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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mehr als nur eine Art früher „Bauer sucht Frau“-Nummer

Moosland
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Ein spannendes Kapitel deutsch-isländischer Geschichte wird in diesem Roman einfühlsam dargelegt. In den ländlichen Regionen der Insel herrschte Frauenmangel, seit die boomende Fischindustrie in den Kriegsjahren ...

Ein spannendes Kapitel deutsch-isländischer Geschichte wird in diesem Roman einfühlsam dargelegt. In den ländlichen Regionen der Insel herrschte Frauenmangel, seit die boomende Fischindustrie in den Kriegsjahren vor allem junge Isländerinnen an die Ostküste gelockt hatte. Aber es gibt nicht nur gut bezahlte Arbeit in den Städten, es herrscht auch ein neuer Lebensstil durch die dortige Stationierung von Amerikanern während der Kriegsjahre bis 1944, den die junge Generation plötzlich in vollen Zügen genießen will, wie auch im Roman realistisch durch den Wegzug zweier Familienmitglieder beschrieben wird. Sehr gegensätzlich dazu herrschte im zerstörten, mit Flüchtlingen überfüllten Deutschland dagegen ein enormer Frauenüberschuss. Ein Beispiel für gelungene Integration erwächst aus der Anzeige: Island sucht Dienstmädchen für Landhaushalte. Monatslohn 500 Kronen, Kost und Logis frei. Bewerbungen an das Isländische Vizekonsulat in Lübeck. Postfach 455. Als diese Anzeige am 26. April 1949 in den “Lübecker Nachrichten” erschien, wussten Interessierte oft nichts über diese ferne Insel im Norden.
Die Autorin hat sich in ihrem Roman von realen Ereignissen auf einem isländischen Bauernhof inspirieren lassen wie z.B. den Schafabtrieb im Herbst, die Esskultur oder die Wildheit der Natur je nach Jahreszeit. Auch die Fremdheit der Sprache und der Bauernkultur mit ihren Traditionen findet Beachtung. Die Hauptfigur Elsa schafft sowohl ihre Integration, verändert mit ihrer Anwesenheit auch das Zusammenleben der Bauernfamilie und schließt mit ihrer tiefen Trauer um ihre verstorbene Freundin Sola ab. Der einfühlsame Schreibstil beschreibt diese positive Entwicklung Elsas in ruhiger, taktvoller Art.
Eine berührende Reise in die Vergangenheit

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Über 2. Chancen in der Liebe

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Das Cover mit einem jungen Paar, jeder auf seinem verschlungenen Regenbogen wie auf farbigen Zeitschienen sitzend, mit Blick zurück in ihre Vergangenheit – dieses Bild umreißt den Buchinhalt treffend. ...

Das Cover mit einem jungen Paar, jeder auf seinem verschlungenen Regenbogen wie auf farbigen Zeitschienen sitzend, mit Blick zurück in ihre Vergangenheit – dieses Bild umreißt den Buchinhalt treffend. Nach langjähriger Ehe kommt es zwischen den zwei sympathischen Hauptfiguren Adam und Jules Hole zu häufigen Alltagsstreitereien, über Geldsorgen und eigene verpasste berufliche Lebensträume, auch mit Sorgen über die zwei schon erwachsenen Kinder. In diese verbitterte Familienatmosphäre bringt das zufällige Abspielen alter Mixtapes von einst geliebten Songs ab 1989 im alten Ghettoblaster die Möglichkeit einer Zeitreise zu ihrem jüngeren Ich, ähnlich den Möglichkeiten wie in „Zurück in die Zukunft“. Aus beider Perspektive erzählt, bleiben sie jedoch nicht nur Beobachter ihrer Vergangenheit, sondern nehmen auch Veränderungen mit Auswirkungen auf ihre Gegenwart vor, was das familiäre Umfeld und ihre Ehe nicht nur beflügelt. Wichtige glückliche Momente, untermalt durch Klänge ihrer Lieblingssongs, lassen bei mehreren solcher Zeitreisen besonders das frühere Familien- und Arbeitsleben neben der Freizeit lebendig werden. In diese beglückende Wende in ihrer Ehe schleichen sich jedoch zunehmend tiefgründige Zweifel vor allem hinsichtlich Ehrlichkeit und Treue gegenüber dem Ehepartner. Schließlich gefällt neben der Spotify-Playlist auch der Aufruf zu mehr Kommunikation, Loyalität und Aufmerksamkeit, um eine langjährige Ehe im Alltag zu verbessern.
„Glück ist, wenn man lernt das zu lieben, was man hat.“

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Ein Lesevergnügen!

Moorland. Die Zwillinge
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Das Namenlose Moor, oft in Nebel oder Dunkelheit gehüllt, bildet hier den Rahmen für spannende, gefährliche Begegnungen von alten wie neuen Anwohnern. Die Historie des ehemaligen Torfabbaus, mühsamer Trockenlegung ...

Das Namenlose Moor, oft in Nebel oder Dunkelheit gehüllt, bildet hier den Rahmen für spannende, gefährliche Begegnungen von alten wie neuen Anwohnern. Die Historie des ehemaligen Torfabbaus, mühsamer Trockenlegung und dazu gehörenden verfallenden Hütten wird angerissen. Ein verlassenes Moorbad als Lost Place ist hier mehr als ein beliebter, einsamer Jugendtreff. In diese gefährliche, unwegsame Landschaft mit all ihrer Schönheit und Eigenheit kehrt nach 15 unruhigen Jahren die Hauptfigur Kommissarin Malia Gold zurück in ihr Heimatdorf Moorbach, mit ihrer nahen Arbeitsstelle in Riedberg mit derzeitigem krankem Chef. Damalige heftige Familienangelegenheiten bleiben bisher im Hintergrund, denn die Ermittlungen in ihrem ersten Fall verlaufen rasant: Die 18-jährigen, eineiigen Zwillinge Nike und Jana Martens kehren von einem ihrer Ausflüge ins Moor nicht zurück. Nicht nur deren Umtriebe in den sozialen Medien produzieren aufrüttelndes Kopfkino beim Lesen. Ermittlungen in einem Unfall mit Fahrerflucht, einem Selbstmord und bei weiteren Toten werden schließlich schlüssig aufgeklärt. Ein überaus fesselnder Plot mit authentischen Darstellern.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Eine komplizierte Familiengeschichte rund um Menschen, Tiere, Natur und Bücher

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Das Cover versprüht eine wild romantische Atmosphäre im sommerlichen Sonnenuntergang mit einladender Holzbank. Nicht der Star der Potcast-Reihe Bemerkenswerte Bücherfrauen Fenja Lorenzen steht im Mittelpunkt, ...

Das Cover versprüht eine wild romantische Atmosphäre im sommerlichen Sonnenuntergang mit einladender Holzbank. Nicht der Star der Potcast-Reihe Bemerkenswerte Bücherfrauen Fenja Lorenzen steht im Mittelpunkt, sondern ihre 2 Jahre ältere Halbschwester Martje Pauls, deren Lebensweg bis ins hohe Alter mit all ihren Geheimnissen ausgegraben wird. Die Journalistin Anna März betreibt ausgiebige, gut nachvollziehbare Recherchearbeiten im Sommer 2025, in Archiven und Gesprächen immer auf der Suche nach verlässlichen Informationen zu Martje, deren Lebensweg ab 1928 bis in die Gegenwart beleuchtet wird mit all ihren menschlichen Komplikationen. Durch die leichte Verzahnung mit historischen und touristischen Fakten erhalten nicht nur die weiblichen Hauptfiguren mehr authentischen Tiefgang. Das Frauenbild als beruflich erfolgreiche, allein erziehende Mutter wird vielleicht etwas überstrapaziert.
Durch die wild romantischen Naturbeschreibungen der Nordfriesischen Inseln, hier auf Amrum, Föhr und vor allem Sylt mit Listland, kommt leicht Lust auf Inselurlaub auf.
Der Schreibstil ist auch im 2. Teil der Dilogie ruhig, warmherzig, einfühlsam und bildhaft.
Ein empfehlenswerter Wohlfühlroman!

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Eine romantische Reise zwischen Realität und künstlerischer Fantasie

Zwei in einem Bild
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Die Szenerie spielt größenteils in einem Museum, dessen Kunstwerke zu nächtlicher Arbeitszeit besonders auf die junge Putzfrau Claire eine magische Anziehungskraft ausüben. Besonders das Gemälde "Die Musikstunde" ...

Die Szenerie spielt größenteils in einem Museum, dessen Kunstwerke zu nächtlicher Arbeitszeit besonders auf die junge Putzfrau Claire eine magische Anziehungskraft ausüben. Besonders das Gemälde "Die Musikstunde" von Henri Matisse, gemalt 1917, spricht sie an. Es zeigt ein Porträt seiner Familie. Sein älterer, gelangweilter Sohn Jean, sitzend mit Buch, ist dort verewigt mit seiner älterern Halbschwester und seinem jüngeren Bruder am Klavier, während im Hintergrund die Mutter im Schaukelstuhl verweilt. In diesem künstlerischen Ambiente finden sich auch Werke von Picasso. Modigliani und weiteren Impressionisten sowie Vertretern des Fauvismus. Wie in dem Film „Nachts im Museum“ erwachen die Dargestellten auf magische Weise nachts zum Leben. Jean verliebt sich in die junge Putzfrau Claire und ihrer Wertschätzung für die dort ausgestellte Kunst. Claire ihrerseits findet einen unüblichen Zugang in genau dieses Gemälde. Die Darstellung der folgenden Zweisamkeit der Verliebten hinter den Bilderrahmen, beim Pferderennen, am Kliff etc. gefällt. Das Cover gibt die innige Verliebtheit dieser Hauptfiguren im Boot wieder. Das weltumspannende Pandemie-Ereignis und seine Folgen sind geschickt eingeflochten, verstärken den Realitätsbezug in den wechselnden Perspektiven zwischen Jean und Claire. Mit dem Auftauchen des Tagebuchs einer unbekannten Künstlerin wird die Thematik des Patriarchats des vorigen Jahrhunderts angerissen.
Eine warmherzige Geschichte, verortet im Museumsbetrieb mit namhafter Malerei.

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