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Veröffentlicht am 28.03.2025

Packender und atmosphärisch dichter Kriminalroman aus dem Schwarzwald

Schwarzwälder Treibjagd
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Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Kindler den vierten Band der Krimi-Reihe um ihre Kommissarin Ines Sandner aus Villingen vor und konnte mich dabei ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Kindler den vierten Band der Krimi-Reihe um ihre Kommissarin Ines Sandner aus Villingen vor und konnte mich dabei ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden problemlos lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als auf der Kuppe des Fürstenbergs die Leiche der 15-jährigen Michaela gefunden wird, übernehmen Ines und ihr Team die Ermittlungen. Liegt das Motiv für den Tod des Mädchens in ihrem privaten Umfeld oder hängt es mit ihrem Engagement in Sachen Umwelt zusammen, bei dem sie sich nicht nur Freunde gemacht hat ? Gibt es sogar einen Zusammenhang mit dem geplanten Baus eines Windparks, der gerade in der Region für viel Aufregung sorgt ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran. Diese erzählt sie fast ausschließlich aus der Perspektive der Ermittler. So ist man als Leser die ganze Zeit auf Augenhöhe mit Ines und ihren Kollegen, ohne dabei einen Wissensvorsprung zu besitzen, und kann aus den Ermittlungsergebnissen eigene Schlüsse ziehen und Theorien aufstellen, um am Ende doch von der verblüffenden Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben, überrascht zu werden. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die teilweise bereits aus den ersten Bänden bekannt sind, die neuen Figuren reihen sich zudem nahtlos in das gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Besonders das Zusammenspiel zwischen Ines und ihrer neuen Kollegin Emma weiß zu überzeugen, hier steckt noch einiges an Potential für weitere Auftritte. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Ermittler sorgen zudem immer wieder für ein wenig Abwechselung, lassen dabei den Spannungsbogen aber nicht abreißen.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Packender und atmosphärisch dichter Kriminalroman mit einem beängstigenden Szenario

Brennendes Watt
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In diesem Kriminalroman schickt der Autor Fynn Jacob aka Christian Kuhn sein deutsch-niederländisches Ermittler-Duo Marten Jaspari und Iska van Loon in ihren dritten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie ...

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Fynn Jacob aka Christian Kuhn sein deutsch-niederländisches Ermittler-Duo Marten Jaspari und Iska van Loon in ihren dritten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Wie bereits der erste Band entwickelt auch dieser Band mit seinem beängstigenden Szenario, das erschreckend realitätsnah rüberkommt, echte Thrillerqualitäten.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als am Strand der Insel Borkum die Leiche eines niederländischen Wachmannes gefunden wird, übernehmen Iska und Marten den Fall, da zunächst unklar ist, wo der Mann ums Leben gekommen ist. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit auf dem LNG-Terminal in Eemshaven ist Luuk Rands mit Aktivisten der radikalen Umweltorganisation Blue Home aneinandergeraten, die sich gerade auf Borkum aufhalten. Nur ein Zufall ? Doch dann zeigt sich, dass hier noch eine weitere Gruppierung mitmischt, die weit weniger idealistisch unterwegs ist, und die Ermittlungen werden plötzlich zum Rennen gegen die Zeit, um einen verheerenden Anschlag zu verhindern.

Neben einer spannenden und gut aufgebauten Geschichte bietet dieser Kriminalroman auch noch reichlich Lokalkolorit von der deutschen und der niederländischen Nordseeküste und lässt so beim Lesen schnell ein gewisses Urlaubsfeeling aufkommen. Die Verknüpfung des aktuellen Themas zum Umgang mit den LNG-Terminals, die derzeit an vielen Stellen an der Nordseeküste im Einsatz sind oder noch errichtet werden sollen, mit einer spannenden Geschichte ist äußerst gelungen und bietet darüber hinaus durchaus Stoff zum Nachdenken. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei wird auch das private Umfeld der beiden Ermittler immer wieder in die Geschichte eingebunden, ohne dadurch den Spannungsbogen abbrechen zu lassen. Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor das atmosphärisch dichte Geschehen voran und legt dabei auch einige falsche Fährten, bevor er dann am Ende in einem fulminanten Showdown eine schlüssige Auflösung bietet, die keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Wer auf spannende Kriminalromane aus dem hohen Norden steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Ich hoffe auf weitere Auftritte des sympathischen Ermittler-Duos.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Moderne Fabel mit viel Humor und skurrilen Figuren

Die Flora schlägt zurück
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Mit diesem Buch legt der Autor Carsten Wunn eine moderne Fabel vor, die er mit reichlich Humor und skurrilen Figuren anreichert. Zwar konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich hat ...

Mit diesem Buch legt der Autor Carsten Wunn eine moderne Fabel vor, die er mit reichlich Humor und skurrilen Figuren anreichert. Zwar konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich hat die Lektüre aber doch sehr viel Spaß und durchaus auch Lust auf mehr gemacht.

Dies ist bereits der dritte Roman des Autors, der im „Kniesel“-Universum angesiedelt ist. Dennoch braucht man hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Büchern, um die Geschichte lesen und verstehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Allerdings wird man dann nicht jede der zahlreichen Anspielungen auf frühere Ereignisse in Gänze nachvollziehen können, bei mir konnte dies den Lesegenuss aber nur unwesentlich schmälern.

Der Autor übernimmt hier selbst die Rolle des Ich-Erzählers und Chronisten der Parallelgesellschaft der Tiere. Eines Tages bittet ihn der baldriansüchtige Sammy Kater um Hilfe. In letzter Zeit hat es einige besorgniserregende Vorfälle gegeben, die den Verdacht nahelegen, dass die Fauna zum Gegenschlag gegen die Menschen und die Tierwelt ausholt und sich für die schlechte Behandlung rächen will. Oder steckt doch eine finstere Verschwörung hinter den Vorfällen ? Carsten und Sammy machen sich auf zu einem irrwitzigen Abenteuertrip, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Mit einem packenden Schreibstil, der aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erschafft dabei mit viel Einfallsreichtum und Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen. Diese bestückt er mit liebevoll gezeichneten Figuren, die bisweilen aber doch ziemlich skurril ausfallen. So entwickelt sich ein wahres Getümmel aus Humor, Situationskomik und überraschenden Wendungen, bei der die eigentliche Geschichte zwischendurch aber doch etwas zu sehr in den Hintergrund rückt. Zum Ende hin bekommt der Autor aber noch so gerade die Kurve und bringt die Geschichte in einem großen Showdown zu einem überzeugenden Ende, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben.

Wer Gefallen an humorvollen Büchern mit einer abgedrehten Geschichte und skurrilen Typen findet, wird hier gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Gelungenes Horrormagazin mit 20 abwechslungsreichen Geschichten und 2 interessanten Artikeln

Zwielicht 21
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In der inzwischen bereits 21. Ausgabe der Reihe Zwielicht haben die beiden Herausgeber Achim Hildebrand und Michael Schmidt erneut eine abwechslungsreiche Sammlung an Kurzgeschichten und Artikeln aus den ...

In der inzwischen bereits 21. Ausgabe der Reihe Zwielicht haben die beiden Herausgeber Achim Hildebrand und Michael Schmidt erneut eine abwechslungsreiche Sammlung an Kurzgeschichten und Artikeln aus den Bereichen Horror und phantastische Literatur zusammengestellt.

In insgesamt 20 Kurzgeschichten wird ein gelungener Querschnitt der Möglichkeiten, den dieses Genre bietet, abgebildet, so dass jeder Liebhaber hier die eine oder andere Geschichte ganz nach seinem Geschmack finden sollte. Darunter befinden sich nicht nur neue Geschichten, sondern auch ein paar ältere Beiträge aus den Jahren 1893 bis 1950, die aber kein bisschen bzw. nur wenig angestaubt rüberkommen.

Meine persönlichen Favoriten waren die Geschichten von Charline Winter, Erik Hauser, Michael Tillmann und Karin Reddemann. Aber auch die übrigen Geschichten konnten mich gut unterhalten, echte Ausreißer nach unter gab es hier für mich nicht.

Neben den Geschichten befinden sich in dem Buch noch zwei Artikel von Karin Reddemann. Im ersten Beitrag beleuchtet sie ein besonders extremes Beispiel aus der Zeit der Hexenverfolgung. Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit dem Regisseur Sam Raimi und bietet interessante Einblicke, die sich vor allem auf seine Anfangsjahre beziehen. Und dann gibt es noch eine Auflistung aller Werke, die im Jahr 2023 mit dem Vincent- und dem Rein A. Zondergeld-Preis ausgezeichnet wurden. Weitere Informationen zu den an diesem Buch beteiligten Autoren dürfen am Ende des Buches natürlich nicht fehlen.

Das Coverbild von Björn Ian Craig ist auch diesmal wieder ein echter Blickfang. Und auch die Innenillustrationen von Frank G. Gerigk und Adrian van Schwamen sind sehr gelungen und werten das Buch optisch noch einmal deutlich auf.

Auch mein inzwischen fünftes Buch aus der Zwielicht-Reihe konnte mich wieder gut unterhalten und wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Packender Krimi aus dem deutsch-dänischen Grenzgebiet

Die Brandung – Leichenfischer
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In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Karen Kliewe ihr deutsch-dänisches Ermittler-Duo, die Archäologin Fria Svensson und Kommissar Ohlsen Ohlsen von der Kriminalpolizei Flensburg, in ihren zweiten ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Karen Kliewe ihr deutsch-dänisches Ermittler-Duo, die Archäologin Fria Svensson und Kommissar Ohlsen Ohlsen von der Kriminalpolizei Flensburg, in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit den beiden Ermittlern und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus dem ersten Band der Reihe fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Im deutsch-dänischen Grenzgebiet werden die Leichen von zwei jungen Frauen gefunden, die nach einem Ritual der Wikinger bestattet wurden. Während die Kollegen aus Dänemark nicht lange zögern, Fria zu den Ermittlungen hinzuzuziehen, hadert Ohlsen zunächst noch damit, erneut mit ihr zusammenzuarbeiten. Weitere Vermisstenfälle junger Frauen setzten die Polizei aber unter großen Druck und lassen die Ermittlungen zum Rennen gegen die Zeit werden.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und garniert sie mit jeder Menge Lokalkolorit aus dem hohen Norden. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittler, immer wieder eingestreute Passagen aus der Sicht einiger Frauen, die auf unterschiedliche Art und Weise in den Fall verstrickt sind, sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über die Identität des Täters zu verraten. Am Ende gibt es einen krachenden Showdown mit einer überzeugenden Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Neben der überzeugenden Kriminalgeschichte kommt aber auch das Privatleben der Ermittler nicht zu kurz, insbesondere Frias Familie und ihr Mitbewohner Marten spielen hier tragende Rollen. Diese Elemente fügen sich gut in das Hauptgeschehen ein und tragen ihren Beitrag zum überzeugenden Gesamtbild bei, ohne dabei den Krimiplot in Sachen Spannung auszubremsen.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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