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Veröffentlicht am 08.09.2025

Wenig Spannung in der akademischen Hölle

Katabasis
4

Alice steht kurz vor ihrem Abschluss, als ihr Doktorvater Jacob Grimes plötzlich bei einem Unfall stirbt. Doch Alice studiert Analytische Magie und folgt ihrem Professor kurzerhand in die Hölle, um ihn ...

Alice steht kurz vor ihrem Abschluss, als ihr Doktorvater Jacob Grimes plötzlich bei einem Unfall stirbt. Doch Alice studiert Analytische Magie und folgt ihrem Professor kurzerhand in die Hölle, um ihn zurückzuholen - unfreiwillig begleitet von ihrem Erzrivalen Peter.

Ich kenne schon die anderen Werke der Autorin und hatte daher schon recht hohe Erwartungen, die einfach nicht erfüllt wurden. Den Schreibstil fand ich eigentlich ganz gut, auch wenn ich es auf Dauer ein wenig anstrengend fand, wie viel philosophiert wurde. Auch die Art der Magie fand ich faszinierend, da sie aus Sprache und Logik geschaffen wird.

Die Unterwelt hingegen fand ich enttäuschend, denn die verschiedenen Höfe waren mir zu ähnlich und konnten mich von ihrem Inhalt und ihren Herausforderungen kaum überzeugen. Dazu kam noch, dass Alice und Peter sich sehr viele Gedanken machen, aber die Realität fiel dann weniger komplex oder interessant aus.

Die Handlung fand ich insgesamt nicht besonders spannend, weil das meiste sehr leicht geht und die Spannung schon wieder abflacht, bevor sie richtig da war. Ein Buch muss auch nicht immer spannend sein, aber bei einem gefährlichen Abstieg in die Hölle, wo es um Leben und Tod geht, erwarte ich schon mehr.

Es gibt viele Rückblenden, die dabei helfen, Alice besser zu verstehen; ihre komplizierte Beziehung zum unzuverlässigen, aber genialen Peter, ihre Verehrung für den tyrannischen Professor Grimes und ihre Obsession mit Magie und ihren akademischen Leistungen. Sie ist nicht unbedingt eine sympathische Protagonistin, aber das hat mir auch nicht so viel ausgemacht. Die meisten ihrer Handlungen konnte ich trotzdem nachvollziehen, auch wenn sie sich manchmal selbst belügt.

Fazit
Am Ende bin ich nicht richtig zufrieden mit der Geschichte, da ich das Gefühl habe, gar nicht zu verstehen, worum es wirklich gehen sollte, obwohl ich darüber nachgedacht habe. Es ging schon um die Charakterentwicklung der Protagonistin, aber der ganze Abstieg in die Hölle war einfach enttäuschend für mich, sowohl von den Eigenschaften der Hölle her als auch von der Spannung bei der Reise hindurch.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 02.09.2025

Spannender Einstieg in neue Fantasy-Welt

Heart of Night and Fire
0

Zarya lebte ihr ganzes Leben in Gefangenschaft und flieht daher bei der ersten Chance, die sich ihr bietet. Sie kennt die Welt draußen nur aus Büchern und freut sich schon auf ihre erste eigene Liebesgeschichte, ...

Zarya lebte ihr ganzes Leben in Gefangenschaft und flieht daher bei der ersten Chance, die sich ihr bietet. Sie kennt die Welt draußen nur aus Büchern und freut sich schon auf ihre erste eigene Liebesgeschichte, aber eigentlich hat sie keine Ahnung, in welche Gefahr sie sich begibt und aus welchem Grund sie eigentlich all die Jahre gefangen gehalten wurde.

Besonders am Anfang fand ich Zarya ziemlich anstrengend, weil sie kaum über die Konsequenzen ihrer Handlungen nachdenkt und sich unüberlegt in Schwierigkeiten bringt. Aber ich konnte sie auch ein wenig verstehen, weil sie sich so verzweifelt nach Freiheit und Veränderung sehnt. Sie will viel lernen, nutzt ihre Fähigkeiten als Kriegerin im Kampf gegen die Dämonen, die die Stadt bedrohen, in der sie unterkommt, und knüpft neue Kontakte, denen sie auch etwas schnell vertraut.

In der magischen Welt gibt es einige originelle neue Ideen, während andere Details ziemlich vorhersehbar sind. Mit indischer und südasiatischer Fantasy kenne ich mich nicht besonders aus und habe die Kultur dann eher hier und da in Kleidung, Beziehungen und Bräuchen wiedererkannt, aber mir ist vermutlich auch noch sehr viel entgangen.

Insgesamt hat mir die Geschichte ganz gut gefallen, auch wenn sie sich meiner Meinung nach im Mittelteil etwas gezogen hat, und zum Ende hin konnte es mich die Handlung irgendwie nicht so richtig mitreißen. Trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzungen, in denen man hoffentlich noch mehr von der Welt sehen wird!

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Magische kleine Liebesgeschichte

Spookily Yours
0

Willow fühlt sich etwas einsam und beschließt dann doch recht spontan, sich eine neue Katze zu holen, damit das Haus nicht mehr so leer ist, nachdem ihre Schwester ausgezogen ist. Im Tierheim fühlt sie ...

Willow fühlt sich etwas einsam und beschließt dann doch recht spontan, sich eine neue Katze zu holen, damit das Haus nicht mehr so leer ist, nachdem ihre Schwester ausgezogen ist. Im Tierheim fühlt sie sofort eine Verbindung zu dem schwarzen Kater Damien, der Dämonenkater genannt wird. Aber als sich dieser als verzauberter Dämon entpuppt, ändert sich die Beziehung zwischen ihnen natürlich schlagartig. Sie möchte ihm schon helfen, sich zurückzuverwandeln, und hinterfragt nicht so sehr, warum Damien überhaupt verflucht wurde.

Damiens primäres Ziel ist es, die permanente Katzengestalt wieder loszuwerden, aber er hat auch noch eine weitere Aufgabe, die ihm unerwartet viele Kopfschmerzen bereitet. Willow wächst ihm schnell ans Herz und er hat es gar nicht so eilig, seine Mission zu erfüllen und die Stadt wieder zu verlassen.

Es ist eine kurze, süße Liebesgeschichte mit Magie, Geheimnissen und Seelenverwandtschaft. Mich konnte das Buch gut unterhalten, auch wenn es mir manchmal zu schnell ging und die Geschichte damit ein klein wenig zu oberflächlich blieb. Es wird auch thematisiert, was die Wünsche und Träume der Protagonisten sind, was mir auch gefallen hat, aber für viel Tiefe war das Buch am Ende vielleicht einfach zu kurz. Ich mochte auch die kleine Hexenstadt, in der die Geschichte spielt. Das Ende hingegen hat sich ein wenig anders entwickelt als ich gedacht hätte und ich fand, dass sich dadurch der Fokus etwas verschoben hat, was ich schade fand. Abgesehen davon bin ich aber zufrieden mit dem Buch und würde vielleicht auch die Fortsetzung irgendwann mal lesen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Entsprach überhaupt nicht meinen Erwartungen

Gym
0

"Clever, witzig und wild" - so beginnt die Inhaltsbeschreibung des Buches, aber wenn es clever ist, dann bin ich vielleicht nicht clever genug, es zu verstehen, und ich fand es auch kaum witzig. Der größte ...

"Clever, witzig und wild" - so beginnt die Inhaltsbeschreibung des Buches, aber wenn es clever ist, dann bin ich vielleicht nicht clever genug, es zu verstehen, und ich fand es auch kaum witzig. Der größte Teil der Inhaltsbeschreibung versprach für mich Unterhaltung und dabei Kritik an der Gym-Kultur, aber da habe ich einem Wort wohl zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und die Rolle im Buch unterschätzt: Obsession.

Als jemand, der selbst einigermaßen regelmäßig ins Fitnessstudio geht, hat mich der Titel schon etwas angesprochen und dann fand ich auch die Leseprobe recht vielversprechend, aber die Handlung hat sich danach ganz anders entwickelt als erwartet.

Meiner Meinung nach ging es gar nicht um Fitness und Schönheit; das titelgebende Gym ist nur die Kulisse für die Obsession der namenlosen Protagonistin. Es werden zwischendurch mal neue Themen und Details aus der Gym-Kultur eingebracht und die fand ich auch realistisch. Die Erfahrungen und Entwicklung der Protagonistin fand ich zwar plausibel, aber am Ende bin ich mir gar nicht so sicher, was die Autorin mir eigentlich sagen will.

Die Handlung hatte für mich nicht immer einen roten Faden, aber insgesamt ergibt schon alles Sinn, man kann verstehen, was im Kopf der Protagonistin vor sich geht und warum alles so kommt, wie es kommt. Es gibt einige Blicke in die Vergangenheit, die mehr Licht auf ihr Verhalten werfen. Der Schreibstil war für mich etwas ungewohnt, aber hat mich eigentlich nicht weiter gestört, ich fand, dass er gut zur Gedankenwelt der Protagonistin passte.

Fazit
Insgesamt ist die Geschichte schon in sich schlüssig, aber mir hat sie überhaupt nicht gefallen, was wohl auch zu einem großen Teil an meinen Erwartungen lag. Ich erwartete unterhaltsame Gesellschaftskritik, stattdessen ging es um Obsession und selbst auferlegten Leistungsdruck und ich fand das Buch zunehmend unangenehm und verstörend.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Spannende Fortsetzung - Die Revolution beginnt!

Iron Widow - Seele in Ketten
0

Es geht genau dort weiter, wo wir am Ende des Vorgängers stehengeblieben sind und man ist sofort wieder mitten im Geschehen. Den ersten Band habe ich vor etwa zwei Jahren gelesen und hatte gar keine Probleme, ...

Es geht genau dort weiter, wo wir am Ende des Vorgängers stehengeblieben sind und man ist sofort wieder mitten im Geschehen. Den ersten Band habe ich vor etwa zwei Jahren gelesen und hatte gar keine Probleme, wieder in die Handlung zu finden, denn die bisherigen Ereignisse sind nach wie vor relevant und werden öfter thematisiert.

Insgesamt geht die Handlung schon in eine etwas andere Richtung als bisher. Für Zetian stand die Unterdrückung der Frauen im Vordergrund und sie hat für ihr eigenes Überleben gekämpft, nun ist Qin Zheng da, um fortzuführen, was Zetian angefangen hat: Eine Revolution. Darum geht es in diesem Buch auch viel mehr um Politik und es gibt schon deutlich weniger Action. Der Krieg gegen die Hunduns ist natürlich immer noch sehr wichtig für das Reich Huaxia, rückt aber schon etwas in den Hintergrund und auch die Pläne, um gegen die Götter vorzugehen, lassen sich ziemlich viel Zeit. Daher hatte ich manchmal schon ein bisschen den Eindruck, dass sich die Handlung etwas in die Länge zieht, obwohl es trotzdem durchgehend spannend ist.

Zetian muss erstmal feststellen, dass ihre Rebellion sie noch nicht zu einer kompetenten Anführerin macht, und Qin Zheng hat auch schon eine bestimmte Rolle für sie vorgesehen, die ihr wieder die Freiheit raubt. Ihre Beziehung zu Qin Zheng ist auf jeden Fall sehr kompliziert, aber auch sehr interessant, weil beide so willensstarke Charaktere sind und weil Zetian seinen politischen Zielen einerseits zustimmt, aber andererseits wird sie wieder zu einer Schachfigur und darf nicht immer ihre eigenen Entscheidungen treffen. Gleichzeitig muss sie nicht nur den Verlust geliebter Personen verkraften, sie kämpft auch noch mit ihrem Gewissen, steht zwischen Macht und Machtlosigkeit und ihre Versuche, sich für Frauenrechte einzusetzen, tragen nicht immer Früchte.

Ich dachte eigentlich, dieses Buch sei der Abschluss einer Dilogie, doch das Ende ist ziemlich offen und verspricht, dass eine "Fortsetzung folgt". Mehr Informationen konnte ich zu einem dritten Band noch nicht finden und hoffe, dass das Buch nicht zu lange auf sich warten lässt!

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