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Veröffentlicht am 07.09.2018

Wie die Säbelrassler mal wieder das Leben auf den Kopf stellten ...

Abingdon Hall - Der letzte Sommer
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Der Auftakt dieser Trilogie um Abingdon Hall kommt nicht gerade leichtfüßig daher. Man muss sich schon darauf einlassen wollen, auf diesen Wälzer mit seinen 640 engbeschriebenen Seiten. Doch hier macht ...

Der Auftakt dieser Trilogie um Abingdon Hall kommt nicht gerade leichtfüßig daher. Man muss sich schon darauf einlassen wollen, auf diesen Wälzer mit seinen 640 engbeschriebenen Seiten. Doch hier macht sich Durchhaltevermögen bezahlt. Wer denkt: „Ah, ein weiterer Downton Abbey Abklatsch“, der hat sich geirrt, denn Philip Rock war zuerst da. Man sollte sich hier nicht täuschen lassen von der Neuauflage, die Erstauflage des Buchs ist nämlich bereits im Jahr 1978 erschienen. Das irreführende, etwas seicht wirkende Cover lässt einen eher kitschigen Frauenroman vermuten, doch in Wirklichkeit verbirgt sich unter dem Deckblatt ein anspruchsvoller Roman mit viel Tiefgang. Schon bald merkte ich dem Buch an, dass es von einem Mann geschrieben wurde. Die Kriegsführung des Ersten Weltkriegs wird eingehend, manchmal fast etwas langatmig beleuchtet, so dass die Liebe oder besser gesagt Liebeleien, etwas in den Hintergrund treten. Ich schätze, der Autor hatte durchaus auch viele männliche Leser auf dem Schirm, als er diesen Roman verfasste. Leider wird wohl das feminine Cover die Männer davon abhalten, das Buch in die Hand zu nehmen. Schade! Ich freue mich jedenfalls auf weitere Abingdon Lektüre aus der Feder Philip Rocks.

Veröffentlicht am 05.09.2018

Ein Sommernachtstraum ...

Narren und Sterbliche
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Da ich selbst schon ein paar Mal in den Genuss eines im Original aufgeführten Shakespeare Theaterstücks kommen durfte, war ich auf das Hörbuch natürlich sehr neugierig, obwohl es zwischen mir und dem Autor ...

Da ich selbst schon ein paar Mal in den Genuss eines im Original aufgeführten Shakespeare Theaterstücks kommen durfte, war ich auf das Hörbuch natürlich sehr neugierig, obwohl es zwischen mir und dem Autor Bernard Cornwell eigentlich selten „klick“ macht. Seine Bücher sind mir meist zu ausschweifend und langatmig. Mit „Narren und Sterbliche“ sollte er bei mir eine neue Chance bekommen.
Leider bewahrheitete sich meine Befürchtung und das Buch zog sich in der Tat wie Kaugummi in die Länge. Aufgrund der Vielzahl an Charakteren tat ich mich oft schwer, der Geschichte flüssig folgen zu können. Die vielen Namen hätten sich beim Lesen vielleicht besser eingeprägt. Ein großes Lob möchte ich jedoch für die Umsetzung durch den wunderbaren Schauspieler und Hörbuchsprecher Frank Stieren aussprechen. Man könnte fast sagen, er verzaubert und verleiht so jedem Darsteller seine ureigene Stimme. Auch konnte ich viel über die Schauspielerei im England William Shakespeares im späten 16. Jahrhundert lernen, das mir bisher verborgen geblieben war. Wie tickten die Menschen damals, was brachte sie zum Lachen und was verärgerte sie? Alle Rollen an seinem Theater wurden damals ausschließlich von Männern gespielt. Der Beruf des Schauspielers blieb Frauen verwehrt. Bis 1660 waren „Boy-Actors die Publikumslieblinge, feminine Männer, die in großen Frauenrollen brillierten und deren Femininität oft auch hinter der Bühne ausgelebt wurde. König Charles II. beschloss schließlich auf Anregung seiner Mätresse Nell Gwyn, nicht nur Frauen auf den Bühnen zuzulassen, sondern darüber hinaus auch noch die Darstellung von Frauenrollen durch Männer zu verbieten. Aber zurück zum Buch. Wer Shakespeare und das Theater verehrt, wird das Buch mögen. Bei mir geht die Verehrung wohl nicht tief genug. Ich fand es einfach nur ok.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Was Menschen Menschen antun ...

Das Schicksal der Drachentöchter
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Schon der Klappentext dieses Romans von William Andrews hat mich mehr als neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Der Autor legt ein schreckliches Kapitel der Menschheits-geschichte frei, ein ...

Schon der Klappentext dieses Romans von William Andrews hat mich mehr als neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Der Autor legt ein schreckliches Kapitel der Menschheits-geschichte frei, ein Kapitel, von dem ich bis dato sehr wenig wusste. Auf eine spannende Weise erklärt er dem Leser die Geschichte Koreas im Zweiten Weltkrieg und in der überaus wichtige Phase danach. Erst neulich sah ich im Fernsehen rührende Bilder auf den sich Verwandte in den Armen lagen, die während der Spaltung Koreas getrennt wurden und sich z. T. Jahrzehnte lang nicht sehen konnten. Nun verstehe ich den Hintergrund. Korea (heutzutage natürlich besonders der Norden) ist schon ein gebeuteltes Land und die Einwohner sind nicht zu beneiden. Mein ehemaliger Schwiegervater kämpfte in den 50er Jahren in Korea auf den Seiten der Amerikaner. Nun ist es mir endlich klar, welche Absicht dahintersteckte. Ob sie aus heutiger Sicht richtig oder falsch war, sei dahin gestellt.
Vollkommen schockiert las ich in diesem Buch die Lebensgeschichte von Jae-hee, die als junges Mädchen zusammen mit ihrer Schwester gezwungen wurde, den japanischen Soldaten und Offizieren als sogenannte „Trostfrau“ zu dienen, wobei es sich natürlich um nichts anderes als Zwangsprostitution handelte. Schon allein der Begriff „Trostfrau“ macht mich unendlich wütend. Die jungen Mädchen und Frauen sollten die Männer trösten? Wer bitte tröstete die Trostfrauen? Es muss entsetzlich gewesen sein, was diese Frauen durchmachen mussten. Es ist kein Wunder, dass viele von Ihnen, wenn sie nicht durch Krankheit oder Mord ums Leben kamen, den Suizid wählten. Jae-hee entwickelte jedoch unglaubliche Kräfte. Sie kämpfte sich durch, ist sehr intelligent und konnte mit nach der aufgezwungenen „Karriere“ als Trostfrau mit ihren Sprachkenntnissen punkten und letztendlich überleben, wobei auch das Leben danach für sie keine Zuckerschlecken war.
Wie gesagt, ich bin begeistert und erschüttert zugleich von diesem interessanten Buch. Ich freue mich, mein Geschichts- und Allgemeinwissen wieder um ein Kapitel erweitert zu haben.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Wer ist hier gut und wer ist hier böse?

Gone Girl – Das perfekte Opfer
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Wie viele meiner Mitstreiter in unserer Hör- und Leserunde zu diesem Buch, bin auch ich zwiegespalten. Auf der einen Seite fand ich es spannend, wie sich alle paar Kapitel meine Sichtweisen änderten. Ich ...

Wie viele meiner Mitstreiter in unserer Hör- und Leserunde zu diesem Buch, bin auch ich zwiegespalten. Auf der einen Seite fand ich es spannend, wie sich alle paar Kapitel meine Sichtweisen änderten. Ich ertappte mich immer mal wieder auf der Seite Nicks zu stehen und dann wieder tat mit Amy leid. Das ging aber nur so weit, bis man Amys wahren Charakter kennenlernte, hierzu möchte ich natürlich nicht mehr verraten um nicht zu spoilern. Kennt man jedoch diesen Charakter, reicht ein bloßes Kopfschütteln darüber aber längst nicht mehr aus. Wenn man sich Amys Machenschaften und ihre kriminelle Energie auf der Zunge zergehen lässt, bleibt einem regelrecht die Spucke weg.
Die Umsetzung beim Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Wie im Klappentext zu lesen, geben die beiden Sprecher wirklich alles und verleihen dem Hörbuch - zumindest zeitweise - auch eine gewisse Spannung. Der in meinen Augen lahme Schluss hat mich ein wenig frustriert zurückgelassen, weshalb ich aber leider nur eine Bewertungsnote im mittleren Bereich vergeben kann.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Gutes Mittelfeld ... mir persönlich zu vorhersehbar ...

Töte, was du liebst
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Christian Kraus does it again … acht Jahre nach seinem Debütroman „Der Seele dunkle Seite“ veröffentlicht er erneut einen Thriller. Auch dieser ist wieder in Hamburg ansässig, wenn auch mit anderen Protagonisten. ...

Christian Kraus does it again … acht Jahre nach seinem Debütroman „Der Seele dunkle Seite“ veröffentlicht er erneut einen Thriller. Auch dieser ist wieder in Hamburg ansässig, wenn auch mit anderen Protagonisten. Der oben aufgeführte Klappentext beschreibt die Handlung hinreichend ohne zu viel preiszugeben, oder vielleicht doch nicht? Beim Lesen wird recht schnell offensichtlich, wo der Autor mit seiner Handlung hinwill, was leider die Spannung und somit das Lesevergnügen unweigerlich schmälert. Die Krankheitsbilder der verschiedenen Charaktere scheinen gut und authentisch beschrieben, keiner Wunder, ist Kraus doch selbst von Haus aus Psychiater und Psychotherapeut. Dafür wirken die Beziehungen der Darsteller untereinander oft überzogen und ein wenig unglaubwürdig. Hier waren wir uns mehr oder weniger alle in der Leserunde einig.
„Töte, was du liebst“ kann man lesen, muss man aber nicht.