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Veröffentlicht am 19.05.2020

Packender Thriller um einen Personenschützer im verzweifelten Kampf um seine große Liebe

Der Bodyguard
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Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Rüther einen packenden und actionreichen Thriller vor, in dessen Zentrum die Liebe zwischen einem Bodyguard und seinem Schützling steht. Dabei gelingt es der Autorin ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Rüther einen packenden und actionreichen Thriller vor, in dessen Zentrum die Liebe zwischen einem Bodyguard und seinem Schützling steht. Dabei gelingt es der Autorin auf überzeugende Art und Weise, dem eigentlich altbekannten Thema noch ein paar neue Facetten abzugewinnen.

Der Personenschützer Maik stößt neu zum Team hinzu, das für die Sicherheit des schwerreichen Industriellen Peter van Holland und seiner Familie zuständig ist. Seine erste Begegnung mit dessen Tochter Lynn verläuft zunächst ein wenig ungewöhnlich und ist von Mißverständnissen geprägt, doch dann kommen sich die beiden schnell gefährlich nah. Als Lynn vor Maiks Augen entführt wird, nimmt er den verzweifelten Kampf um seine große Liebe auf. Doch seine Gegner scheinen ihm immer einen Schritt voraus zu sein und aus den eigenen Reihen schlägt ihm ziemliches Mißtrauen entgegen.

Mit einem packenden Schreibstil, einem hohen Erzähltempo und zahlreichen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einem fulminanten Showdown mit überzeugender Auflösung münden. Zu Beginn lässt sie sich dabei ausreichend Raum und Zeit, die gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sorgfältig einzuführen, spätestens mit der Entführung wird die Spannungschraube aber mächtig angezogen, so das einem beim Lesen kaum noch Zeit zum Luftholen bleibt.

Wer auf packende Thriller mit einem ordentlichen Schuß Romance steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mich konnte dieser Thriller auf jeden Fall auf ganzer Linie überzeugen.

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Gelungener Roman um einen Journalisten, der zum politischen Akteur wird und damit eine unheilvolle Entwicklung in Gang setzt

Die Wahrheit der anderen
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Mit diesem Roman gelingt dem Autoren Daniel Zipfel ein vielschichtiger Roman, der sich vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssitiuation mit dem Thema Wahrheit und der Rolle der Medien auseinandersetzt. ...

Mit diesem Roman gelingt dem Autoren Daniel Zipfel ein vielschichtiger Roman, der sich vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssitiuation mit dem Thema Wahrheit und der Rolle der Medien auseinandersetzt.

Nach dem Tod eines pakistanischen Flüchtlings in Polizeigewahrsam kommt es in Wien zu Protesten und einer Kirchenbesetzung. Ein eher zufällig entstandenes Foto des Journalisten Uwe Tinnermans rückt die junge Veena Shahidi ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Der Journalist ergreift die Gelegenheit und baut die junge Frau immer stärker zur Symbolfigur des Protests auf. Doch ihre Anwältin Birgit Toth hat schnell die Befürchtung, das dies ihrer Mandantin eher schaden als nutzen könnte und versucht gegenzusteuern.

Der Autor erzählt die gut aufgebaute Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und lässt dabei den Journalisten Tinnermans in seinen Passagen als Ich-Erzähler auftreten. Das die Geschichte in Wien spielt, ist eigentlich eher nebensächlich, passieren könnte sie eigentlich überall. Die Figuren sind durchgehend gut charakterisiert und vielschichtig angelegt. Im Verlauf der Geschichte entwickeln die Protagonisten dann auch ihr ganz eigenes Bild von der Wahrheit, die nicht unbedingt mit der Wahrheit der anderen übereinstimmen muss. Die Aufgabe, aus diesen unterschiedlichen Wahrheiten, bei denen es sich eigentlich auch eher um Wahrnehmungen handelt, ein Gesamtbild zu erschaffen, bleibt am Ende aber dem Leser selbst überlassen.

Ein gelungener Roman mit einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Und garantiert keine Lektüre für nebenbei, hier muss man sich ganz auf das Geschehen und die Figuren einlassen, um alle Facetten der Geschichte zu erfassen.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Facettenreicher Roman um ein Paar mit gemeinsamer Familiengeschichte, die ihre Schatten bis in die Gegenwart wirft

Alles ringsum Sichtbare
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Mit diesem Buch legt der Autor Andreas van Hooven einen sehr facettenreichen Roman vor, den man nicht mal eben nebenbei lesen kann. Hier ist volle Aufmerksamkeit gefragt und man muss sich auf die komplexe ...

Mit diesem Buch legt der Autor Andreas van Hooven einen sehr facettenreichen Roman vor, den man nicht mal eben nebenbei lesen kann. Hier ist volle Aufmerksamkeit gefragt und man muss sich auf die komplexe Geschichte und ihre Figuren einlassen, um einen Zugang zum bzw. Gefallen am Buch zu finden.

Die amerikanische Business-Managerin Joni Fraunburg und der deutsche Journalist Ferdinand "Nando" Frauenburg haben sich im Zuge einer Erbschaftsgeschichte kennen- und liebengelernt. Ihre Urgroßväter waren Brüder, die Verbindung zwischen den beiden Linien der Familie ist dann aber in den Wirren des zweiten Weltkrieges abgerissen. Auf Wunsch von Jonis verstorbener Tante Rebekka soll diese Verbindung nun aber wieder hergestellt werden. Bei ihren Bemühungen, die durch einige dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit erschwert werden, stellen Joni und Nando zudem fest, das ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe eine gemeinsame Zukunft nicht gerade erleichtern.

Mit einem packenden Schreibstil erzählt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte in sechs Kapiteln mit wechselnder Erzählperspektive. Während in Kapitel 1 Nando als Ich-Erzähler fungiert, übernimmt in Kapitel 2 Joni diese Rolle. Ab Kapitel 3 wechselt die Perspektive dann auch innerhalb der Kapitel von Abschnitt zu Abschnitt. Die entsprechenden Übergänge sind dabei aber ziemlich unproblematisch und auch deutlich erkennbar. Getragen wird die Geschichte von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Echte Sympathieträger sucht man dabei allerdings vergebens, die Figuren verfügen durchgehend über reichlich Ecken und Kanten, die es einem manchmal doch ziemlich schwer machen, sie zu mögen. Dies trifft im Besonderen auf Joni zu, mit der ich bis zum Schluß so meine Probleme hatte. Eine große Hilfe, sich innerhalb der weitverzweigten Familie Frauenburg / Fraunburg zurechtzufinden, ist der Stammbaum am Ende des Buches, den ich beim Lesen doch des Öfteren zu Rate ziehen musste.

Immer wieder lässt der Autor auch politische Ereignisse aus den Jahren 2014 und 2015 in die Geschichte einfließen und verknüpft sie geschickt mit Ereignissen aus der Vergangenheit. So erleben wir zum einen die dramatische Flucht der Familie Frauenburg kurz vor Kriegsende und werden auf der anderen Seite an die Flüchtlingssitiuation des Jahres 2015 in Europa erinnert. Wertungen nimmt der Autor dabei nicht vor, diese finden, wenn überhaupt, nur im Kopf der Leser statt.

Wer auf komplexe Familien- und Beziehungsgeschichten steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten. Zudem regt das Buch zum Nachdenken an und wirkt dabei noch weit über sein Ende hinaus.

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Veröffentlicht am 07.05.2020

Gelungener Genre-Mix aus Fantasy und Western mit interessantem Setting und gut gezeichneten Protagonisten

Die Legenden von Trappland Ends
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Mit diesem Buch legt der Autor Lucian Caligo einen gelungenen Mix aus Fantasy und Western vor, der beide Genres gleichermaßen bedient und mich dabei auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Der Kopfgeldjäger ...

Mit diesem Buch legt der Autor Lucian Caligo einen gelungenen Mix aus Fantasy und Western vor, der beide Genres gleichermaßen bedient und mich dabei auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Der Kopfgeldjäger Abraham James übernimmt einen eher ungewöhnlichen Auftrag. Diesmal soll er keine Verbrecher jagen und tot oder lebend an die Justiz übergeben, sondern nach seiner Kollegin Serena suchen, die im Randgebiet Trappland Ends, in dem hauptsächlich Glücksritter und Halsabschneider anzutreffen sind, scheinbar spurlos verschwunden ist. Und als wäre das alleine nicht schon schwierig genug, schließt sich ihm auch noch eine geheimnisvolle Frau an, die offenbar einiges zu verbergen hat.

Der Autor bietet hier eine gut aufgebaute Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen und lässt Abraham seine Geschichte dabei selbst erzählen. Und da der sich nicht immer besonders gewählt ausdrückt, ist der Schreibstil zu Beginn noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Hat man diese kleinen Anpassungsprobleme aber erst einmal überwunden, kann man sich komplett auf die phantastische Welt einlassen, die der Autor mit viel Einfallsreichtum vor uns ausbreitet und mit gut gezeichneten Charakteren bestückt. Ist in der ersten Hälfte des Buches der Westernanteil noch ziemlich ausgeprägt, nimmt der Fantasyanteil im weiteren Verlauf immer stärker zu, so das am Ende die Fans beider Genres auf ihre Kosten kommen sollten.

Mich konnte dieser eher ungewöhnliche Mix auf jeden Fall sehr gut unterhalten und neugierig auf die weiteren Werke des Autoren machen.

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Spannender Psycho-Thriller um zwei Frauen in einem Netz voller Zweifel und Lügen

Dunkelspiel
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In diesem Psycho-Thriller verstrickt die Autorin Leonie Haubrich ihre beiden Hauptfiguren in ein Netz voller Zweifel und Lügen, das beide Frauen schnell an ihre Grenzen bringt.

Die Psychotherapeutin Nina ...

In diesem Psycho-Thriller verstrickt die Autorin Leonie Haubrich ihre beiden Hauptfiguren in ein Netz voller Zweifel und Lügen, das beide Frauen schnell an ihre Grenzen bringt.

Die Psychotherapeutin Nina Kolodziej ist nach der eher unschönen Trennung von ihrem Mann eine Zeitlang mit ihrer Tochter Emma und einem Wohnmobil durch die Lande gezogen. Doch nun möchte sie privat und beruflich endlich wieder Fuß fassen. Ihre erste Patientin wird die Buchhalterin Friederike, die sich in den Strafgefangenen Pierre verliebt hat und nach dessen Entlassung jäh in der Realität landet, bis einige besorgniserregende Vorfälle immer mehr Zweifel an Pierre in ihr wachsen lassen. Und auch in Ninas Umfeld ziehen einige dunkle Wolken auf, die schnell zur Bedrohung werden.

Nach einem dramatischen Prolog baut die Autorin die eigentliche Geschichte eher bedächtig auf und lässt sich dabei ausreichend Raum und Zeit, die gut gezeichneten Figuren und ihr Umfeld sorgfältig einzuführen. Die Bedrohung lauert dabei lange Zeit eher im Hintergrund, steigert sich dann aber kontinuirlich, bis sie sich schließlich in einem packendem Showdown entlädt. Das sich der Haupttäter schon relativ früh erahnen lässt, kann den Gesamteindruck in Sachen Spannung nur unwesentlich trüben, das Gesamtbild hinter den Taten zeigt sich dennoch erst ganz zum Schluß.

Wer auf spannende Psycho-Thriller steht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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