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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2026

Viele tiefe und dunkle Abenteuer – kreativ in Text und Bild umgesetzt

DU und ICH gegen das Erdnussbuttermonster
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Auf 288 Seiten geht es in diesem Kinderbuch als Comic-Roman, empfohlen ab 9 Jahren, um witzige, fantasievolle Situationen von zwei Freunden in urigem Outfit. Die kreative Gestaltung dieser und auch der ...

Auf 288 Seiten geht es in diesem Kinderbuch als Comic-Roman, empfohlen ab 9 Jahren, um witzige, fantasievolle Situationen von zwei Freunden in urigem Outfit. Die kreative Gestaltung dieser und auch der weiteren Figuren, mit fantastischen Eigenschaften bestückt, wird durch jugendlich flotte Wortwahl im Schreibstil ergänzt. Du und ich, zwei mutige, neugierige Hauptfiguren, werden humorvoll dargestellt – z.B. beim Picknick während des Falls im 1. Loch – aber auch ernster und überlegter bei der Suche nach einer soliden Dauerlösung in Sachen Erdnussbuttermonster. Der geschäftstüchtige, kampfsüchtige Charakter von Johnny und Jimmy steht im Kontrast zu den eher freundschaftlichen Bindungen zwischen Batrat, Plotti, dem sprechenden Stein und den Hauptfiguren. Die brenzligen Abenteuer rund um das interessante Erdnussbuttermonster mit äußerst kreativem Innenleben sorgen für manch heikle Dynamik. Manche Schwarz-Weiß-Illustration über zwei Seiten lädt zum Verweilen ein. Insgesamt verteilen sie sich ausgewogen und unterstützend im Text. Die Schriftgröße und Schriftart ist altersgerecht gewählt. Das Kinderbuch ist solide verarbeitet und lädt zum mehrmaligen Vor-/Lesen ein.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ora et labora – Calvinismus auf den Hebriden

John of John
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Gefangen zwischen strengsten calvinistischen Bibelauslegungen und einer geheimen queeren Liebe auf den Hebriden im windigen Nord-Westen Schottlands, so stellt sich insgesamt die unwirtliche Szenerie dar ...

Gefangen zwischen strengsten calvinistischen Bibelauslegungen und einer geheimen queeren Liebe auf den Hebriden im windigen Nord-Westen Schottlands, so stellt sich insgesamt die unwirtliche Szenerie dar für Cal, John Calum MacLeod, der schlussendlich für seinen Vater John MacLeod die christliche Ausrede unter Zuhilfenahme des Matthäusevangeliums, einer verlogenen Lösung, findet, damit dieser seinem Geliebten Innes endlich folgen kann. Die religiöse Enge der Inselgemeinschaft zwischen Schafzucht und Regentagen am Webstuhl bildet den Rahmen für queere Liebe und heimlicher Scham wegen geschmähter Homosexualität einerseits, andererseits geht es auch um kirchliche und familiäre Verpflichtungen, auch Verblendung. So wie der Vater John wirkt der gescheiterte, schwule Cal wie ein Webfehler im selbstgewebten Harris-Tweed, kämpft an gegen Unfreiheiten in seinem traditionellen Umfeld. Neben die zwei ebenbürtigen Männer-Charaktere tritt Cals Großmutter Ella auf als verbindendes, liebevolles Familienmitglied. Die Rückblenden aus Cals Kindheit lassen den Vater John als hart, verschlossen, sogar als gewaltsam erscheinen, doch ihre Liebe zueinander zeigt sich schließlich trotz vieler nachvollziehbarer Heimlichkeiten. Hier hilft schließlich nur ein Ausbruch aus dieser engen Inselgemeinschaft, dass man seine Sexualität im religiösen Frieden mit sich selbst ausleben kann. Die gälischen Dialog-Einschübe und fantasievollen Wortschöpfungen zu Wollfarben erhöhen die sprachliche Lebendigkeit.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein gelungener Anfang dieser Trilogie

Am Fluss der Zeiten
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Sowohl das bäuerliche Leben auf Hof Kalmule bei Lüdinghausen als auch der Alltag in der Domkurie zu Münster und auf der Wasserburg Kakesbeck werden detailliert beschrieben und über das Alltagsleben der ...

Sowohl das bäuerliche Leben auf Hof Kalmule bei Lüdinghausen als auch der Alltag in der Domkurie zu Münster und auf der Wasserburg Kakesbeck werden detailliert beschrieben und über das Alltagsleben der Eigenbehörigen Elze in den Jahren 1551 – 1553 sehr lebendig und anschaulich gezeichnet. Das ganze Ausmaß an Abgaben und Frondiensten der Bauernschaft an den jeweiligen Burgherren bzw. Vogt wird ersichtlich. Mit der jungen, unerfahrenen Elze als Erzählerin werden auch die politischen Hintergründe neben den kirchlichen Zwistigkeiten dieser Täuferbewegung im Gesamtverlauf klar. Neben einem Personenregister am Ende des Buches wird in einem umfangreichen Glossar der verwendete Wortschatz dieser Zeit gelistet. Sehr spannend und authentisch wird die Bewirtschaftung eines Bauernhofes bzw. eines Rittersitzes im Wcchsel der Jahreszeiten und Wetterbedingungen präzisiert. Über lang ausgearbeitete Dialoge - z.B. zwischen Stine und Elze – erhalten viele Charaktere überzeugende Tiefe. Dass Kenntnisse im Lesen und Schreiben, hier speziell bei Frauen wie der Eigenbehörigen Elze, eine Besonderheit in damaligen Zeiten war, verwundert heutzutage. Durch viele Abenteuer im Wechsel der Aufenthaltsorte von Elza wird der Spannungsbogen geschickt gespannt gehalten.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

"Nur wer von Zuhause weggeht, kann Heimkommen".

Mirabellentage
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Die Szenerie spielt in dem beschaulichen Dorf Blumfeld in Bayern, mit dem Bach Ache, mit einem im Wald versteckten kleinen See. Hauptakteurin ist die 54-jährige Haushälterin Anna Nass, die mit dem unerwarteten ...

Die Szenerie spielt in dem beschaulichen Dorf Blumfeld in Bayern, mit dem Bach Ache, mit einem im Wald versteckten kleinen See. Hauptakteurin ist die 54-jährige Haushälterin Anna Nass, die mit dem unerwarteten Tod des katholischen Ortspfarrers Josef Heubeck, 57 Jahre, ihrem Arbeitgeber und Freund seit ihrer Kindheit, und wegen seinem besonderen Bestattungswunsch neue Entscheidungen in ihrem festgefahrenen Leben treffen muss. Bis zur Mirabellenernte im Pfarrgarten des Sommers 2010 geht es neben der Einführung des jungen Ersatzpriesters Fridtjof Nissen auch um ihre weit zurückliegenden Erinnerungen an Elternhaus, an harte Arbeitserfahrungen und teils lustigen Erlebnissen mit der Dorfgemeinschaft. Die Episoden rund um die lateinischen bzw. pikanten italienischen Sonntagspredigten des Friesen Fridtjof ohne hochdeutsche Sprachfertigkeiten wirken despektierlich in dieser ländlichen Idylle und dörflichen vertrauten Verbundenheit miteinander. Wie sich langsam besonders über den Fahrlehrer Manfred Tanner der Wendepunkt in Annas Leben anbahnt, hätte mehr Tiefgang einnehmen können. Ihre Angst vor dem Verlust ihres heimischen Platzes im Dorf, mit dem neuen, noch zu fremden Pfarrer, ist verständlich. Komplexere Gedanken zum Thema Neuanfang in der Lebensmitte hätten sicherlich gefallen. Der letzte Wunsch des verstorbenen Pfarrers wird leider sehr unspektakulär abgewickelt.
Insgesamt wirken die Charaktere authentisch, teils originell. Der Schreibstil vermittelt sommerliche Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Tödliche Geheimnisse und Schuldgefühle in einem spannenden Plot

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Das Cover mit Seenlandschaft in felsiger Umgebung siedelt das Szenario lt. Roman am Genfer-See nahe Yvoire in Frankreich passend an. In acht Episoden geht es um mörderische Beziehungen zwischen langjährigen ...

Das Cover mit Seenlandschaft in felsiger Umgebung siedelt das Szenario lt. Roman am Genfer-See nahe Yvoire in Frankreich passend an. In acht Episoden geht es um mörderische Beziehungen zwischen langjährigen Freunden rund um den erfolgreichen, verschlossenen Autor Marceau Miller und seiner hartnäckigen, zähen, wild entschlossenen Frau Sarah. Er hat bereits mit 40 Jahren ein Testament in Form eines Manuskripts verfasst, deponiert in einem Schließfach einer Bank in Genf, zusammen mit viel Bargeld. Mit seinem plötzlichen, tödlichen Kletterabsturz entwickelt sich für seine Ehefrau eine Aufklärungsphase voller Twists, kritischer Vertrauenskrisen und Zweifeln an eigener Menschenkenntnis neben der Suche nach dem plötzlich verschwundenen Manuskript.
Die Szenarien wechseln zwischen Aktionen am und auf dem Genfer See, in den Bergen und nicht nur polizeilichen Durchsuchungen. Zwischen Sarahs unermüdlichen Ermittlungserfolgen lüften auch Fragmente des entdeckten Manuskripts nach und nach mörderische Geheimnisse, auch zum Verschwinden von Marceaus Schwester Jade.
Hauptsächlich Sarah, die Ehefrau des Schriftstellers, tritt als unerschrockene, wütende Erzählerin auf, vielleicht in ihren Aktionen etwas zu übertrieben derb, unzivilisiert gegenüber Polizei und Freunden. Unrealistisch erscheint die grobe Vernachlässigung ihrer zwei Kinder, allein gelassen mit deren Trauerbewältigung. Jedoch Sarahs emotionale Verletztheit, Zweifel und Entschlossenheit in Sachen Aufklärung werden gut vermittelt. Mit langsam steigendem Spannungsbogen entpuppen sich die langjährigen Freundschaften als nachvollziehbare Dramen in angenehmer Landschaft.

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