Nein heißt Nein
Kein Bock auf Knuddeln!Knuddel ist das knuffigste und flauschigste kleine Häschen, das man sich vorstellen kann. Eben so süß, dass es alle immer knuddeln wollen – leider auch dann, wenn Knuddel traurig, krank oder sauer ist ...
Knuddel ist das knuffigste und flauschigste kleine Häschen, das man sich vorstellen kann. Eben so süß, dass es alle immer knuddeln wollen – leider auch dann, wenn Knuddel traurig, krank oder sauer ist und gar nicht geknuddelt werden möchte. Und knuddeln wollen es wirklich alle: die Eltern, die Großeltern, die Geschwister, aber auch völlig Fremde. Doch leider ist Knuddels Stimme so leise und piepsig, dass sein Nein dabei überhört wird.
Deshalb beschließt Knuddel, dass es unknuffeliger werden muss. Aber wie soll es das anstellen? Weder furchteinflößend zu wirken noch Krach zu machen, um gehört zu werden, bringen es wirklich weiter. Erst als es anfängt, laut zu weinen, hören ihm alle zu und sind ganz betroffen.
Doch Mama und Papa haben schließlich die zündende Idee: Sie basteln Plakate mit der Aufschrift „Kuschelverbot“ und veranstalten gemeinsam mit Freunden und Nachbarn einen Umzug mit vielen weiteren Plakaten („Kleine Stimmen brauchen große Ohren“, „Frag, was ich mag“, „Ich bin wichtig“) und jeder Menge Krach, damit es auch wirklich alle mitbekommen.
Anette Thumsers Geschichte zeigt Kindern auf humorvolle Weise, wie wichtig es ist, für sich selbst einzustehen, dass man niemanden umarmen muss, wenn man nicht möchte, und dass Nein Nein heißt – egal, wie laut oder leise es geäußert wird. Damit eignet sich das Buch wunderbar, um mit Kindern über ihre Gefühle und Grenzen ins Gespräch zu kommen und sie zu ermutigen, diese auch zu äußern.
Das Cover hat mich persönlich zunächst nicht angesprochen, umso überraschter war ich von den wunderschönen und lustigen Illustrationen von Corinna Jegelka im Buch, die die Geschichte liebevoll ergänzen.
Insgesamt ist „Kein Bock auf Knuddeln“ ein wichtiges, warmherziges Kinderbuch, das zeigt, wie bedeutsam Selbstbestimmung und das Respektieren persönlicher Grenzen schon für die Kleinsten sind.