Starker Schreibstil, aber der Plot konnte mich nicht überzeugen
The Night We MetDas war mein erstes Buch von Abby Jimenez und ich verstehe, warum so viele ihren Schreibstil mögen. Das Buch liest sich unglaublich flüssig, die Seiten vergehen schnell und ich war trotz meiner Kritikpunkte ...
Das war mein erstes Buch von Abby Jimenez und ich verstehe, warum so viele ihren Schreibstil mögen. Das Buch liest sich unglaublich flüssig, die Seiten vergehen schnell und ich war trotz meiner Kritikpunkte immer neugierig genug, weiterzulesen. Sprachlich hat mich die Geschichte definitiv abgeholt.
Mit dem Plot selbst hatte ich allerdings deutlich mehr Schwierigkeiten.
Das zentrale Love Triangle hat für mich leider nicht funktioniert – vor allem deshalb, weil ich zu keinem Zeitpunkt wirklich das Gefühl hatte, dass Larissa in Mike verliebt ist. Ich habe über das gesamte Buch hinweg darauf gewartet, endlich zu verstehen, warum sie überhaupt mit ihm zusammen ist. Dadurch fehlte mir ein Stück weit die emotionale Grundlage für den eigentlichen Konflikt.
Erschwerend kam dazu, dass Mike für mich von Anfang an schwer greifbar war. Er wirkte auf mich unsympathisch, unzuverlässig und hat seine Freunde immer wieder in seine eigenen Lügen mit hineingezogen. Natürlich bringt er eigene Probleme mit, aber das tun die anderen Figuren ebenfalls, für mich hat das sein Verhalten nicht wirklich aufgefangen. Stellenweise hat es mich ehrlich gesagt eher frustriert, wie viel Larissa sich von ihm gefallen lässt.
Chris mochte ich insgesamt deutlich lieber, auch wenn ich mit ihm nicht komplett warm geworden bin. Seine Handlungen sind nachvollziehbar von seinen Gefühlen für Larissa geprägt, aber ich hatte immer wieder das Gefühl, dass er ihr zu wenig zutraut. Gerade im Umgang mit ihrer schweren Allergie fand ich das schwierig: Larissa wirkt verantwortungsvoll und kompetent im Umgang damit; trotzdem kontrolliert Chris ständig ihren EpiPen. Irgendwann wirkte das auf mich eher bevormundend als fürsorglich.
Leider konnten mich auch die Nebenfiguren nicht wirklich abholen. Larissas Mutter empfand ich oft als unnötig unverschämt und auch mit Wufferine wurde ich nicht warm – dass der Hund ständig andere Tiere tötet, sollte vermutlich skurril oder humorvoll wirken, hat bei mir aber eher die Frage ausgelöst, welchen Mehrwert das eigentlich für die Geschichte hatte.
Insgesamt war das für mich ein Buch mit einem wirklich mitreißenden Schreibstil, aber einer Handlung und Figurenkonstellation, die emotional nicht ganz aufgegangen sind. Ich habe es gerne gelesen, aber die Geschichte selbst konnte mich nicht so überzeugen wie erhofft.