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Veröffentlicht am 17.10.2018

Modernes Fußball-Märchen um den kometenhaften Aufstieg des Iassine Shaka

Iassine Shaka
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In diesem Buch nimmt uns der Autor Stefan Zackariat mit auf eine abenteuerliche Reise und lässt uns so am kometenhaften Aufstieg des jungen Fußballers Iassine Shaka von der Elfenbeinküste teilhaben.

Als ...

In diesem Buch nimmt uns der Autor Stefan Zackariat mit auf eine abenteuerliche Reise und lässt uns so am kometenhaften Aufstieg des jungen Fußballers Iassine Shaka von der Elfenbeinküste teilhaben.

Als sein Vater Didier bereits im zarten Alter von 5 Jahren das große Talent des Jungen erkennt, ermöglicht er ihm trotz eigener bescheidener Mittel und Möglichkeiten zunächst in einem kleinen Verein und später in der Akademie in Abidjan seine Fähigkeiten zu verbessern. Und so führt der weitere Weg des Jungen über die erste Profistation in Belgien schließlich zu einem renomierten Pariser Verein, bei dem er dann den großen Durchbruch schaffen will.

Der Autor erzählt seine Geschichte in Form eines modernen Fußball-Märchens und legt seinen Schwerpunkt dabei vor allem auf die fußballerische Komponenete, die auch mehr als überzeugend rüberkommt.
Die durchaus vorhandenen negativen Begleitumstände des großen Geschäftes Fußball werden hier allerdings nur kurz angerissen oder sogar komplett ausgespart.
Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino durchgehend auf Hochtouren laufen lassen, treibt der Autor seine Geschichte voran und lässt uns so tief in die faszinierende Welt des Fußballs eintauchen.
Auch wenn Iassine immer ein wenig älter und reifer rüberkommt, wie es dem tatsächlichen Alter eigentlich angemessen wäre, wächst einem der Junge schnell ans Herz und so verfolgt man seinen Weg mit großer Sympathie und atemberaubener Spannung bis zum großen Wendepunkt im Alter von 20 Jahren.
Ich hoffe doch sehr, das uns der Autor auch am weiteren Werdegang von Iassine teilhaben lässt und diesem Buch noch die eine oder andere Fortsetzung folgen lässt.

Liebhaber des runden Leders werden an diesem Buch ihre helle Freude haben.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Packender Thriller, der nach eher ruhigem Beginn doch noch überzeugend durchstartet

Heather Bishop / Die Unerbittliche
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Mit diesem Thriller legt der Autor Andre Milewski den inzwischen bereits dritten Band rund um Heather Bischop, die inzwischen wieder von der CIA zum NYPD zurückgekehrt ist, vor. Man kann dieses Buch aber ...

Mit diesem Thriller legt der Autor Andre Milewski den inzwischen bereits dritten Band rund um Heather Bischop, die inzwischen wieder von der CIA zum NYPD zurückgekehrt ist, vor. Man kann dieses Buch aber auch problemlos lesen und verstehen, wenn man, so wie ich, die ersten beiden Bände noch nicht kennt. Alle erforderlichen Informationen zur Vorgeschichte der Protagonisten werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluß zu stören.

Der neueste Fall von Heather Bishop und ihrem Partner Ruben "Rico" Santiago beginnt mit einer toten Frau, die unter der Brooklyn Bridge hängt und von dort auf ein Ausflugsschiff stürzt. Die Ermittlungen führen die beiden Ermittler in die schmutzige Welt der Filmbranche. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse und Heather muss zeigen, das der Titel des Buches bei ihr wie die Faust aufs Auge passt.

Die Geschichte beginnt, gemessen an dem, was man sonst so von Andre Milewski gewohnt ist, überraschend ruhig und unspektakulär, legt dann aber ziemlich schnell deutlich an Tempo zu und gipfelt schließlich in einem fulminanten Showdown, der alles bietet, wonach das Thrillerherz verlangt.
Die Figuren sind gut herausgearbeitet und vielschichtig angelegt, die gut aufgebaute Geschichte weist einige überraschende Wendungen auf und liefert schließlich eine überzeugende und so nicht zu erwartende Auflösung. Auch mit seinem packenden und äußerst flüssigen Schreibstil konnte mich das Buch von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Abgerundet wird das Ganze noch mit der fiktiven und mit einigen gelungenen Anspielungen versehenen Filmografie des Schauspielers Cary Hudson, der in der Geschichte eine wichtige Rolle einnimmt.

Ein packender Thriller, der ein bischen braucht, bis er richtig in die Gänge kommt, dann aber ein starkes und absolut überzeugendes Finale hinlegt.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Gelungene Anthologie mit abwechselungsreichen und actionreichen Fantasygeschichten

Blutroter Stahl (Sword & Sorcery Anthologie)
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In dieser Sword & Sorcery Anthologie aus dem Mantikore Verlag sind insgesamt 19 Kurzgeschichten versammelt, die die ganze Bandbreite an Möglichkeiten abdeckt, die das Fantasy-Genre so bietet.

Wie das ...

In dieser Sword & Sorcery Anthologie aus dem Mantikore Verlag sind insgesamt 19 Kurzgeschichten versammelt, die die ganze Bandbreite an Möglichkeiten abdeckt, die das Fantasy-Genre so bietet.

Wie das Coverbild schon andeutet, liegt der Fokus dabei eher auf actionreichen Geschichten, in denen es auch durchaus ordentlich zur Sache geht, ohne das die Phantastik-Elemente dabei zu kurz kommen.
Wie bei solchen Anthologien üblich, werden dabei auch unterschiedlichste Geschmäcker bedient, so das hier jeder Leser die Geschichten finden kann, die seine Vorlieben besonders ansprechen, während andere Storys den persönlichen Geschmack dann vielleicht eher weniger treffen.

Zu meinen persönlichen Favoriten zählen hier die Geschichten von Christian Günther, Thorsten Küper, Peter Hohmann, Mario Steinmetz und Karl-Heinz Zapf.
Doch auch die übrigen Geschichten hatten durchweg einen hohen Unterhaltungswert, einen wirklichen Ausreißer nach unten gab es hier nicht.

Wer sich für spannende und actionreiche Fantasygeschichten interessiert, wird in dieser Sammlung mit Sicherheit die eine oder andere Geschichte ganz nach seinem Geschmack finden und kann sich darüber hinaus auch von den anderen Storys gut unterhalten lassen.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Raffinierter und zugleich verstörender Psycho-Thriller um ein perfides Intrigenspiel

Puppenmutter
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Astrid Korten erweist sich auch in ihrem neuesten Psycho-Thriller wieder einmal als absolute Meisterin in Sachen abgründiger und verstörender Geschichten, bei denen nichts so ist, wie es auf den ersten ...

Astrid Korten erweist sich auch in ihrem neuesten Psycho-Thriller wieder einmal als absolute Meisterin in Sachen abgründiger und verstörender Geschichten, bei denen nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Mich konnte sie hier ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen.

Tessa Simonet führt mit ihrem Mann Jules eigentlich ein beschauliches Leben am Rande von Paris. Nach einem brutalen Einbruch am hellichten Tage, bei dem Tessa auch persönlich bedroht wird, und dem Selbstmord ihres Mannes liegt ihr bisheriges Leben dann aber urplötzlich in Trümmern.
Ihre Freundin Amelie und die Familie ihres Mannes bieten ihr zwar umgehend ihre Unterstützung an, verfolgen dabei aber auch alle ihre eigenen Interessen. Und so setzt sich ein perfides Intrigenspiel in Gang.

Die Autorin erzählt ihre ziemlich komplexe Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Tessa und Amelie. Zudem streut sie immer wieder kurze Abschnitte mit einer mysteriösen Puppenmutter aus Zelle 13 ein, die genauso wie die von Mal zu Mal verstörender werdenen Liebesbriefe einer unbekannten Person an Tessa für eine immer stärker anwachsende Bedrohung im Hintergrund sorgen und schließlich überzeugend mit dem Hauptstrang der Geschichte verknüpft werden.
Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einem packenden Showdown mit einer überraschenden und zugleich absolut überzeugenden Auflösung gipfeln.
Die Protagonisten sind dabei durchgehend vielschichtig angelegt, echte Sympathieträger sucht man hier zudem vergebens, da jeder Charakter mindestens eine Leiche im Keller hat, die er bzw. sie mehr oder weniger geschickt zu verbergen versucht.
Als Leser muss man hier schon ziemlich aufmerksam lesen, um in diesem raffinierten Verwirrspiel den Überblick zu behalten und die geschickt eingebauten Hinweise richtig zu deuten. Und immer wenn man glaubt, endlich den richtigen Faden in der Hand zu halten, bringt die nächste Wendung die schöne Theorie schon wieder zum Wanken oder sogar zum Einsturz.

Wer auf raffinierte Spannung und abgründige Charaktere steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Veröffentlicht am 05.10.2018

Die Ermittler von der Kriminalpolizei Unna im Kampf gegen eine gewissenlose Organisation

Enkeltrick
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Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Astrid Plötner den zweiten Band der Reihe um die Kommissare Maike Graf und Max Teubner von der Kriminalpolizei Unna vor, den man aber auch ohne Vorkenntnisse aus ...

Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Astrid Plötner den zweiten Band der Reihe um die Kommissare Maike Graf und Max Teubner von der Kriminalpolizei Unna vor, den man aber auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band problemlos lesen und verstehen kann.
Wie schon der erste Auftritt der beiden Kommissare konnte mich auch dieser Band wieder auf ganzer Linie überzeugen und mir dabei ein paar spannende Stunden bescheren.

Hier rückt nun Max Teubner selber in das Zentrum der polizeilichen Ermittlungen, als mit seiner Dienstwaffe ein Mann erschossen wird und er selber zusammen mit einer jungen Frau namens Paula, die er von früher zu kennen scheint, spurlos verschwindet.
Maike Graf und ihr Kollege Sören Reinders dürfen diesmal der zuständigen Mordkommission aus dem benachbarten Dortmund nur zuarbeiten, lassen dabei aber natürlich nichts unversucht, die Unschuld von Max zu beweisen und ihn vor allem erst einmal zu finden. Die Spuren führen zurück in Max Vergangenheit, als er in Köln erfolgreich gegen die dortige Enkeltrickmafia ermittelt hat. Hat diese nun zum großen Gegenschlag ausgeholt ?

In diesem Kriminalroman steht weniger die Tätersuche im Mittelpunkt des Geschehens, die Autorin legt vielmehr eine atmosphärisch dichte Geschichte vor, die tief in die Strukturen einer gewissenlosen Organisation eindringt und abwechselnd aus der Sicht der Täter, der Opfer und der Ermittler erzählt wird. Mit einem packenden Schreibstil, einem hohen Erzähltempo und vielschichtig angelegten Charakteren konnte mich das Buch dabei schnell in seinen Bann ziehen und mit seinen Figuren mitfiebern lassen.

Den Untertitel "Ruhrpott-Krimi" trägt das Buch dabei vollkommen zu recht. Auch wenn Teile der Geschichte in Köln spielen, verströmt die Geschichte doch viel vom typischen Ruhrgebietscharme und lässt die Region damit quasi zu einem weiteren Protagonisten werden.

Ein spannender und überzeugender Krimi mit einem Ermittlerteam, von dem ich sehr gerne noch mehr lesen würde. Potential dafür ist in den Figuren auf jeden Fall ausreichend vorhanden.