Die Situation der naiven Margo, mit abgebrochenem Literatur-Studium, zunächst schwanger durch ihren verheirateten College-Professor, dann ohne bisherigen Job als Kellnerin in Ermangelung eines Babysitters für Sohn Bodhi, folglich immense Geldsorgen um Miete etc. – aus dieser finanziellen Zwickmühle kommt sie durch überraschende Mithilfe ihres Vaters Jinx, berühmter Ex-Wrestler, und der Produktion sexueller Inhalte auf der Internetplattform OnlyFans. Neben liebevollen Szenen werden viele ernste Themen tiefgründig und argumentativ überzeugend angegangen: Sexarbeit, Alleinerziehend und Auflagen vom Jugendamt, Drogensucht, Schwindel auf Social-Media-Accounts, Scham und Schande, Einsamkeit. Hat der Internetruhm einen zu hohen Preis? Die beschriebenen eher Außenseiter-Charakteren gefallen in den kreativen Wendungen, auch wenn der Sprachstil und die Wortwahl teils drastisch abschrecken mögen. Eine harte Realität mit vielen Problemen interessant präsentiert.

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