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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2024

Hier wird aus einer Mücke kein Elefant, sondern ein packender Thriller gemacht

Der Stich
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Auch mit seinem zweiten Buch gelingt dem Autor und Wissenschaftsjournalisten Thilo Winter ein rasanter und packender Thriller, der mich trotz kleinerer Kritikpunkte sehr gut und spannend unterhalten konnte. ...

Auch mit seinem zweiten Buch gelingt dem Autor und Wissenschaftsjournalisten Thilo Winter ein rasanter und packender Thriller, der mich trotz kleinerer Kritikpunkte sehr gut und spannend unterhalten konnte. Nachdem das Debüt noch in der Antarktis angesiedelt war, führt uns die Geschichte diesmal in die deutlich angenehmeren Gefilde von Florida.

Quito Mantezza verliert sein Stipendium am College von Key West, weil er sich mit dem mächtigen Konzern DNArtists angelegt und gegen dessen Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Moskitos protestiert hat. Während der Gerichtsverhandlung, auf der über seine diesbezügliche Klage entschieden werden soll, stirbt sein Anwalt nach einem Mückenstich. Zeitgleich kommt es zu weiteren ähnlich mysteriösen Vorfällen. Während die Behörden verzweifelt versuchen, die aufkommende Panik in den Griff zu bekommen, will Quito den Hintergründen auf die Spur kommen. Unterstützung erhält er dabei von der jungen Kubanerin Inez Barrera, die gerade erst über das Meer nach Florida geflüchtet ist und eigentlich ganz andere Probleme hat.

Mit einem packenden Schreibstil, reichlich Action und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie dabei mit einem hohen Erzähltempo auf einen fulmunanten Showdown zu, der einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt und mit einer gelungenen Auflösung aufwartet, die am Ende keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Nachdem der Autor bei seinem Debüt an einigen Stellen doch etwas zu dick aufgetragen hat, fährt er dies hier zwar deutlich herunter, zeigt aber gerade im letzten Drittel, dass er doch noch nicht ganz davon lassen kann. Hier sollte er vielleicht doch etwas mehr Vertrauen in seine Geschichte haben, denn die hat solche Effekte eigentlich überhaupt nicht nötig. Ein Nachwort, das aufklärt, was hier Dichtung und was Wahrheit ist, rundet das Ganze am Ende noch hervorragend ab.

Wer auf spannende und actionreiche Thriller zu wissenschaftlichen Themen steht, wird hier insgesamt sehr gut bedient und spannend unterhalten.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 18.01.2024

Auch Band 3 der Reihe bietet wieder viel Spannung und eine neue Erzählperspektive

Die Händler des Teufels: Ein Krimi aus London
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In diesem Kriminalroman schickt Edward Spencer-Smith (Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Autorinnen Ariana Lambert, Drea Summer und Heidi Troi.) ihre Detektivinnen Isla Wright, Abigail Walker und ...

In diesem Kriminalroman schickt Edward Spencer-Smith (Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Autorinnen Ariana Lambert, Drea Summer und Heidi Troi.) ihre Detektivinnen Isla Wright, Abigail Walker und Emma Ferguson aus London in ihren dritten Fall.

Man braucht dabei grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um das Buch lesen und nachvollzeihen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Alles beginnt mit einem Einbruch in die Büroräume der drei Detektivinnen, bei dem nur ein Foto verschwindet, dass Emma und ihre vor 20 Jahren spurlos verschwundene Schwester Elliott zeigt. Kurz darauf findet sich in den privaten Dingen des rumänischen Menschenschleppers Ciprian Vargas eine weitere Ausgabe dieses Fotos. Vargas wird beschuldigt, seinen Boss ermordet zu haben, und obwohl ihm die Tat eindeutig nachgewiesen werden kann, schweigt er gegenüber der Polizei beharrlich. Doch dann macht er ausgerechnet Emma einen Vorschlag, den sie nicht ablehnen kann. Erfährt sie endlich die Wahrheit über das Verschwinden ihrer Schwester ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die für diesen Band verantwortliche Autorin (Wer aus dem Trio hier am Werk war, bleibt auch diesmal offen.) ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende einen fulminanten Showdown mit einer gelungenen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Auch wenn ich diesmal schon frühzeitig geahnt habe, wohin sich das Ganze entwickeln könnte, bleibt die Spannung bis zum emotionalen Ende auf einem hohen Niveau. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Rolle der Ich-Erzählerin übernimmt diesmal Emma Ferguson, die mit ihren Alleingängen die Freundschaft zu Isla und Abigail auf eine ziemlich harte Probe stellt.

Wer auf spannende und wendungsreiche Kriminalromane steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten. Nach einer weiteren deutlich erkennbaren Steigerung kann ich für diesen Band auch erstmals die Bestnote vergeben.

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Veröffentlicht am 15.01.2024

Packender und abgründiger Thriller aus Bielefeld

Der Mädchenhenker (Thriller)
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In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerduo Emma Bajetzky und Alex Kuper in ihren zweiten gemeinsamen Fall, der mich díesmal fast komplett überzeugen konnte. Während die übrigen ...

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerduo Emma Bajetzky und Alex Kuper in ihren zweiten gemeinsamen Fall, der mich díesmal fast komplett überzeugen konnte. Während die übrigen Reihen des Autors eher in namenlosen Städten angesiedelt sind, wird hier der Handlungsort Bielefeld klar benannt und in die Handlung eingebunden.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommen es Emma und Alex mit einem brutalen Mörder zu tun, der Videos zu seinen Taten über die sozialen Medien verbreitet. Diese enthalten zwar Hinweise zum Ort, an dem er die Mädchen foltert, nicht aber zum endgültigen Tatort, so dass die Leichen zunächst verschwunden bleiben. Schnell wird klar, dass sich der Täter auf einem Rachefeldzug befindet, dessen Motive aber vorerst im Dunkeln bleiben. Und so werden die Ermittlungen zum Rennen gegen die Zeit, denn auf der Liste des Täters stehen noch einige Namen von jungen Frauen, die sich in seinen Augen schuldig gemacht haben.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittler erzählt, erst ganz zum Schluss gibt es einige Passagen aus den Perspektiven des Täters, dessen Identität zu diesem Zeitpunkt aber eigentlich schon bekannt ist. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Akteure lockern das eher düstere Geschehen immer wieder ein wenig auf, die Ermittlungen steht dabei aber immer im Mittelpunkt des Geschehens.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten. Für die weiteren Auftritte der beiden Ermittler bleibt aber dennoch weiterhin ein klein wenig Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 15.01.2024

Abwechslungsreiche Schauergeschichten, die eher sanften Grusel bieten

Geschichten aus der Gruft
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Im diesem Buch legen die beteiligten Autorinnen und Autoren 10 spannende und abwechslungsreiche Schauergeschichten vor, die einen eher sanften Grusel erzeugen. Wer große Schockmomente und spektakuläre ...

Im diesem Buch legen die beteiligten Autorinnen und Autoren 10 spannende und abwechslungsreiche Schauergeschichten vor, die einen eher sanften Grusel erzeugen. Wer große Schockmomente und spektakuläre Effekte sucht, wird hier nicht unbedingt fündig. Die Geschichten erzielen aber auch ohne diese Elemente durchaus ihre Wirkung und lassen es einem beim Lesen kalt den Rücken runterlaufen.

Den Titel des Buches kann man dabei durchaus wörtlich nehmen, denn das Thema Gruft ist in allen Beiträgen präsent, steht oftmals sogar im Mittelpunkt des Geschehens. Alle hier vertretenden Autorinnen und Autoren haben bereits Bücher im Brighton-Verlag veröffentlicht. Wem also ein Beitrag besonders gut gefällt, wird auf der Suche nach Nachschub schnell fündig. Abgerundet wird das Buch durch zwei Beiträge, die sich zum einen besonderen Begräbnisritualen aus aller Welt widmen und zum anderen einige besonders gelungene Friedhöfe bzw. Friedhofsanlagen vorstellen.

Wie immer kann in einer solchen Sammlung nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack zu 100 Prozent treffen. Meine persönlichen Favoriten waren hier die Beiträge von Annika Schwabe, Thomas W. Krüger und die zweite Story von Renate Behr, die hier auch als Herausgeberin fungiert. Hervorheben muss ich auch die beiden Geschichten von Dietmar Cantz, da sie sehr schön zeigen, dass Geister im Grunde auch nur Menschen sind, wenn auch halt tote Menschen. Echte Ausreißer nach unten gab es hier für mich nicht, alle Geschichten haben ihren ganz eigenen Reiz und bieten durchgehend einen hohen Unterhaltungswert.

Wer auf unheimliche Geschichten steht und keine Angst hat, sich in eine Gruft zu begeben, sollte in dieser Anthologie also auf jeden Fall den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

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Veröffentlicht am 12.01.2024

Packender und wendungsreìcher Thriller um eine Verzweiflungstat mit dramatischen Folgen

Stunde um Stunde
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Mit diesem Buch legt die australische Autorin Candice Fox einen packenden und atmosphärisch dichten Thriller vor, der mich ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Aus purer ...

Mit diesem Buch legt die australische Autorin Candice Fox einen packenden und atmosphärisch dichten Thriller vor, der mich ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Aus purer Verzweiflung dringen die Eltern der jungen Tilly Delaney in das forensische Labor der Strafverfolgungsbehörden von Los Angeles ein und nehmen dort Geiseln. Ihre Forderung: Findet endlich unsere Tochter, die seit zwei Jahren spurlos verschwunden ist, oder wir vernichten Stunde um Stunde ein wichtiges Beweismittel für ungelöste Gewaltverbrechen. Doch die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen bei einem Schwimmunfall ums Leben gekommen und im Meer verschwunden ist. Daher ist der Fall längst zu den Akten gelegt worden und soll auch nicht wieder aufgerollt werden, um kein falsches Zeichen zu setzen. Detective Charles Hoskins war fünf Jahre undercover in einer brutalen Motorradgang eingeschleust, er ist gerade erst aufgeflogen und knapp mit dem Leben davongekommen. Alle Beweise, die er in dieser Zeit gesammelt hat, lagern in dem Labor und drohen nun, vernichtet zu werden. Um sie zu retten macht er sich eigenmächtig auf die Suche nach dem Mädchen. An seine Fersen heftet sich mit Lynette Lamb ausgerechnet die vom Dienst suspendierte Polizistin, die einen gehörigen Anteil am Scheitern seiner Mission trägt und sich nun unbedingt rehabilitieren will. Und auch die Motorradgang hat längst die Jagd auf ihn eröffnet.

Mit einem packenden Schreibstil, der das Kopfkino permanent auf Hochtouren laufen lässt, und vielen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt durch ständige Perspektivwechsel für ein hohes Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Dabei bietet sie mehrere Erzählstränge auf, die immer mehr ineinandergreifen und nach und nach das erschreckende Bild hinter der Geschichte enthüllen. Das Geschehen pendelt permanent zwischen der Geiselnahme im Labor, dem Polizeistab, der die Lage unter Kontrolle bekommen möchte, und den beiden ungleichen Ermittlern, denen immer mehr die Zeit davonläuft, hin und her. Getragen wird die komplexe Geschichte durch ein gut gezeichnetes und vielschichtig angelegtes Figurenensemble in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, das sich hervorragend ergänzt. Wie es sich für einen echten Thriller gehört, gibt es am Ende einen krachenden Showdown mit einer verblüffenden Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Ein weiterer Thriller der Extraklasse, der sich schnell zu einem echten Pageturner entwickelt und den man nicht mehr beiseitelegen kann, bis man endlich weiß, wie die Geschichte ausgeht.

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