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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2019

Eine würdige Fortsetzung mit skurrilem Charme

Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
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Erstmal ist es schön, die geliebten Charaktere wiederzusehen und in die skurrile Welt der Archen und Familiengeister einzutauchen. Wem der Stil vom ersten Band gefallen hat, wird sich hier sicher auch ...

Erstmal ist es schön, die geliebten Charaktere wiederzusehen und in die skurrile Welt der Archen und Familiengeister einzutauchen. Wem der Stil vom ersten Band gefallen hat, wird sich hier sicher auch wohlfühlen!

Wieder mangelt es nicht an spannenden Intrigen und Komplotten und auch der humorvolle Charme der Welt konnte mich in seinen Bann ziehen. Wie erhofft gibt es hier noch mehr Magie! Es gibt mehr Details, die erklärt wurden, und man merkt auch, wie die Welt weiter Form annimmt. Und auch wenn man bei manchen Fragen Fortschritte zur Aufklärung macht, bleiben sie doch sehr rätselhaft. Gepaart mit der eigensinnigen, undurchschaubaren Art der Charaktere blieb ich oft eher verwirrt zurück, wo es hätte spannend sein können.
Manche Charaktere konnte ich auch nicht so richtig ernst nehmen, weil ihre Handlungen so willkürlich wirken. Manchmal ist es dann unterhaltsam-komisch, aber wenn es das nicht ist, wird es auch schnell lächerlich.

Ophelia wächst weiter über sich hinaus. Am Pol läuft natürlich nie irgendwas nach Plan, aber diese Leserin und Spiegelreisende bleibt sich immer treu. Die vielen Hindernisse, die ihr in den Weg gelegt werden, bekämpft sie, weil sie es für notwendig hält, und das macht sie selbstbewusst und mutig, obwohl Ophelia schon wieder zu schüchtern ist, um das so zu sehen. Und das macht sie so liebenswert!
Auch Thorn bleibt seinen Prinzipien treu, auch wenn man immer wieder kurze Blicke hinter die kühle Fassade erhaschen kann. Diese fand ich wegen seiner Distanziertheit besonders entzückend!

Auch nach diesem zweiten Band bleibt vieles im Dunkeln. Es scheint endlich paar Antworten zu geben, aber sofort kommen neue Fragen auf und ich fühle mich nicht schlauer als zuvor. Ich bin froh, dass ich nicht mehr lange auf die Fortsetzung warten muss!

Fazit
"Die Spiegelreisende - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" entführt den Leser wieder in eine magische Welt mit skurrilem Charme, passt perfekt zur Art des Vorgängers und führt die Geschichte damit gebührend fort!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Figuren
  • Originalität
  • Amtosphäre
Veröffentlicht am 26.08.2019

Effi lässt sich nicht unterkriegen

Effi liest
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Nach der unterhaltsamen Leseprobe konnte ich mir dieses Buch definitiv nicht entgehen lassen und wurde auch nicht enttäuscht.

Beginnen wir bei Effi: Sie ist ein neugieriges Mädchen und beginnt, die Benimmregeln ...

Nach der unterhaltsamen Leseprobe konnte ich mir dieses Buch definitiv nicht entgehen lassen und wurde auch nicht enttäuscht.

Beginnen wir bei Effi: Sie ist ein neugieriges Mädchen und beginnt, die Benimmregeln für junge Damen zu hinterfragen. Wie kann es sein, dass Frauen manches nicht wissen sollen? Warum soll man immer artig und unauffällig sein, manchmal aber extra die Aufmerksamkeit der Männer erregen? Da sie auch generell eine eigensinnige Person ist, bringt sie sich in dieser Zeit, die artige Frauen und Mädchen verlangt, schnell mal in Schwierigkeiten.

Und Effi hat es auf dieses Buch abgesehen. Je mehr man versucht, sie davon fernzuhalten, desto neugieriger wird sie nur. Für ihre Sturheit trotz all dieser Unterdrückung muss man sie doch einfach gern haben!

Max ist schon ein lieber Typ und durch seine ehrlichen Briefe an seinen Bruder bekommt man auch einen sehr ausführlichen Blick in seine Gefühlswelt. Für ihn ist es wie Liebe auf den ersten Blick und er kann diese ganz besondere junge Dame nicht vergessen, die so aufgeweckt und interessiert scheint. Mit seiner schüchternen Art schließt man auch ihn schnell ins Herz.

Auch wenn Effi und ihre Geschichte erfunden sind, die Umstände sind es nicht. Um die Jahrhundertwende, in der auch Siegmund Freud schon als Arzt und Forscher tätig war, hatte man ein sehr strenges Bild von Frauen und die Frauen hatten dem gefälligst zu entsprechen. Es gab Behandlungen von Krankheiten, die keine waren (Hysterie, nasogenitale Reflextheorie), aber Frauen sollten ja nicht solche Dinge tun oder empfinden, das war ja krank! Genau.

In diesem Buch sind diese Dinge aber mit viel Humor und Selbstironie verpackt, sodass es sehr unterhaltsam ist, das zu lesen. Es wirkt so lächerlich, dabei ist es bitter, dass Menschen wirklich mal daran glaubten und Frauen diesen Operationen und Qualen aussetzten. Man kann sich aber zumindest damit trösten, dass diese Fehltritte zu den heutigen Erkenntnissen führten.

Fazit
"Effi liest" hat ein eigentlich ernstes Thema mit viel Humor unterhaltsam verpackt und hat mir damit sehr gut gefallen!

Veröffentlicht am 20.08.2019

Spannend? Wohl kaum.

Einer wird sterben
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ch lese eigentlich kaum Thriller und hatte sogar ein bisschen Angst vor dem Begriff "Psychothriller", aber das war anscheinend gar nicht nötig. Ich hätte erwartet, dass ich es nicht nur spannend, sondern ...

ch lese eigentlich kaum Thriller und hatte sogar ein bisschen Angst vor dem Begriff "Psychothriller", aber das war anscheinend gar nicht nötig. Ich hätte erwartet, dass ich es nicht nur spannend, sondern auch etwas unheimlich finde, aber letztendlich fand ich es nur enttäuschend.

Zum Ende von fast jedem Kapitel wird Spannung aufgebaut, mal ist es ein Schrei oder einfach irgendwas anderes Mysteriöses, das man nicht zuordnen kann. Da wird man also neugierig, blättert um und - hey, es war nichts besonderes. Und diese Auflösungen folgen auch immer so schnell, dass es einen nach kurzer Zeit gar nicht mehr wirklich interessiert. Also war ich schon bald nicht mehr neugierig, sondern eigentlich meist nur verwirrt und hoffte, dass irgendwann noch ein Highlight kommt.

Ich hatte das Gefühl, jede dagewesene Spannung sei zum Schluss ganz umsonst gewesen, da mich auch die Auflösung am Ende so gar nicht begeistern konnte. Ich habe es in der Weise nicht wirklich kommen sehen, aber schon einige Indizien gehabt und ich fand es nicht gerade logisch. Ich hätte etwas Düsteres erwartet, aber dann war einfach alles für die Katz.

Eigentlich ging es hier um Stellas Paranoia, ihren abwesenden Ehemann, die seltsame Nachbarschaft und um das parkende Pärchen. Zwischen diesen drei Punkten ging es hin und her und ich kann nicht behaupten, dass sich da unbedingt ein roter Faden durch die Geschichte zöge. Alles ist so verdächtig und so viele Dinge geschehen dort, aber was ist der Sinn hinter all dem?

Fazit
Bei "Einer wird sterben" hat sich die Spannung schnell verabschiedet und auch, wenn ich es dank flüssigem Stil doch ertragen konnte, hat auch das enttäuschende Ende das Buch nicht retten können.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Spannende Sinneseindrücke, aber insgesamt eher langweilig

Die Welt in allen Farben
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Bei Kate dachte ich wegen des Klappentextes, dass auch sie Erfahrungen mit Blindheit gemacht hat, aber die Dunkelheit bezieht sich auf ihre toxische Beziehung mit ihrem Ehemann. Sie ist unglücklich und ...

Bei Kate dachte ich wegen des Klappentextes, dass auch sie Erfahrungen mit Blindheit gemacht hat, aber die Dunkelheit bezieht sich auf ihre toxische Beziehung mit ihrem Ehemann. Sie ist unglücklich und nachdem es nun auch noch zu häuslicher Gewalt kam, ist sie erst recht psychisch am Ende. Auch wenn sie zunächst die Augen davor verschließt, merkt sie, wie entspannt und schön der Umgang mit Nova sein kann. Doch sie traut sich nicht, etwas zu unternehmen, weil ihr Selbstwertgefühl und ihr Mut schon seit Jahren so zerstört wurden.

Nova ist trotz ihrer Blindheit nicht unglücklich gewesen, aber das Sehen stellt sie vor eine harte Prüfung. Diese fremde Welt zu entdecken ist anstrengend und bringt ihre bisherige Ordnung komplett durcheinander, weil sie auch die bekannten Dinge manchmal nur schwer erkennen kann. Sie ist von den vielen Eindrücken sehr überlastet, auch wenn sie von den sichtbaren Dingen so fasziniert ist. Manchmal ist das Unbekannte einfach zu furchteinflößend, aber es kann sich doch lohnen, sich darauf einzulassen und die Veränderung willkommen zu heißen.

Die Zeitsprünge sind riesig. Ganze Monate vergehen zwischen den Kapiteln und das beschleunigt die Handlung ungemein. So sind Novas Fortschritte natürlich auch schneller und man teilt eher ihre Erkenntnisse über längere Zeiträume.
Mich hat es da aber gestört, wie zwischen den Charakteren monatelang nichts passiert. Warum vergeht so viel Zeit ohne Fortschritte? Trotz der spannenden oder dramatischen Momente zog sich das Buch auch in die Länge und insgesamt fand ich es einfach etwas langweilig.

Fazit
"Die Welt in allen Farben" klang so vielversprechend und das Sehen Lernen fand ich sehr schön, und den Rest süß, aber eher langweilig.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Ernste Thematik - spannend und humorvoll!

Wir von der anderen Seite
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Rahel ist nun von der anderen Seite. Sie gehört nicht mehr zu den Gesunden, sie war sogar kurz tot! Daher kann man ihre anfängliche Verwirrung gut nachvollziehen, schließlich hat sie zusätzlich zu ihrem ...

Rahel ist nun von der anderen Seite. Sie gehört nicht mehr zu den Gesunden, sie war sogar kurz tot! Daher kann man ihre anfängliche Verwirrung gut nachvollziehen, schließlich hat sie zusätzlich zu ihrem elenden Zustand auch noch einige Gedächtnislücken.

Mit Rückblicken und einer guten Prise Humor erzählt Anika Decker die Geschichte einer Drehbuchautorin, die für so viele Dinge im Leben kämpfen muss. Um ihre Karriere, ihre Gesundheit und auch um die Liebe.
Rahels Job steht auch bei generellem Erfolg mal auf der Kippe und sie muss sich immer wieder neu bemühen, um ihre Drehbücher auch zu verkaufen. Und Autoren werden absolut nicht genug gewürdigt! Dabei braucht sie nun das Geld noch dringender, da sie zig Arztrechnungen zu zahlen hat und das stresst sie nur noch mehr.

Das Koma und ihr furchtbarer Zustand - körperlich am Ende, Halluzinationen und ständige Alpträume - sind unglaublich hart für Rahel, aber sie ist nicht bereit, aufzugeben. Auch wenn es viele tolle Ärzte gibt, sind sie auch nur Menschen und manche sind absolut furchtbar und erschweren einem das Leben zusätzlich.

Und die Liebe ist schwierig. Rahels Familie unterstützt sie liebevoll und vor allem ihr Bruder ist für sie da, aber mit ihrem Freund ist die Lage seltsam und Rahel fühlt sich sehr unsicher. Bei so einer Zerreißprobe erfährt man erst, wer bereit ist, mit einem durch dick und dünn zu gehen.

All diese Punkte und dazu die zurückkehrenden Erinnerungen haben das Buch sogar unerwartet spannend gestaltet. Ich habe mit Rahel gelitten und mich mit ihr empört. Daher kann ich wohl ohne Zweifel sagen, dass mich das Buch mitreißen konnte und gut gefallen hat!

Fazit
Das Leben kann von einem Moment auf den anderen einen ganz anderen Verlauf nehmen und in "Wir von der anderen Seite" zeigt Anika Decker mit Humor und Spannung, wie sich der Sprung von der anderen Seite zurück ins Leben anfühlen kann.